Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Tierbücher > Die zahmen Wilden
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Tierbücher
Buch Leseprobe Die zahmen Wilden, Maria Falkena-Röhrle
Maria Falkena-Röhrle

Die zahmen Wilden


und die wilden Zahmen

Bewertung:
(322)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
3449
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
BoD, Norderstedt
Drucken Empfehlen

aus Kapitel 1


War es Glück oder nur Zufall, dass das Schicksal mir das Vorrecht gegönnt hat, die südamerikanischen Tigerkatzen kennen lernen zu dürfen?
Ich weiß es nicht.
Mit ihnen habe ich vieles erfahren, das einzigartig ist und sich wohl kaum irgendwo auf der Welt in dieser Form wiederholen wird.
Diese Wildkatzen stehen längst auf der Liste der bedrohten, leider nicht auch auf der Liste der beschützten Tierarten. Sie leben oder lebten in den Urwäldern von Ecuador, Bolivien und Brasilien. Mit jedem Quadratmeter Regenwald vermindern sich ihr Lebensraum und ihre Überlebenschancen als Art drastisch. Meine so seltsamen Erfahrungen mit ihnen verpflichten mich geradezu von der Zeit zu berichten, wo sie, später mit noch manchen anderen Tieren, Teil unserer Familie waren.
Ich habe sechzehn Jahre mit den Wildkatzen zusammen gelebt und finde, dass sie verdient haben durch meine Geschichte fortzubestehen, wie sie in meiner Erinnerung immer noch leben.
Zur Verwirklichung dieser Aufgabe stehen mir zwei Mittel zur Verfügung: die Fotos, die ich damals gemacht habe und meine Erinnerungen, die durch alte Tagebucheintragungen und durch das gute Gedächtnis meines Mannes unterstützt werden.
Ich hoffe sehr, daß ich die richtigen Worte finden werde um denen, die dieses lesen, das Wunder erklären zu können, das ich mit meinen zahmen Wilden erlebt habe. Sie waren nicht nur faszinierend schön, sie hatten auch Persönlichkeit, Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und einen absoluten Realitätssinn. ...


 


aus Kapitel 9


Herr D. setzte sich, doch ehe er vom angebotenen Tee trank, griff er erst zu dem weißen Schächtelchen, das er noch immer in der Hand hielt, und öffnete es. Ich sah, zu meinem Schrecken, ein paar lebende weiße Mäuse darin. Ehe ich es verhindern konnte, hatte er Buena und Candy, die in den bequemsten Sesseln lagen, je eine weiße Maus vor die Nase gelegt. Ich mußte an Professor Leyhausen denken "der schnelle Todesbiß der Katzen" ......Buena und Candy müssen damals nicht gut zugehört haben, denn sie taten nichts, überhaupt nichts. Buena schnüffelte ein bißchen an dem komischen Tier, stupste es mit der Pfote und fand es ein spaßiges Spielzeug, aber bestimmt nicht eßbar. Candy fand das Ganze uninteressant.


Herr und Frau van D. saßen mit Gesichtern da wie enttäuschte Kinder und ich war ziemlich gerührt. "Sehen Sie doch, wie lieb und zahm meine Schätzchen sind!" Für Herrn und Frau van D. war der Spaß verdorben. Die hatten wohl Mäuseblut sehen wollen.
Als ich am nächsten Tag stolz Herrn Professor Leyhausen anrief und davon berichtete, war er beinah böse. "Dann haben Sie die Tiere gründlich verdorben," fand er, "es ist völlig unnatürlich, wenn eine Katze keine Maus töten will."
Ich war ziemlich unglücklich darüber. Hatte ich meinen Wildkatzen etwas vorenthalten, daß sie jetzt nicht mehr "natürlich" reagierten? Ich hatte ihnen nicht verboten, Tiere zu töten, nur hatte ich ihnen nicht die Gelegenheit dazu gegeben. Ich hätte es sogar verstanden, wenn sie die Mäuse getötet hätten. Man soll ja realistisch sein! Der tödliche Biß ist in der freien Wildbahn lebenswichtig für die Raubtiere. Für unsere Katzen war er überflüssig, denn die bekamen schließlich ihr Fleisch so wie wir es bekommen: tafelfertig und tot.
Ich hatte, wie immer, ein paar Fotos von der Situation gemacht und zeigte sie ein paar Wochen später meiner Freundin Hermien. Ich erzählte ihr auch, wie froh ich gewesen wäre, daß meine Katzen so gutmütig gewesen waren, aber daß ich mir jetzt Sorgen machte, einen Fehler begangen zu haben, indem ich ihre natürlichen Reaktionen unterdrückt hätte.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2021 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs