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Science Fiction
Buch Leseprobe Hilfe. Wir sind nicht allein., Samy de Claire
Samy de Claire

Hilfe. Wir sind nicht allein.


oder, wie ich zu meinem Kornkreis kam.

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Ach ja. Ich hatte es vergessen. Ich schwor mir, dass nachzuholen, als ich schwankend nach unten trat. Nachtblind war ich ja schon immer gewesen, und die Suche nach meiner Werkzeugkommode erwies sich als schwierig. Als ich mit dem Knie dagegen knallte, jubelte ich innerlich vor Freude, obwohl mir der Schmerz etwas anderes riet. Ich biss die Zähne zusammen und ärgerte mich über den blauen Fleck, denn ich dann wohl am nächsten Morgen zu sehen bekam. Mein Pech. Ich schüttelte meinen Schultern. Man sollte das Leben nicht zu ernst nehmen.


Fragend öffnete ich die erste Schublade der alten Kommode und kramte zwischen dem Werkzeug herum.


„Wo hat er denn die Taschenlampe?“ Gemeint war mein Koch Rudi, der von Anfang an bei mir war und gleichzeitig als mein Hausmeister fungierte. Er war technisch begab, anders als ich, und hatte ein Teil seines Werkzeugs hier untergebracht.


Dieses Möbelstück bekam er von einem Bekannten zum Nulltarif und hatte es zusammen mit ihm an diesen Platz gehieft. Die Stelle des tonnenschwere Teil war nur provisorisch. Das Ding sollte noch wo anders hin, und um diesen Ort stritten wir uns immer noch.


„Ah. Hier.“ Schwankend erhob ich mich und zerrte klirrend an der Taschenlampe. Nägel fielen klappernd zu Boden. Ich ließ sie einfach liegen und machte die Lampe an, dessen gleißender Strahl mir die Richtung zu meinem Lieblingswein wies. Das Regal staubte zu. In diesem Moment war mir das jedoch herzlich egal. Wer würde schon hier herunter, in das Privatlager, kommen? Zärtlich streichelte ich über meine Lieblingsbuddel.


„Man hat ja sonst nichts im Leben“, brummelte ich voller Vergnügen. „Komm her, mein Liebling. Du bist mein einzigster Freund, der mir in dem trostlosen Leben beisteht.“


Statt einer, nahm ich zwei. Oder drei? Ich weiß es nicht mehr und quetschte sie unter meine Arme. Frustsaufen war angesagt. Ein Glück, ich hatte mir freigegeben. Freudig schlürfte ich durch das Restaurant, schnappte mir aus der Küche noch die Box mit den Roastbeefscheiben, und das von heute morgen übrig gebliebene Baguette.


Schniefend öffnete ich die schwere Außentür, quetschte mich hindurch und versuchte, nicht auf der Terrasse auszurutschen. Der Weg war gut ausgeleuchtet. Mit meiner Promillezahl wäre ich wahrscheinlich irgendwo in der Hecke gelandet.


Denn Tisch sah ich im Schein des Lichtes. Meinem Nachthupfer stand nichts mehr im Wege, und freudig quietschend legte ich die Scheiben auf mein Brot. Der halbtrockene Wein floss schillernd in das Glas. Ich kämpfte mit meinem Gleichgewicht und verschüttete fast das edle Gesöff.


Die herzerweichend Aktion, „Ich bin so arm dran, also habt Mitleid mit mir“, war eröffnet. Zu blöd, dass mir keiner beistand. Das Glas wanderte schwappend an meine Lippen. Der Wein, der sich darüber ergoss, benetzte kühl meine Hand. Was war ich doch schusselig. Ich störte mich an der Unfähigkeit meiner unruhigen Hand. Das Licht, dass sich über die Terrasse ergoß, störte mich in meinem selbstgestrickten Drama. Ich musste wohl die Außenbeleuchtung angemacht haben. Doch daran erinnerte ich mich nicht mehr. Ich sortierte nachdenklich meine Gedanken und kam nicht darauf, wann das wohl gewesen seien könnte. Ja, so fängt es meistens an.


„Verdammt!“, ich fluchte laut. „Jetzt muss ich auch noch zurückgehen!“


Den Wein kippte ich in einem Zug herunter und knallte frustriert das Glas auf den Tisch. Brummelnd wand ich mich dem Ausgang zu und schaute zu meinem Restaurant hinüber. Fragend starrte ich in die Dunkelheit. Nur der Weg war weiterhin beleuchtet und strahlte auf den Kieselweg.


„Was... ?“ Ich war verwirrt. Hinter mir war es noch immer hell. Ich suchte nach der Lichtquelle. „... zum Teufel?“


Verwirrt sah ich zu dem kleinen Wäldchen hinüber. „Na da habe ich aber keine Strahler?“ Die Stromrechnung wäre ja gewaltig, angesichts der Dauer und Itensität des gleißenden Lichtes, welches die Bäume verschlang.


Mein Verstand arbeitete nicht gerade auf Hochtouren. Ich suchte nach einer Antwort, die nichts als Kopfschmerzen hervorbrachte. Dort hinten gab es nichts außer Bäume, Gras und das gepachtete Feld des benachbarten Bauern, der im Frühjahr Weizen gesät hatte.


Ich neigte meinen Kopf zur Seite. Vielleicht wollte er es ja jetzt schon absäbeln und hatte es beim letzten Treffen vergessen zu erwähnen. Was nichts Neues wäre, denn er war angesichts seines Alters sehr vergesslich. Nachdenklich setzte ich mich hin und überlegte, was ich machen sollte.


Mein Wein lockte erneut mit seiner Süße, und die Flasche war fast leer. Gierig verschlang ich das mediumgegarte Roastbeef. Die kleinen, saftigen Stückchen sättigten den knurrenden Magen für eine Weile, und der Pfefferschrott glitt brennend den Rachen hinunter. Der Alkohol brachte auch keine Linderung. Wütend nahm ich mir vor, meinen Koch zusammenzustauchen.


Noch immer störte mich das Licht des Nachbarn. Es wechselte blinkend die Farben. Von rot zu blau, dann in ein helles Gelb und wieder zurück. Es war irritierend und ging auf die Augen. Wütend sah ich hinüber. Bloß gut, das ich kilometerweit die Einzigste war, die das Licht nervte und kurz vor einem Ausraster stand. Klar, ich hätte in die Stadt ziehen können. Über der Kneipe gab es möblierte Wohnungen. Mein Personal hatten sie in Beschlag genommen und wären höchst ungehalten gewesen, wenn die Chefin das perfekt geordnetes Chaos durcheinander gebracht hätte.


Was soll`s. Ich liebte nun mal die Einsamkeit und Stille der Natur, und so musste ich mich damit abfinden, was der Nachbar da trieb. Unruhig tigerte ich auf und ab. Der Wein steigerte meinen Mut in das Unermäßliche, und ich beschloß, den Bauern zur Rede zu stellen und ihn darüber zu belehren, was es hieß, die Nachtruhe ein zu halten. Und zwar noch heute. Am besten gleich. Ein Zweifel kam auf. Sollte ich wirklich angesäuselt da hinunter gehen? Der Gedanke verpuffte wie eine Seifenblase Die grellen Farben tanzeten wirr durch die Büsche. Der Plan stand. Hingehen, zusammenfalten, zurückgehen und weiter den Frust hinunter zu spühlen.


Voller Stolz bebte meine Brust. Ich nahm noch einen zur Stärkung, und voller Tatendrang ergriff ich meine Taschenlampe. Zwar hätte ich sie nicht gbraucht. Hell war es ja sowieso. Ich hielt es für besser, sie mitzunehmen.Wer weiß, ob ich sie noch einmal an diesem Abend gebraucht hätte.


Der Pfad schlängelte sich im Halbdunklen durch den Wald. Die alten Wurzeln und abgerissenen Zweige lagen kreuz und quer auf dem Erdboden. Zweimal strauchelte ich, und das verwitterte Moos dämpfte meinen Fall ab. Der Wunsch nach weniger Alkohol keimte auf. Zumindest wäre ich dann noch gerade gelaufen.


Ich fluchte. Der Nachbar könnte was erleben, wenn ich ihn in die Finger bekäme. Ich verlor einen Schuh. Die sinnlose Sucherei ergab nichts. Ich fand ihn nicht. Sicherlich war er den Hang hinuntergerollt und lag in der Nähe des schmalen Baches, der kaum noch Wasser führte. Ich nahm mir vor, ihn am nächsten Tag zu holen. Meine Hände waren verdreckt, und die Knie aufgeschürft. Wütend versuchte ich die Wunde zu reinigen. Der Schmerz brannte sich in die Knochen und betäubte für einen Augenblick meine Wade. Nö. Ich sollte es lieber sein lassen und es später im Bad desinfizieren.


Die Lichter wurden intensiver, je weiter ich auf sie zuschritt. Das Feld verschwand in dieser lästigen Farbenpracht und verschmolz mit seiner Umgebung. Das Ding, welches strahlte wie ein Weihnachtsbaum, war ein riesiges Dreieck, etwa zehn Meter breites Etwas, dessen Spitze auf mich zeigte, und die Eingangsluge zermalmte die am Rande wachsenden Weizenhalme.


Ich war verwirrte. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Das sollte ein Mähdrescher sein? Unmöglich! Ich kannte sie und das ähnelte keinem von ihnen. Aber die Technik entwickelte sich rasant, und die Ingeneure tüftelten immer wieder etwas Neues aus. Wenn der Bauer sich so etwas leisten konnte, sollte es nicht mein Problem sein. Hauptsache er überwies mir monatlich meine Pacht. Fragen über Fragen quälten mich in diesem Moment. Eine Antwort fand ich nicht, und er war auch nirgends zu sehen. Humpelnd umrundete ich seine neue Errungenschaft. Dampf stieg zwischen den Halmen auf und versengten das reife Korn. Die dreifüßigen, großen Beine gruben sich tief in das Erdreich und verschmolzen mit dem obigen Teil zu einer Einheit zusammen.


Es gab keine Nieten, die die Teile hätten festhalten könnte, und das schwarze Metall war mit einer glänzenden Legierung überzogen. Ich strahlte mit der Taschenlampe den obigen Teil an. Ich fand ein schmales, längliches Fenster, doch keinelei Spur des Bauern.


„Herr Müller!“


Lallend donnerte meine Stimme über das Feld und verhallte irgendwo im Wald.


„Sind Sie hier irgendwo? Ihr, was auch immer Sie da angeschleppt haben, stört mich beim Schlafen!“


Man konnte ich frech lügen. Sollte er es mir doch erst einmal nachweißen. Eine Antwort erhielt ich nicht. Alles war still. Nur der Wind säuselte schwach durch die Wipfel der Bäume. Ich blickte in den hellbeleuchteten Innenraum der Maschine. Keine Regung.


„Ömm... Herr Müller?“


Ich kratzte mir nachdenklich am Hinterkopf und sah zu seinem alten Bauernhof hinüber, welcher schon seit Generationen im Besitz seiner Familie war. Dort war es ebenfalls dunkel. Seine grelle  Außenbeleuchtung war jedenfalls nicht an und flutete das Tal. Bobo, sein Rotweiler, der, wie ein Bekloppter Randale schieben konnte, hielt die Klappe. Mir war mulmig zu Mute. Der Schleier des Alkohols vernebelte mir das Wesendliche. Ich kam einfach nicht darauf, was hier gespielt wurde.


„Das ist mir einfach zu blöde,“ brummelte ich. Einsam und verlassen stand ich da. Hier am Rande des Feldes und suchte nach dem Ausschalter für das Licht. „Na gut. Das hat ein Nachspiel. Ich sollte ihm morgen den passenden Einlauf geben.“ Müde gähnte ich. Es war Zeit für mein Bett. Das hier war sein Bier und nicht meins. Selbst Schuld, wenn er so schusselig war. Also sollte er auch die Kosten tragen. Es wurde kühl. Die Jacke hatte ich vergessen. Der Fuß ohne Schuh erinnerte mich jammernd an eine Socke. Ich wollte nur noch nach Hause.


Das erste Rascheln überhörte ich, warum auch immer. Beim Zweiten wurde ich hellhörig. Der Schreck fuhr mir in die Glieder, und der Alkohol verpuffte wie eine zerbrechliche Seifenblase ohne Wiederkehr. Der Schleier vor den Augen lüftete sich etwas, und angespannt lugte ich zu den hin und her raschelnden Weizen.


Da kam etwas Größeres auf mich zu. Ich bewaffnete mich mit dem erstbesten Stock, denn ich fand, und mit meiner Taschenlampe, die ich fest in der Hand hielt, war ich bestens gerüstet.  Sollte es ein Eber sein, hatte ich hinter mir den höchsten Baum ausgemacht, um, wenn er herangetollt kam, hinaufzuspringen und die Nacht auf dem Ast zu schlafen. Das war nur Theorie. Die Praxis sah dann meist ganz anders aus.


„Herr Müller?“ Die Halme bogen sich kräftiger. „Sie sollten das Licht ausmachen. Es ist schon fast Mitternacht."


Das Rascheln hörte auf. Leider nur ganz kurz. Leicht beugte ich meinen Körper, um besser sehen zu können. Eine dunkle Gestalt trat in die Nacht. Ihm folgte eine Zweite. Ich weitete die Augen, blieb tapfer und verkniff mir die heranrollend Angst, die tief in meinem Inneren Kinder bekam. Diese Sittenstrolche sollten nur kommen. Gnadenlos würden sie meine Wut zu spüren bekomme.


Mutig starrte ich sie an. Die Beiden brabbelten wirres Zeug, das ich nicht verstand. Mein Bauch schrie mich an, wegzulaufen, doch meine Neugierde nagelte mich an diesem Platz fest. Sie machte mir Versprechungen und lockte mit der Erkenntnis. Warum auch nicht? Schließlich hatte ich Kampfsporterfahrung. Plattmachen konnte ich sie bestimmt. Das Wissen an mein Können beflügelte meine Selbstüberschätzung in ungeahnte Höhen, und voller Tatendrang schritt ich mutig auf die zwei düster wirkenden Gestalten zu, die immer noch wirr schwatzend vor dem Felde standen.


Ich hatte mich auf sie vorbereitet. Angriff war die beste Verteidigung. So hieß es in dem Sprichwort, und das wollte ich austesten. Die beiden wunderlichen Gestalten traten aber nicht den Rückzug an. Nö. Sie blieben einfach stehen und schaute der Furie zu, die da auf sie zu tobte, fragend an. Abrupt blieb ich stehen.


Ihr Aussehen verwirrte mich doch sehr, und verwundert neigte ich meinen Kopf ein wenig zur Seite. In meinen Gedanken zählte ich die Monate. Nein, Haloween war noch nicht.


„He, was seid ihr denn führ Scherzbolde? Was soll das werden? Ein Star Track Treffen? Die Comiccon ist erst nächstes Jahr wieder!“


Innerlich musste ich grinsen. Das hatte ich ja noch nie gesehen. Die Masken wirkten so echt. Insgeheim gratulierte ich dem Hersteller musste. Neugierig betrachtete ich die beiden Gestalten näher. Sie hatten etwas von einer Katze. Spitz zulaufende Ohren und Schräge schmale Augen. Ihr Gesicht wirkte elegant und anmutig, nur die Schnurrhaare fehlten. Wie ein Hammer kam die Erkenntnis. Die Groschen fielen im Sekundentakt, und mir schwante, dass sie nicht von dieser Welt waren. Die Luft wurde knapp, und wie ein nasser Sack prallte ich bewußtlos zu Boden.


Es war höchstens eine Minute vergangen, als mich eine sanfte Berührung weckte. Liebevoll streichelte eine Hand über meine Wange und kitzelte mich am Kinn. Langsam öffnete ich die Augen und sah in zwei strahlend grüne Augen. Verwirrt versuchte ich einen Gedanken zu erhaschen und festzuhalten. Oh man. Ich war doch Single. Diese Worte schreckten mich auf, und meine Erlebnisse kamen zurück. Das war kein Traum gewesen! Das war Realität, und der, der sich über mich bog, war echt. Laut schrie ich auf. Ein Ton, der Tote wiedererwecken konnte, und wild um mich schlagend säbelte ich ihn von seinen Beinen. Hart prallte er auf dem Erdboden auf. Ein Laut des Schmerzes drang aus seinem Mund hervor. Sein Kumpel schaute besorgt und half ihm beim Aufstehen.


„Hriza pullp mau?“ Verstört schaute ich sie an. Ha. Wo war ich denn gelandet? Aliens mit einem Sprachfehler! Ich beruhigte mich und stemmte mich vom Boden ab.


„Nuff pust mau!“  Der Andere war wütend. Das konnte ich sogar hören. Schnaufend stand er auf und hielt sich seinen schmerzenden Oberschenkel. Pech! Warum landest du ausgerechnet auf meinem Planeten. Das Gespräch der Beiden war für mich die Chance. Schnell stand ich auf und stolperte ein paar Schritte zurück. Die Taschenlampe hielt ich mir schützend vor die Brust.


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