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Science Fiction
Buch Leseprobe Sphaeronauten, Timothy McNeal
Timothy McNeal

Sphaeronauten


CherokeeCharade

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Capricornus Verlag M. Fritzsche, Hamburg
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1.


 


Cherokee people, Cherokee tribe,


so proud to live, so proud to die ...


 


Burt Coleman - von Kindesbeinen an wegen seiner Initialen B(=Before), C(=Christ) von Mitschülern, Kommilitonen und Kollegen gerne »John« oder »The Baptist« genannt - trat auf die Bremse und ließ seinen Jeep-Cherokee am Straßenrand ausrollen und das Seiten­fenster herunter, atmete tief durch. Als Folge von Hurricanes »Ike«, der kürzlich Florida und die östlichen Golfstaaten verschont und sich in Texas ausgetobt hatte, waren die Luftmassen der Troposphäre kräf­tig durchmischt worden, so dass nun eine angenehme Spätsommertemperatur und mittlerweile auch wieder erträgliche Luft­feuchte zu verzeichnen waren.


Wie hatte doch Preston gleich in seinem jüngsten Roman Blasphemy seinen Protagonisten Hazelius räsonieren lassen? Coleman schloss die Augen und memorierte


Wie der Verstand, so hat auch eine Gewitterfront komplexe, che­mische, elektrische und mechanische Eigenschaften. Ein menschliches Wesen erschafft Komplexität, indem seinen Roman auf die Oberfläche von papiernen Blättern schreibt; ein Gewittersturm erschafft Komple­xität, indem er Wellen auf die Oberfläche eines Ozeans schreibt.


 


Zum Einen versetzte ihn der aus dem Autoradio tönende 1971-Welthit von Paul Revere & The Raiders schlagartig in seine Teenager­zeit zurück, was alleine jedoch noch kein Grund gewesen wäre, seine Fahrt zu unterbrechen; vielmehr fielen ihm gleichzeitig die Notizblät­ter wieder ein, die er während einer Abschlussklausur vor der Sommerpause einem weiblichen Altsemester abgenommen hatte, und die seitdem im Handschuhfach lagen. Silber-Jubiläum, schoss ihm durch den Kopf, als der Wagen zum Stehen kam; zum fünfundzwan­zigsten Mal war er am Ende des Sommertrimesters am Savannah College of Art And Design (SCAD), wo er als Dozent für Kunstge­schichte lehrte, auf dem Weg nach Santa Fé/NM, wo er sich während der vorlesungsfreien Zeit in der Canyon Road wieder um die von seinen verstorbenen Eltern geerbte Galerie kümmern wollte, die ansonsten von wechselnden


Post Graduates für ihn betrieben wurde.


Er hatte Recht daran getan, SCAD-Atlanta nach Erwerb seines Ph.D. zu verlassen und sich zu dessen Savannah-Dépendance zu be­werben, deren Hörsäle, Studios, Ateliers und Werkstätten über eine größere Anzahl von Gebäuden über die ganze Stadt verteilt waren; wie er über drei Ecken erfahren hatte, galt seine Professur dort für das Sommertrimester 09 als sicher. Im Vertrauen auf diese Information hatte er umgehend sein Sabbatical genommen, um sich seinen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, eine Recherche-Tour durch den Süd­westen der Staaten zu unternehmen, auf den Spuren der wohl geheimnisumwittertsten der 500 Nations, den Anasazi, wobei ihn na­turgemäß der Aspekt Indian Craft besonders interessierte, angefangen von den Höhlenmalereien im House of Many Hands bis zum Türkis- und Silberschmuck der Navajo.


Indiana Jones für Arme, lachte er in sich hinein, obwohl er mit Mitte vierzig in Physiognomie und Habitus doch eher Gary Coopers Robert-Jordan-Verkörperung in der Verfilmung des Hemingway-Bestsellers To Whom the Bells Toll ähnelte als Harrison Ford.


Er durchwühlte das Handschuhfach nach den Blättern, die er zu­nächst für Spickzettel gehalten hatte und wurde fündig; es handelte sich um Compu-Ausdrucke von Fragmenten aus fantazyne, einem elektronischen Science-Fantasy-Magazin, wie seine Studentin gewis­senhaft bibliographiert hatte:


(1)


... dieses deutsche Touri-Paar - Anna Keller und Benno Baumann - das bei den Lakota- Sioux in Wyoming auf etwas gestoßen ist ... sie für Aufzeichnungen der Native Americans von Phasenräumen hielten, von wo man in ein andere Sphäre ... Zeit ...


 


(2)


Jason O´Connor - Cody/WY - Anasazi-Abhandlung


Nach meinen Recherchen kommen die Anasazi um 500 A.D. in den Südwesten und ziehen um 1500 A.D. wieder nach Osten; dabei kommt es zwangsläufig zu Vermischungen mit anderen Völkern - Assimilie­rung mit Navajos, Sioux, Cheyenne, Cherokee, Caloosa und Seminole.


 


(3)


Meine Frau, Mond-Reh, aus der Osceola-Sippe ...


Mein Mann, Stern-Puma, vom Billy-Bowlegs-Clan ...


Die 300 Unbesiegten ...


Abkömmlinge der letzten beiden großen Seminolen Häuptlinge ...


 


(4)


Wahrhaft Liebende Paare reisen ... wir besuchen Ahnen und unge­borene Enkel ...


Reisende altern langsamer, viel langsamer ...


Ihr seid Liebende Paare, wie die beiden Fremden letztes Jahr bei unseren Verwandten, den


Lakota-Sioux ...


 


Ein Prospekt war aus den vier Quellen auf den Beifahrersitz geflat­tert :


Museum of the Cherokee Indian, Cherokee/N.C.


 


Einem Impuls folgend ließ Coleman sich von seinem Navi die Route Savannah Richtung der beiden Carolinas anzeigen und stellte fest, dass er sich noch vor der Kreuzung von I-16 (North) und I-95 (East) befand. Er hatte seine Ankunft in exakt sieben Tagen avisiert und berechnete, dass er die Strecke durchaus auch in fünf Tagen schaffen konnte, wenn er entsprechend länger und schneller führe; der Umweg über Cherokee würde ihn lediglich eine Übernachtung vor Ort kosten. Im Übrigen konnte er seinem derzeitigen Galerie-Manager, Trevor Mulligan, jederzeit mitteilen, dass ihre geplante gemeinsame Inventur-Buchhaltung-Aktion sich um einen Tag verschieben würde.


Einen Tag längere Vorfreude, gewann er der verzögerten Ankunft in seinem geliebten Santa Fé ab; die Stadt hatte für ihn ein ganz be­sonderes Flair, was nicht alleine daran lag, dass sie sich mittlerweile zum zweitgrößten US-Kunstmarkt gemausert hatte, Shirley MacLaine dort eine Hazienda besaß, David Morrell beherbergte, und im benachbarten Albuquerque Tony Hillerman lebte, der laut USAToday gerade ernsthaft erkrankt war, Auch das Umland war voller belegter Historie sowie unerklärlicher Phänomene : Taos Pueblo mit dem Kit Carson House, Lincoln mit seinem Court House, woraus sich Billy the Kid herausgeschossen hatte, als Lewis Wallace Gouverneur von New Mexico gewesen war, der diesen Job jedoch lieber dazu genutzt hatte, Ben Hur zu schreiben und schließlich Roswell mit seinem weltberühmten International UFO Museum And Research Center!


Coleman startete seinen Jeep wieder und erblickte kurz darauf das Hinweisschild auf die I-95. Er hielt nochmals an der nächsten Rest Area an, weil ihm einfiel, dass er auf dem Museum-Prospekt einen handschriftlichen Vermerk zwar gesehen, aber nicht gelesen hatte.


 


09/17/08


To Cherry Pendleton


Chief Jeremiah Wolf


 


Wenn er das Autogramm richtig interpretierte, so hatte seine Stu­dentin das Museum zwei Tage nach Beginn des Fall Quarter am SCAD besucht, was seine Einschätzung bestätigte, dass es sich bei ihr um ein älteres Semester handeln musste, denn für die Freshmen be­stand während der Einführungveranstaltungen absolute Präsenzpflicht. 


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