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> Science Fiction > Es dämmerten die Tage
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Science Fiction
Buch Leseprobe Es dämmerten die Tage, Sascha Schlüter
Sascha Schlüter

Es dämmerten die Tage



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Zum dritten Zenit unserer Sonne sollte frische Nahrung kommen: Die Wächter hatten es uns schon lange versprochen. Aufgeregt tummelten sich unsere Leute vor den Baracken herum. Bis auf die Knochen ausgehungert, sehnten wir uns Fühler leckend nach dem friedlichen Gefühl der Sättigung, das wir beinahe vergessen hatten. Alle Münder sollten gestopft werden, so hieß es. Wir stellten es uns vor, wie auf den Gehpfaden große Tische aufgestellt
werden. Das Lager, in das die Menschen uns vertrieben hatten, würde ein großes Mahl abhalten. Alle würden friedlich zusammen speisen. 
An einem Tag wurde die Baracke eines Mannes aufgebrochen. Nicht, weil die Meute etwas Essbares darin vermutete, vielmehr aus dem Versuch heraus, sich damit die Langeweile der endlosen Zeit zu vertreiben. Drei Männer, eine Wespe, die aus dem Gebiet stammte, das die Menschen als erstes unterjocht hatten, und zwei AdornoAmeisen aus dem Süden. Sie ergriffen den einstigen Begatter der Königin
seiner Rasse. Sie rissen ihm beide Flügel sowie die Fühler heraus. Sie brachen zwei seiner sechs Beine, banden ihm anschließend ein Tuch um die Augen und traten ihn beinahe bis zur Bewusstlosigkeit. Zwei Menschen - es waren Wächter - spazierten derweil an der umherstehenden Menge, die sich mittlerweile gebildet hatte, vorbei, ohne sich in irgendeiner Weise davon aus der Ruhe bringen zu lassen. Als sie einige Meter entfernt waren, stellte sich die Wespe auf ihre zwei hinteren Beine, um die Wächter nachzuäffen. Dabei trat sie ihr am Boden liegendes Opfer und schrie es an: »Du verfluchte Kakerlake! Wir
werden dich vergasen! Zertreten werden wir dich und deine ganze erbärmliche Brut auf diesem Planeten!« Ihr Opfer begann zu jammern und erstickte beinahe an der zahllosen Menge aus grinsenden Gesichtern, die vor ihm stand. Ein weiterer trat aus der Masse vor. Er versuchte ebenfalls, auf zwei Beinen zu gehen und rief: »Kameraden, lasst uns dieses wertlose Subjekt nicht töten. Sperren wir es stattdessen ein, am Rande dieser stinkenden Welt. Lassen wir es vorerst am Leben, aber nur, wenn es vor uns allen bekennt, was es wirklich ist. Sprich mir nach:
»Ich bin ein wertloser Mehlwurm.« Das Opfer wimmerte: »Ich bin ein wertloser Mehlwurm.« Der andere: »Ich bin ein lästiger Parasit und stinke auf tausend Meter nach Mist.« »Ich bin ein lästiger Parasit und stinke auf tausend Meter nach Mist.« Der andere: »Ich bin der großen Menschheit nicht würdig.« »Ich bin der großen Menschheit nicht würdig.« Einige begannen, hämisch zu lachen.
Der Peiniger des Opfers selbst konnte vor Lachen kaum fortfahren. Irgendwann wurde dieses primitive Treiben den Leuten jedoch zu langweilig. Sie zerstreuten sich und ließen das mittlerweile regungslose Opfer am Boden zurück... 


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