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Science Fiction
Buch Leseprobe Exploration Capri V, Christian Klemkow
Christian Klemkow

Exploration Capri V


Teil 5: Erwachen

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Mit gemischten Gefühlen beobachtete die Besatzung der Corvette den Start der ersten Angriffswelle. Sowohl Mazeon als auch sein Gunner Stanislav waren bereit, endlich loszuschlagen. Die Jagdgeschwader begannen den Angriff und flogen davon, als der langerwartete Einsatzbefehl erklang. „Und was ist mit uns?“, fluchte Stanislav empört. Er wollte es ihnen endlich zeigen. Er war bereit. „Dagger One? Sie haben keine Startfreigabe. Halten Sie sich bereit und erwarten Sie weitere Instruktionen.“ „Verstanden. Dagger out.“ „Das kann doch nicht wahr sein.“ Solange sie keine Freigabe zum Einsatz erhielten, würden die Waffen nicht scharf geschaltet. Die Lampen leuchteten weiterhin rot. Mazeon sah mit besorgtem Blick zum Planeten hinab. Orbit von Capri, Jupiter-Station, 11:28 Uhr Der Angriff begann. Während die meisten Jägerstaffeln Ziele auf dem Planeten ins Visier nahmen, steuerten andere auf die große Flüchtlingsstation zu. Nur noch wenige Sekunden und sie waren in Reichweite ihrer tödlichen Raketen. In den Cockpits aller Aggressoren ging die gleiche Nachricht ein. „An die Piloten der Maschinen, die gerade auf uns zusteuern. Wir flehen Sie an! Nicht feuern! Ich wiederhole. Nicht feuern! Hier sind Millionen Menschen, Frauen und Kinder an Bord … Wir kommen von der Erde, genau wir ihr.“ „Hört nicht hin!“, befahl der Staffelführer. „Ihr kennt die Befehle! Keine Gnade den Verrätern! Denkt an unsere Heimat! Sie haben Milliarden verbrannt. Was sind da schon Millionen.“ „Nicht feuern! Um Gottes willen! Nicht feuern!“ „Ausschwärmen! Pustet sie weg!“, rief der Staffelführer und gab das Signal. Dann feuerten die ersten Maschinen ihre Projektile auf den östlichen Teil der Station ab. Hin und hergerissen zwischen blindem Hass und dem Wahnsinn des Krieges, betätigte auch der letzte Pilot den Abzug. Immer mehr Bereiche der Jupiter-Station gingen in Flammen auf. Ein Frachter nach dem anderen explodierte und löschte gleich mehrere daneben befindliche Schiffe mit aus. Die Giganten brachen reihenweise auseinander, ohne irgendeine Gegenwehr. Inventar und Menschen schleuderten aus den aufgerissenen Rümpfen in den offenen Weltraum hinaus. Der Krieg hatte begonnen. Jupiter-Station, Gustloff, 11:28 Uhr Der Angriff war unabwendbar und voll in Gange. Immer mehr Kampfschiffe richteten ihre Waffen auf die wehrlose Station. Es blieb nur noch die Flucht, doch die inneren Frachter waren in ihrer Position gefangen. Unzählige angedockte Schiffe versperrten ihnen den sicheren Start. „Kontaktieren Sie sie! Entweder sie bewegen sich unverzüglich, oder wir schieben sie aus dem Weg!“ „Doktor! Es ist Aiko.“ „Endlich. Schalten Sie sie durch!“ Tanaka rannte zum nächsten Terminal und sah in das Gesicht seiner besorgten Tochter. „Gott sei Dank, es geht dir gut. Bist du verletzt?“ „Nein. Vater, hör zu! Du musst so schnell wie möglich auf die Essex kommen! Viele Transporter haben schon abgelegt. Wir werden versuchen, auf Capri zu landen.“ Tanaka überlegte. Bis er bei ihr war, würde auch die Gustloff startklar sein, sofern sie nicht in tausend Stücke geschossen wurde. Sie hatte Recht. Die Schiffe mussten starten und die Landung wagen. Je früher, umso besser. Die planetare Verteidigung hatte momentan weit größere Probleme. Fakt war: Joheim scherte sich einen Dreck um die Station. Würde sie im Gefecht zerstört, so waren sie nichts weiter als willkommener Kollateralschaden. „Vater? Hast du mir zugehört? Bitte! Du musst sofort kommen.“ „Nein, mein Schatz! Es dauert viel zu lange, bis ich bei euch bin. Startet ohne mich! Sobald unser Schiff frei ist, kommen wir nach.“ „Ich fliege nicht ohne dich! Dann komme ich zu dir.“ „Nein! Du startest mit Taara! Jetzt sofort! Mach dir um uns keine Sorgen!“ „Was ist? Wird er kommen oder nicht?“, hörte er Taara im Hintergrund drängeln. „Wir müssen starten, bevor sie uns angreifen.“ „Hör auf sie! Sie hat Recht!“ Brücke der Essex, 11:30 Uhr Warum fühlte es sich wie ein Abschied an? Sie konnte es in seinen Augen sehen. Die gefährliche Situation schien außer Kontrolle zu sein. Zum ersten Mal sah sie ihn ratlos. Niemand konnte sagen, wie dieser Tag enden würde. „Es ist am besten so. Wir kommen so bald wie möglich nach“, versprach ihr Vater. „Versprochen?“ Aiko versuchte zu lächeln, während ihr Tränen die Wangen hinabliefen. „Sei stark! Du hattest Recht mit der Landung! Heute ist es soweit.“ „Aber doch nicht so!“ „Okay, wir starten! Schleusen geschlossen. Andockklammern lösen!“ „Du kommst nach! Hast du verstanden?“ „Sobald wie möglich. Versprochen!“ Tanaka winkte ihr ein letztes Mal zu. Mount Aden, Westflanke, 8560 Meter, 11:30 Uhr Die Klettergruppe hatte sich keinen Meter weiterbewegt und verharrte festgezurrt in der Spalte der Steilwand. Schockiert verfolgten sie die Nachrichten, während sie gleichzeitig über ihren Köpfen das scheinbare Ende der Jupiter-Station beobachteten. Immer mehr Fragmente verglühten in der Atmosphäre. „Es wird immer schlimmer“, rief Esra entsetzt. „Die sind erledigt!“, meinte Harper bestürzt. Die elendige Station und die Flüchtlingsfrage. Er hatte das ganze Thema so satt und sie alle zur Hölle gewünscht. Doch dieses Ende hatten sie nicht verdient. So hatte er es nicht gemeint. Plötzlich donnerte eine Gruppe feindlicher Jäger über den Berg hinweg und nahm Kurs in Richtung Aalborg. „Verdammt. Wo wollen die hin?“ Grelle Blitze erhellten nur Sekunden später den Himmel über der Stadt. Offenbar wurde das Zentrum schwer bombadiert. „NEIN!“ „Heilige Scheiße!“ Sie konnten nur Vermutungen anstellen, was dort gerade geschehen war. Was es auch war, es konnte nichts Gutes sein. Wenige Augenblicke später stiegen riesige Rauchsäulen über die Berge empor. „Mist! Was machen wir nun? Brechen wir ab?“, fragte Esra besorgt. „Auf keinen Fall!“, erwiderte Red streng. „Nein! Wir bleiben genau hier und warten ab. Hier sind wir sicher und geschützt“, stimmte auch Gwenn zu. „Warten? Wie lange denn?“ „Bis sich die gefährliche Lage entspannt.“ Erneut flogen feindliche Maschinen durch das Tal. Alle dachten nach. Der Abstieg dauerte viel zu lange. „Wir sollten den Test durchführen“, meinte Red. „Und zwar jetzt! Unsere Truppen werden diese Anzüge brauchen.“ „Das Risiko ist zu groß. Sie werden uns wegpusten!“ „Nicht, wenn wir ganz tief runtergehen“, meinte Red. Er war schon immer der Hitzkopf der Gruppe gewesen. Immer das größte Risiko, immer der beste Kick. „Das ist doch Wahnsinn!“ Raumtransporter ESSEX, Höhe 35.000 Meter, 11:45 Uhr Der feurige Wiedereintritt in die Atmosphäre war vorüber. Aiko stand am Steuerbordfenster und sah zu den brennenden Trümmern der parallel niederstürzenden Ganges hinüber. Sie wusste nicht, wie viele Menschen an Bord gewesen waren, ehe sie abgeschossen wurde. Keiner von ihnen hatte eine Chance. Niemand würde den Aufprall überleben. Nun tarnten sich die übrigen vier Schiffe und die Essex selbst als Raumschrott, der auf den Planeten nieder fiel. Ängstlich umklammerte sie den Haltegriff, während die Hülle immer wieder kräftig rüttelte. Sie betete. Für all die anderen und dafür, dass dieser Schrotthaufen die Oberfläche in einem Stück erreichte. Aiko wandte sich vom Grauen ab. Bisher hatten sie pures Glück gehabt. Nur dumpf nahm sie die Navigationsbefehle des Captains wahr, die andere befolgten. Sie fühlte, wie die Essex ihren steilen Eintrittswinkel in einen flacheren Kurs veränderte. Wie betäubt sah sie zum Meer hinaus, welches sich mit jeder Sekunde näherte. Die Sonne spiegelte sich im Wasser. „Wir haben es fast geschafft“, meinte Taara neben ihr. „Und was ist mit den vielen anderen?“ „Dein Vater wird es auch schaffen, vertrau mir.“ „So sollte dieser Tag nicht laufen.“ „Nein. Ganz sicher nicht.“ Die Meeresoberfläche kam immer näher. In weiter Entfernung konnte sie schon grünes Land erkennen. New Haven. Wie oft hatte sie von diesem Tag geträumt. Hauptstadt Capitol, 11:47 Uhr Über das Capitol brach ein wahres Inferno herein. Überall schlugen die riesigen Projektile der Saratoga ein und verwandelten die Stadt in ein Meer aus unkontrollierten Bränden und Kratern. Zahllose Gebäude stürzten in sich zusammen. Tausende Anwohner rannten um ihr Leben. Immer wieder erwischte es Einzelne oder ganze Gruppen mit einem Schlag. Traf ein kleineres Projektil einen Menschen, so zerstäubte die Wucht des Einschlages das Blut dutzende Meter weit und zerriss den Körper zu unkenntlichen Spritzern aus Knochen und Fleisch. Was übrig blieb, waren blutgetränkte Krater. Schon bald würde der Geruch von verbranntem Fleisch die ganze Stadt überdecken. Der Überraschungsangriff hatte jegliche Verteidigung im Keim erstickt. Während der letzte Widerstand im Luftraum vernichtend geschlagen wurde, landeten fünf kilometerlange Kreuzer, um Bodentruppen abzusetzen. Die Invasion hatte begonnen. Nach zehn weiteren Minuten gezielten Dauerbeschusses schwiegen die Gaußkanonen der Saratoga. Tausende Soldaten trieben die verbliebene Bevölkerung durch die Stadt. Nach nur knapp 20 Minuten hatte sich das Regierungsviertel der einst blühenden Hauptstadt in eine brennende Ruinenlandschaft verwandelt. Das Capitol war gefallen. Saratoga, 11:50 Uhr Perun wartete ungeduldig in ihrem Sessel. Sie hasste Untätigkeit. Am liebsten säße sie selbst im Cockpit, um die feigen Mörder ihrer Familie zur Strecke zu bringen. Wie gerne hätte sie die Bomben persönlich abgeworfen. „Admiral, die Bodentruppen sind gelandet. Es gab keinen nennenswerten Widerstand.“ „Das war viel zu leicht. Was ist mit der Regierung? Gibt es Gefangene?“ „Bisher nicht. Die Suche läuft noch.“ „Vergessen Sie’s! Die sind längst weg.“ Sie würden die Verräter zu gegebener Zeit jagen und zur Strecke bringen. Ein blendendes Licht erfüllte die Brücke der Saratoga. Zwei ihrer Kreuzer wurden gerade in ihre Einzelteile zerlegt. Perun sprang auf und wusste sofort, was passiert war. „Ein Impuls!“ Nein. Es waren zwei gleichzeitig gewesen. Doch der Angriff verlief viel zu schnell. „Verdammt! Schild aktivieren!“ „Ist aktiv! Alle Schiffe sind online“, rief der Erste Offizier verwundert. Sämtliche Kreuzer sollten vor einem solchen Impuls gewappnet sein. „Was zu Hölle!“ „Wieso ging das so schnell?“ „Neutrinoquelle gefunden! Capri ist heiß!“ „Was Sie nicht sagen!“ „Admiral! Die Leistung des Impulses überstieg unsere Schildkapazität um das Fünfzigfache!“ Er brauchte nicht deutlicher werden. Die Energie reichte aus, um die Saratoga wie Butter zu schmelzen. Genau das war gerade mit den zwei Kreuzern geschehen. Sie konnten von Glück reden, dass das Artefakt noch nicht auf das Führungsschiff ausgerichtet war. Medosa schaute Perun vorwurfsvoll mit finsterer Miene an. „Verflucht! Ich hatte Sie davor gewarnt! Jetzt sind über 6000 Seelen tot.“


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