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> Zeitzeugen > Schleswig in den Neunzigerjahren
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Buch Leseprobe Schleswig in den Neunzigerjahren, Jens Petersen und Kai Christensen
Jens Petersen und Kai Christensen

Schleswig in den Neunzigerjahren



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Vorwort Als Eva Nagel 1990 ihre Kamera - zumindest dienstlich - an den viel zitierten Nagel hängte, verlor Schleswig nicht nur ein Original - wer erinnert sich nicht mit einem leichten Schmunzeln daran, wie sie ihre Bilder bei Presseterminen "komponierte" - sondern auch eine erstklassige Chronistin, hatte sie doch die vorausgehenden Jahrzehnte quasi "exklusiv" für die Schleswiger Nachrichten begleitet, bei Tag und Nacht, sommers wie winters, sozusagen das Gedächtnis Schleswigs. Hier wäre also fast ein "chronistisches Vakuum" entstanden. Zum Glück übernahm der Husumer Kai Christensen, unterstützt von den Kollegen Rüdiger Ley und Carsten Grätsch, von 1991 an das Amt des SN-Fotografen. Er blieb jedoch nur bis 1997 in Schleswig. Diese "Lücke" wiederum füllte Jens Petersen auf, der das gesamte Jahrzehnt in Schleswig und Umgebung als freier und fester Mitarbeiter von Wochenblättern und anderen Medien begleitete. Zwei Bildjournalisten also, die mit unterschiedlichen Ansätzen arbeiteten - so entspann sich für dieses Buch eine interessante Zusammenarbeit. Den Löwenanteil der Fotos lieferte naturgemäß der gelernte Fotograf Kai Christensen, die Texte stammen überwiegend aus der Feder von Jens Petersen. Wenn wir nun nach einem knappen Dutzend Jahren auf Schleswigs Neunzigerjahre zurückblicken, darf man in ihrer Bewertung durchaus geteilter Meinung sein. Neutral ausgedrückt, war dies ein Jahrzehnt der Umstrukturierung. Einst großer Bundeswehrstandort mit mehreren Tausend auf der Freiheit stationierten Soldaten, verfügte Schleswig auch noch über zahlreiche Arbeitsplätze in der weit überwiegend landwirtschaftlich geprägten Industrie. Zwar war die Exportfleisch- und Wurstfabrik der Gebrüder Rasch schon lange vorher geschlossen worden, und auch Lederfabriken wie die Firjahnsche am heutigen Parkhaus-Standort gab es schon lange nicht mehr. Aber die Zuckerfabrik, die Sanitätsmeierei (bis 1986), Nordfleisch (später NFZ), Nordmilch und Nordbutter boten Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, und auch der Danfoss-Konzern siedelte sich in Schleswig an. Zudem befand sich mit der Mobilcom gerade ein großer Arbeitgeber der Mobilfunkbranche auf der Überholspur. Dies alles aber änderte sich in und nach den Neunzigerjahren. Die Freiheit wird heute einer zivilen Nutzung zugeführt, Zuckerfabrik, Sanitätsmeierei und Nordfleisch sind Geschichte. Und das Ringen der Ratsversammlung mit der Mobilcom um den geplanten Neubau an der Königstraße sorgte für die Abwanderung von nochmals mehren Tausend Arbeitsplätzen nach Büdelsdorf. Ein Pessimist dürfte also mit Fug und Recht behaupten, dieses Jahrzehnt habe Schleswig circa 7.000 bis 10.000 Arbeitsplätze gekostet und so den Niedergang der einst blühenden Schleimetropole eingeläutet, bis heute abzulesen an schließenden oder anderweitig abwandernden Einzelhandelsunternehmen wie etwa Karstadt oder Marktkauf. Der Pessimist sieht daher Leerstände im einst prosperierenden Lollfuß wie auch im Stadtweg oder in der Friedrichstraße. Ein zuversichtlicher Mensch hingegen ist da anderer Meinung: Er sieht die Chancen, die sich aus der Abwanderung aus teilweise exzellenten Lagen ergeben. Sowohl auf der Freiheit als auch auf dem benachbarten Gelände der Zuckerfabrik sieht er "Sahnestücke", die Schleswig wieder in eine bessere Zukunft bringen könnten. Der Optimist freut sich über die Entwicklung Schleswigs von einem Mix aus Beamtenstadt, Produktionsstandort und Kulturstadt hin zu einem Tourismusmagneten, womöglichen Gesundheitsstandort und zur heimlichen Kulturhauptstadt des Landes. Und er sieht auch eine Aufwertung der Innenstadt durch Einkaufspassagen wie die in der alten Hauptpost, die Raiffeisenpassage oder das Schleicenter. Die Wahrheit, lieber Leser, liegt in unseren Augen irgendwo in der Mitte. Wir können und wollen hier kein Urteil fällen über Entscheidungen und Entwicklungen in den Neunzigerjahren und ihre Auswirkungen auf die Zukunft. Wir möchten den Leser mitnehmen auf eine Reise in ein Jahrzehnt, in dem das scheinbar so kleine Schleswig aus heutiger Sicht einem ungeheuren Wandel unterlag, wie auch immer er gewertet werden mag. In diesem Sinne wünschen wir gute Unterhaltung! Die Autoren


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