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> Science Fiction > Die Rückkehr der Vako
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Science Fiction
Buch Leseprobe Die Rückkehr der Vako, Ute Raasch
Ute Raasch

Die Rückkehr der Vako


Science-Fiction Roman

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Der Anfang




„Die restliche Bevölkerung wird aufgefordert, sich unverzüglich


zum Raumhafen zu begeben. Um Punkt fünf Uhr


heute Nachmittag werden die letzten Schiffe starten."



Etwa vor einem halben Jahr hatte man mehrere Kometen


entdeckt und festgestellt, dass sie auf Kollisionskurs zu


Vako lagen. Als sich ein Forschungsschiff die Sache näher


ansah, stellten die Wissenschaftler an Bord voller Entsetzen


fest, dass es sich um eine beträchtliche Anzahl von Kometen


handelte, deren Ausmaße teilweise gigantisch waren.


Die einzige Möglichkeit zu überleben, bestand für die Vako


darin, ihre Heimatwelt zu verlassen. Sie nahmen Kontakt


zu befreundeten Völkern auf, und diese gewährten ihnen


Unterstützung bei der Evakuierung und Ansiedlung auf


ihren eigenen Planeten.


In einem kleinen, spärlich möblierten Zimmer saß ein Mann


und verfolgte aufmerksam die Nachrichtensendungen. Jetzt


endlich war es soweit: Auch er konnte Vako verlassen, und


zwar unbehelligt, davon war er überzeugt.


Dieser Kometenschwarm war genau das, was er gebraucht


hatte. Die Polizei war ihm schon seit geraumer Zeit hart


auf den Fersen, und er konnte sich nicht mehr öffentlich


zeigen, sonst wäre er verhaftet worden. Bereits vor Jahren


hatte er dieses Haus über einen Strohmann gekauft und das


kleine Apartment im Souterrain unter dem Namen Nourdin


„gemietet". Hier versteckte er sich nun bereits eine ganze


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Weile, immer nach einer Gelegenheit Ausschau haltend, die


es ihm ermöglichen würde, Vako zu verlassen. Das Apartment


verließ er nur, um das Nötigste zu besorgen und dann


auch nur in Verkleidung. Unter normalen Umständen hätte


er sich bei einem der Chirurgen, die alles taten, wenn nur


der Preis stimmte, unters Messer gelegt, um sein Aussehen


verändern zu lassen. Aber es gab niemanden mehr, dem er


trauen konnte. Zu hoch war die auf ihn ausgesetzte Belohnung.


Natürlich inspizierte er in regelmäßigen Abständen den


Raumhafen.


Die Polizeipräsenz dort war verstärkt worden


und bei all seinen Besuchen musste er zu seinem Ärger feststellen,


dass diese immer noch sehr hoch war. Niemand achtete


indes auf den alten Mann, der von Schalter zu Schalter


schlurfte und offenbar interessiert die Angebote studierte.


Dabei ergab sich auch die Gelegenheit, einen Blick auf den


Handcomputer eines Polizisten werfen: Sein eigenes Konterfei


prangte ihm entgegen! An ein Entkommen mit einem


Personen- oder Frachtschiff war also nicht zu denken.


Und dann rasten plötzlich diese Kometen auf sie zu, und


Vako musste evakuiert werden. Nourdin erkannte sofort:


Das war seine Chance, zumindest wenn er die Nerven


behielt! Er musste nur lange genug warten und sich als einer


der Letzten evakuieren lassen.


Und jetzt war es also soweit. Er schnappte sich seine bereits


gepackte Reisetasche und machte sich auf den Weg zum


Raumhafen. Auf seine übliche Verkleidung hatte Nourdin


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diesmal verzichtet. Sicherlich würde er mehrere Tage und


Nächte, wenn nicht gar Wochen, in einer Massenunterkunft


verbringen müssen; das hätte seine Maske nicht durchgehalten,


und er wäre unweigerlich aufgefallen. Er strebte durch


Straßen, die wie leergefegt da lagen, dem Raumhafen entgegen.


Sogar die ansonsten bei solchen Gelegenheiten immer


ihr Unwesen treibenden Plünderer gab es hier nicht oder


vielleicht auch nicht mehr. Es hatten wohl offensichtlich


alle begriffen, dass jetzt nur noch eines wichtig war, und


zwar von hier fortzukommen. Als Nourdin am Raumhafen


ankam, wurde ihm schnell klar, dass er mit seiner Vermutung


genau richtig gelegen hatte. Keine Spur mehr von überhöhter


Polizeipräsenz und niemanden interessierte es, wer


an Bord ging. Die Verantwortlichen sorgten nur noch dafür,


dass die Massen gleichmäßig auf die Schiffe verteilt wurden


und trieben zur Eile an. Wie durch ein Wunder schafften sie


es, alle unterzubringen und die Schiffe pünktlich starten zu


lassen.


Kaum hatten sie das freie All erreicht, beschleunigten die


Raumschiffe, um möglichst schnell eine große Distanz zwischen


sich und Vako zu bringen. Über die Monitore an Bord


konnte jeder, wenn er wollte, die Vernichtung der Heimatwelt


beobachten. Drei Stunden nach ihrem Start schlugen


die ersten Kometen ein. Es war ein schauriges Schauspiel,


das sich ihren Augen bot. Viele Vako begriffen erst jetzt,


dass es nie wieder ein Zurück geben würde. Ihr Heimatplanet


war nun für Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte


unbewohnbar.


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„An alle Passagiere und Besatzungsmitglieder. Wir, die als


Letzte Vako verlassen haben, werden zur Erde fliegen. Die


Erdregierung hat unserem Ersuchen stattgegeben, dass jeder,


der möchte, fortan dort leben kann. Das bedeutet, dass wir


zwei Wochen unterwegs sein werden. Bitte machen Sie es


sich bequem, so gut es unter den gegebenen Umständen


möglich ist."


Zufriedenes, zustimmendes Gemurmel machte sich breit.


Auch Nourdin grinste innerlich. Besser hätte es für ihn gar


nicht laufen können. Niemand hatte ihn bisher behelligt und


wenn er sich unauffällig verhielt, würde das auch so bleiben.


Er beschloss, den Namen Nourdin zu behalten. Bei der


Ankunft würde er den irdischen Behördenvertretern einfach


erklären, er hätte seine gesamten Papiere in der Aufregung


auf Vako vergessen. Wer wollte und konnte ihm schon nachweisen,


dass er sie absichtlich dort gelassen hatte?!


Jetzt aber sah er sich erst einmal interessiert um. Es war


sicherlich kein Luxusapartment, das man ihm zugewiesen


hatte, aber für die Dauer von zwei Wochen würde es wohl


ausreichen. Außerdem hatte er das große Glück, seine Unterkunft


nur mit drei anderen teilen zu müssen: zwei Männern


und einem Kind. Der kleine Junge sah sehr krank aus und


Nourdin erkannte sofort die Symptome. Er litt unter Kolabira,


einer Erbkrankheit, für die man bisher noch kein Heilmittel


gefunden hatte.


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„Vielleicht sollten wir uns vorstellen", ergriff jetzt der ältere


Mann das Wort. „Mein Name ist Vartan. Dies sind mein


Enkel Varin und unser Hausarzt Dr. Fjonn."


Jetzt kam er wohl nicht umhin, sich ebenfalls vorzustellen.


„Sehr angenehm. Ich heiße Nourdin."


Varin bekam einen der für diese Krankheit üblichen Krämpfe,


und sofort kümmerte sich Dr. Fjonn um ihn.


„Er braucht jetzt dringend Ruhe." Der Arzt sah die beiden


anderen Männer an. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, sollten


Sie die Kabine für einige Zeit verlassen. Ich bleibe hier und


passe auf Varin auf."


Vartan nickte sofort, und auch Nourdin gab - etwas zögerlich


zwar - sein Einverständnis; innerlich allerdings fluchte er.


Es war immerhin nicht ausgeschlossen, dass ihn außerhalb


dieser Kabine irgendjemand erkannte. Aber dieses Risiko


musste er wohl eingehen, sonst wäre er jetzt unangenehm


aufgefallen und sah sich sicherlich noch unangenehmeren


Fragen ausgesetzt. Also verließ er zusammen mit Vartan die


ihnen zugeteilte Unterkunft.


„Eigentlich könnten wir zum Essen gehen; Dr. Fjonn kann


dann später alleine essen", bemerkte Vartan, als er die Tür


hinter sich zuzog.


Nach einigem Suchen fanden sie den Speisesaal: ein für


diese Zwecke umfunktionierter großer Lagerraum; schließlich


mussten auf diesem Flug Tausende von Passagieren verköstigt


werden. Die anderen Lagerräume des Schiffes waren


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entweder


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