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DIE HINRICHTUNG IN DER ELBE


Erschütternde Todesfälle in deutsch-deutschen

von Michael Dullau

zeitzeugen
ISBN13-Nummer:
B0738MLV8G
Ausstattung:
e-book
Preis:
3.49 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Stiftungs- und Initiativenverlag
Leseprobe

VERBLUTET

 

»Habt ihr schon das Neuste gehört?«, fragte Helmut Breuer, kaum das er die Kneipentür hinter sich geschlossen hatte.

Er stürmte zu seinen Freunden, die zu sechst an einem Tisch im hinteren Teil der Konsum-Gaststätte »Harders« in Bahlen nahe Boizenburg saßen.

»Es haben schon wieder zwei geschafft!«, rief er. »Und wieder über die zugefrorene Elbe!«

Seine Wangen glühten vor Aufregung.

»Nun setzt dich erst einmal und bestell dir ein Bier«, sagte einer seiner Freunde und klopfte ihm auf die Schulter.

Helmut streifte hastig seine Winterjacke ab und warf sie über die Stuhllehne.

»Aus der Brigade vom Rudolf! – Zwei Elektriker! – Gestern Nacht! – Bei minus 20 Grad! – Sie haben sie nicht erwischt!«, rief er stoßweise.

»Aus der Brigade vom Rudolf?«, fragte ein hochgewachsener rothaariger Bursche mit kräftigen Händen und schlug mit der Faust auf den Tisch. »Das gibt es doch nicht! Das sind doch die Hundertzehnprozentigen!«

»Tja, die meisten Leute reden anders als sie denken«, warf ein bärtiger junger Kerl ein, der Helmut Breuer gegenüber saß.

»Leute! Leute!«, rief ein Langhaariger, der am Kopfende des Tisches saß. »Wisst ihr, was mir wirklich Sorgen macht?«

Alle Köpfe gingen zu ihm.

Klappentext

Ein junger Mann versucht dem repressiven Wehrdienst bei der Kasernierten Volkspolizei zu entfliehen und wird dabei in der Elbe auf geradezu barbarische Weise ums Leben gebracht. Ein Ehepaar, die Frau ist im fünften Monat schwanger, befindet sich bereits im niedersächsischen Teil der Elbe, als ein tragisches Unglück geschieht. Und als ein westdeutscher Bürger versucht, seinem ostdeutschen Freund zu helfen, gerät er beim Durchschwimmen der Werra ins gnadenlose Karabinerfeuer sowjetischer Besatzungssoldaten.

Ein 18-jähriger wird auf seiner Flucht in die BRD angeschossen und bei minus 20 Grad ohne Erste Hilfe auf den tiefgefrorenen Auenwiesen der Elbe einfach liegen gelassen. Eine junge Frau versucht ihrer großen Liebe in den Westen zu folgen und stürzt sich an der Sudemündung in die eisigen Fluten der Elbe. Und ein junger Mann ist so verzweifelt, dass er mit 29 Jahren bereits drei Fluchtversuche in die Bundesrepublik unternommen hat – der vierte Versuch wird ihm zum Verhängnis.

Sechs erschütternde Todesfälle in deutsch-deutschen Grenzflüssen hat der Autor für sein neues Buch recherchiert und erzählt. Ein Kapitel über die Arbeit der Zentralen Ermittlungsstelle Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) und ein Kapitel über die DDR-Grenztruppen mit allen relevanten Zahlen und Fakten sowie eine Todesfall-Chronik ergänzen das Buch.

Rezension

»Mit zeithistorischer Objektivität erzählt der Autor von den Todesfällen in den Grenzflüssen während der deutschen Teilungszeit.«

Deutsches Kuratorium zur Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur e. V.