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Bücher Zeitzeugen
Buch Leseprobe Der letzte Wunsch, Carlotta Bergström
Carlotta Bergström

Der letzte Wunsch



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Kapitel 1 - Abenteuerlust


 


Während meiner Ausbildungszeit im Öffentlichen Dienst hatte ich eine tolle Freundschaft geschlossen. Leider verloren wir uns nach unserem Ausbildungsende erst einmal aus den Augen. Mir war nicht bekannt, wie es ihr geht, obwohl sie gar nicht weit entfernt von mir wohnte. Einige Jahre später wurde ein Ausbildungstreffen organisiert, und wir trafen uns endlich wieder. Schnell waren wir auf einer Wellenlänge und hatten uns eine Menge zu erzählen. Wir kamen auf das Lieblingsthema von uns Frauen: MÄNNER! Es stellte sich heraus, dass wir beide zu dieser Zeit ungebunden waren. Schnell kam uns der Gedanke, gemeinsam in den Urlaub zu fliegen. Manch einer würde vielleicht sagen, dass dieser Gedanke zu voreilig ist, da wir uns ja längere Zeit nicht gesehen hatten, doch wir hatten es uns in den Kopf gesetzt. Gesagt getan und schwuppdiwupp hatten wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub nach Ägypten gebucht. Die Vorfreude war riesig. Vor dem Urlaub stand noch ein weiteres großes Ereignis an. Ich hatte zusammen mit einer Freundin zu unserem „50. Geburtstag“ eingeladen. Es wurde eine tolle Feier, auf der es viel Wiedersehensfreude gab, und diese Nacht wurde durchgefeiert. Ein paar Tage später stand unser Urlaubstripp auf dem Programm. Ägypten wurde gerade kritisch begutachtet, da der Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York noch vor unseren allen Augen war. Niemand konnte vorausahnen, inwieweit die islamische Welt evtl. als nächstes Anschlagsgebiet infrage kommt. Wir wollten uns die gute Urlaubsstimmung nicht verderben lassen und freuten uns auf das Abenteuer. Der Flug verging sehr schnell, und schon bald hatten wir ägyptischen Boden unter den Füßen. Am Flughafen wurde derzeit seit neustem ein neues Einreisesystem erprobt, und so mussten wir fast geschlagene vier Stunden warten, bis es endlich zum Hotel weiter ging. Unser Hotel war sehr gut gelegen und gefiel uns von Anfang an. Was wir anfangs noch nicht wissen konnten war die Tatsache, dass europäische Frauen bei den Ägyptern besonders beliebt sind. Hat man dann noch, so wie ich zu dieser Zeit, blonde lange Haare, wurde man gleich zum Blickpunkt. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Strand. Es war herrlich, im kalten November die Sonne genießen zu können. Am liebsten hätte ich an diesem schönen Ort überwintert. Am Abend hatten wir richtig gesunden Appetit auf das angebotene Buffet, und ich staunte nicht schlecht, dass die Kellner bereits meinen Namen kannten. Das konnte ja nicht wahr sein, doch es sollte noch schlimmer kommen als ich dachte, denn von diesem Moment an war es undenkbar einen Schritt zu machen, ohne von den Kellnern und Animateuren angesprochen zu werden. Ich wollte mich hier im Urlaub entspannten und die Ruhe genießen, doch davon war ich meilenweit entfernt. Als uns dieses Prozedere mit der Zeit nervte, überlegten wir, was wir tun konnten. Schließlich kam mir der Gedanke, uns so genannte Pseudonamen zuzulegen, um so nicht sofort erkannt zu werden. Meiner Kreativität freien Lauf lassend, hießen wir alsbald „Susi Sorglos“ und „Frieda Fromms“. In manchen Situationen vergaßen wir selbstverständlich auf diese Namen zu reagieren. Während unseres Aufenthaltes wollten wir einen Ausflug nach Kairo zu den Pyramiden oder nach Luxor unternehmen, doch aufgrund der dramatisch gestiegenen Preise konnten wir uns diesen nicht leisten. Die Terrorangst spielte bei den Reiseveranstaltern eine sehr große Rolle, und die Touristen wurden gebeten, in ihren Hotels zu verbleiben. So blieb uns nichts anderes übrig, als ab und zu nach Hurghada in die Stadt zu fahren. Da ich schon immer ein Faible für fremde Kulturen hatte, deckte ich mich reichlich mit landestypischen Souvenirs ein. Um die wunderschöne Unterwasserwelt zu entdecken, unternahmen wir einige Schnorchel-Ausflüge. Es waren einmalige Erlebnisse, zwischen den schönen bunten Fischen zu schwimmen und diese flachen Sandstrände zu bewundern. Ach ja, schade, dass ich wieder ins kalte Deutschland zurück musste. Während unserer gemeinsamen Zeit registrierte ich, dass wir uns während des Urlaubs kaum stritten und gemeinsam eine Menge Spaß hatten. So etwas war ja nicht selbstverständlich, wenn man sich über einen so langen Zeitraum nicht gesehen hat. Schließlich kann man sich in einem gemeinsamen Urlaub nicht allzu lange aus dem Weg gehen. Was die ägyptischen Männer anbelangt bleibt festzuhalten, dass sie einer Frau schon schnell das Herz brechen können. Ich bin aber eine prinzipientreue Frau und lasse mich auf keinen One-Night-Stand ein. Vielleicht habe ich mir etwas entgehen lassen, aber es war mir egal. Was diese Angelegenheit betrifft, besitzt meine Freundin jedenfalls eine andere Einstellung. Nach unseren gemeinsamen Urlaubswochen stellten wir übereinstimmend fest, einen superschönen Urlaub verlebt zu haben und beschlossen gleich bei der Landung in Deutschland, dass es eine Fortsetzung geben wird. Einige Monate waren ins Land gezogen, und uns beide packte das Reisefieber erneut. Kurz entschlossen machten wir uns auf den Weg ins Reisebüro, um uns über aktuelle Last-Minute-Angebote zu informieren. Wir hatten kein konkretes Ziel vor Augen, sondern wollten das schönste Land für den besten Preis. Nachdem uns die Reiseverkehrskauffrau vielver-sprechende Angebote vorgelegt hatte, war unsere Wahl gefallen: Hurra, es ging ins Land des Lächelns. Wir flogen nach Thailand. Wow, das hätte ich nun wirklich nicht für möglich gehalten. Ich konnte es kaum erwarten. Zum Glück waren es keine vier Wochen mehr bis zum Abflug. Meine Eltern schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich ihnen von unserem neuesten Tripp erzählte. Sie fanden es auf der einen Seite schön, hatten aber immer ein wenig Angst um mich. Sie empfanden die Entfernung zu groß, sollte mir etwas zustoßen. Mein Motto lautete in solchen Situationen dann immer: „Wenn Engel reisen, geht alles gut“. Ich glaube, manchmal waren meine Eltern ein wenig neidisch, was ich schon alles in meinem Alter erlebte im Vergleich zu ihrem bisherigen Leben. Ich freute mich auf diese Erlebnisse, die mir niemand mehr nehmen konnte. Ich fragte mich immer, wie es erst einmal ist, wenn man eine eigene Familie besaß, denn dann sind die Prioritäten anders verteilt und solche Reise über einen längeren Zeitraum wäre nicht praktikabel. Aus diesem Grund lautete meine Devise: „Das Leben genießen!“ Da es sich bei unserem nächsten Urlaub um eine Fernreise handelte, war unser regulärer Abflughafen Frankfurt. Wir starteten mit dem Auto Richtung Hannover, um mit der Lufthansa in der Business-Class nach Frankfurt zu fliegen. Wir konnten es bei der Buchung nicht fassen, aber der Zubringer-Flug war seinerzeit günstiger als die Bahnreise. So schnupperten wir ein wenig am Hauch von Luxus und fühlten uns mächtig wichtig. Der Flug verging rucki zucki und schon landeten wir nach kurzer Zeit in Frankfurt. Unser Gepäck wurde automatisch für den Flug nach Thailand weitergeleitet. Jetzt hieß es, sich durch den Großflughafen zu kämpfen, um die richtige Abflughalle zu finden. Das war eine schwere Geburt, und uns standen die ersten Schweißperlen auf der Stirn. Zum Glück schafften wir es rechtzeitig. Allein der Anblick der großen Boeing-Maschine stellte eine neue Dimension Flugzeug für uns dar. Der Innenraum der Maschine war sehr farbenfroh gestaltet, und die Stewardessen von Thai Airways begrüßten uns mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht und in landestypischer Kleidung. Wir bekamen einen ersten Vorgeschmack auf das, was uns erwartete, nämlich ein toller Urlaub in einem gastfreundlichen Land. Die Flugdauer nach Bangkok war mit elf Stunden angesetzt, und ich wusste anfangs nicht, wie ich diese ewig lange Zeit durchhalten sollte. Da es ein Nachtflug war, hoffte ich auf eine Portion Schlaf. Pustekuchen, alle waren friedlich am schlummern, nur ich war die ganze Zeit hellwach. Das konnte ja lustig werden in Verbindung mit der bevorstehenden Zeitumstellung. Da half kein Meckern, denn ich hatte es so gewollt, und die Vorfreude ließ die negativen Gedanken schnell verblassen. Von den Stewardessen bekamen wir nach kurzer Zeit eine Bordkarte überreicht mit einer Übersicht, was uns gastronomisch erwartete. Es gab ein Drei-Gänge-Menü abends und den nächsten Morgen ein abwechslungsreiches Frühstück. Das Essen war besser als in manchem Hotel! Der Start war sehr verheißungsvoll. Endlich hatten wir es geschafft und landeten ohne Komplikationen in Bangkok. Nun begann das übliche Einreiseprozedere, und wir machten einen Rückgang durch die Flughafenhallen. Bis zu unserem Weiterflug nach Phuket hatten wir noch Zeit. Uns hatte das Thailand-Fieber bereits vollends gepackt. Die Menschen waren sehr freundlich und hilfsbereit, von deutscher Hektik keine Spur. Das Leben schien ruhiger zu verlaufen. Nach weiteren 1,5 Stunden Flug kamen wir am Urlaubsziel an. Die Fahrt zum Hotel dauerte nicht lange, und während der Fahrt nickte ich vor Müdigkeit sofort ein, erwachte jedoch bald wieder, da mich meine Freundin auf die schönen Dinge am Straßenrand aufmerksam machte. Die traditionellen Tuk Tuks begegneten uns unentwegt und sahen sehr abenteuerlich aus. Es war allerdings keine Frage: Auch diese Hürde würden wir meistern. Das Hotel war nett eingerichtet, und der Weg bis zum Strand nicht weit. Wir packten unsere Koffer aus und machten uns gleich auf zum Meer. Es war Regenzeit, und wir waren gespannt, wie oft wir von einem Schauer erwischt würden. Der Regen störte uns keineswegs, denn diese Schauer waren bekanntlich nur von kurzer Dauer und danach kehrte die Sonne wieder zurück. Das Wasser glitzerte diamantenartig durch die Sonnenstrahlen, es lag ein Duft von Kokosnüssen in der Luft, und wir gönnten uns eine Thai-Massage. Was wollten wir mehr … Ok, wäre in diesem Moment noch ein standesgemäßer Mann vor meinen Augen erschienen, hätte sich die Sachlage unwesentlich verbessern können. Genug geträumt! Unser Magen knurrte langsam erheblich, es war Zeit für das Abendessen. Da wir natürlich nicht auf die bekannte Pauschalreise verzichten wollten, war die Halbpension mit inklusive. Leider war das Essen nicht sehr genussvoll, so dass wir beschlossen, lieber den Thailänder nebenan aufzusuchen. Ich hatte keine Probleme damit, andere Gerichte auszuprobieren, obwohl ich auch häufig wählerisch sein kann. Das thailändische Essen ist sehr kalorienarm und bekömmlich. Meine Freundin sah die Situation schon mit gemischten Gefühlen und blieb bei der Auswahl des Essens beim gut bürgerlichen „American Food“. Ich liebte die Schärfe des Currys und den Geschmack von Kokos in den Speisen. Wenn ich doch nur wüsste, wie ich diese leckeren Gerichte zu Hause genauso gut nachkochen könnte. Um die Ecke befand sich ein kleines Reisebüro mit Angeboten von heimischen Unternehmen. Die Thailänder haben eine einfühlsame Art auf ihre Urlauber zuzugehen, und so kamen wir mit der netten Verkäuferin ins Gespräch. Sie zeigte uns verschiedene Ausflugsziele in der näheren Umgebung, und wir sparten beim Preis erheblich gegenüber unserem Reiseveranstalter. Es ist sicherlich immer ein gewisses Risiko dabei, auf die Einheimischen zu setzen, doch uns schreckte es nicht ab. Im Gegenteil, wir freuten uns auf die vor uns liegenden schönen und vielseitigen Ausflugsziele.


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