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Science Fiction
Buch Leseprobe DIE GIER NACH MACHT, Hans Lebek
Hans Lebek

DIE GIER NACH MACHT


Helastrilogie Teil 2

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Peter Lander saß seinem Freund Georg Keller in der Zentrale der Station


gegenüber und schaute ihn grübelnd an. In diesem Augenblick fühlte er sich


eher wie 50 und nicht wie 37 aus. Ganz anderes sah sein Freund aus. Dessen


breites Gesicht strahlte und er wirkte wie ein Zwanzigjähriger, obwohl er ein


gutes Jahr älter war. Er fand offensichtlich alles ausgesprochen spannend.


„Hier ist zu viel ungeklärt", fing Peter an. Er wackelte leicht mit dem Kopf


hin und her und strich an seinem kleinen Schnauzbärtchen mit den Fingern


herum. „Es ist erst eine sehr kurze Zeit her, dass ich durch meinen Sturz in die


Gletscherspalte diese 130.000 Jahre alte Hinterlassenschaft der Helas gefunden


habe. Es handelt sich schon um eine verdammt weit entwickelte, außerirdische


Rasse, welche unsere Erde besucht hat. Nur, warum ist sie damals


verschwunden und hat alles zurückgelassen? Unzählige Rätsel umgeben diese


Supertechnologie und eines der größten ist für mich, wieso ausgerechnet ich


diese riesige Station betreten durfte und der Superrechner, der sich selbst PUL


nennt, mich als neuen Herrn über diese Hinterlassenschaft legitimiert hat?


Zufall? Was nicht minder problematisch ist, ist die Tatsache, dass wir unsere


Entdeckung geheim halten wollten und nun trotzdem schon nach so kurzer


Zeit gejagt werden. Man könnte nun annehmen, dass dein schwerer Unfall mit


deinem Auto und deine wundersame Rettung die Jäger auf den Plan gerufen


hat. Trotzdem kann es das alleine nicht gewesen sein, weil wir ja wissen, dass


schon seit vielen Jahren einige wenige Institutionen in den USA und Europa


von der Existenz außerirdischer Technologie hier auf der Erde wissen, nur


bisher keine weiteren Beweise gefunden haben. Jetzt dürften sie es nicht nur


vermuten, dass es solche gibt, sondern sogar ziemlich genau wissen, dass wir


damit zu tun haben, schätze ich."


„Unke nicht, Peter. Diese Technik der Helas ist doch spitze! Sie eröffnet uns


wahnsinnige Aussichten für die Zukunft. Durch die Fähigkeit PULs, der mit


uns über eine Art Gedankensprache sprechen kann, können wir vielleicht


sogar irgendwann einmal in den Weltraum hinaus fliegen und ich bin dann


der erste Mensch, der unser Sonnensystem verlässt ... oder?"


Ein breites Grinsen flog über Georgs wettergegerbtes Gesicht und die


braunen Augen strahlten auf.


„Vielleicht", schmunzelte Peter, denn er kannte die heimliche Hoffnung


seines Freundes nur allzu gut. „Wenn wir schnellstens ausreichend Vertraute


gewinnen können, die gut ausgebildet und nicht nur auf ihren persönlichen


Vorteil bedacht sind, könnte dies klappen. Aber das meine ich im Augenblick


nicht. Mich stört die Tatsache, dass wir in Zukunft mit Sicherheit von denen da


draußen gejagt werden. Jede Macht dieser Erde wird das Erbe der Helas


besitzen wollen. Es birgt eine schier unendliche Machtfülle. Dann sind da noch


die unerklärlichen Vorgänge hier in der Station und in den Raumschiffen.


Weiß der Teufel, was da noch auf uns zukommt. Das macht mir Sorgen."


„Mir nicht", widersprach Georg, nun auch ernst geworden, „aber ich stimme


dir in einem zu, wir müssen schnellstens ausreichend vertrauenswürdige und


qualifizierte Menschen in unsere Reihen bekommen. Die Einladung an einige


unserer Bekannten und Freunde wird der Anfang sein. Aber wie weiterhin


vorgehen? Holen wir uns nicht Verrat und Tod herein, wenn immer mehr


Menschen dieses Reich bewohnen und darin arbeiten? Können wir das dann


überhaupt noch kontrollieren und überblicken?"


„Jetzt verstehst du, was ich meine. Unsere besseren Hälften und die Kinder


sind ja schon hier - und zumindest die Kinder scheinen dies alles als großes


Abenteuer zu sehen. Ich seh´ aber gewaltige Probleme und Gefahren und ich


traue niemanden."


„Ich traue erst einmal jedem, vor allen Dingen uns traue ich eine Menge zu.


So, und nun lass uns nach unten gehen und den Empfang unserer Gäste


vorbereiten, du Pessimist."


„Nix Pessimist - Realist!"


Peter grinste säuerlich. Immerhin hatte er das letzte Wort gehabt.


Paul Wenig, der Nachrichtenspezialist des BNDs saß in seinem Zimmer im


Golfhotel, in dem Peter und Georg mit ihren Familien Urlaub machten, und


beobachtete immer noch die Bewegung von Georgs Wagen. Dieser war durch


Rauris hindurch gefahren und stand jetzt an der Stelle in den Bergen, von der


aus die Gruppe scheinbar immer zu Fuß losging.


Was war das?


Er konnte auf einmal nicht mehr erkennen, wo das Fahrzeug war. Es war wie


vom Erdboden verschwunden. War sein Gerät defekt? Er klopfte gegen den


Bildschirm. Er unterbrach die Verbindung zum Satelliten und baute


anschließend erneut diese Verbindung wieder auf.


Ah. Er atmete auf. Da war sein Fahrzeug wieder. Es bewegte sich auf Rauris


zu und schien dort einzuparken. Was wollten die dort? Na ja. Egal. Er würde


abwarten. Erst wenn dieses Fahrzeug auf dem Hotelparkplatz erscheinen


würde, war es für ihn sinnvoll, zu dem geparkten, vollgeladenen Wagen der


Landers zu gehen und diesen direkt zu observieren. Er war gespannt, wie


lange sie in Rauris bleiben würden. Es war erst kurz nach sieben. Da hatte


eigentlich noch nichts geöffnet. Merkwürdig.


Der CIA-Agent Fred Jones schlief unruhig und schlecht in voller Kleidung


auf der Couch in dem kleinen Büro, welches man ihm in einem Nebengebäude


des alten Flughafens Tempelhof in Berlin zugewiesen hatte. In seinem Traum


sah er immer wieder, das sich in Staub auflösende Tor. Irgendjemand rüttelte


ihn an der Schulter. Das konnte er aber gar nicht leiden.


„Damned, piss off", kam es müde, verschlafen aus seinem Mund.


„Hmm, hmmm", räusperte sich der penetrante Störenfried. Fred öffnete


widerwillig seine Augen und wollte schon aufbrausen, als es ihm die Sprache


verschlug. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Tom


McLure, stand leibhaftig vor ihm. Hinter diesem sein oberster Chef, Charles


Milligan und daneben Manfred Manger, der BND Chef.


„Verzeihung, Sir", stammelte er nur noch.


Er war kreidebleich geworden.


„Aber, aber. Das macht doch nichts. Sie haben doch noch geschlafen", kam es


jovial über die schmalen Lippen des Vizepräsidenten. Dabei klopfte er ihm


kameradschaftlich auf die Schultern, „haben Sie schon gegessen?", fragte er


überflüssigerweise.


Als Fred nur verwundert den Kopf schüttelte, ordnete der Vizepräsident an,


einige kalte Platten und Getränke im geheimen, unterirdischen Konferenzsaal


aufzustellen und bat die Herren ihm zu folgen. Dort angekommen, stand alles


bereit.


„Nehmen Sie Platz meine Herren", übernahm er sogleich gewohnheitsmäßig


das Kommando, „und Sie, lieber Herr Jones, berichten uns jetzt alles, was Sie


wissen."


Dieser Anweisung folgte der CIA-Agent unverzüglich. Präzise berichtete er.


Im Anschluss an diesen Bericht wurden die Photos herumgereicht und der


Videofilm, der das Zerstauben einer schweren Toranlage und den


gewaltsamen Ausbruch Peter Landers und seines Freundes Georg Kellers aus


der Zehlendorfer Villa zeigte, mehrmals angesehen.


„Ja. Meine Herren, wir stehen hiermit am Beginn einer neuen Ära der


Menschheitsgeschichte, auf die wir uns ja, seit dem Fund des


satellitenähnlichen Dinges in der Erdumlaufbahn vor einigen Jahren, schon


bestens und umfassend vorbereitet haben", begann der Vizepräsident in


typischer, politischer Manier seine Ansprache, „und es versteht sich von selbst,


dass wir, die USA und die NATO-Staaten, diese Technik übernehmen müssen


und werden. Diese Angelegenheit bleibt durchgehend absolut geheim, wie


bisher auch. Ist das klar? Wir verschaffen uns die nächsten Tage erst einmal


weitere Informationen. Die Regierungschefs von Deutschland und Österreich


benachrichtige ich noch heute persönlich. Das Gebiet rund um die


Tauernregion wird im Laufe der kommenden Wochen unauffällig von allen


Nichtmilitärs gesäubert. Haben Sie Vorschläge, wie dies zu bewerkstelligen


wäre?"


„Ja", kam es, nach einer geraumen Weile, überlegend aus dem Mund


Manfred Mangers, „eine gefährliche Epidemie."


„Wie meinen Sie das?", wunderte sich Fred, auf seinem Stuhl wippend.


„Wir lassen vom Veterinärmedizinischen Institut Wien kurzfristig, Giftalarm


geben. Ich denke dabei an den Milzbranderreger, ein Übrigbleibsel aus den


Terroranschlägen vor vielen Jahren. Eine ganze LKW-Ladung und schon so


gefährlich, dass im weiten Umkreis alles evakuiert werden muss. Dass es das


eigentlich im Zusammenhang mit dem Terror von damals gar nicht geben


kann, wird kaum jemanden auffallen. Wenn wir das als Schreckgespenst in


den Vordergrund stellen, fressen die Medien und die Massen doch alles. Dann


stationieren wir dort eine Spezialeinheit, die jene Gegend gründlich abriegeln


und absuchen wird. Eine andere Einheit setzen wir auf diese Landers und


Kellers an. Ich glaube, wenn wir denen ein paar Millionen, einige Orden und


tolle Posten anbieten, dann haben wir sie im Sack. Anschließend können wir


sie dann immer noch unauffällig verschwinden lassen."


Manger ließ seine Ausführungen erst einmal bei den Anderen wirken. Die


Augen McLures hatten zu leuchten begonnen.


>Ja, so könnte das gehen<, dachte er bei sich, >das passt zu unseren


langjährigen Vorplanungen und dann haben wir die absolute Macht auf dieser


Erde<.


Nur Fred hatte noch Bedenken:


„Was machen wir mit dem Forscherteam auf dem Gletscher und den bereits


erschienen Zeitungsberichten über den Meteoriten? Da werden doch erst recht


die Medien aufmerksam."


Sein Einwand überzeugte jedoch keinen der drei, inzwischen euphorisch


gewordenen, Männer.


„Die beschäftigen wir dort oben noch etwas weiter, lassen sie aber nicht mehr


runter", gab nun auch Milligan seine Meinung kund, „Weitere


Spezialeinheiten werden dort oben einen großen Gang bis auf den Grund des


Gletschers graben, dann werden wir ja sehen, was sich dort unten befindet.


Wenn wir diesen Professor Mergant mit seiner Crew nicht für uns einspannen


können, müssen sie eben der Staatsräson, oder besser gesagt, der Nato-Räson,


zum Opfer fallen. Dann werden sie vorläufig eingesperrt, oder so. Ist doch


klar. Oder?"


Bei den letzten Worten lachte er hämisch. McLure und Manger fielen mit ein.


Nur Fred konnte nicht lachen.


>Eine dreckige Saubande seid ihr<, dachte er, >Euch scheint ein


Menschenleben genau so wenig zu bedeuten, wie dies bei einigen


Verbrecherorganisationen der Fall ist<.


Er fühlte sich angeekelt, aber was sollte er machen. Deshalb entschloss er


sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und verzog sein Gesicht zu


einem breiten Grinsen.


Charles Milligan und Manfred Manger hatten den kurzen missbilligenden


Blick Fred Jones sehr wohl bemerkt und tauschten schnell einen viel sagenden


Blick aus. Milligan würde sich wohl noch gesondert um seinen Mitarbeiter


kümmern müssen.


„Also, wie besprochen, es geht jetzt los, meine Herren!", schloss der


Vizepräsident mit herrischer Stimme die Sitzung, „alle weiteren Fortschritte


und Ergebnisse direkt an mich. Nur an mich! In zwei Wochen muss die Aktion


abgeschlossen sein."


Diese Abschlussrede ließ keinen Widerspruch zu. Manger, Milligan und Fred


setzten sich zusammen und planten die Einzelheiten des weiteren Vorgehens.


Der Vizepräsident verließ das Gebäude, um schnellstens ein geheimes


Treffen mit den Regierungschefs Deutschlands, Österreichs, Frankreichs und


Englands zu arrangieren. Es gab viel zu besprechen und es war herrlich, so


viel Macht zu haben, drückte seine Körpersprache aus.


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