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Pfötchen,Huf und Ringelschwanz


Anthologie

von mehrere Autoren

tiere_buecher
ISBN13-Nummer:
9783940951052
Ausstattung:
Softcover-viele Tierbilder und Zeichnungen
Preis:
15.00 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
P & B
Leseprobe

Wirbelwind

Heidemarie Rottermanner

 

Ben, der schwarze Pudel mit den braunen

Knopfaugen, tollte im Hof des Tierheims

mit den anderen Hunden. Auf einmal setzte

er sich auf seine Hinterpfoten und blickte

zu der hohen Mauer. Ob wohl dahinter die

große Freiheit begann? Wir herrlich müsste

es sein, mit Kindern in die blühende Wiese

zu laufen, Blumen und Gras zu

beschnüffeln. Endlose Traurigkeit schlich in

das Herz des schwarzen Pudels. Doch

traurig sein tat nicht gut, dann rebellierte

das Herz und veranlasste zu bösem Tun.

Von der schönen Liegedecke blieben dann

nur noch die Fransen übrig. Die

Plastikschüssel wurde zerbissen und

zernagt und der Tierpfleger Max schimpfte.

Ben durfte dann für einen Tag nicht in den

Hof laufen und er konnte nicht verstehen,

warum die Menschen böse auf ihn waren.

Keiner ahnte etwas von seinen trübsinnigen

Gedanken.

Und somit kamen die braven, leisen und

nicht bellfreudigen Hunde an den Mann

oder die Frau und deren Kinder. Doch Ben

blieb dem Tierheim erhalten.

Eines Nachmittags öffnete sich die Tür und

Max, der Hundebetreuer, steckte seine Nase

herein. „Hier, sieh dich um, Ralf", sagte er

zu einem Jungen. Das struppige schwarze

Haar fiel dem Burschen unbändig ins

Gesicht. In seinen Augen lag ein trotziger

Ausdruck. Ben stürmte heran, stutzte und

erblickte das Taschentuch, das aus der

Hosentasche lugte. Flugs sprang er hoch,

stibitzte dieses, machte kehrt und lief den

Gang entlang. Der Junge, mit der

zerrissenen Hose und den schmutzigen

Schuhen, lief schreiend hinterher: „Du

Miststück, gib es her, aber sofort! Wehe,

wenn ich dich erwische, ich ziehe dir die

Ohren lang."

Beide stürzten in den Hof. In diesem

Augenblick kreuzte der Dackel Jim auf und

lief dem Burschen vor die Beine. Ralf

stolperte und fiel bäuchlings zu Boden. Ben

kehrte blitzschnell um und legte seine

Pfoten auf den Rücken des Burschen. Ralf

versuchte, den Hund abzuschütteln. Ben

knurrte leise. Der Bub war wie erstarrt, da

schmiegte sich die Hundeschnauze

vertrauensvoll in seine Hand. Eine rosa

Zunge schleckte sein Gesicht ab.

Ralf befreite sich lachend, setzte sich auf

und legte die Arme um den Pudel. „Du bist

mir vielleicht ein Schlingel. Willst du mit

mir gehen?" Fragend sah er den Hund an.

Seine Augen bekamen einen sehnsüchtigen

Ausdruck. „Willst du mein Freund sein?

Immer bei mir bleiben? Möchtest du mit

mir auf den Fußballplatz laufen? Nie mehr

hätte ich Angst vor den großen Jungs. Du

wärst bei mir. Und ich gebe auf dich Acht.

Gehe mit dir spazieren und gemeinsam

schreiben wir die Hausaufgaben. Du liegst

zu meinen Füßen. Ja, das wäre schön. Aber

zuvor müssen wir noch meine Mutter

überreden. Mann oh Mann, das gibt

Arbeit."

Beide eilten zurück ins Hundezimmer. Das

Taschentuch lugte aus dem Maul des

Hundes.

Max und die Mutter von Ralf waren im

Gespräch vertieft. Verwirrt blickte die

Mutter ihren Sprössling und den Pudel an.

Ihre Blicke rasten hektisch hin und her.

„Du wirst doch nicht diesen Wildfang...?",

begann sie stockend.

Ben lief graziös näher. Anmutig legte er das

Taschentuch zu Füßen der Frau, sprang

hoch und hob bittend die Pfoten. Seine

Hundeaugen blickten die Mutter flehend

an. „Mama, ich möchte diesen Hund. Ich

verspreche dir, dass ich in Zukunft meine

Hausaufgaben sauber erledigen werde.

Ordentlich räume ich von nun an mein

Zimmer auf...", Ralf blickte zerknirscht

auf seine schmutzige Hose, sah seine Mutter

gewinnend an und flüsterte: „Zu Hause

ziehe ich mich um, wasche und kämme

mich. Sage doch bitte endlich JA!"

„Na gut", seufzte die Frau aus tiefsten

Herzen. „Mein lieber Sohn, du hast dir viel

vorgenommen. Ich bin sehr gespannt, ob du

all dies schaffst... na ja, meinetwegen... du

darfst diesen quirligen, stürmischen

Wildfang behalten. Aber eines sage ich dir:

„Ein Hund ist eine große Verantwortung

und ich hoffe, dies ist dir bewusst. Und

dieser schwarze Kerl geht gemeinsam mit

dir in die Hundeschule. Vielleicht lernst du

dort Manieren. Einverstanden?"

Ralf nickte zustimmend. Er hätte wohl alles

versprochen, sogar, den verhassten

Mülleimer in den Hof zu tragen. Auch noch

Englisch-Vokabeln zu pauken und das WC

zu putzen, wenn er dafür seinen geliebten

Ben mit nach Hause nehmen durfte.

 

Und so geschah es. Zwischen Ralf und Ben

entwickelte sich eine treue Freundschaft,

die allem Stand hielt, Sonnenschein, Regen

und sogar manch Hagelgewitter.

Klappentext

Ich hisse die Fahne für die Tiere der Welt

Tiere sind unser Leben!

Sind sie das?

Für mich sind sie es und für meine Autoren

ebenfalls.

Ich bin immer wieder dankbar dafür, wie alle

Teilnehmer ob sie zum erstenmal dabei sind oder

seit vielen Jahren, meine Botschaft aufnehmen

und dass wir alle den gleichen Standpunkt

vertreten.

Damit sich diese - unsere Geschichten

verbreiten, nicht nur in unserem Freundes und

Bekanntenkreis, sondern weit über unseren

Tellerrand hinaus, haben wir diese Anthologie ins

Leben gerufen, damit die Bewohner mit Pfoten,

Hufen, Federn oder Ringelschwänzen vom

Tierschutzverein Sömmerda profitieren.

Tiere sind unser Leben!

Wir haben Verantwortung, es geht uns alle an.