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> Science Fiction > Der Anti-Einstein-Antrieb
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Science Fiction
Buch Leseprobe Der Anti-Einstein-Antrieb, Th. Pensator
Th. Pensator

Der Anti-Einstein-Antrieb


Von Kleingeistern und der Flucht davor

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»Schön und gut, Fenris. Sie wollen mit einigen wenigen Atomen ein dünnes Loch durch eine Iridium-Wand schmelzen. Was ist daran schon Besonderes? Das können wir auch mit einem Laser-Strahl. Fenris, werfen Sie nicht unser Geld zum Fenster raus!«
Thomas Fenris war wie vor den Kopf geschlagen. Soviel Kompetenz auf einen Haufen hatte er nicht erwartet. Konnte oder wollte man seine bahnbrechende Idee nicht erkennen? Er schwang seine detaillierten Aufzeichnungen durch die Luft und hätte damit am liebsten Stockmann eins übergebraten. Aber eine innere Blockade verhinderte, dass er seine Bewegung zu Ende führte. Hätte er doch Stockmann den dicken Ordner auf den Kopf gedonnert! Einfach so. Dann würden sie ihn zwar gleich aus dem Institut werfen... So aber verließ Fenris niedergeschlagen das Besprechungszimmer und schleppte sich murrend zurück in sein Labor. »Denen werde ich es zeigen! Ein Loch durch die Wand gebrannt, wie mit einer Zigarette durch ein Tischtuch!«
Stockmann hat ja überhaupt nichts begriffen. Der will natürlich nur die geplanten Projekte durchziehen. Extra-Ideen von seinen Mitarbeitern, wo kommen wir denn da hin?
Fenris schlurfte nach Hause, schlug die Tür seiner Wohnung hinter sich zu und stellte den Fernseher an.
»Dann eben nicht. Sollen die doch allein ihren Kram weiter basteln! Dazu habe ich keine Lust mehr.«
Fenris öffnete eine Dose Bier. Nachdem er den Inhalt der ersten Dose geleert hatte, verengte sich der Horizont seines Bewusstseins auf angenehme Weise. Der Ärger wich nach der zweiten Dose und in seinem Magen breitete sich eine angenehme Wärme aus. Die Umwelt war ausgeschaltet und Fenris ging "offline".
Aber in ihm arbeitete seine Idee weiter. In dieser Nacht fiel er erst spät in einen unruhigen Schlaf. Er sah ein Bild vor sich. Die angeregten Atome stießen nicht auf eine Mauer, sondern traten aus einem Triebwerk aus.
Fenris erwachte. Was wollte ihm dieses Bild mitteilen? Er stand auf und wanderte unruhig hin und her. Der nächste Morgen war noch fern, aber an Schlaf war nicht mehr zu denken. Fenris setzte sich und begann, das Geträumte aufzuzeichnen. Ein Antrieb! Der Strahl aus dem Triebwerk konnte nur einen Antrieb darstellen. Aber wofür? Würde man damit nicht nur ein Loch in ein Hindernis brennen?
Nein, so durfte er nicht weiterdenken. Damit zerstörte er jede Kreativität. Auf Stockmann passte "Je arscher das Loch, desto cheffer der Mann." Dabei hatte Dr. Stockmann über ein überaus interessantes psychologisches Thema promoviert: Warum erzeugte man beim Schreiben eines Textes auf dem PC mehr Fehler als bei den "konventionellen" Methoden wie Papier und Bleistift, und warum erkannte man anschließend am Computer-Bildschirm viel weniger Fehler als auf gedrucktem Papier? Dabei war Stockmann zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Aber in seiner Arbeit als "Ableitungsleiter" im "wirtschaftsnahen Institut" war Stockmann nicht mehr der begeisterte Wissenschaftler, sondern sah nur noch Zahlen. Interessante Projekte, welche kein oder nur wenig Geld einbrachten, wurden von vornherein abgelehnt.
Fenris schüttelte diese Gedanken weg. Jetzt sprudelten seine Ideen. Er entwarf eine komplexe Anlage, um sie am nächsten Morgen seinem verblüfften Chef vorzuführen. Was er brauchte, war ein Synchrotron-Beschleuniger im Kleinformat, um endlich den "Nutzeffekt" seiner Erfindung zur Geltung zu bringen.
Aber Stockmann zeigte sich ebenso abweisend wie am Tag zuvor. Ein Tunnel-Antrieb, der war doch gar nicht zu realisieren, und wo, bitte schön, war der wirtschaftliche Nutzen dieser Erfindung? In die wissenschaftliche Raumfahrt wurde kein Geld mehr gesteckt. Hatte Fenris wenigstens mal einen Marketing-Kurs besucht - einen Marketing-Kurs, auf dem man lernte, dass ein halb gefülltes Glas halb voll war und nicht halb leer? - Nein, solche Plattitüden wollte er sich nicht antun. Ein halb gefülltes Glas enthielt für ihn 50 Prozent der Flüssigkeit und ließ keine Deutungen zu. Aus solchen psychologischen Taschenspielertricks konnte man keinen Honig saugen. Oder wie wäre es mit "der Weg ist das Ziel" oder vice versa: "Das Ziel ist der Weg"? Das wird auch immer gern genommen.


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