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Tierbücher
Buch Leseprobe Ich, der weltbeste Mowgli , Renate Jost-Meyer
Renate Jost-Meyer

Ich, der weltbeste Mowgli


Eine Erzählung nicht nur für Kinder

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Mowglis neues Zuhause



Gestatten, ich bin Mowgli, ja ihr habt richtig gelesen, mein


Name ist wirklich Mowgli.


Sagt bloß der Name kommt euch irgendwie bekannt vor?


Naja, damit liegt ihr gar nicht so verkehrt, denn sicher kennt


ihr Walt Disneys Dschungelbuch und der kleine Junge dort


in dem Buch heißt genauso wie ich, nämlich Mowgli.


Fällt euch etwas auf?


Ja, dieser Mowgli schreibt sich etwas anders als ich, aber


wenn man unsere Namen ausspricht, hört es sich genau


gleich an. Hm, ich denk mal, alle Helden heißen Mowgli


und ich bin ganz bestimmt ein besonderer Held und darum


wird mein Name auch ganz besonders geschrieben, nämlich


mit w. Ist doch logo, oder?


Besondere Helden, besondere Namen...


Und möchtet ihr nun wissen, wo ich zu Hause bin?


Na gut, ich werd's euch verraten... Sagt mal, kennt ihr die


Alpen, wo es so ganz große Steinbrocken hat? Die Menschen


nennen diese Steinbrocken Berge. Und genau inmitten


dieser hohen Berge, dort bin ich zu Hause. Genauer gesagt,


es ist ein Kanton in der Schweiz, in dem ich lebe, mit


dem wunderschönen Namen Wallis. Klingt doch echt gut,


finde ich, kommt ja auch aus dem französischen und heißt


so viel wie Tal.


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Aber mein Geburtsort liegt wo ganz anders. Ja, ich bin in


Fribourg im Jura geboren. Und genau von dort haben mich


mein neuer Papa und meine neuen Geschwister abgeholt.


Oh, ich sag euch, das war ein Tag... wie... naja... wie... tja,


ich kann ihn gar nicht so richtig beschreiben... eben... ein


super wunderschöner Tag. Ach, Leute, es war der größte


Tag meines Lebens, nein, viiiiiel mehr noch, der aller, aller,


aller weltbeste Tag des ganzen Universums. An jenem Tag


war ich das glücklichste Hundebaby, das sich ein Mensch


nur vorstellen kann.


Endlich durfte ich zu den Menschen, die ich doch schon


längst in mein Herz geschlossen hatte, wirklich, wir waren


inzwischen schon richtige Freunde geworden.


Ihr wundert euch, wie das geht?


Okay, okay, am besten ist‘s, ich erzähle euch einmal alles


der Reihe nach.


Also, ich erinnere mich noch, dass meine neue Familie, an


einem Freitag zu mir kam, um mich bei sich aufzunehmen.


Nein, besser gesagt, ich wurde sogar von ihr adoptiert. Und


die Menschen, bei denen ich mit meiner Familie bis dahin


gelebt habe, erzählten mir, dass ich am 18. April ein neues


Zuhause bekomme. Ich erinnere mich, es war mir irgendwie


ganz schön seltsam zu Mute. Nee, nicht dass ich Angst


gehabt hätte, ach i wo, überhaupt nicht. Sagt mal echt, wäre


ich sonst Mowgli? Ein Mowgli hat doch keine Angst! Helden


haben niemals Angst... das wisst ihr doch und ich bin


ja ein Held.


Nein, Angst war nicht im Spiel, im Gegenteil, ich war in


riesiger Vorfreude und Erwartung auf mein neues Zuhause.


9


Nur, zugegeben, ein wenig komisch war es schon, meine


gesamte Familie verlassen zu müssen.


Aber in einem Hundeleben ist das doch das Normalste der


Welt, wir wandern alle sehr frühzeitig aus.


Es gab für mich auch allen Grund zur Freude auf mein neues


Zuhause, denn ich kannte meine neue Familie ja schon


längst. Und meine neue Familie kannte mich schon seit


Urzeiten. Glaubt es oder glaubt es nicht, sie müssen mich


schon gekannt haben, als ich noch gar nicht geboren war.


So ungefähr hat es mir zumindest mein neuer Papa einmal


geschildert.


Und sie kamen mich wirklich schon besuchen, da war ich


noch nicht einmal geboren. Zu diesem Zeitpunkt existierte


ich einzig und allein als Wunschgedanke meiner neuen Familie.


Und so kamen sie des Öfteren zu den Menschen im Jura zu


Besuch, bei denen ich bis dato mit meinen Geschwistern zu


Hause war.


Sie haben meine Umgebung, meine dortige Verwandtschaft,


mein damaliges Zuhause betrachtet... ich sag euch


was... Menschen nennen es „begutachten", und das war ihr


Ansinnen.


Mein neuer Papa wollte ganz sicher sein, dass ich aus einer


feinen Familie komme, damit er einen kerngesunden Hund


zu Hause bei sich aufnimmt. Und ich sollte einer ganz bestimmten


Rasse angehören, nämlich den Coton de Tuléar.


Naja, ich will ja nicht angeben, hm, aber ich bin mehr als


ein bisschen stolz, ich bin sogar sehr stolz...


Und wollt ihr wissen, warum ich so stolz bin? Nun denn...


ich glaub, ich habe allen Grund dazu, denn ich komme schon


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aus einem etwas feineren Etablissement. Und ich glaube,


meine Geburtsstätte muss etwas ganz Außergewöhnliches


und Besonderes gewesen sein.


Woher ich das weiß? Ich weiß vermutlich viel mehr als ihr


euch vorstellen könnt und überhaupt...


Die Menschen bei denen ich zur Welt kam, waren außerordentlich


erfahren und sauber, das gibt‘s nicht alle Tage


in den Hundeherbergen. Niemals musste ich mich schämen


wegen meiner Umgebung, meines Zuhauses, wenn meine


neue Familie mich besuchen kam.


Das alles insgesamt waren eben Maßstäbe meiner neuen


Familie. Ihr Hundebaby sollte, ich erlaube mir es im einfachen


Jargon auszudrücken, aus einem in jeder Hinsicht


„sauberen Stall" kommen.


In der Zwischenzeit, wenn meine neue Familie nicht zu Besuch


kommen konnte, erkundigte sie sich ständig per Telefon


oder per E-Mail nach meinem Wohlergehen bei den


Leuten, bei denen ich geboren bin. Immer wieder bekam


meine neue Familie Fotos von mir, meiner Hundemama


und meinen Geschwistern, aber auch andere Hausbewohner


konnten auf den Fotos bestaunt werden.


Oh Leute, was gab es dort für ein Multikulti-Leben, meine


Güte. Von Hasen über Katzen bis hin zu Hunden aller Nationen


und Rassen war alles bei uns anzutreffen.


Nö, mit der Verständigung hatte ich keine Schwierigkeiten,


hündisch versteht doch jeder, na gut, sagen wir einmal, fast


jeder. Naja, ich bin auch ein recht cleveres Kerlchen und


verstehe mich mit jedem anderen Artgenossen hervorragend.


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Eines Tages war es dann schlussendlich so weit, ich wurde


aus Fribourg abgeholt. Oh Leute, ich sag euch, als diese


neue Familie dann extra meinetwegen von sooo weit her


angereist kam und ich sie sah, in dem Moment war ich, wie


gesagt, das glücklichste Hundebaby der ganzen Welt. Stellt


euch das einmal vor, ich war IHR Auserwählter, niemand


geringerer als ich, ich Mowgli, IHR Mowgli.


Sag ich doch, ich bin ein Held. Eigentlich hieß ich noch gar


nicht Mowgli, denn dort in Fribourg rief man mich Vancouver.


Naja, Vancouver, was oder wer ist schon Vancouver,


pöh.


Och, hört einmal diesen Sound, ihr müsst euch meinen Namen


einmal auf der Zunge zergehen lassen: „Mowgli". Ach,


ich bin so stolz auf meinen Namen und ich weiß jetzt schon,


ich werde ihm alle Ehre machen, ganz sicher.


Diesen wunderschönen Namen Mowgli habe ich meinen


neuen Geschwistern Kathia und Stéphane zu verdanken.


Und ich habe sie inzwischen so lieb gewonnen, das könnt


ihr euch nicht im Geringsten vorstellen.


Nein, nicht nur weil sie mir so einen wunderschönen Namen


gegeben haben, oh nein. Ihr solltet sie selbst einmal kennen


lernen, sie sind einfach einzigartig und so lieb, ihr würdet


sie genauso schnell ins Herz schließen wie ich, da bin ich


mir ganz sicher. Zwischen meiner neuen Familie und mir


war es gegenseitige Liebe auf den ersten Blick.


Vom ersten Moment an haben sie mich fest in ihr Herz geschlossen,


genauso wie ich sie. Glaubt mir, ich weiß wovon


ich rede, es war ganz sicher Liebe auf den ersten Blick.


Natürlich waren sie auch zu meiner Hundemami und zu


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meinen Geschwistern sehr, sehr lieb, so doll lieb, wie man


es sich nicht vorstellen kann und trotzdem war ich ihr Auserwählter.


Ich habe es genau beobachtet, wie sie mit meinen


Geschwistern und mit meiner Mama geschmust haben,


naja. Obwohl ich ja auch etwas eifersüchtig war...



Darüber spricht man nicht.



Das Schicksal wollte es so, dass sie sich für mich entschieden.


Und dafür danke ich ihnen ganz sicher mein Leben


lang, mit all meiner Hundetreue und Ergebenheit. Immer


möchte ich ihnen treu zur Seite stehen, mit der Treue, die


nur wir Hunde besitzen.


Bei meiner neuen Familie habe ich mich inzwischen schon


richtig toll eingelebt. Nie wieder möchte ich von hier weg.


Sie haben es mir natürlich auch sehr leicht gemacht, mich


bei ihnen einzuleben und wohl zu fühlen.


Okay, okay, ich gebe ja zu, in der ersten Nacht dort habe ich


schon ein wenig geweint, aber nicht weil ich Heimweh hatte,


oh nein, wenn ich ehrlich bin, ich wäre am liebsten mit


ihnen in ihr Bett gegangen, hätte mich so gerne zu ihnen


unter die Decke gekuschelt.


Doch ich hatte mein eigenes Bett im Wohnzimmer, naja und


da habe ich mir eben erlaubt ein bisschen zu protestieren...


hat natürlich nichts geholfen, da konnte ich machen was ich


wollte, ich musste in meinem eigenen Bett schlafen.


Auf mich haben wunderschöne Dinge in meinem neuen zu


Hause gewartet. Stellt euch das mal vor, ich habe ein echtes


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Hundebett, das sieht so niedlich und wunderschön aus. Und


unglaublich viel Spielzeug.


Dann eine große Terrasse, die gehört mir ganz allein, ich


kann dort machen was ich will.


Dort sind so tolle Büsche und es hat gaaanz viel Rasen und


Erde, oh, wie ich diese Erde liebe, es lassen sich dort so


schöne Löcher buddeln. Es ist einfach ein Paradies, in das


ich hier eingezogen bin. Ich spiele sehr gerne mit meiner


neuen Familie und sie scheinen ihren Spass an mir zu haben


und sie bringen mir so viele tolle Sachen bei.


Im Moment bilden sie mich gerade zum Abwehrspieler des


örtlichen Fussballclubs aus. Papa und Stéphane trainieren


mit mir die Abseitsfallen mit einem echten Fussball.


Das Training ist ganz schön hart, Papa und Stéphane sollten


noch ein wenig an ihrer Kondition arbeiten. Von ihrer


Schnelligkeit will ich gar nicht reden.


Ich verrate euch ein Geheimnis, aber nicht weiter sagen:


Ich bin tausendmal schneller als sie. Aber sie üben noch


fleißig und vielleicht sind sie einmal genauso schnell wie


ich.


Und übrigens, wisst ihr was? Stéphane liebt mich so sehr,


dass er mich immer ganz lieb in seine Arme schließt und


mich richtig fest küsst. Er ist übrigens ein ganz toller Fußballstar,


mit ihm werde ich bestimmt noch viele tolle Sportevents


erleben. Ich durfte schon oft mit ihm auf Turniere.


Ich bin das Maskottchen seines Vereins.


Tja, seitdem es mich gibt, haben sie jedes Spiel gewonnen.


Und wisst ihr, wo ich sitzen darf? Auf der Trainerbank...


ja logo, da wo ein Mowgli hingehört, in die erste Reihe


natürlich.


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Auch die Kathia liebe ich unglaublich, sie schmust und redet


immer so liebevoll mit mir. Leider sehe ich sie nur an den


Wochenenden, sie studiert und ist gaaanz weit weg, in einer


großen Stadt. Ich vermisse sie so sehr während der Woche.


Und sehr stolz bin ich auf meine Kathia, in ihr habe ich eine


wirklich bildhübsche und sehr liebe Schwester.


Aber etwas wundert mich schon ein wenig, denn irgendwie


sieht mein Papa ganz anders aus als mein richtiger Papa.


Auch meine neuen Geschwister sehen ganz anders aus als


die Geschwister aus meiner Zucht. Mein richtiger Papa hatte


vier Beine, eine lange Rute und ein sooo schönes weiches


Fell.


Naja, bei meinem neuen Papa ist das etwas seltsam, er hat


zwar auch vier Beine, aber er benutzt nur zwei davon zum


Laufen. Er geht immer auf seinen beiden Hinterbeinen, ich


glaube, alle Menschen tun das, jedenfalls die, die ich bis jetzt


kennen gelernt habe. Pöh, das wäre mir viel zu anstrengend.


Und wisst ihr was?


Stellt euch das mal vor, mein neuer Papa hat nicht einmal


soviel Fell wie ich, ich habe ihn nämlich schon eingehend


untersucht, er ist fast nackt... Huhhh, der friert bestimmt


ganz schön... so fast ganz ohne Fell... Aber er versteckt seine


nackte Haut unter einem anderen Fell, die Menschen nennen


es Kleidung.


Und eine Rute scheint mein neuer Papa auch nicht zu haben,


nee, da wo meine Rute ist, ist gar nix bei ihm... wirklich einfach


nichts, ich habe schon so oft nachgeschaut.


Wie er wohl seine Freude ausdrückt, ich kann mit meiner


Rute wedeln, und wie macht er das?


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