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> Science Fiction > Das Ufo bei Wedel
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Science Fiction
Buch Leseprobe Das Ufo bei Wedel, Th. Pensator
Th. Pensator

Das Ufo bei Wedel


Was damals wirklich geschah

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Das UFO kam von Westen und nahm Kurs auf Wedel. In tiefem Kurs überflog es den Industriekomplex der B.F.T. an der Wiesenstraße.


Kapitän SCHRII JUs Tentakel hielten den Steuerknüppel krampfhaft fest. Falls das UFO zerschellen würde, müsste er vorher eine gefährliche Fracht loswerden, welche der Mannschaft sonst trotz Rettungskapseln den Garaus machen würde. Es blieb keine Zeit zum Überlegen. Seine Tentakel griffen nach dem Abwurfhebel. Eine violette Wolke psychotroper Stoffe der verschiedensten Art rieselte auf das Gelände der B.F.T. und würde dort später ihre Wirkung erreichen. Das UFO führte in rasendem Flug seinen Kurs Richtung Westen fort, eine dunkle Rauchwolke hinter sich herziehend. Später würde es heißen, dass eine ehemalige Schokoladenfabrik in Hammerbrook abgebrannt war, und man solle Fenster und Türen schließen. Der Wind hätte die Wolke von dort über die Innenstadt von Hamburg bis hierher nach Wedel befördert. Das UFO huschte lautlos über die Straßen von Wedel dahin, überfolg den Bahnhofsplatz, warf einen kurzen Schatten auf den Roland, welcher trotz seines zu groß geratenen Kopfes keine Notiz von der außerirdischen Erscheinung nahm und brachte letzte Kraftreserven auf, um außerhalb der humanoiden Siedlung in den Wiesen der Haseldorfer Marsch zu zerschellen.


 *


Blitzschnell musste Kapitän SCHRII JU mit seiner Mannschaft die trudelnde Flugscheibe verlassen, um in den Rettungskapseln der Katastrophe zu entgehen. Kapitän SCHRII JU ließ den Steuerknüppel los und versuchte keuchend, eine der Kapseln zu erreichen. Dies war nicht einfach. Das UFO lag schräg in der Luft. Etliche Gegenstände hatten ihren angestammten Platz verlassen und erschwerten ihm den Weg. Keuchend trat Kapitän SCHRII JU auf einen Tentakel. Heulend wirbelte Unterjockel GRII herum. Erst jetzt sah er die breiten Stiefel von Kapitän SCHRII JU. Winselnd robbte er weiter. Seinen roten Druckanzug zierten bereits etliche Risse. Viel später würde sich diese Beschädigung des Anzugs rächen. Psychotrope Teilchen würden sich langsam durch Anzug und Unterkleidung ihren Weg bahnen und auf seiner Haut lauern. Aber jetzt war keine Zeit für solche Überlegungen. SCHRII JU riss die metallene Tür der ersten Rettungskapsel auf und schwang sich mit letzter Kraft in den konischen Zylinder. Er gab der schräg aufstehenden Tür einen Tritt. Schmatzend sog der automatische Schleusenmechanismus die letzte Luft aus den Fugen. SCHRII JU zog sich mit allen Tentakeln zu einem Sitz, schnallte sich fest und schlug mit dem Haupttentakel krachend auf den Startknopf. Kaum lag sein Tentakel wieder entspannt auf der Lehne, pressten ungeheure Kräfte den weichen Körper des Außerirdischen in die Polster. Die Kapsel wurde zischend aus der Flugscheibe geschleudert, vollführte einen weiten Bogen in die Höhe, um dem UFO Platz zu machen und schlug weich auf einer Wiese in der Haseldorfer Marsch auf. Eine weitere Kapsel mit der restlichen Mannschaft rauschte mit voller Wucht in einen Knick und blieb dort dampfend stecken. Das UFO selber brummte funkensprühend und stotternd noch etliche Kilometer weiter bis fast zu der Siedlung Holm, schlug dann aber abrupt auf dem feuchten Boden der Marsch auf, eine Bugwelle lockerer Erde vor sich herschiebend. Einige Kühe und Schafe, die unweit der Elbdeiche wiederkäuend auf den Abend warteten, blickten erstaunt auf und führten dann aber ihre eintönige Beschäftigung fort. Die Sonne stand schräg über dem Elbdeich. Sie würde bald nur noch knapp über der Elbe hinweg scheinen und dann untergehen. Kapitän SCHRII JU krabbelte, auf seine Tentakel gestützt, aus dem Dickicht. Kein Erdling sollte ihn zu Gesicht bekommen. Nervös klopften seine Tentakel auf den Boden. Er musste die verbliebene Mannschaft zusammentrommeln. Wo war nur sein Unterjockel? Er hatte kurz nach dem Aufprall seiner Rettungskapsel aus dem Bullauge gelugt und das Aufsetzen der zweiten Kapsel beobachtet, dort drüben, in dieser kleinen Ansammlung terranischer Großpflanzen. Er sah in die Richtung des Knicks. Dort war in der anbrechenden Dunkelheit nichts mehr zu erkennen, nur einige Lichter einer terranischen Siedlung waren hier und da aufgeflammt und setzten Kapitän SCHRII JU davon in Kenntnis, dass diese Nichtsnutze eines unbedeutenden Planeten ihr müßiges Tagwerk beendet hatten und sich nun noch unwichtigeren Dingen hingaben. Was interessierte ihn das? Wo war der Unterjockel? Verflucht! Wozu hatten man sich solche Crewmitglieder herangezüchtet, wenn sie nun nicht da waren? SCHRII JU musste Wohl oder Übel die Rettungskapsel allein lassen und zu dem Knick hinübergehen. Brummend schlurfte er über den feuchten Marschboden, stolperte über Maulwurfshügel, ruderte mit einigen Tentakeln wild in der Luft und kam der zweiten Rettungskapsel langsam näher.


»Unterjockel, raus mit dir! Wo bist du?« Die außerirdischen Laute zirpten über die Weide. GRII aber wusste, er war gemeint. Die kurze Verschnaufpause, welche er sich in der Rettungskapsel gegönnt hatte, war nun vorbei. Kapitän SCHRII JU tastete durch die Sträucher und verfluchte das irdische Gewächs. Dann schlug sein Tentakel gegen einen metallenen Gegenstand, und SCHRII JU blieb abrupt stehen.


»Sofort aufmachen, Unterjockel!« tobte Kapitän SCHRII JU vor der Kapsel. Drinnen waren langsame Schritte zu hören. Schwerfällig wurde die Verriegelung der Schleuse geöffnet und das genervte Gesicht von Unterjockel GRII erschien in der Öffnung.


»Kapitän, fünf Crew-Mitglieder sind außer mir noch in der Kapsel«, kam GRII der Frage des Kapitäns zuvor. Nach Jahren der Mannschaftszugehörigkeit kannte man jede Frage, jeden Befehl, jedes Toben und Jammern, ja jeden kleinsten Furz des Kapitäns.


»Dann schraub nicht so langsam an der Verriegelung, Unterjockel, trab an. Wir müssen die Flugscheibe sichern, oder dachtet ihr, wir überlassen sie den Hinterwäldlern dieses verdammten Planeten?«


»Ich kann nicht, Kapitän. Ihr habt vorhin auf einen meiner Tentakel getreten. Geht allein und nehmt die Mannschaft mit. Ich lege mich noch...« GRII unterstrich seine Worte mit einem Einknicken.


»Bist du verrückt geworden, GRII? Steht auf! Ich versenge dich sonst mit dem Strahler. Auf! - Mannschaft!« Der Kapitän hob die Stimme an, dass sein Zirpen in ein hohes Schrillen überschlug. Jetzt steckte der Rest der Crew den Hals aus der Öffnung der Luftschleuse.


»Auch das noch. Ausgerechnet die Untauglichsten, Nichtsnutzigsten haben den Absturz überlebt. Das habt ihr mit Absicht getan! Raus jetzt aus der Kapsel.« Kapitän GRII griff rabiat in die Schleuse und fasste mit mehreren Tentakeln zu. Zuerst zerrte er den Unterjockel ins Freie, dann kamen die anderen langsam heraus und blickten hilflos in die dunkle Marsch. Kapitän SCHRII JU platzte vor Ungeduld.


»Die Flugscheibe liegt dort bei den terranischen Großpflanzen. Unterjockel, los, trab voran.«


»Und dann?« Unterjockel GRII blickte aus seinen stumpf glänzenden Seeschlitzen.


»Und dann? Und dann? Einfaltspinsel! Dann wird gebuddelt. Die Flugscheibe muss vor Aufgang dieser trübesten aller Fixsterne von der Oberfläche verschwunden sein. Kein Fitzelchen darf mehr für die Terraner erkennbar sein.« Der Unterjockel befehligte zirpend die fünf Crewmitglieder. Schleppend kam der Tross in Gang. Das ging Kapitän SCHRII JU viel zu langsam. Er klatschte mit den Tentakeln den Takt für einen Marsch, der hier im Dunkeln auf nassem Grasboden nicht durchführbar war. 


*


Endlich kamen sie an dem Knick an. Was war das auch für ein lahmer Haufen. Kapitän SCHRII JU stellte sich vor die Flugscheibe, die sich schemenhaft gegen die sternenklare Nacht andeutete. Die vordere Seite des Raumkörpers war weit aufgerissen. Der explodierte Antrieb hatte ganze Arbeit geleistet. SCHRII JU ging in die noch glühenden Überreste hinein und wühlte fluchend in den Trümmern der Inneneinrichtung.


›Was sucht er bloß da drinnen?‹ Unterjockel GRII blickte in das Innere der Flugscheibe.


»Den Rettungsspaten.« Der Kapitän schien Unterjockels Gedanken zu erraten.


»Die Bordbeleuchtung ist hinüber. Ich kann in dieser verdammten Dunkelheit nichts sehen. Komm' gefälligst rein und hilf mir.« Unterjockel GRII kletterte stöhnend mit in die Flugscheibe. Dann hörte die wartende Crew lange Zeit nur das Geschepper der beiden Suchenden. Auf einmal ertönte ein dumpfer Schlag, gefolgt von einem Schmerzensschrei. Der Unterjockel war auf den Rettungsspaten getreten, daraufhin war ihm der Stiel des Spatens an den Schädel gekracht. Schmerzend rieb sich GRII den Kopf.


»Was war das jetzt wieder?« Kapitän SCHRII JU fasste in die Richtung des Unterjockels und ergriff mit einem Tentakel den Stil des Spatens.


»Na, bitte, es geht doch. Warum nicht gleich so?« Der Kapitän ließ GRII verwundert in der Kabine zurück und stieg durch die aufgerissene Wand hinaus. 


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