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DIE GIER NACH MACHT


Helastrilogie Teil 2

von Hans Lebek

science_fiction
ISBN13-Nummer:
9783941839410
Ausstattung:
Taschenbuch 355 Seiten
Preis:
9.95 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
AAVAA-Verlag
Kontakt zum Autor oder Verlag:
verlag@aavaa.de
Leseprobe

Peter Lander saß seinem Freund Georg Keller in der Zentrale der Station

gegenüber und schaute ihn grübelnd an. In diesem Augenblick fühlte er sich

eher wie 50 und nicht wie 37 aus. Ganz anderes sah sein Freund aus. Dessen

breites Gesicht strahlte und er wirkte wie ein Zwanzigjähriger, obwohl er ein

gutes Jahr älter war. Er fand offensichtlich alles ausgesprochen spannend.

„Hier ist zu viel ungeklärt", fing Peter an. Er wackelte leicht mit dem Kopf

hin und her und strich an seinem kleinen Schnauzbärtchen mit den Fingern

herum. „Es ist erst eine sehr kurze Zeit her, dass ich durch meinen Sturz in die

Gletscherspalte diese 130.000 Jahre alte Hinterlassenschaft der Helas gefunden

habe. Es handelt sich schon um eine verdammt weit entwickelte, außerirdische

Rasse, welche unsere Erde besucht hat. Nur, warum ist sie damals

verschwunden und hat alles zurückgelassen? Unzählige Rätsel umgeben diese

Supertechnologie und eines der größten ist für mich, wieso ausgerechnet ich

diese riesige Station betreten durfte und der Superrechner, der sich selbst PUL

nennt, mich als neuen Herrn über diese Hinterlassenschaft legitimiert hat?

Zufall? Was nicht minder problematisch ist, ist die Tatsache, dass wir unsere

Entdeckung geheim halten wollten und nun trotzdem schon nach so kurzer

Zeit gejagt werden. Man könnte nun annehmen, dass dein schwerer Unfall mit

deinem Auto und deine wundersame Rettung die Jäger auf den Plan gerufen

hat. Trotzdem kann es das alleine nicht gewesen sein, weil wir ja wissen, dass

schon seit vielen Jahren einige wenige Institutionen in den USA und Europa

von der Existenz außerirdischer Technologie hier auf der Erde wissen, nur

bisher keine weiteren Beweise gefunden haben. Jetzt dürften sie es nicht nur

vermuten, dass es solche gibt, sondern sogar ziemlich genau wissen, dass wir

damit zu tun haben, schätze ich."

„Unke nicht, Peter. Diese Technik der Helas ist doch spitze! Sie eröffnet uns

wahnsinnige Aussichten für die Zukunft. Durch die Fähigkeit PULs, der mit

uns über eine Art Gedankensprache sprechen kann, können wir vielleicht

sogar irgendwann einmal in den Weltraum hinaus fliegen und ich bin dann

der erste Mensch, der unser Sonnensystem verlässt ... oder?"

Ein breites Grinsen flog über Georgs wettergegerbtes Gesicht und die

braunen Augen strahlten auf.

„Vielleicht", schmunzelte Peter, denn er kannte die heimliche Hoffnung

seines Freundes nur allzu gut. „Wenn wir schnellstens ausreichend Vertraute

gewinnen können, die gut ausgebildet und nicht nur auf ihren persönlichen

Vorteil bedacht sind, könnte dies klappen. Aber das meine ich im Augenblick

nicht. Mich stört die Tatsache, dass wir in Zukunft mit Sicherheit von denen da

draußen gejagt werden. Jede Macht dieser Erde wird das Erbe der Helas

besitzen wollen. Es birgt eine schier unendliche Machtfülle. Dann sind da noch

die unerklärlichen Vorgänge hier in der Station und in den Raumschiffen.

Weiß der Teufel, was da noch auf uns zukommt. Das macht mir Sorgen."

„Mir nicht", widersprach Georg, nun auch ernst geworden, „aber ich stimme

dir in einem zu, wir müssen schnellstens ausreichend vertrauenswürdige und

qualifizierte Menschen in unsere Reihen bekommen. Die Einladung an einige

unserer Bekannten und Freunde wird der Anfang sein. Aber wie weiterhin

vorgehen? Holen wir uns nicht Verrat und Tod herein, wenn immer mehr

Menschen dieses Reich bewohnen und darin arbeiten? Können wir das dann

überhaupt noch kontrollieren und überblicken?"

„Jetzt verstehst du, was ich meine. Unsere besseren Hälften und die Kinder

sind ja schon hier - und zumindest die Kinder scheinen dies alles als großes

Abenteuer zu sehen. Ich seh´ aber gewaltige Probleme und Gefahren und ich

traue niemanden."

„Ich traue erst einmal jedem, vor allen Dingen uns traue ich eine Menge zu.

So, und nun lass uns nach unten gehen und den Empfang unserer Gäste

vorbereiten, du Pessimist."

„Nix Pessimist - Realist!"

Peter grinste säuerlich. Immerhin hatte er das letzte Wort gehabt.

Paul Wenig, der Nachrichtenspezialist des BNDs saß in seinem Zimmer im

Golfhotel, in dem Peter und Georg mit ihren Familien Urlaub machten, und

beobachtete immer noch die Bewegung von Georgs Wagen. Dieser war durch

Rauris hindurch gefahren und stand jetzt an der Stelle in den Bergen, von der

aus die Gruppe scheinbar immer zu Fuß losging.

Was war das?

Er konnte auf einmal nicht mehr erkennen, wo das Fahrzeug war. Es war wie

vom Erdboden verschwunden. War sein Gerät defekt? Er klopfte gegen den

Bildschirm. Er unterbrach die Verbindung zum Satelliten und baute

anschließend erneut diese Verbindung wieder auf.

Ah. Er atmete auf. Da war sein Fahrzeug wieder. Es bewegte sich auf Rauris

zu und schien dort einzuparken. Was wollten die dort? Na ja. Egal. Er würde

abwarten. Erst wenn dieses Fahrzeug auf dem Hotelparkplatz erscheinen

würde, war es für ihn sinnvoll, zu dem geparkten, vollgeladenen Wagen der

Landers zu gehen und diesen direkt zu observieren. Er war gespannt, wie

lange sie in Rauris bleiben würden. Es war erst kurz nach sieben. Da hatte

eigentlich noch nichts geöffnet. Merkwürdig.

Der CIA-Agent Fred Jones schlief unruhig und schlecht in voller Kleidung

auf der Couch in dem kleinen Büro, welches man ihm in einem Nebengebäude

des alten Flughafens Tempelhof in Berlin zugewiesen hatte. In seinem Traum

sah er immer wieder, das sich in Staub auflösende Tor. Irgendjemand rüttelte

ihn an der Schulter. Das konnte er aber gar nicht leiden.

„Damned, piss off", kam es müde, verschlafen aus seinem Mund.

„Hmm, hmmm", räusperte sich der penetrante Störenfried. Fred öffnete

widerwillig seine Augen und wollte schon aufbrausen, als es ihm die Sprache

verschlug. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Tom

McLure, stand leibhaftig vor ihm. Hinter diesem sein oberster Chef, Charles

Milligan und daneben Manfred Manger, der BND Chef.

„Verzeihung, Sir", stammelte er nur noch.

Er war kreidebleich geworden.

„Aber, aber. Das macht doch nichts. Sie haben doch noch geschlafen", kam es

jovial über die schmalen Lippen des Vizepräsidenten. Dabei klopfte er ihm

kameradschaftlich auf die Schultern, „haben Sie schon gegessen?", fragte er

überflüssigerweise.

Als Fred nur verwundert den Kopf schüttelte, ordnete der Vizepräsident an,

einige kalte Platten und Getränke im geheimen, unterirdischen Konferenzsaal

aufzustellen und bat die Herren ihm zu folgen. Dort angekommen, stand alles

bereit.

„Nehmen Sie Platz meine Herren", übernahm er sogleich gewohnheitsmäßig

das Kommando, „und Sie, lieber Herr Jones, berichten uns jetzt alles, was Sie

wissen."

Dieser Anweisung folgte der CIA-Agent unverzüglich. Präzise berichtete er.

Im Anschluss an diesen Bericht wurden die Photos herumgereicht und der

Videofilm, der das Zerstauben einer schweren Toranlage und den

gewaltsamen Ausbruch Peter Landers und seines Freundes Georg Kellers aus

der Zehlendorfer Villa zeigte, mehrmals angesehen.

„Ja. Meine Herren, wir stehen hiermit am Beginn einer neuen Ära der

Menschheitsgeschichte, auf die wir uns ja, seit dem Fund des

satellitenähnlichen Dinges in der Erdumlaufbahn vor einigen Jahren, schon

bestens und umfassend vorbereitet haben", begann der Vizepräsident in

typischer, politischer Manier seine Ansprache, „und es versteht sich von selbst,

dass wir, die USA und die NATO-Staaten, diese Technik übernehmen müssen

und werden. Diese Angelegenheit bleibt durchgehend absolut geheim, wie

bisher auch. Ist das klar? Wir verschaffen uns die nächsten Tage erst einmal

weitere Informationen. Die Regierungschefs von Deutschland und Österreich

benachrichtige ich noch heute persönlich. Das Gebiet rund um die

Tauernregion wird im Laufe der kommenden Wochen unauffällig von allen

Nichtmilitärs gesäubert. Haben Sie Vorschläge, wie dies zu bewerkstelligen

wäre?"

„Ja", kam es, nach einer geraumen Weile, überlegend aus dem Mund

Manfred Mangers, „eine gefährliche Epidemie."

„Wie meinen Sie das?", wunderte sich Fred, auf seinem Stuhl wippend.

„Wir lassen vom Veterinärmedizinischen Institut Wien kurzfristig, Giftalarm

geben. Ich denke dabei an den Milzbranderreger, ein Übrigbleibsel aus den

Terroranschlägen vor vielen Jahren. Eine ganze LKW-Ladung und schon so

gefährlich, dass im weiten Umkreis alles evakuiert werden muss. Dass es das

eigentlich im Zusammenhang mit dem Terror von damals gar nicht geben

kann, wird kaum jemanden auffallen. Wenn wir das als Schreckgespenst in

den Vordergrund stellen, fressen die Medien und die Massen doch alles. Dann

stationieren wir dort eine Spezialeinheit, die jene Gegend gründlich abriegeln

und absuchen wird. Eine andere Einheit setzen wir auf diese Landers und

Kellers an. Ich glaube, wenn wir denen ein paar Millionen, einige Orden und

tolle Posten anbieten, dann haben wir sie im Sack. Anschließend können wir

sie dann immer noch unauffällig verschwinden lassen."

Manger ließ seine Ausführungen erst einmal bei den Anderen wirken. Die

Augen McLures hatten zu leuchten begonnen.

>Ja, so könnte das gehen<, dachte er bei sich, >das passt zu unseren

langjährigen Vorplanungen und dann haben wir die absolute Macht auf dieser

Erde<.

Nur Fred hatte noch Bedenken:

„Was machen wir mit dem Forscherteam auf dem Gletscher und den bereits

erschienen Zeitungsberichten über den Meteoriten? Da werden doch erst recht

die Medien aufmerksam."

Sein Einwand überzeugte jedoch keinen der drei, inzwischen euphorisch

gewordenen, Männer.

„Die beschäftigen wir dort oben noch etwas weiter, lassen sie aber nicht mehr

runter", gab nun auch Milligan seine Meinung kund, „Weitere

Spezialeinheiten werden dort oben einen großen Gang bis auf den Grund des

Gletschers graben, dann werden wir ja sehen, was sich dort unten befindet.

Wenn wir diesen Professor Mergant mit seiner Crew nicht für uns einspannen

können, müssen sie eben der Staatsräson, oder besser gesagt, der Nato-Räson,

zum Opfer fallen. Dann werden sie vorläufig eingesperrt, oder so. Ist doch

klar. Oder?"

Bei den letzten Worten lachte er hämisch. McLure und Manger fielen mit ein.

Nur Fred konnte nicht lachen.

>Eine dreckige Saubande seid ihr<, dachte er, >Euch scheint ein

Menschenleben genau so wenig zu bedeuten, wie dies bei einigen

Verbrecherorganisationen der Fall ist<.

Er fühlte sich angeekelt, aber was sollte er machen. Deshalb entschloss er

sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und verzog sein Gesicht zu

einem breiten Grinsen.

Charles Milligan und Manfred Manger hatten den kurzen missbilligenden

Blick Fred Jones sehr wohl bemerkt und tauschten schnell einen viel sagenden

Blick aus. Milligan würde sich wohl noch gesondert um seinen Mitarbeiter

kümmern müssen.

„Also, wie besprochen, es geht jetzt los, meine Herren!", schloss der

Vizepräsident mit herrischer Stimme die Sitzung, „alle weiteren Fortschritte

und Ergebnisse direkt an mich. Nur an mich! In zwei Wochen muss die Aktion

abgeschlossen sein."

Diese Abschlussrede ließ keinen Widerspruch zu. Manger, Milligan und Fred

setzten sich zusammen und planten die Einzelheiten des weiteren Vorgehens.

Der Vizepräsident verließ das Gebäude, um schnellstens ein geheimes

Treffen mit den Regierungschefs Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und

Englands zu arrangieren. Es gab viel zu besprechen und es war herrlich, so

viel Macht zu haben, drückte seine Körpersprache aus.

Klappentext

Nachdem Peter Lander und seine Familie die ersten Gefahren abgewehrt haben, kommen nun ganz andere Gruppen zum Zuge. Die Mächtigen der Erde haben von der Entdeckung erfahren und versuchen nun, die Hinterlassenschaften der Außerirdischen um jeden Preis in Ihren Besitz zu bringen - sie wären dann unbesiegbar. Obwohl Peter Lander und seine Freunde  nicht abgeneigt wären, diese Gruppen an den Errungenschaften der Helas zu beteiligen, müssen sie sehr bald erfahren, dass es so nicht funktioniert. Die Gegenseite will alles - um jeden Preis - geht es doch um die unendliche Macht... 

Helastrilogie   I   : : Die Gier nach Reichtum
Helastrilogie  III  :   Die Gier nach Ruhm