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> Zeitzeugen > Eine Blutspur durch 3 Jahrtausende
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Bücher Zeitzeugen
Buch Leseprobe Eine Blutspur durch 3 Jahrtausende , Wolfgang Constance
Wolfgang Constance

Eine Blutspur durch 3 Jahrtausende


Tatort Europa

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Leseprobe: Science-Fiction Erzählung  'Letzter Akt auf der Bühne des Lebens'


 


Durch das Cockpitfenster des Raumschiffs sah ich den rötlich leuchtenden Kern der Milchstrasse, umschlossen von einem bläulich schimmernden Spiralnebel aus Milliarden von Sternen. Ich empfand eine grosse Sehnsucht nach der wunderbaren Bühne des Lebens, die am Rand dieses unvorstellbar grossen Spiralnebels auf meinem Heimatplanet existierte. Mein Herz schlug schneller, als ich seinen Namen in das Zielprogramm meines Bordcomputers eintippte: ERDE.


   "Achtung. Antigravitationssystem ausgefallen. Sofort Ersatzsystem einschalten."


Ich aktivierte das Ersatzsystem.


   "Die grösste Gefahr auf dem Flug zur Erde droht uns durch die 'schwarzen Löcher'. Bisher wurde jedes Raumschiff,das sich einem schwarzen Loch näherte, in den Abgrund seiner Schwerkraft gezogen und vernichtet."


   "Achtung. Starke Röntgen-Strahlungsquelle in Flugrichtung. Entfernung drei Millionen km."


   "Identifizierung vornehmen."


   "Schwarzes Loch. Entfernung eine Million km. Gravitationskraft stark steigend."


Ich korrigierte die Flugrichtung so, dass wir gegen die Anziehungskraft des schwarzen Lochs flogen. Das Raumschiff wurde plötzlich wie von einer unsichtbaren Hand geschüttelt und begann, sich um die eigene Achse zu drehen. Da wie gegen die Anziehungskraft des schwarzen Lochs flogen, nahm unsere Geschwindigkeit bedrohlich ab: 100 000 km/s ... 50 000 km/s ... Ein Stillstand des Raumschiffs bedeutete den endgültigen Abschied vom Planet Erde. 10 000 km/s ... 1000 km/s ...


   "Zusatzantriebsaggregate einschalten."


   "Alle Zusatzantriebsaggregate volle Kraft."


Aufatmend registrierte ich eine Zunahme der Geschwindigkeit. Wir waren der tödlichen Anziehungskraft des schwarzen Lochs im letzten Augenblick entronnen.


   "Achtung. Ausfall des Sensorensystems. Ersatzsystem einschalten."


Ich aktivierte das Ersatzsystem.


Im Jahr 2400 erreichten wir die Planeten des Sonnensystems: den von Methaneis bedeckten Pluto, die riesige Gaswelt Neptuns, den von einem Ring aus Eismonden umschlossenen Satirn. Schliesslich, nur noch 750 Millionen km von der Erde entfernt, überflogen wir Jupiter. Im Vergleich zu seiner Oberfläche, einem stürmischen Meer aus heissem Dampf und Feuerblitzen, erschienen mir die kühlen Wälder und sanften Wiesen der Erde wie ein Paradies. Als die blau schimmerne Erde schliesslich vor uns auftauchte, wurde mir ihre Einzigartigkeit bewusst. Nirgends auf meinem weiten Flug durch das Universum hatte ich die geringste Spur von Leben entdeckt. Einzig auf diesem Planeten existierte die wunderbare Bühne des Lebens.


   "Wie mag es jetzt im Jahr 2400 auf der Erde wohl aussehen?", sagte mein Gast.


   "Schon im Jahr 2100 gab es auf der Erde faszinierende Produkte des technischen Fortschritts. Inzwischen sind weitere 300 Jahre verstrichen und der Fortschritt hat wahrscheinlich eine Geschwindigkeit erreicht, die auch meine Vorstellungskraft übersteigt. Mir kommt gerade eine fantastische Idee. Für welche Flugzeit reicht die Energie des Raumschiffs noch aus?"


   "Energie ausreichend für eine Woche."


   "Wenn wir unsere Flugzeit um eine weitere Woche verlängern, werden auf der Erde noch einmal hundert Jahre verstreichen. Bei unserer Landung im Jahr 2500 werden wir eine total veränderte Welt vorfinden. In dieser schönen, neuen Welt wird dank der gentechnologischen Nahrungsmittelproduktion kein Mensch mehr hungern. In dieser schönen, neuen Welt werden alle lebensbedrohlichen Krankheiten besiegt sein. In dieser schönen, neuen Welt ..."


   "Bedenken Sie doch, dass wir bereits mit zwei Ersatzsystemen fliegen", riss mich mein Gast aus diesen Zukunftsträumen. "Um die schöne, neue Welt zu erreichen, von der Sie träumen, müssen Sie Ihr Leben riskieren."


   "Für mich ist der Fortschritt das höchste aller Güter. Ein Wissenschaftler muss bereit sein, das Leben für den Fortschritt zu opfern. Ich werde unseren Flug verlängern, auch wenn ich dadurch mein Leben riskiere."


Ich brachte das Raumschiff in eine Warteschleife. Die folgende Woche erschien mir endlos lang, da ich es kaum erwarten konnte, die technischen Wunderwerke des Jahres 2500 kennen zu lernen. Als die Wartezeit endlich vorüber war, leitete ich das Landemanöver ein:


   "Genaue Ankunftszeit auf Erde berechnen."


   "Ankunftszeit 10. März  2500, 12 Uhr."


   "Anflugkoordination bestimmen."


   "Anflugkoordination festgelegt."


Ich meldete mich über Sprechfunk beim europäischen Weltraumzentrum Kourou.


   "Hier Raumschiff 'Fortschritt'. Kourou bitte melden."


Ich erhielt keine Antwort. Ich wiederholte meine Meldung auf allen mir zur Verfügung stehenden Frequenzen. Kourou antwortete jedoch nciht. Da unsere Fluggeschwindikeit 300 000 km/s betrug, konnten wir die Erde noch nicht sehen. Als ich die Geschwindigkeit verringerte, erblickten wir an Stelle der blauen Erde einen Planeten, der sein Aussehen total verändert hatte: über allen Kontinenten tobten riesige Feuersbrünste. Schwarzer Rauch umhüllte den gesamten Erdball. Im Gesicht meines Gastes spiegelte sich Entsetzen:


   "Weshalb wurde das Leben auf der Erde vernichtet?"


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