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Tierbücher
Buch Leseprobe Neue Brieftaubengeschichten, Hrsg. Barbara Krauß
Hrsg. Barbara Krauß

Neue Brieftaubengeschichten


Anthologie

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Margret Fiedler


 


Wir und die Taube: einmal hin und einmal zurück


 


Einmal hin, das waren wir: Ehepaar mit Hund auf der Flucht vor dem Umzugsstress. Aus der alten Wohnung raus, ins neue Haus rein, stolpern über Kartons, gerade mal Strom und Telefon angeschlossen, Formulare – Formulare, und nur den einzigen Wunsch: raus hier.


Kurz entschlossen Geld und Urlaubstage (die restlichen) gezählt, wenn noch ein Zimmer frei sein sollte, auf nach Baltrum, unsere Lieblingsinsel.


Auf der Fähre hatten wir schon Herzklopfen, Glücksgefühle und den festen Vorsatz: keine neuen Bekanntschaften, keine Verpflichtungen – nur Ruhe, Natur und Laufen, den weiten Meerblick und die Wellen genießen.


Am ersten Morgen in aller Frühe, als die Luft klar und kalt war, die plötzlich aufgehenden Sonnenstrahlen uns blendeten und noch kein Inselgast am Strand herumspazierte, gingen wir aufgeregt, glücklich und frei atmend (sogar der Hund bekam weite Seeluftnüstern) zum Strand, und da sahen wir – unser Strandkorb war schon da, aber auf dem Korb saß ein Vogel, eine Möwe?, nein, eine Taube, sie sah matt und schwach aus, nach dem Sturm der vergangenen Tage.


Als wir näher kamen, sahen wir, sie war beringt, also wohl keine heimatlose Wildtaube! In aller Eile mit dem hechelnden Hund zum Hotel zurück.


Wer weiß was über beringte Tauben? Baltrums einziger Polizist, der Sheriff, hatte Tauben (o Wunder): „Gib ihr Wasser und Taubenfutter, das gibt’s im Supermarkt. Ich gebe euch schon etwas von meinem Futter, der Laden hat noch nicht auf.“


Zwei Schüsseln vom Hotelier, Wasser aus der Flasche, Futter in aller Eile auf den Sand der Taube vor die Füße gestreut, Wasser daneben in eine Schüssel gegossen und nun wir zwei Menschen und der Hund aus einiger Entfernung gespannt zugeschaut: Was passiert?


Die schwache Taube schwang sich auf, nahm vorsichtig vom Futter, ruhte sich aus, und dann trank sie tröpfchenweise vom Wasser. Danach zog sie sich wieder auf ihren Beobachtungsposten am Rand des Strandkorbs zurück.


Soweit ging alles gut, bis mittags unsere Strandkorbnachbarn erschienen und sich beschwerten: „Was ist denn das, Tauben gefährden unsere Gesundheit, wo gehört sie hin?“ (Ergänzend unwillig: „Hat man denn nicht mal im Urlaub seine Ruhe?“)


Unsere Antwort: Wir haben die Taube adoptiert, sie darf in unserem Strandkorb wohnen, wir haben für uns noch einen dazu gemietet, damit sie nachts in „ihrem“ Korb schlafen kann, sicher vor den Möwen.


Unser Hund wusste, ab sofort gehört sie zum Rudel. ...


 


 


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