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> Zeitzeugen > Das Glück liegt in der Streichholz.
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Buch Leseprobe Das Glück liegt in der Streichholz., Elisabeth Keller
Elisabeth Keller

Das Glück liegt in der Streichholz.


Elisabeth Keller im Gespräch mit H.G.v.Herste

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2021
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Im Laufe meines Lebens habe ich viele Bücher gelesen. Angefangen habe ich mit Kinderbüchern, die mir allerdings schnell zu öde wurden. Danach hangelte ich mich vom Liebesroman über sozialkritische Texte bis zu biografischen Werken weiter. Eines Tages stieß ich auf ein Buch, das mich auf den ersten Blick nicht wirklich faszinierte. Es handelte sich um den auto-biografischen Roman eines mir völlig unbekannten Mannes. Der Klappentext machte mich allerdings schnell neugierig und so kaufte ich den fast achthundert Seiten starken Wälzer. Der Autor ließ mich an seinem Leben teilhaben, an einem Le-ben voller Aufs und Abs, voller Freude und Leid, voller un-gewöhnlicher Ereignisse, voller Glück und einer einmaligen Hilfsbereitschaft, die mir in dem Ausmaß noch nicht unter-gekommen war. Dieses Buch las ich nicht. Ich verschlang es. Und es ließ mich nicht eher ruhen, bis ich auch den letzten Buchstaben in mich aufgesogen hatte. Was zeichnete dieses Buch aus? Ich lernte einen sehr mutigen Mann kennen, der sich durch nichts und niemanden von seinem Weg abbringen ließ, dem keine Geldausgabe zu groß, keine Arbeit zu mühsam und kein Weg zu weit waren, um anderen zu helfen und selbst dabei glücklich zu werden. Natürlich wollte ich diesem Jemand ein Gesicht geben und so recherchierte ich im Internet und auf Buchplattformen. Es sollte nicht lange dauern und ich landete auf seiner Homepage. Sein Bild sprang mir ins Auge. Was sollte ich davon halten? Er sah ganz normal aus. Ovales Gesicht, Brille, undurchdringliches Lächeln, lange Haare, die ihn wie eine Aura umschwebten. Als ich seine Homepage durchblätterte, erkannte ich, wie viel-schichtig und umfangreich sein Tätigkeitsfeld war. Ich nahm mir die Zeit und las alle Seiten von A – Z durch, was zwar einige Zeit in Anspruch nahm, meinen Horizont aber schon ziemlich erweiterte. Nie zuvor hatte ich mich mit Themen wie sexueller Miss-brauch von Kindern oder Homo- und Transsexualität beschäftigt. Nie zuvor hatte ich mir Gedanken über fernöstliche Heilmethoden gemacht. Natürlich hatte ich mir mal eine Wohlfühlmassage gegönnt, war auch mal in der Sauna gewesen, aber das war´s dann auch. Mich hatten Lesben oder Transen nie gestört. Ich war diesen Menschen nie wissentlich aus dem Weg gegangen, hatte mich mit ihnen, ihren Nöten und Ängsten aber auch nie beschäftigt. Dass solche Menschen in so großer Zahl auf der Erde herumlaufen, hätte ich nicht für möglich gehalten, dass sie in der heutigen Zeit noch so ausgegrenzt werden, auch nicht. Natürlich schaute ich mir auch den Film an, den er auf seine Homepage gestellt hatte, und war fasziniert von der Offenheit der Personen, die dort ihre Geschichte erzählten, und betroffen von ihren Erlebnissen. Nach und nach las ich all seine Bücher und begriff Stück für Stück, dass wir alles andere als in einer heilen Welt leben, dass wir umgeben sind von brutaler Gewalt und Kriminalität und dass die meisten Opfer Frauen und Kinder sind. Ich war sprachlos darüber, dass diese Verbrechen nur selten vor dem Kadi landen, dass vertuscht und gelogen wird, dass sich die Balken biegen, nur um den Tätern ein schönes Leben zu garantieren. Als ich sein Buch „Die Kaputtmacher“ las, wurde mir bewusst, was er aushalten muss, um weiterhin helfend tätig sein zu können, wie viel er einstecken muss. Wie stark muss ein Mensch sein, der das alles aushält und nicht selbst dabei vor die Hunde geht? Natürlich werden jetzt einige sagen: die hat er nun auch eingewickelt und in seine Sekte gezerrt. Ich gebe zu, ich bin fasziniert von soviel Stärke und Rückgrat, bin deswegen aber nicht blind und ohne eigene Meinung. Ich habe anfangs immer wieder gezweifelt und mich gefragt, warum tut er das, was er tut? Da ich ein Mensch bin, der sich selbst ein Bild von anderen macht, und nicht einfach Gerüch-ten hinterherläuft, entschloss ich mich, ihm auf einer Buch-messe zu begegnen. Als er dort seinen sehr interessanten Vortrag beendet hatte, reihte ich mich in die Schlange der anderen ein, die mit ihm sprechen wollten. Ich war schon etwas aufgeregt. So einem Mann begegnet man ja nicht jeden Tag. So verlief die erste Begegnung auch recht kurz und kühl. Die Kühle kam aber wohl eher von meiner Seite, da er mich ausgesprochen freundlich begrüßte. Ich ließ mir ein Buch sig-nieren und verabschiedete mich sofort wieder. Ich war noch keine fünf Meter entfernt, da hätte ich mich schon selbst in den eigenen Allerwertesten beißen können. Wieso hatte ich ihn nicht gefragt? Ich hatte mir doch so viele Fragen im Kopf zu-rechtgelegt. Nachdem ich mich bei einem Kaffee beruhigt hatte, suchte ich ihn erneut auf. Diesmal stand er am Rande eines Forums und beobachtete eine Autorin, die dort ihre lustigen Geschichten erzählte. Dass er nicht nur selbst schrieb, sondern auch andere Autoren fördert, war mir bis dahin nicht bekannt gewesen. Ich sprach ihn an und er erklärte mir freundlich, dass er gleich einen Buchpreis überreichen müsse. Nach dieser Veranstaltung hätte er Zeit für mich. Also zog ich mich zurück und beobachtete den weiteren Ablauf des Geschehens. Nach etwa zwei Dritteln ihrer Redezeit, ging Herr van Herste zum Podium, nahm der völlig verdutzten Frau das Mikrofon aus der Hand und erläuterte dem ebenso überraschten Publikum den Lebensweg der Autorin. Anschließend kamen zwei junge Mädchen auf die Bühne und überreichten den Buchpreis. Die Autorin, heute weiß ich, dass es sich um Margaretha Main handelte, nahm überglücklich den Preis entgegen und hielt ihn vor Freude strahlend in die Höhe. Ich freute mich mit ihr, obwohl ich bis dahin noch nie etwas von ihr gehört hatte. Die Frau war völlig am Boden und schaffte es kaum, weiter zu lesen. Herr van Herste nahm sich Zeit für mich und ich fragte ihn von A – Z aus. Ich stellte fest, dass er das alles wirklich so meint, wie es von ihm aufgeschrieben worden war. Nach der Verabschiedung war mir klar, dass ich mit ihm in Verbindung bleiben würde. Dass ich einmal seine Presse- und Mediensprecherin werden würde, hätte ich damals nie für möglich gehalten. Das folgen-de Interview ist entstanden, als ich ihn und Frau Main auf ei-ner Lesereise begleiten durfte. Der ärztliche geprüfte Schmerztherapeut der Deutschen Ge-sellschaft für Naturheilkunde und energetische Schmerztherapie e.V., ayurvedische Lebensberater, Autor und Filmemacher, Hans Georg van Herste, wurde als Kind selbst Opfer häuslicher Gewalt und sexuell missbraucht. Um auf die Lage anderer Opfer aufmerksam zu machen, sprach er schon als Jugendlicher über Übergriffe in seinem lokalen Umfeld. Anstatt den Opfern zu helfen, wurde er von Teilen der Bevölkerung verunglimpft und verspottet. Das konnte ihn allerdings nicht davon abhalten, sich auch weiterhin mit diesem Thema zu befassen. Obendrein lernte er viele Homo- und Transsexuelle kennen, die, genau wie die Missbrauchsopfer, unter starken psychischen Problemen zu leiden hatten. Er stellte sehr schnell fest, dass es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht weit her war und bis heute ist. So nahm er die Unterstützung von Frauen, die häusliche Gewalt erleben mussten oder benachteiligt wurden und werden, mit in sein Tätigkeitsfeld auf. Er „erfand“ die Insel-Methode als Präventions- und Aufklärungsmittel, um Betroffenen vor Ort zu helfen. Außerdem schrieb er viele Bücher, um auch dem Laien klarzumachen, was sich zu jeder Stunde mitten unter uns abspielt. Während sein Wirken von großen Teilen der Bevölkerung unterstützt oder zumindest mit Wohlwollen betrachtet wird, gibt es einige Menschen, die seine Tätigkeiten ablehnen. Die Palette reicht von übler Nachrede im lokalen Umfeld bis zur groß angeleg-ten Verleumdungskampagne. MP Hallo, Herr van Herste! Wie geht es Ihnen? vH Im Moment geht es mir sehr gut. Ich reise von Termin zu Termin. Mein Ayur-Veda-Buch ist gut aufgenommen wor-den. MP Das freut mich. Es ist ja auch sehr lesenswert und aufschlussreich. Mir hat es wirklich gut gefallen. Damit werden Sie sicherlich wieder zwei Wellen auslösen – eine gute und eine weniger gut. vH Ich denke, dass es genauso ablaufen wird, wie bei mei-nen anderen Büchern. Die einen freuen sich über die Hilfe, auch wenn sie teilweise etwas außergewöhnlich ausfällt. Die anderen werden das Buch weniger gut wegkommen lassen. MP Wie kommt es, dass Sie die Menschen so polarisieren? vH Das liegt in der Natur der Sache. Betroffene, die Hilfe wollen, werden sich die Informationen holen, die sie brauchen. Andere, die in meinen Büchern nicht gut wegkommen, werden mich zum Feindbild erklären. Welcher Pädophile hat es schon gern, wenn man ihm auf die Schliche kommt? Welcher Arzt lässt sich schon gern von ei-nem kleinen dummen Masseur vorführen, wie man mit ein-fachsten Mitteln Leiden lindert oder ganz beendet, die er selbst über Monate oder Jahre hinweg nicht in den Griff bekommen wollte oder konnte? Welcher Ewiggestrige wird es gut finden, dass ich für Homo- und Transsexuelle und Frauen zu Felde ziehe? Früher war es doch so schön bequem. Er konnte seine Frau wie eine Sklavin halten und Homo- und Transsexuelle als abartige Irre bezeich-nen. Inzwischen ist das nicht mehr so einfach. MP Da Sie selbst Opfer waren, verstehe ich, dass Sie sich für andere Opfer stark machen. Aber wieso unterstützen Sie Homo-, Transsexuelle und Frauen so intensiv? Sind Sie selbst homosexuell? vH Muss man ein Seehund sein, um das Abschlachten von Seehunden abzulehnen? Nein, ich bin nicht homosexuell. Ich habe nur im Laufe meines Lebens feststellen müssen, dass Homo- und Transsexuelle nach wie vor von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt werden. Und ich sehe es einfach als unmenschlich an, dass über die Hälfte der Weltbevölkerung – ich meine die Frauen – wie Sklavinnen gehalten werden, keine eigene Meinung haben dürfen und ausgebeutet werden, ohne die Möglichkeit zu haben, selbst über ihr Leben und ihren Lebensstil entscheiden zu können.


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