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Technikbücher
Theodor Mayerhöfer

Mit dem Polizeihubschrauber unterwegs



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Liebeskummer und bergunerfahrene Soldaten Am 17. März 1977, gegen 08.30 Uhr wurde der Polizeihubschrauber zu einer Vermisstensuche im Raum Penzberg angefordert. Peter und ich flogen mit der Edelweiß 1 nach Penzberg und nahmen den Einsatzleiter an Bord. Bei den meisten Einsätzen fliegt ein örtlichen Polizeibeamter mit. Zum einen sehen sechs Augen mehr als vier und zum anderen kennt der einheimische Polizeibeamte die sachlichen Informationen die für einen Einsatz notwendig sind. Einzelheiten zu dem Vermissten, z.B. · wie gut ist er zu Fuß?· hat er körperliche Einschränkungen?· wo hält er sich in seiner Freizeit gerne auf?· ist er lieber im Wald oder an einem Weiher usw. usw.
Der mitfliegende Einsatzleiter von Weilheim gab uns folgenden Sachverhalt :

Ein 49jähriger selbständiger Kfz-Meister aus Penzberg hatte sich in die 44jährige Frau eines Bankiers verliebt. Beide haben bereits erwachsene Kinder. Die Frau hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Gemeinsam wollten sie aus dem Leben scheiden. Offensichtlich sind sie mit einem hellgrünen BMW weggefahren. Der Kfz-Händler war ein Angler und hielt sich gerne an einem Weiher im Norden vom Kochelsee auf. Wir legten daher unseren Suchbereich von Penzberg bis zu dem besagten Weiher fest. Das Gelände war relativ gut einsehbar, teilweise war es sehr sumpfig. Unser Augenmerk lag hauptsächlich auf dem hellgrünen BMW, aber den konnten wir in unserem Suchbereich nicht entdecken. Ich persönlich glaubte nicht an die Selbstmordtheorie. Selbstmord aus Liebeskummer gab es nur bei Jugendlichen, nicht aber bei zwei Persönlichkeiten die erwachsene Kinder haben. Meine Vermutung war, dass die beiden, die ja nicht unvermögend waren, nach Österreich oder Südtirol gefahren waren und sich in einem Hotel einmieteten. Nach zwei oder drei Wochen würden sie sicher wieder auftauchen. Nach ca. 45 Minuten Suchzeit wurden wir zu einer weiteren Vermisstensuche nach Garmisch-Partenkirchen gebeten. Also setzen wir den Einsatzleiter ab und flogen ins Werdenfelser Land. Dort waren am Vortage drei amerikanische Soldaten aufgebrochen und wollten den Kramer (Berg bei Garmisch) besteigen. Sie waren bergunerfahren und machten falsch was zu falsch machen ist. Der erste Fehler war, dass sie keine Nachricht hinterließen, welchen Berg sie besteigen wollten. Der zweite Fehler war, dass alle Drei dunkel gekleidet waren. Fehler Nummer drei war, dass sie den Steig verließen und den Berg in der Direkten besteigen wollten. Der vierte Fehler war, dass sie sich trennten. Auf halben Weg zerstritten sie sich und einer kletterte alleine weiter. Nach einiger Zeit überwarfen sich auch die anderen Beiden und trennten sich ebenfalls. Jeder Soldat suchte nun den Weg alleine nach oben. In die Kaserne kamen aber nur zwei Soldaten zurück. Erst am nächsten Tag gegen 10.00 Uhr fiel ihnen auf, dass der dritte Kamerad nicht zurückkehrte und meldeten es ihren Vorgesetzten. Die verständigte Polizeiinspektion wiederum bat uns um Mithilfe. Meistens flog ich bei Einsätzen in den Bergen die entsprechende Wand in Streifen von unten beginnend nach oben ab. Diesmal hier am Kramer versprachen wir uns einen Vorteil, die Bergwand vertikal jeweils von unten nach oben abzusuchen, denn der Vermisste wollte senkrecht nach oben klettern. Nach ca. einer Stunde, wir wollten schon aufgeben, denn der Kraftstoff ging langsam zur Neige, konnten wir in einer tiefen Schlucht einen ungewöhnlichen schwarzen Fleck erkennen. Ich ging so tief und so nah als möglich an die Wand um Näheres zu erkennen. Die Thermik war schon sehr stark und der Aufwind drückte mich immer wieder nach hinten weg. Nach längerem Hinsehen konnten wir erkennen, dass es sich bei dem schwarzen Fleck um einen menschlichen Körper handelt. Die Unfallstelle wurde fotografiert und anschließend der mitfliegende Polizeibeamte wieder in Garmisch-Partenkirchen abgesetzt um die Bergung durch Polizeibergführer und Bergwacht zu organisieren. Für uns war es höchste Zeit nach Murnau zur Bundeswehrkaserne zum Tanken zu fliegen. Voll aufgetankt kamen wir beim Rückweg wieder an Weilheim vorbei. Über Funk erfuhren wir, dass das vermisste Liebespaar in der Zwischenzeit tot aufgefunden wurde. Beiden lagen im Auto und hatten einen Kopfschuss. Sofort machten wir einen Abstecher zu dem Auffindeort und fertigten Luftbilder. Der grüne BMW stand in einer Kiesgrube südlich von Weilheim und war von oben leicht zu erkennen. Diese Gegend hatten wir nicht abgesucht, denn der Einsatzleiter hatte von den Angehörigen erfahren, dass sich der Autohändler am liebsten in Süden von Penzberg aufhielt. Hätten wir das Suchgebiet nur etwas vergrößert, dann hätten wir den auffälligen BMW nicht übersehen können. Meine vorgefasste Meinung, dass nur junge Leute aus Liebeskummer Selbstmord begehen, musste ich revidieren.

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