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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Abwehr, Mo Kramer
Mo Kramer

Abwehr


Macht der Balance

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Prolog


1989, Riga, Lettland


Der Mann wurde vom heftigen Poltern an der Tür geweckt. Penetrantes Gehämmer. Viel fehlte nicht und die Tür wäre eingeschlagen worden. Sein Herz raste. Er sprang aus dem Bett und rannte in das Zimmer seiner Tochter. Auch sie war erwacht. Im schwachen Lichtschein der kleinen Nachttischlampe blickte sie ihn schlaftrunken an. Ihr Gesicht hatte einen besorgten Ausdruck.


»Was wollen die denn schon wieder? War irgendetwas in der letzten Zeit?«


»Seit wann brauchen die einen Anlass? Ada, zieh dich schnell an und versteck dich. Rasch!«


Die Tochter schlüpfte aus dem Bett und huschte zum Schrank. Das Hämmern an der Tür wurde lauter. Jemand trat kontinuierlich dagegen. »Balodis, aufmachen! Wir wissen, dass du da bist.« »Ich komm ja schon!«, rief der Vater und schloss die Schranktür hinter seiner Tochter. In diesem Moment gab das Schloss der Wohnungstür nach. Mit einem metallischen Geräusch fiel das Schließblech auf den Boden. Die Tür knallte an die Wand. Drei uniformierte Männer stürmten in die Wohnung. Jeder mit einem leichten Sturmgewehr bewaffnet.


Der Erste erschien im Türstock vom Zimmer der Tochter.


»Balodis, du hättest aufmachen ...« Er stockte. Sein Blick fiel auf das Bett, glitt durch das Mädchenzimmer, verharrte einen Moment auf dem Vater, um dann zum Schrank zu wandern. Mit schnellen Schritten war er dort, riss die Tür auf und zerrte die Tochter heraus.


»Wen haben wir denn da?« Er brüllte einen kurzen Befehl Richtung Flur.


Sofort erschienen die beiden anderen Männer und drückten sich ins Halbdunkel des Zimmers.


»Was wollt ihr denn schon wieder hier? Könnt ihr normal arbeitende Menschen nicht einfach schlafen lassen? Was treibt euch her? Habt ihr keine Familie, die euch hält? Wird in russischen Familien kein Anstand gelehrt?«


Während er redete, versuchte der Vater, sich vor seine Tochter zu stellen. Doch die Männer bewegten sich ungerührt durch den Raum und musterten mit gierigen Blicken das Mädchen. Einer drängte sich zwischen Vater und Tochter. Der andere griff sie fest am Arm und zog sie in den schwachen Schein der Nachttischlampe. Der Vater wollte eingreifen, wurde aber mit vorgehaltener Waffe an die Wand gedrängt.


»Ganz ruhig! Du bleibst hier stehen und machst keinen Ärger!«


Der dritte Mann, offensichtlich der Anführer, knipste das Deckenlicht an. Jeglicher Schutz, den die Dunkelheit geboten hatte, war genommen. Das Mädchen stand im grellen Licht und war in ihrer spärlichen Bekleidung den Blicken der Männer ausgesetzt. Der Anführer pfiff durch die Zähne.


»Wir wussten ja gar nicht, dass du eine so hübsche Tochter hast! Das hättest du uns eher erzählen sollen, dann hätten wir uns lieber mit ihr beschäftigt.«


Die anderen Männer lachten. Immer wieder glitten ihre Blicke über die Tochter, von oben bis unten, über ihr hübsches Gesicht, noch mehr über ihren Körper. Sie versuchte, sich aus dem Griff des Mannes zu befreien. Der packte sie jedoch fester und bog ihr beide Arme schmerzhaft auf den Rücken. Sie schrie auf und blickte zu Boden.


»Lasst sie in Ruhe. Sie ist doch fast noch ein Kind. Ich komme ja schon mit. Sie hat nichts getan. Ich ziehe mir eben Hose und Schuhe an. Ich komme mit. Aber bitte lasst sie in Ruhe.«


Die Männer schauten grinsend ihren Anführer an. Der blickte nachdenklich vom Vater auf die Tochter. Schließlich schien er einen Entschluss getroffen zu haben. Sein Blick ruhte auf dem Mädchen.


»Balodis, heute hast du Glück, du kannst dich wieder hinlegen und weiterschlafen. Wir nehmen deine Tochter. Die verspricht uns mehr Vergnügen.«


»Niemals! Ihr dreckigen Ratten! Nur über meine Leiche.« Mit diesen Worten stürzte sich der Vater auf den Anführer. Der hatte den Angriff jedoch erwartet. Er trat einen Schritt zur Seite und ließ den Gewehrkolben seitlich gegen den Kopf des Mannes krachen. Der ging zu Boden und blieb reglos liegen. Aus einer Wunde schoss Blut.


»Nein! Ihr Schweine!« Die Tochter trat wild um sich und versuchte, sich loszureißen, um zu ihrem Vater zu gelangen. Der Anführer schlug ihr mit voller Wucht ins Gesicht. Ihr Kopf flog herum und Tränen schossen in ihre Augen. Sie schluchzte auf.


»Los, nehmt sie mit!« Das Mädchen brüllte. Wie irr wand sie sich im Griff ihres Peinigers. Vergeblich. Erneut fing sie sich einen Schlag ins Gesicht. Dennoch gab sie nicht auf. Der Anführer trat jetzt ganz dicht an sie heran und griff ihr in den Slip, ließ seine Hände über ihren Hintern gleiten und presste sie an sich.


»Wenn du nicht sofort still bist, zeigen wir dir gleich hier, wie wir mit Widerständlern umgehen«, zischte er in ihr Ohr.


Mit einem Nicken Richtung Tür gab er seinen Männern das Zeichen zum Abmarsch. Mit den Händen auf dem Rücken wurde das weinende Mädchen barfuß durch den Flur geschoben. Als der Vater wieder zu Bewusstsein kam, war er allein. Er blickte auf das leere Bett und sank in sich zusammen. Stöhnend schlug er seine Stirn auf den Boden, immer und immer wieder.


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