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Science Fiction
Buch Leseprobe Chroniken der Milchstraße, Martin V. Horvath
Martin V. Horvath

Chroniken der Milchstraße


USN-Space Rangers: Pokerspiele

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Als sich das innere Schott der Luftschleuse öffnete, erschallte ein Zischlaut, der ihn an das Fauchen eines Drachen erinnerte. Cara’ähr blickte auf die Statusanzeige seines Plasmagewehrs, versicherte sich, dass es auf Betäubung justiert war.


»Das war leichter als erwartet«, gab Yala’ruuhn, sein Stellvertreter von sich.


»Ja! Und genau das gefällt mir nicht. Nach meiner Erfahrung geht letztendlich etwas schief, wenn es zu leicht ist.«


»So wie die Sache damals auf Minjas?«, fragte Yala’ruuhn verdrießlich. Er erinnerte sich nur ungern an Minjas.


Vor zwei Jahren rebellierten die Bergarbeiter der Minenkolonie Minjas im entlegenen Tajan-Raccan-System. Man entsandte eine Kompanie der Goldenen Ttoll’seek, um der Rebellion ein Ende zu machen. Cara’ähr und Yala’ruuhn gehörten dieser Kompanie an.


Man traf nur auf schwachen Widerstand, die Kolonie konnte von den imperialen Truppen ziemlich schnell eingenommen werden. Man dachte, damit wäre die Sache erledigt. Keiner ahnte etwas von einer Falle. Denn nur ein kleiner Teil der Bergarbeiter stellte sich den Goldenen Ttoll’seek entgegen, als diese auf Minjas landeten, die meisten von ihnen hatten sich in Schächten weit unter der Oberfläche des Planetoiden verschanzt und warteten nur darauf, dass die Soldaten des Empires dorthin vordrangen.


In dem Labyrinth aus Tunneln waren die Aufständischen klar im Vorteil, denn sie kannten sich dort bestens aus. Sie griffen aus dem Hinterhalt an und verschwanden sofort wieder in irgendeinem Schacht. Letztendlich benötigten die Goldenen Ttoll’seek eine Woche, um den Widerstand zu brechen. Die eigenen Verluste waren enorm. 


Cara’ähr brummte ärgerlich, als er an dieses Ereignis zurückdachte. Das abgebrochene Horn, die dicke Narbe, die sich über die rechte Gesichtshälfte zog, sowie das künstliche Auge waren sichtbare Erinnerungen an jenem unrühmlichen Kampf. Er hatte diese Narben einem Spaten zu verdanken, mit dem einer der Bergarbeiter ihn erschlagen wollte.


Er gab zwei seiner Männer mit Handzeichen zu verstehen, dass sie vorrücken sollen.


Die Soldaten nickten. Mit bedächtigen Schritten, die Plasmakarabiner im Anschlag, traten sie auf den schwach erleuchteten Korridor hinaus.


Alles blieb ruhig.


Den Geheimdienstinformationen zufolge gab es auf dieser Forschungsstation kein Sicherheitspersonal, Widerstand war also kaum zu erwarten. Doch Cara’ähr war kein Mann, der blind auf das vertraute, was der Geheimdienst zu wissen glaubte. Nur allzu oft irrte er. Deshalb war Cara‘ähr auf der Hut.


Er trat aus der Schleuse, blieb stehen. Schnupperte. Kehhl’daaraner waren Wesen, deren Augen und Ohren vergleichsweise unterentwickelt waren, der Geruchssinn dafür umso höher.


Es roch intensiv nach Desinfektionsmittel, Schmieröl, andere chemische Stoffe - und nach Säugetier!


»D-Goriaaner! Am Ende des Korridors«, flüsterte er.


»Ja! Ich kann sie ebenfalls riechen«, bestätigte Yala’ruuhn. »Harmlose Wissenschaftler oder Bewaffnete, die uns Ärger machen könnten?«


»Das werden wir bald erfahren.« Cara’ähr blickte auf das Display seines in die Uniform integrierten Thorr’khalls. »Nicht weit von unserer Position entfernt befindet sich ein quer verlaufender Korridor. An dieser Kreuzung halten sich die D-Goriaaner auf.«


»Wie sollen wir vorgehen?«, wollte Yala’ruuhn wissen.


 


Vi-ras hielt die Pistole fest in der Hand. Der Atem ging schwer. Todesfurcht hatte ihn im Griff. Verdammt! Er war Wissenschaftler, kein Soldat. Er hatte noch nie eine Waffe abgefeuert. Mit vor Angst feuchten Augen sah er zu B-rul, dem Leiter der Forschungsstation. »Das ist Wahnsinn! Die Kehhl’daaraner werden uns alle töten, wenn wir versuchen, sie aufzuhalten.«


»Sie werden uns so oder so töten!«, hielt B-rul im knorrigen Ton dagegen. »Wir alle wissen, weshalb die Kehhl’daaraner hier sind. Sie haben es auf den Virus abgesehen. Und sie werden jeden töten, der sich ihnen in den Weg stellt. Davon bin ich überzeugt. Doch sei’s drum. Sie werden ihn nicht bekommen! Wir werden die Kehhl’daaraner solange aufhalten, bis G-sak mit seiner Arbeit fertig ist.«


»Wir werden die Echsen keine Minute lang aufhalten!«, sprach Vi-ras mit sich überschlagender Stimme. Er war der Panik nah.


B-rul konnte die Furcht des Jungen nachempfinden, ging es ihm doch genauso. Doch hatten sie keine andere Wahl. Wenn die Kehhl’daaraner den Erreger der Dilun-muk-Pest an sich bringen, wäre das eine Katastrophe sondergleichen. Sie könnten daraus eine biologische Waffe entwickeln, die in der Lage wäre, Millionen zu töten. Das durfte nicht geschehen!


Er senkte den Blick hinab zu der Waffe in seiner Hand, fest an die Brust gepresst. Schon bald wird er sie benutzen, um Leben auszulöschen - er, ein Arzt, der sich geschworen hatte, Leben zu retten.


Kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn. Er wagte es, über die Kiste, hinter der er hockte, zu blicken. Keine Kehhl’daaraner zu sehen. Doch er wusste, dass sie hier waren. Er hatte auf den Überwachungsmonitoren das landende Shuttleschiff gesehen.


In ihm keimte eine Befürchtung. Waren die Kehhl’daaraner gar nicht an dieser Stelle in die Station eingedrungen? Sein Blick ging hinüber zu einem D-Goriaaner mit für D-Goriaaner unüblichen kurz geschnittenen blauen Haaren. B-rul erinnerte sich, dass dessen Name Bentiken war und dieser erst seit Kurzem auf der Forschungsstation arbeitete. Bentiken war der Einzige von ihnen, der über eine militärische Ausbildung verfügte. Bevor er sich dazu entschloss, als Assistent von B-rul zu arbeiten, diente er als Sanitäter bei der United Space Navy. Bentiken war auch derjenige, der als Einziger ein MDD, mit dem er Sensordaten abrufen konnte, bei sich trug. Er war ihre Augen.


»Wo sind die Kehhl’daaraner?«, fragte B-rul.


Bentiken blickte auf das Display seines MDD. »Noch immer bei der Schleuse.«


»Sind Sie sicher?«


»Völlig sicher. Wieso fragen Sie?«


»Könnte es sein, dass die Kehhl’daaraner uns täuschen? In Wahrheit woanders in die Station eindringen?«


Bentiken machte ein betretenes Gesicht. Der Gedanke, den B-rul aussprach, gefiel ihm nicht. »Wäre möglich«, reagierte er kleinlaut.


»Was machen wir, wenn es tatsächlich so ist«, stieg Vi-ras ins Gespräch ein.


»Dann hoffe ich, G-sak ist fertig, bevor die Kehhl’daaraner die Laboratorien erreichen.«


 



 


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