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> Science Fiction > Das Dunkle an unserer Seite
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Science Fiction
Buch Leseprobe Das Dunkle an unserer Seite, Bianka Mertes
Bianka Mertes

Das Dunkle an unserer Seite


Die letzte Hoffnung

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Was wäre ich heute, wenn ich nicht von meinen Eltern abstammen würde oder wenn ich diesen Kindergarten, oder diese Schule besucht hätte. Was wäre ich, wenn ich diesen Mann nicht kennengelernt oder meine Kinder nicht hätte. Was wäre dann aus mir geworden? Ich weiß nicht, ob sich das jeder einmal in seinem Leben fragt, oder ob ich die Einzige bin, aber was oder wer wäre ich heute. Es soll Menschen geben, die, die Antwort darauf kennen, die eine ganze Zukunft in einem anderen Blickwinkel erscheinen lassen können. Aber mir ist so einer, leider noch nie begegnet.


Ich bin mittlerweile dreißig Jahre alt und stelle mir immer noch diese Fragen. Aber es hat sich etwas in meinem Leben geändert. Ich bin auf der Suche nach dem Menschen, der mir meine Fragen beantworten kann. Ich muss es einfach wissen, auch auf die Gefahr hin, dass mir mein anderes Leben vielleicht nicht gefallen wird. Aber vielleicht auch auf die Gefahr hin, dass alles besser hätte sein können. Eins von beiden, aber welches, werde ich nur herausfinden, wenn ich diesen Menschen, dem ich jetzt schon seit zwei Jahren auf der Spur bin, endlich gefunden habe. Auch wenn es auf den ersten Blick einfach erschien, war es das ganz und gar nicht. Niemand wusste, ob es eine Frau oder ein Mann war und noch niemand hatte diesen Menschen je zu Gesicht bekommen. Alter oder Aussehen waren unbekannt. Man hatte nur gehört, dass er aus einer Stadt Namens Bruga kommen sollte. Dieser Spur bin ich vor zwei gefolgt, aber ich fand immer nur neue Spuren, denen ich folgen musste. An jeder Stelle waren neue Hinweise auf den Verbleib dieses Menschen zu finden, denen ich bis zum heutigen Tag ohne Erfolg, gefolgt war. Aber ich hatte das bestimmte Gefühl, dass ich näherkam. Zwei lange Jahre. Viele andere hätten wahrscheinlich schon lange aufgegeben. Aber ich konnte nicht. Das Gefühl in mir, wissen zu müssen, wie mein Leben anders verlaufen wäre, war stärker als alles andere in meinem Leben. Vor allem jetzt, nachdem ich alles in meinem Leben verloren hatte, was mir noch wichtig war. Nach dem tödlichen Unfall meines Mannes und meiner Kinder, gab es für mich nichts Anderes mehr, wofür es sich lohnte zu leben. Also suchte ich unbeirrt weiter, auch wenn ich wusste, dass dieses strafbar war. Ich hatte gehört, dass sich auch schon andere auf die Suche gemacht hatten, von denen man, nachdem sie erwischt wurden, nie wieder etwas gehört hatte. Was mit ihnen geschehen war, wusste keiner genau. Nur dass sie von den Behörden, als abschreckendes Beispiel, gefangen genommen wurden und öffentlich zur Schau gestellt wurden. Danach war jeder Verbleib der Leute ungewiss. Ich musste auf der Hut sein, damit mir nicht das gleiche Schicksal zu Teil wurde. Bis jetzt hatte ich unglaubliches Glück gehabt, aber wie lange, dass noch so bleiben würde, wusste keiner so genau. Auch wenn ich das Gefühl hatte dem Menschen näher zu kommen, würde er sich aus Angst vor den mächtigen Behörden nicht so einfach zu erkennen geben. Denn wie schon gesagt, war dieses verboten und was würden sie dann erst mit diesem Menschen anstellen, der all die Fragen beantworten konnte. Also musste ich auch aufpassen, dass ich diesen Menschen nicht in Gefahr bringen würde.


Mein neuer Hinweis führte mich in eine kleine abgelegene Stadt namens Laos, die nur rund dreihundert Einwohner hatte. Vielleicht war es, hier ja nicht so schwer ihn aus zu machen. Hoffte ich jedenfalls. Der Bus, mit dem ich gefahren war, hielt kurz vor der Stadt und ich musste den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Die schmale Straße war stock dunkel und die Geräusche der nachtaktiven Tiere, ließen mir einen kalten Schauer, den Rücken herunterlaufen. Aber ich hielt mich an das Licht einer Straßenlaterne, die ich von weitem sehen konnte, und setzte trotz meiner Angst einen Fuß nach dem anderen. Schließlich hatte ich die Laterne erreicht und der weitere Weg wurde von weiteren Laternen umsäumt. Diese Stadt war wie ausgestorben. Kein Lebenszeichen weit und breit, bis auf ein paar streunende Katzen, die man jaulen hören konnte. Unbeirrt setzte ich meinen Weg fort, bis ich schließlich an ein Hotel kam, in dem noch Licht brannte. Ich klopfte an der aus Glas bestehenden Eingangstür. Nichts. Ich klopfte noch einmal und dieses Mal kam ein greiser alter Mann und öffnete mit großer Mühe die Tür. Er bat mich rein. In der Eingangshalle war es wie draußen, still. Man hätte meinen können, dass hier nur der alte Mann und ich existierten. Er ging hinter den Tresen und kramte einen Schlüssel aus einer Schublade. Ich sah mich genauer um. Auf den ersten Blick sah es hier sauber aus aber nach einem zweiten, konnte man die Spinnweben und den Staub doch erkennen. Dieses Hotel hatte seine besten Jahre schon lange hinter sich und wie es aussah, waren hier auch schon lange keine Besucher mehr gewesen. Der weißhaarige Mann führte mich in den ersten Stock und zeigte mir mein Zimmer, übergab mir den Schlüssel und ließ mich schließlich alleine. Das Zimmer war im Gegensatz zur Eingangshalle, sehr sauber gehalten worden. Kein Staubkorn weit und breit. Ein großes Bett, lud zum Schlafen geradezu ein. Auch das Bad war gepflegt worden. Mit seiner runden Badewanne und den hellen Fliesen sah es eher so aus, als würde es überhaupt nicht zu diesem Hotel gehören. Wie auch immer, war ich von der langen Fahrt doch sehr geschlaucht und wollte mir es erst einmal auf dem Bett gemütlich machen. Doch plötzlich war ich wieder hellwach. Von draußen hörte man von den ausgestorbenen Straßen her einen lauten Krach und Leute die panisch schrien. Ich rannte zum Fenster. Uniformierte, hatten die Leute aus ihren Häusern getrieben und schlugen auf sie ein. Was war hier los zum Teufel. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Ängstlich kauerten die Bewohner auf dem Boden umso vielleicht den brutalen Schlägen zu entkommen. Dann hörte ich plötzlich einen der Uniformierten eine junge Frau anschreien.


“Wo ist sie? Entweder du redest, oder ich werde jedes einzelne von ihnen foltern, bis jemand freiwillig etwas erzählt!” Grinste er höhnisch und zog dabei die Frau an den Haaren hinter sich her. Sie schrie vor Schmerzen. Am liebsten wäre ich nach unten gerannt und hätte ihm den Hals rumgedreht. Aber dafür waren es zu viele von denen. Ich konnte nichts weiter tun als mit anzusehen wie er auch noch einen kleinen Jungen in den Bauch trat, der ihr helfen wollte. Dann sah ich, wie einige zum Hotel kamen und Panik machte sich in mir breit. Was wenn ich diejenige war, nach der sie suchten. Ich war zwar immer vorsichtig gewesen, aber dass hieß ja nicht, dass man mich nicht erwischen würde. Schließlich hatten sie auch ihre Leute die solche, wie mich ausfindig machen konnten. Sie nannten sie die Lebensseher. Sie konnten sich in die Köpfe der Leute breitmachen und so in ihr innerstes schauen. Mann konnte sie auf den ersten Blick nicht von einem normalen Menschen unterscheiden und deshalb waren sie besonders gefährlich. Sie hätten dein Nachbar oder der Bäcker von nebenan sein können und du hättest es nicht gemerkt. Erst dann, wenn sie dich abgeholt hätten. Panisch schaltete ich das Licht aus und suchte nach einem Winkel, wo ich mich verstecken konnte. Wer weiß, vielleicht hatte er ja neben mir im Bus gesessen und meine wahren Absichten gesehen und deshalb waren die Uniformierten in diese Stadt gekommen. Vielleicht war ja jetzt gerade ich an all dem Elend der Leute hier schuld. Es kam mir kurz der Gedanke, dass ich vielleicht die Suche einfach aufgeben sollte. Aber eben nur ganz kurz. Ich hatte nicht solche Mühen auf mich genommen, nur um jetzt aufzugeben.  Und wer sagte denn überhaupt, dass sie wirklich wegen mir hier waren. Ich hörte, wie sie die Tür zum Hotel einschlugen, da der alte Mann sich geweigert hatte sie zu öffnen. Aber vor einer geschlossenen Tür machten die nicht halt. Ich hörte, wie jemand zu Boden ging und stöhnte. Das musste der alte Mann gewesen sein. Schritte auf der Treppe. Sie wurden lauter. Mein Herz raste und setzte schließlich einen Moment aus, als meine Tür plötzlich aufgerissen wurde. Ich konnte nicht viel erkennen, da ich ja das Licht ausgemacht hatte. Nur die Umrisse zweier Gestalten. Der eine groß und der Andere klein. Ich bekam keine Luft mehr vor Angst. Sie hatten mich, egal was ich jetzt auch tun würde, hier kam ich nicht mehr so einfach raus. Ich schob mich zwischen die Wand und das Bett, in der Hoffnung, dass sie mich dort nicht finden würden, auch wenn das absurd war. Mein Herz raste so schnell und laut, dass ich Angst hatte, sie könnten es hören. 


“Versteck dich!” Hörte ich eine dunkle und raue Stimme flüstern. 


 


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