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Science Fiction
Buch Leseprobe Starship Ardon, Nolan McCalleeb
Nolan McCalleeb

Starship Ardon


Das Portal

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„Alarm … Alarm … Hüllenriss! Alarm … Alarm … Hüllenriss! Schotts schließen automatisch. Suchen sie sofort eine Rettungskapsel auf!“ Meldete die automatische Systemstimme der Ardon.


 


Kyle sprang sofort in eine der Druckkabinen, in der die Raumanzüge untergebracht waren. Die Brücke leuchtete in blinkendem Rot. Der Alarmton war ohrenbetäubend. Sämtliche Anzeigen der Monitore blinkten und wechselten immer wieder zu einem Wort – Hüllenriss. Den ersten Anzug, den er greifen konnte, packte er mit einem kräftigen Ruck und zog ihn aus der Halterung.


 


Zwei Wochen vorher flog die Ardon noch ihrem Auftrag entsprechend innerhalb ihres Zeitfensters zum Gliese 1214 System. Dort sollte sie nach 220 Jahren an ihrem Ziel, einer Super Erde ankommen und die Fracht abliefern. Die Fracht war ein Portal, das direkt im Orbit des Planeten aufgestellt werden sollte. Ein Portal, das der Erde ermöglichen sollte, statt 220 Jahre durch den Raum fliegen zu müssen, innerhalb von nur zehn Tagen durch das Portal am Ziel anzukommen. Kyle war einer von 220 Passagieren. Jeder wurde abwechselnd auf der gesamten Reise für ein Jahr geweckt und stellte die Schiffsfunktionen sicher. Kyle war vor 220 Jahren für ein Jahr der Kapitän. Er wurde nun vom System geweckt, weil der aktuelle Kapitän einen Schlaganfall erlitt und das Schiff nicht mehr warten konnte. Gemäß der Reihenfolge war damit Kyle vom Schiff als neuer Komandant auserwählt.


 


Kyle dachte, sie wären angekommen, als er aus dem Kryoschlaf erwachte. Zwei Stunden danach belehrte ihn der Computer jedoch eines besseren. Das heißt, eigentlich waren sie so gut wie da. Die Ardon passierte kurz vor seinem Erwachen den äußersten Rand des Gliese 1214 Sonnensystems. Die Geschwindigkeit drosselte automatisch, und in etwas über zwei Wochen hätte das Schiff sein Ziel ohnehin erreicht und alle Passagiere geweckt. Kyle war deshalb nicht verärgert, früher als erwartet geweckt zu werden. Der Zustand des aktuellen Kapitäns war kritisch. Kyle legte ihn zurück in seine Kryokammer und deaktivierte die automatische Erweckung des Computers. Wenn alle wach wären, könnte man ihn manuell auftauen und behandeln – so sah es zumindest das Notfallprotokoll vor.


 


Auf dem Sichtfenster leuchtete der rote Zwerg, der das Sonnensystem als Zentrum auswies, hell und strahlend. Davor umrundete deutlich sichtbar, die neue Heimat auf der Super Erde Gliese 1214 b. Sie besaß das siebenfache Volumen der Erde und strahlte hellblau in die dunklen Weiten des Weltraums. Zurückblicken brauchte Kyle nicht, seine Eltern hatte er nicht lange. Als Teenager sagte man ihm, seine Mutter und sein Vater, seien bei einem Unfall tödlich verletzt worden. Sie waren Ingenieure für einen neuen Superantrieb. Es war ein Vorläufer des Antriebsystems, welches ihn nun zur neuen Heimat brachte. Kyle war gerade einmal zehn Jahre alt, als er aus seinem trautem Heim in ein Pflegeheim gebracht wurde. „Wenn die Zeit gekommen ist, mein Sohn, treffen wir uns jenseits der Erde wieder.“ Sein Vater war schon immer fasziniert vom Sternbild Ophiuchus – der Schlangenträger. „Das 13te Tierkreiszeichen, ein Sinnbild für die Freidenker und Visionäre. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, dann sicher dort!“, daran erinnerte er sich nur zu gut. Wie das Schicksal es wollte, bekam Kyle nach seiner fabelhaften Ausbildung zum Weltraumingenieur die Möglichkeit tief in das Weltall vorzudringen. Getrieben von seiner natürlichen Neugier und dem Versprechen seines Vaters willigte er in eine Zukunft weit von der Erde entfernt ein. Das erste einsame Jahr verbrachte er allein auf der Brücke, während alle anderen schliefen. Noch nahe genug an der Erde, empfing er als einziges Bordmitglied Live Übertragungen, der TV-Sender der Erde. Jedes Signal wurde aufgezeichnet und für die folgenden Kapitäne gespeichert. Viel zu erledigen gab es nicht während des Flugs. Die Systeme arbeiteten automatisch. Um jedoch einen Systemfehler vorzubeugen, musste immer ein Besatzungsmitglied wach sein, um im Ernstfall eingreifen zu können.


 


Die ersten drei Monate begnügte Kyle sich mit den Sendungen der Erde, spielte mit dem Bord Androiden Schach und machte Experimente im Wissenschaftsbereich. Ihm war bewusst, dass diese Experimente keinen wissenschaftlichen Nutzen bringen würden, sie dienten scheinbar ausschließlich der Beschäftigung während der Wachzeit. Kurz bevor er schlafen ging, übergab er das Kommando dem nachfolgenden Kapitän und berichtete über die Zeit seines Kommandos. Der neue Komandant brachte ihn zur Kryokammer, bereitete ihn vor und verschloss die Kammer. Der Schlaf in der Kryoeinheit ist nur mit wenigen Träumen gesegnet. Die Träume selbst kommen nur in den ersten drei Monaten, danach schaltet auch das Unterbewusstsein in den Schlafmodus, und wenn man aufwacht, glaubt man, dass nur wenig Zeit seit dem Einfrieren vergangen sei.


 


Als Kyle aus seinem Kryoschlaf erwachte, und feststellte, dass er außerplanmäßig erweckt wurde, fand er das Schiff in einem nahezu makellosen Zustand vor. Jeder Vorgänger behandelte das Schiff äußerst pfleglich. Lediglich die Matratze im Ruheraum war wohl nicht ordnungsgemäß alle 10 Perioden gewechselt worden. Er hielt in einem Moment, der absoluten Ruhe, inne. Würde sein Vater sehen, wo er war? Brachte ihn das tatsächlich näher an seine Familie? Die Zweifel wuchsen. Wo auch immer er im Weltraum sein würde, an den Schleier des Totenreichs würde er niemals anklopfen können. Dennoch war er froh dort zu sein, wo er war. Einen Schritt näher an den Gedanken seines Vaters. Insgeheim bedauerte er sogar, dass die Komandantin nicht seine direkte Nachfolgerin war. Bei jedem Schichtwechsel, informiert man seinen Nachfolger über die Ereignisse und wird von ihm für den Kryoschlaf vorbereitet. Oft hatte er sie in ihrer Kryokammer beobachtet. Starr und reglos lag der perfekte Körper mit den braun gelockten Haaren vor ihm. Der Anblick ihrer zarten Haut sowie ihres zufriedenen Gesichtsausdrucks brannte sich ihm nahezu auf die Innenseite seiner Augenlieder. Samantha Reefes lautete ihr Name. Die Akte zu der schlafenden Frau kannte er auch schon fast auswendig. Und was er nicht wusste, konnte er anhand der Datenverbindung, die er als Einziger an Bord noch zur Erde nutzen konnte, in Erfahrung bringen. Sportlich war sie, das zeigten viele Bilder in den sozialen Netzwerken, Bilder, wie sie an Klippen mit nur einem dünnen Seil gesichert hing. Start-Ziel Bilder von verschiedenen Marathonläufen und auch Bilder von professionell betriebenem Bogenschießen. 


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