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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Corona Helau!, Stefan Burek
Stefan Burek

Corona Helau!


Deutschland in der Corona-Krise

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Leseprobe aus


Deutschland in der Corona-Krise: Corona Helau! (Juni 2020):


 


Dieses Buch ist keine wissenschaftliche Abhandlung. Es erhebt auch in keinster Weise einen wissenschaftlichen Anspruch. Im Gegenteil: Wenn wir die Fakten und Geschehnisse der Corona-Krise mit gesundem Menschenverstand betrachten, dann wird deutlich, dass es zu guten Teilen die Verwissenschaftlichung eines einfachen Problems war, die der Katastrophe dieses Ausmaß gegeben hat. Politiker und Experten, die sich in Details verloren und das Offensichtliche ignorierten, die vor lauter Begeisterung für die eigene Genialität und die Verkomplizierung des Problems die Zusammenhänge nicht mehr erkannten. Das Problem war einfach, alle Lösungen schon seit Jahren vorhanden. Es war keine höhere Gewalt, die uns in die Katastrophe stürzte. Es war auch keine unausweichliche Situation, in die wir gerieten. Es waren sehr konkrete Fehlentscheidungen, die das Desaster herbeiführten. Dieses Buch wird genau das belegen – und zwar Schritt für Schritt und für jeden nachvollziehbar. Es war im Grunde nicht einmal ein Virus, das uns in diese Notlage brachte, es war die grenzenlose Arroganz und Unfähigkeit der Verantwortlichen. Der immer wieder bemühte Einwand, alles sei so kompliziert, dass nur Akademiker das Problem verstehen könnten, ist die größte und unverschämteste Lüge der gesamten Krise und lediglich eine Schutzbehauptung der Verantwortlichen, um die Diskussion über die Verantwortung bereits im Keim zu ersticken. Ein Albert Einstein zugeschriebenes Zitat besagt: „Inmitten des Wirrwarrs gilt es, das Einfache zu finden.“ Genau das ist Ziel und Anspruch dieses Buches. Noch etwas: Dieses Buch ist „verschwörungstheoriefrei“. Es ruft dazu auf, endlich die richtigen Fragen zu stellen und Transparenz zu schaffen. Und es soll den Leser – also Sie ganz persönlich – ermutigen, das Handeln der Verantwortlichen zu hinterfragen und selbst zu beurteilen. Wahrscheinlich haben auch Sie in irgendeiner Form unter dieser Krise gelitten und somit steht es Ihnen zu, Antworten einzufordern. Es nützt nichts, um des lieben Friedens willen über alle Fehler und Fahrlässigkeiten hinwegzusehen. Denn wenn wir das tun, dann ist der letzte Schutzwall gegen die nächste Katastrophe schon jetzt gefallen: Unsere Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, aus Krisen gestärkt und besser gerüstet hervorzugehen. Und das ist wichtig, denn: In unserer globalisierten Welt wird dies nicht die letzte Herausforderung dieser Art sein. Viele Herausforderungen stehen uns noch bevor, darunter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch manche Pandemie. Nicht jede wird uns so treffen wie Corona. Aber es werden auch noch wesentlich bedrohlichere dabei sein, die Millionen Menschenleben alleine in unserem Land gefährden werden. Und gerade deshalb können wir uns keine Beschönigungen leisten. Dennoch, wenn Sie ein allzu harmoniebedürftiger Mensch sein sollten, könnte dieses Buch für Sie bisweilen schwere Kost sein. Wenn es allerdings Ihr Bestreben ist, sich den Tatsachen und der ungeschönten Wahrheit zu stellen, dann: Herzlich willkommen!
(Deutschland in der Coronakrise: Corona Helau!, S. 9 - 11, Juni 2020)


 


Wie alles begann


Es begann in China. Weit, weit weg. Wir kennen das schon, denken wir. China, mittlerer Osten, Afrika – SARS, MERS, Ebola – was haben wir damit zu tun? Ein kurzer Bericht in den Nachrichten oder eben auch nicht, je nachdem, wie viele wichtige Fußballergebnisse, Sport- oder Wirtschaftsnachrichten es gerade gibt. Ach ja, die Asiaten mal wieder, war ja klar. Unsere Anteilnahme hält sich in Grenzen. Es ist nicht unser Problem, konnte man denken. Und genau mit dieser Denkweise beginnt das Problem. Ja, es stimmt, „den Deutschen“ gibt es nicht. Ich werde diesen Begriff vielleicht dennoch hin und wieder verwenden, um unsere Gesellschaft zu beschreiben. Sehen Sie es mir nach, wenn ich hier alle über einen Kamm zu scheren scheine. Mir ist natürlich bewusst, dass es viele sehr verantwortungsvolle Bürger gibt, die Mitgefühl mit anderen haben, ganz gleich, wo auf der Welt Menschen Leid widerfährt. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, dann bleiben Sie bitte, wie Sie sind. Aber: Sie gehören nicht mehr zur Mehrheit. Schon lange nicht mehr. „Der Deutsche“ kümmert sich wenig um den Rest der Welt. Er merkt nicht mehr, wie gut er es eigentlich hat, er fühlt sich jeden Tag mehr bedroht, bestohlen und ausgebeutet. Ja, uns geht es ja so schlecht. So viele Menschen sind von viel zu niedrigen Sozialleistungen abhängig, so viele Menschen arbeiten für ausbeuterisch schlechte Löhne, so viele kleine Rentner stehen nach einer ganzen Lebensleistung mit leeren Händen da. Ja, das alles ist richtig. Die Gerechtigkeit in unserem Land lässt zu wünschen übrig. Massiv. Eine Schweinerei jagt die nächste und die Ungerechtigkeiten treffen immer wieder dieselben Leidtragenden. Das alles stimmt. Im Innenverhältnis. Was viele von uns jedoch übersehen, ist die Tatsache, auf welch hohem Niveau wir uns global gesehen befinden. Die Mehrzahl der Menschen auf der Welt verfügt nicht ansatzweise über das in unserer Top-Wirtschaftsnation festgelegte Existenzminimum. Um das erkennen und wertschätzen zu können, müssen wir jedoch ein wenig über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausschauen. Nur dann können wir sehen, welches große Glück damit verbunden ist, hier geboren zu sein. Die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet in Deutschland geboren zu werden, liegt bei gut einem Prozent. Wir haben in dieser Lotterie also sozusagen mächtig Schwein gehabt. Wenn wir das aber nicht verstehen, dann verstehen wir auch nicht, dass wir diejenigen sind, die auch am meisten zu verlieren haben. Und wir verstehen nicht, welche Verantwortung wir in der Welt tragen. In einer globalisierten Welt, in der die Wege und Reaktionszeiten kurz geworden sind. Die Probleme anderer Länder und Menschen auf der Welt, die wir ignorieren, bleiben nicht in der Ferne. Sie kommen nicht vielleicht irgendwann in abgeschwächter Form auch auf uns zu, wie wir es aus der Vergangenheit gewohnt sind. Sie stehen in Windeseile vor unserer eigenen Tür. Wenn wir unsere Verantwortung verleugnen, uns weigern, uns des Leids anderer Menschen in anderen Teilen der Welt anzunehmen, dann holt uns diese Denkweise mittlerweile mit rasender Geschwindigkeit ein. Ungelöste Probleme kommen schneller auf uns zu, als uns lieb ist. Krieg, Not, Armut und Krankheit sind nicht mehr auf kleine Bereiche der Welt beschränkbar. Nein, sie sind globale Herausforderungen, die wir alle ernst nehmen müssen. Die Flüchtlingskrise hat dies bereits bewiesen. Und die Corona-Krise beweist es uns aufs Neue. Wir können diese Dinge nicht mehr einfach aussitzen und hoffen, dass sie schadlos an uns vorüberziehen werden – diese Zeiten sind vorbei. Mangelnde Empathie und Anteilnahme werden zum Bumerang. Der Ausbruch der Corona-Epidemie in China mit sehr schnell zigtausenden Infizierten und tausenden Todesfällen war für die meisten von uns anfangs sehr weit weg. Weder unsere Politik, noch die öffentliche Meinung nahmen zunächst sehr viel Anteil daran. Schließlich hatten wir unsere eigenen Probleme. Viel mehr als hohle Phrasen und Bekundungen der Anteilnahme, der Wachsamkeit und beruhigende Statements für die eigene Bevölkerung sprangen nicht heraus. Das prägte die Wahrnehmung dieser Bedrohung in der Gesellschaft. Und das schaffte denkbar schlechte Ausgangsvoraussetzungen für die spätere Bekämpfung der Pandemie auf eigenem Boden. So begann im Grunde alles mit der Verbreitung der Illusion der Unverwundbarkeit, von der wir uns im weiteren Verlauf nur schlecht sollten lösen können.


 


(Deutschland in der Corona-Krise: Corona Helau! S. 16 - 18, Juni 2020)


 


Wir hatten Zeit. Wochenlang Zeit, uns vorzubereiten. Hier wird bereits deutlich, dass irgendetwas schief gelaufen sein muss. Wie kann es also sein, dass ein Land mit einer Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen, das vollkommen ohne Vorwarnzeit vom Ausbruch überrascht wurde, runde drei Monate später massiv weniger Erkrankungs- und Todesfälle zu beklagen hat als wir, die wir so lange im Voraus gewarnt waren? Dies ist keine höhere Gewalt, sondern die Konsequenz schwerwiegender Fehler. Und wenn wir heute – mit Recht – China viel zu zögerliches Handeln in der Frühphase dieser Pandemie vorwerfen, dann müssen wir uns auch die unbequeme Frage stellen lassen, ob wir bei diesem Thema nicht im Glashaus sitzen. Es ist praktisch unmöglich, dass China eine bessere Statistik erreicht, als eine führende westliche Industrienation, die mit einer wochenlangen Vorwarnzeit gesegnet war. Der Kardinalfehler war eben dieser, die wichtigste aller Ressourcen ungenutzt zu lassen. Eine Ressource, die unwiederbringlich verloren ist, wenn man sie ungenutzt lässt: Zeit. Bei der Frage, ob die politischen Verantwortlichen in unserem Land dies erkannt und entsprechend verantwortungsvoll gehandelt haben, gibt es nur eine Antwort: Ein klares Nein. Wir verpassten den Point of no Return trotz einer unendlich langen Vorwarnzeit. Und jeder, wirklich jeder daraus resultierende Schaden geht auf dieses Missmanagement und die grob fahrlässig vertrödelte Zeit in dieser Phase der Pandemie zurück. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt die falschen Entscheidungen trafen, tragen die Verantwortung für sämtliche Konsequenzen. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Uhr für uns abgelaufen war, ging es nicht mehr um die Vermeidung von Schäden. Der gesamte Schaden stand bereits fest. Es ging nur noch um die Frage, in welcher Währung wir für dieses katastrophale Versagen bezahlen wollten, nur noch um die Frage: „Geld oder Leben?“. Jedes Menschenleben, das wir durch diese späten Maßnahmen retten, kostet uns nun Millionen, jede Lockerung zu Gunsten der Wirtschaft bezahlen wir mit Dutzenden von Todesfällen. Nicht wir kontrollieren das Virus, das Virus kontrolliert uns. Der Schaden ist irreparabel. Die Behauptung, wir würden irgendetwas kontrollieren, war zu jeder Zeit eine Lüge. Das Virus treibt uns vor sich her und unsere Reaktion darauf ist ein Eiertanz, in dem sich Maßnahmen und Prognosen je nach Gefühlslage von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung schneller ändern als das Wetter im April. Unsere Politik verhielt und verhält sich in solchen Situationen wie ein Betrunkener im Autoscooter, der von einem Hindernis gegen das nächste prallt und immer erst dann gegenlenkt, wenn er mit irgendetwas zusammengestoßen ist.


 


(Deutschland in der Coronakrise: Corona Helau!, S. 24 - 25, Juni 2020)


 


Als die Krise nach dem Karneval Fahrt aufnahm, wurde von vielen Seiten angeraten, Großveranstaltungen sofort zu unterbinden, ebenfalls wurde die Frage von Schutzmasken öffentlich diskutiert. Nicht genug, dass zunächst nichts davon umgesetzt wurde, nein, unser Bundesgesundheitsminister, das RKI und weitere, insbesondere vom Bundesgesundheitsministerium vorgestellte Experten lehnten diese Maßnahmen ganz konkret ab, zogen sie ins Lächerliche und rieten aktiv der Bevölkerung von diesen Vorsichtsmaßnahmen ab. Dem Bürger wurde konkret geraten, die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen nicht zu treffen. Sie finden diese Darstellung übertrieben? Hier ein paar ganz konkrete Beispiele. Betrachten wir dazu eine unter anderem auf dem Facebook-Profil von Jens Spahn verbreitete Videobotschaft des Bundesministeriums für Gesundheit vom 03. März. Zu Wort kommt Frau Prof. Dr. Petra Gastmeier, Direktorin am Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité in Berlin zum Thema: „Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?“ In dieser Position sollte man eine zuverlässige Expertise zum Thema Schutzmasken bzw. Mund-Nasen-Schutz abgeben können, sollte man meinen. Und so lautet auch eine der eingeblendeten Fragen: „Brauche ich jetzt einen Mundschutz?“ Zitat aus der Videobotschaft: „Einen Mundschutz zu tragen macht nur Sinn für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, weil die haben ja den engen Kontakt zu den Patienten und müssen sich schützen und es macht auch Sinn, dass ein Patient, der selbst erkrankt ist, eine Maske trägt, wenn er zum Beispiel vom Ort A zum Ort B laufen muss. Es macht keinen Sinn für nicht infizierte Patienten oder Personen in der Bevölkerung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Da hat sich keinerlei Vorteil in Studien für gezeigt.“ Überhaupt darf man an dieser Stelle die Frage aufwerfen, weshalb beim Thema Schutzmasken immer wieder erklärt wurde, deren Wirksamkeit sei nicht erwiesen. Wir sprechen hier wohlgemerkt nicht von der Mondlandung, sondern von einem Hilfsmittel, das Ärzte und medizinisches Personal seit über hundert Jahren verwenden. Gravitationswellen haben wir also durch eine Längenänderung von einem Tausendstel Protonenradius nachgewiesen, aber die Wirkung eines Tuchs vor dem Mund ist nach wie vor ungeklärt. Wir müssen anerkennen, dass wir über Schwarze Löcher scheinbar mehr wissen als über einen Mundschutz für 99 Cent. Es stellt sich die Frage, was wir in den letzten 17 Jahren seit SARS eigentlich getrieben haben. Einige Wochen später erreicht uns die Nachricht, Professor Yuen Kwok-yung aus Hongkong habe die Wirksamkeit von Masken durch einen Versuch mit Hamstern nachgewiesen. Nun, wir hamstern stattdessen Toilettenpapier, so hat eben jeder unterschiedliche Prioritäten. Das Video enthält auch eine Empfehlung zum Thema Großveranstaltungen. Eingeblendete Frage: „Sollte ich Menschenmengen meiden?“ Die Professorin antwortet wie folgt: „Ich denke, es hängt davon ab, um was es für eine Art Veranstaltung geht und wie die Veranstaltung organisiert ist, welche Personen da sind, wie eng die Personen sozusagen auf dem – auf dem Raum dort sind und dann muss man sich natürlich anschauen: Gehör\' ich zur Risikogruppe oder gehör\' ich nicht zur Risikogruppe. Patienten die älter sind, Patienten die Lungenerkrankungen haben, sollten eher große Veranstaltungen meiden, vor allen Dingen, wenn die Menschen dort sehr eng gedrängt sind.“ Unser gesunder Menschenverstand fragt sich zunächst einmal, was die Formulierung „welche Personen da sind“ eigentlich zu bedeuten hat. Vermutlich sollte man zunächst anrufen und sich erkundigen, ob es sich um eine Veranstaltung handelt, an der infizierte Menschen teilnehmen. Wie auch immer, Risikopatienten sollten eher vorsichtig sein und fernbleiben. Nun, diesen Tipp hätten Sie von jedem bekommen können. Aber abgesehen davon, dass hier etliche Risikogruppen gar nicht erwähnt werden, ist es doch äußerst erstaunlich, dass eine Expertin hier offenbar keinen Millimeter über den Tellerrand hinaus denkt. Die Pandemie breitet sich selbstverständlich nicht vorwiegend durch Risikopatienten aus. Die Ausbreitung bekommt den größten Schub durch diejenigen, die nicht einmal Symptome bekommen. Davon ist jedoch überhaupt keine Rede. Wohlgemerkt, es ist das Gesundheitsministerium, das diese Botschaft verbreitet. Am Tage vor dieser Message verzeichnete die WHO in Deutschland 158 nachgewiesene Infektionen. Drei Tage nach dem Datum des Videos waren es 639, also mehr als vier mal so viele, 14 Tage nach der Videobotschaft mehr als siebentausend Fälle. Zufall? Höhere Gewalt? Wohl eher nicht. Unser Verstand sagt uns, dass dies bei dieser Qualität von Sicherheitshinweisen nicht einmal überraschend ist. Zwanzig Tage später – die WHO verzeichnet knapp 25.000 Fälle in Deutschland – wird es bei empfindlichen Bußgeldern verboten sein, dass sich mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit zusammenfinden. Eine durchaus bemerkenswerte Entwicklung. Ebenfalls bemerkenswert: Die Gewichtung von Händewaschen und dem Tragen von Schutzmasken in den offiziellen Hinweisen zur Corona-Prävention. Von Masken wurde abgeraten, während uns definitiv klar war, dass das Virus in erster Linie über die Atemwege in den Körper gelangt. Der dringende Hinweis auf die Wichtigkeit häufigen und gründlichen Händewaschens fehlt jedoch in keiner Verlautbarung – obwohl nahezu sämtliche Experten die Übertragung über den Kontakt mit vermeintlich kontaminierten Oberflächen für unwahrscheinlich erklärten und der Handschlag als Begrüßung ohnehin schon längst ausgedient hatte. Das oben genannte Beispiel war nicht das einzige und auch nicht das erste Mal, dass das Tragen von Masken von offizieller Seite aktiv für unnütz erklärt wurde. Bereits im Rahmen einer Bundespressekonferenz am 02.03.2020 tätigte Jens Spahn die Aussage: „Es braucht nicht jeder eine Maske zu Hause.“ Und verwies in dieser Frage auch auf Frau Prof. Gastmeier, die sich im Verlauf dieser PK wie folgt äußerte: „Was die Maske betrifft: Mitarbeiter im Gesundheitswesen brauchen eine Maske, um sich zu schützen im Kontakt zu den Patienten. Aber es macht keinen Sinn, dass wir alle hier mit Masken rumlaufen. Das hilft nicht, das hat sich ja auch in Japan oder in China, wo das ja weit verbreitet ist, gezeigt, dass das nicht der richtige Weg ist.“ Unter anderem an dieser PK beteiligt: Gesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler, Prof. Christian Drosten und Prof. Petra Gastmeier. In einer Pressekonferenz vom am 11.03.2020 erklärt der Bundesgesundheitsminister erneut: „...und auch der klassische OP-Mundschutz, den viele tragen, schützt sehr überschaubar, um es so zu formulieren, ist auch gar nicht notwendig, wenn man sich an die Regeln hält, die ich vorhin mit Blick auf Atemwegserkrankungen beschrieben habe.“ Neben Herrn Spahn bei dieser Pressekonferenz anwesend: Kanzlerin Angela Merkel und RKI-Präsident Wieler. Klar wird: Unser Bundesgesundheitsminister persönlich und die allermeisten der von staatlicher Seite vorgestellten Experten gaben ganz konkret falsche Handlungsanweisungen und verhinderten aktiv die Bekämpfung der Krise. Dafür erhielten diese Personen in dieser Zeit Gehälter, von denen ein Normalbürger keine Vorstellung hat – was vielleicht auch besser ist. Wenn später gebetsmühlenartig auf die Lebensgefährlichkeit von Verschwörungstheorien verwiesen wurde, weil diese Menschen zu falschen und fahrlässigen Handlungen motivieren würden, kommt man um die Feststellung nicht umhin, dass selbiges auch für die offiziellen Verlautbarungen dieser Tage galt.


 


(Deutschland in der Coronakrise: Corona Helau!, S. 66 - 71, Juni 2020)


 


Zusammenfassung


COVID-19 ist und bleibt eine ernste Erkrankung, die sich rasend schnell verbreiten und bei einer durchaus nennenswerten Zahl von Menschen zum Tode oder zu Folgeschäden führen kann, von denen wir noch lange nicht genug wissen, um dieses Risiko einschätzen zu können. Mit sehr einfachen Mitteln – richtig und flächendeckend angewendet – können wir einen starken Schutz erreichen, ohne dabei einen Lockdown-Zustand zu benötigen. Das A und O sind Disziplin und Ausdauer und das Vermeiden von Fahrlässigkeit. Sobald uns eine Impfung zur Verfügung steht, werden dieser Ausnahmezustand und die Bedrohung durch das Virus beinahe lautlos verschwinden, als sei alles ein böser Traum gewesen. Doch bis dahin ist noch ein langer und äußerst gefährlicher Weg. Der Lockdown war nötig, besser wäre es sogar noch gewesen, er wäre härter und früher gekommen, dann hätte er möglicherweise wesentlich kürzer ausfallen können. So wie er durchgeführt wurde, wäre es jedoch besser gewesen, wir hätten noch zwei oder drei Wochen daran festgehalten, um in eine weitergehende Normalität mit weniger Restriktionen und geringerem Restrisiko zurückkehren zu können. Dass der Lockdown in dieser Form jedoch notwendig wurde, mit allen Schäden, die damit einhergingen, war keine unvermeidliche Selbstverständlichkeit, sondern die Konsequenz der vorhergegangenen Untätigkeit. Es waren diejenigen, die sich strikt weigerten, die Realität zu akzeptieren und entsprechend zu handeln, die die Schuld daran tragen. Diejenigen, die immer erst die Katastrophe vor der eigenen Tür sehen müssen, um daran zu glauben und die diese Denkweise nie ändern. Deshalb blieben wir untätig, deshalb benötigten wir den Lockdown, deshalb kehrten wir zu früh zu einer angeblichen Normalität zurück, die ebenfalls deshalb so fragil ist, wie sie es eben ist. Die Antreiber dieser Krise waren praktisch immer dieselben. Diejenigen, die Lösungen im Wege standen, waren ebenfalls immer dieselben. Diejenigen, die endlose Debatten über all das führten, was wir nicht wussten, damit die Menschen verunsicherten und dazu rieten, möglichst gar nichts zu tun. Mit dem, was wir nicht wussten und bis heute nicht wissen, könnte man Bücher füllen. Das ist der falsche Fokus. Richtig wäre es gewesen, aus dem Wenigen, das wir wussten, schnelle, konsequente und wirksame Lösungen zu extrahieren und diese ohne Zögern umzusetzen. Hier wurde – insbesondere in der Frühphase – vollständig versagt. Es ist auch nicht so, als hätte unser Gesundheitsminister absolut alles falsch gemacht – er ähnelt vielmehr einem Fußballer, der mit seiner Mannschaft ein Endspiel mit 1:2 verloren und dabei drei Tore erzielt hat. Eine tragische Figur eben. Diese Erkenntnisse würden an sich genügen, um die Krise zu Ende zu bringen, ohne weiteren Kollateralschaden zu riskieren, wenn wir klug und konsequent handeln. Es sind wenige Maßnahmen, die wir berücksichtigen müssen – nur nachlässig werden, das dürfen wir nicht mehr. Ob das funktionieren wird, liegt ganz an uns. Ein Selbstläufer – wie es viele denken – wird es jedoch ganz sicher nicht werden. Die Todesfälle, die wirtschaftlichen Schäden, die Notsituationen der betroffenen Menschen, all das sind Dinge, die wir nicht rückgängig machen können. Ob wir daraus lernen, die Verantwortung hierfür aufarbeiten und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden, das liegt ebenfalls an uns selbst. Wir haben klare Erkenntnisse, die wir konsequent und erfolgreich anwenden können. Wenn wir nun aber belehrungsresistenten Politikern und einigen experimentierwütigen Virologen, die aus Futterneid auf die Popularität von Kollegen abstruse Theorien an der Bevölkerung ausprobieren möchten, erlauben, wieder in einer Art und Weise mit Pseudomaßnahmen zu hantieren, wie man normalerweise Schiffe versenken spielt, dann sind wir letztlich selbst schuld an den Konsequenzen. Und schließlich müssen wir uns der Frage stellen, wie unsere Entscheidung ausfallen muss, wenn wir mit der Wahl zwischen wirtschaftlichen Schäden und Menschenleben konfrontiert werden und inwiefern wir hier der Würde des Menschen wirklich noch gerecht werden. Als ich klein war, erzählten wir uns oft Fritzchen-Witze. In einem dieser Witze war Fritzchens Wellensittich gestorben und der Kleine weint ohne Unterlass. Irgendwann bemerkt seine Mutter: „Als Deine Oma gestorben ist, hast du aber nicht so viel geweint.“ Fritzchen schluchzt: „Ja, aber die hab ich ja auch nicht von meinem Taschengeld gekauft.“


 


(Deutschland in der Coronakrise: Corona Helau!, S. 130 - 132, Juni 2020)


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