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Science Fiction
Buch Leseprobe Kapitän Carol Thunderstorm, Saskia V.Burmeister
Saskia V.Burmeister

Kapitän Carol Thunderstorm


Der Wirbelwind,ihre Mission&die Galaxy

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12. Kapitel


Mitternachtshorror auf der Galaxy


 


Carol hatte einen schrecklichen Albtraum und mitten in der


Nacht wachte sie auf. Sie saß senkrecht im Bett und kalter


Schweiß stand auf ihrer Stirn. Es dauerte einen Moment, bis sie


begriff, wo sie war. Sie schaltete das Licht an und Min hob den


Kopf. Sie lag am Bettende auf der Decke und sah sich


verschlafen um. Eigentlich gehörte sie in ihr Körbchen, doch


dort hatte sie noch nie geschlafen. Warum auch? Auf Carols


Bett war es viel bequemer und warum sollte nur ihr Frauchen


den Luxus genießen? Sie konnte ruhig einmal versuchen, in so


einem Körbchen zu schlafen, dann wüsste sie, warum Min das


Bettende vorzog.


Verschlafen rieb Carol sich die Augen. War sie wirklich wegen


des Albtraumes aufgewacht? Sie hatte das Gefühl, durch einen


Schrei geweckt worden zu sein. Doch wer hatte geschrien?


Während Carol noch verwirrt war, erklang erneut ein


Hilfeschrei. Sofort war sie hellwach, warf sich ihren seidenen


Morgenmantel über und rannte aus der Kabine. Min wetzte mit


großen Sätzen durch die Gänge hinterher.


Abrupt stoppte Carol und erbleichte. Auf dem Boden des hell


erleuchteten Ganges lag jemand. Carol brauchte einen Moment,


um sich von dem Schrecken zu erholen. Dann kniete sie


sich hin und wollte nachsehen, ob die Peron noch lebte, als


diese sich stöhnend aufrichtete. Es handelte sich um einen


Mann. Er hatte ein weißes Gesicht, große schwarze Augen und


blondes Haar. Er war ein Zila, genau wie Laura. „Was ist mit


Ihnen?", fragte Carol ganz aufgelöst. Ihr Crewmitglied gab


einen seltsamen, krächzenden Laut von sich, dann sah Carol,


dass Blut seinen Arm herablief. Sofort sah sie sich die Sache


genauer an. Der Untergebene hatte eine Stichwunde am Arm.


Der Einstich war aber viel zu klein,


um von einem Messer herzurühren und zu groß für eine


Spritze. „Was ist hier los?", fragte plötzlich jemand. Karl und


Lilli bogen um die Ecke. Der Gentleman hatte seine


Angebetete gerade auf ihr Zimmer bringen wollen. Carol holte


tief Luft. „Schnell! Bringt ihn auf die Krankenstation!" Die


beiden gehorchten und schleppten den Verletzten, zusammen


mit Carol, zum Krankensaal. Die Nachtschwestern alarmierten


Bianca. Die Oberärztin kam auch sofort, leise murmelnd. Sie


hatte gerade so wunderbar geträumt, von dem Film, den sie


gesehen hatte. Im Traum hatte sie die Rolle der Hauptdarstellerin


eingenommen und war vom gut aussehenden Helden


gerettet worden, vor einem riesigen Monstrum. Nun aber nahm


sie sofort die Arbeit auf und verarztete den Mann. Nachdem es


geschafft war, atmete sie tief durch. Carol sah sie fragend an.


„Was fehlt ihm?" Bianca wurde sehr nachdenklich.


„Mindestens ein Liter Blut, wenn nicht noch mehr. Er bekommt


jetzt eine Infusion. Das bringt ihn wieder auf die Beine.


Die Menge Blut, die er verloren hat, war nicht lebensbedrohlich.


Ich frage mich nur, wie es dazu kam. Durch diese


kleine Wunde hätte so schnell nicht derart viel Blut austreten


können..." Carol schluckte. In der Tat war nur wenig Blut auf


den Boden des Ganges geflossen. Sie standen vor einem


Rätsel. „Auf jeden Fall hat er einen Schock", diagnostizierte


Bianca. „So schnell wird er uns nicht sagen können, was


geschehen ist." Ein ungutes Gefühl beschlich Carol. „Es ist


noch nicht vorbei", ging es ihr durch den Kopf. Sie wusste


nicht, warum, aber sie verließ den Krankensaal und trat in den


Gang. Dort liefen einige Crewmitglieder herum, die ebenfalls


den Schrei gehört hatten. Carol schickte sie in ihre Kabinen


zurück und befahl, diese nicht mehr zu verlassen, egal, was


geschah. Die Mannschaft gehorchte. Im Schiff waren zu dieser


Zeit nicht viele Leute unterwegs, die meisten schliefen längst.


Das Kino, die Schwimmhalle, die Bar und andere Räume


waren längst geschlossen. Aber auf der Brücke arbeitete die


Nachtschicht und die Nachtwächter streiften pflichtbewusst


durch die Gänge und sahen nach dem Rechten. Der verletzte


Mann war aber nicht von der Nachtschicht,


 


er war sicher aus anderen Gründen durch die Gänge


geschlichen. Vielleicht kam er von dem Besuch bei einer


Dame. Carol ging es nichts an, was ihre Crew privat trieb. Viel


mehr interessierte sie sich dafür, was geschehen war. Doch


bevor sie auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte,


durchdrang ein neuer Schrei die Gänge. Sofort kam Bianca aus


dem Krankensaal gerannt, zusammen mit Karl und Lilli. Die


beiden hätten schlafen gehen können, waren aber viel zu


aufgekratzt.


Carol hatte sich noch nicht sehr weit vom Krankensaal entfernt


und rannte gemeinsam mit ihnen durch die Gänge. Sie bogen


um eine Ecke und sahen jemanden auf dem Boden sitzen, an


die Wand gelehnt. Carol entdeckte noch mehr, einen Schatten,


der in einem Gang verschwand. Was war hier nur los? Die Frau


auf dem Boden hustete, sie war bei Bewusstsein. Bianca und


Lilli untersuchten sie sofort. Carol betrachtete die Frau, sie war


eine Dorsanin und hieß Klothilde. Sie war stärker als ein Stier.


Carol wusste das und ein Schauer lief ihr den Rücken hinunter.


Die Frau schnappte nach Luft. „Was ist geschehen?", fragte


Karl leise. Klothilde keuchte und fand dann ihre Stimme


wieder. „Ich weiß auch nicht! Ich war auf Nachtstreife! Ich


ging ahnungslos durch die Gänge und sah nach, ob alles in


Ordnung ist. Plötzlich schoss ein Schatten aus der Dunkelheit.


Der Angreifer war verflucht stark, ich schrie ... dann hörte ich


Schritte und der Widersacher verschwand." Sie atmete tief


durch. Bianca winkte Carol heran und zeigte ihr etwas am Hals


der Frau, einen Einstich. Carl schluckte. „Genau wie bei dem


Mann. Bringt sie in den Krankensaal", murmelte Carol. Bianca


nickte. Sie und Lilli brachten Klothilde fort. Karl und Carol


blieben zurück. „Was nun?", fragte Karl beunruhigt. „Gehen


wir", murmelte der Kapitän entschlossen. „Bist du verrückt?


Willst du nicht lieber Balthasar holen? Oder gleich alle


Drillinge?" Carol schüttelte den Kopf. „Ich glaube, das hätte


keinen Sinn. Ich kenne diese Frau. Sie ist verdammt stark und


wenn sie von dem Unbekannten überrumpelt werden kann,


haben auch die drei keine Chance." „Aber was sollen dann wir


ausrichten können?" Carol antwortete nicht,


 


sondern holte ihre Pistole aus ihrem seidenen Strumpf. „Folge


mir", befahl sie, „der Gang führt in eine Sackgasse. Der


Schatten ist hier hinein verschwunden. Dort befindet sich nur


einer der Lagerräume." Sie trat in den Gang. Karl tappte


hinterher. Man sah ihm an, wie sehr er sich grauste. „Was


meinst du, was das war? Ein Geist? Ein Eindringling?" „Nein",


murmelte Carol, „es muss jemand von Bord gewesen sein.


Wäre jemand eingedrungen, hätte der Sicherheitscomputer es


gemeldet." Karl sah sie misstrauisch an. „Meldet der auch


Gespenster?" Carol schnaubte. „Hör mit dem Blödsinn auf!


Seit wann können Geister jemandem etwas tun? Man kann


durch sie hindurchfassen. Wenn es sie überhaupt gibt, können


sie nicht mehr als heulen, spuken und mit Ketten rasseln! Nein,


Karl, das war garantiert kein Geist. Das muss ein lebendiges


Wesen gewesen sein." „Aber wer würde so etwas tun? Wer


würde jemanden mit einem spitzen Gegenstand in den Hals


oder Arm stechen?", jammerte der Obermechaniker. Carol


huschte weiter den Gang entlang. „Ich glaube eher, dass


jemand die beiden gebissen hat. Das Blut, was sie verloren


haben, war auf jeden Fall nicht auf dem Boden. Es sieht ganz


danach aus, als hätte man es ihnen ausgesaugt." Karl zuckte


zusammen und blieb abrupt stehen. „Du glaubst doch nicht


etwa...!", empörte er sich. Carol sah ihn an. „Ich glaube gar


nichts! Sehen wir nach! Wenn es kein Geist war, muss der


Übeltäter ja noch da sein. Fangen wir ihn und dann sehen wir


weiter!" Karl zog den Kopf ein, sie hatte Recht. Trotzdem


wollte er es nicht glauben. Nein, so etwas würde sein Kumpel


niemals tun, oder etwa doch? Anderseits kannte er niemand


anderen an Bord, der Interesse am Blut anderer hatte. Es passte


alles zusammen.


Carol blieb stehen. Vor ihr befand sich die Tür, die in den


Lagerraum führte. Sollte der Täter irgendwohin verschwunden


sein, dann dort hinein. „Gehen wir und sehen nach", murmelte


Carol und zückte die Waffe. Sie öffneten die Tür und traten


ein. Lichter flackerten auf. Carol sah sich um. Der Lagerraum


war leer. In einer Ecke standen nur ein paar Kisten. „Seltsam",


murmelte Fräulein Thunderstorm.


 


Der Obermechaniker holte tief Luft. „Sieht aus, als hätte sich


das Phantom in Luft aufgelöst. Also war es doch ein Geist! Ein


beißender Geist! Es gibt vieles zwischen den Gestirnen, auch


das Unglaubliche." „Ruhe!", zischte Carol. „Nicht so voreilig!


Ich spüre, dass hier jemand ist!" Karl runzelte die Stirn. „Wo


denn? Der Raum ist doch leer! Wo soll das Phantom bitte


stecken?" Carol antwortete nicht, sondern hob den Blick. Karl


schluckte und schielte. Tatsächlich, unter der Decke klebte


etwas. „Was ist denn das?", fragte Karl entsetzt. Carol zuckte


mit den Schultern. „Keine Ahnung, auf jeden Fall etwas


Materielles!" Durch dieses materielle Etwas ging in diesem


Moment ein Ruck, dann ließ es los und stürzte von der Decke


herab. Mit einem lauten Krachen kam es auf dem Boden auf.


Carol war elegant zur Seite getreten. Ein Fauchen war zu


hören, dann rappelte sich das Ding auf. Karl schrie entsetzt und


saß im nächsten Moment auf dem Hosenboden, einen solchen


Schreck hatte er bekommen.


Carol runzelte die Stirn. Der Angreifer fauchte und fletschte


die blutbeschmierten Zähne. Dem Kapitän lief ein Schauer den


Rücken hinunter. Das Phantom, das nur eine kurze Hose trug,


krümmte den Rücken, wie eine wütende Katze. Man konnte


jeden Wirbel und alle Rippen hervortreten sehen. Die Sehnen


waren bis zum Zerreißen angespannt.


„Was ist nur mit ihm geschehen?", fragte Carol fassungslos,


denn sie erkannte ihn kaum wieder. Feine rote Rinnsale liefen


aus seinen Mundwinkeln und tropften zu Boden. Ein tiefes


Grollen kam aus seiner Kehle, seine schwarzen Haare standen


noch wirrer vom Kopf ab, als die von Karl, wenn er sich


ungekämmt zum Dienst meldete, weil er verschlafen hatte.


Auch seine Augen hatten sich verändert, sie leuchteten nicht


mehr grün und blau, sondern stechend rot. In Kombination mit


der weißen Haut und den Blutflecken, wirkte er wie ein


Dämon, untypisch war nur die Zahnlücke.


„Leo", murmelte Carol, „was ist denn nur in dich gefahren?"


Anstatt zu antworten, hieb er nach ihr. Seine abgefeilten Nägel


waren wieder zu Krallen herangewachsen. Carol erschrak,


wich dem Schlag aus und tat das einzig Richtige.


 


Sie feuerte ihre Waffe ab und traf. Leo kreischte in


schrecklichen Tönen, taumelte und stürzte zu Boden. Karl


sprang vor Schreck wieder auf die Beine. „Ich kann es nicht


fassen", stammelte er, nervlich am Ende. „Ich begreife das


nicht ... das ist nicht Leo! Das kann er gar nicht sein!" Carol


runzelte die Stirn. Zweifellos handelte es sich um den Zix.


Allerdings war er verändert, nicht nur vom Wesen her. Ein


Ruck ging durch seinen Körper. Carol zuckte zusammen. Das


konnte doch nicht wahr sein! Die Dosis an Betäubungsstrahlen,


die er intus hatte, hätte ausgereicht, um Balthasar und seine


Brüder für eine halbe Stunde in Tiefschlaf zu versetzen! Doch


Leo schien wesentlich mehr zu vertragen. Langsam richtete er


sich auf. Wütend starrte er zu Carol. Er verzog das Gesicht zu


einer schrecklichen Visage und fletschte dabei die Zähne. Nun


winkelte er die Arme an, wie ein Raubvogel, kurz bevor er sich


auf sein Opfer stürzte. Seine Hände sahen den Klauen eines


solchen Vogels ähnlich, seine Krallen hätten mit denen eines


Adlers sicher mithalten können. Karl begann zu zittern. „Was


tun wir nur?", fragte er verzweifelt. Carol atmete tief durch, sie


durfte sich jetzt nicht von der Angst übermannen lassen. Um


die Nerven zu behalten, musste sie ruhig bleiben, dann hatten


sie eine Chance. Also nahm sie allen Mut zusammen. „Leo!


Was ist bloß in dich gefahren? Komm zur Vernunft! Das bist


nicht du, du bist nicht das Monster, das man dir nachsagt!


Komm zu dir!" Leo knurrte tief. „Leo?", fragte der Zix mit


tiefer, böser Stimme, die nicht seine war. „Wer soll das sein?


Ich bin nicht Leo, ich bin Leved!" Carol schluckte. „Also gut


... Leved ... wer bist du? Was willst du?" Leved lachte.


„Leben. Was sonst?" Carol war leicht irritiert. Karl zitterte wie


Espenlaub. „Aber ... du lebst doch." Wieder lachte der Zix.


„Ja! Jetzt schon!" Carol verengte die Augen. „Du bist wirklich


nicht Leo! Woher kommst du? Und was willst du wirklich?


Antworte!" „Sie sind nicht dumm. Ich nehme an, Sie sind der


Kapitän, ja?" Carol nickte unwillig. Litt Leo etwa an einer


unerkannten Persönlichkeitsspaltung oder hatte er allen etwas


vorgespielt und zeigte nun endlich sein wahres Gesicht? Doch


das wollte und konnte Carol nicht glauben...


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