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Science Fiction
Buch Leseprobe Alkatar, Anja Fahrner
Anja Fahrner

Alkatar


Rückkehr

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DIE JAGD DER EHRE


»Wir haben den Außenposten erreicht, Initiator.« Wenutu, der Navigator des Planetenschiffes IGASHU, wandte sich an Gosheven. »Sollen die Portalschiffe den Korridor nach Rumen offenhalten?«


»Ja, wir benötigen eine Echtzeitübertragung aller gewonnenen Daten zum Bund.« Gosheven saß auf der Brücke und blickte auf den Bildschirm, der die Annäherung an den Außenposten Ezhno zeigte. »Stellt Kampfbereitschaft her und sichert die Basis.«


Der sich im Bau befindliche Raumhafen für Portalschiffe erinnerte an das zernagte Gerippe eines monströsen Fisches, doch keine Bauroboter wimmelten durch seinen Leib, keine Scheinwerfer beleuchteten die Baustelle. Wie die Reste einer untergegangenen Welt schwebte die Station vor ihnen, leblos und kalt. Halona, die leitende Ärztin des Flaggschiffes, starrte ebenfalls auf den Monitor. Siebenundvierzig Laurasier arbeiteten hier, um die Werft fertigzustellen. Ob sie noch leben? Der Interplanetare Bund, mit Sitz auf dem Planeten Rumen, hatte ein Notsignal erhalten. Wie aus dem Nichts seien fremde Raumschiffe aufgetaucht, die sich weder identifiziert noch auf einen Kontaktversuch reagiert hätten. Man erbete sofortige Unterstützung. Zwölf Stunden später war das vor Rumen stationierte Flaggschiff IGASHU durch einen von Portalschiffen geschaffenen Tunnel nach Ezhno geflogen. Sie blickte zu Matunaaga, der Ersten Speerspitze und dem taktischen Offizier an Bord, der mit angespannter Miene in Kontakt mit der Kampfzentrale stand. Wie ein Schwarm Insekten quollen Jagdflieger aus der Außenhaut der IGASHU, um Kurs auf Ezhno zu nehmen. »Mach dich bereit«, hörte sie seine Stimme in ihrem Implantat. »Du fliegst mit dem Außenteam rüber.« Sie eilte in den Mannschaftsraum, wo sie gemeinsam mit den anderen Teammitgliedern ihren Kampfanzug anlegte. Sie begleitete die Gruppe als Ärztin. Kurze Zeit später flog sie zusammen mit der Kampftruppe unter Tomas Befehl, der Zweiten Speerspitze des Flaggschiffes, auf einem Transporter zum Raumhafen.


»Wir konnten keine feindlichen Schiffe orten«, sagte Toma mit verkniffener Miene in die Runde. Die steile Falte über ihrer Nasenwurzel vertiefte sich.»Wir konnten auch keine Lebenszeichen messen.«


»Wir können noch nicht einmal Kontakt zu den Implantaten der Mannschaft herstellen, zu keinem einzigen«, fügte Halona hinzu. Jedes Mitglied des Bundes trug ein registriertes Implantat in seinem Hinterkopf, mit dem es mit dem Schiffscomputer und der Mannschaft kommunizieren konnte. Zusätzliche Funktionen ermöglichten eine Lokalisation der Person im Notfall – oder auch bei ihrem Tod. Sie musterte die ernsten Mienen der Teammitglieder. Jeder ahnte, was hier vorgefallen sein konnte, ahnte es und hoffte, dass sich der Verdacht nicht bestätigte. In jüngster Vergangenheit mehrten sich Überfälle im Grenzgebiet – und der IB besaß noch nicht genügend Kriegsschiffe, um überall Präsenz zu zeigen. Sollten die endlosen Verhandlungen, die Friedensbemühungen umsonst gewesen sein? Würde erneut ein Kampf entbrennen, jetzt, wo der Bund begann, sich von den Schlägen, den erlittenen Niederlagen zu erholen? Durch die Fenster des Transporters konnte sie das Dock sehen. Wie der Finger eines Riesen ragte die Eingangsschleuse hervor. Sie legten an. Das Team schloss die Visiere der Helme, stellte eine luftdichte Verbindung zum Tor her. Da die Energieversorgung, Lebenserhaltung und der Gravitationsgenerator der Station außer Betrieb waren, gab Toma den Zugangscode des Bundes manuell ein, drehte mit Hilfe von zwei Männern an der Kurbel der Schleuse. Das Schott öffnete sich in quälender Langsamkeit, dahinter gähnte leere Dunkelheit. Auf Tomas Befehl setzte sich eine bewaffnete Kampfeinheit in Bewegung. Das dumpfe pochende Geräusch von Metall auf Metall klang schmerzlich laut in der einsamen Stille. Gemeinsam mit dem Kampftrupp folgte Halona der Maschine durch eine endlose übermannshohe Röhre. Helmlampen warfen geisterhafte Schatten auf vereiste Wände. Eine zweite Metalltür: abermals manueller Code, Betätigen der Kurbel. Ein leerer Raumanzug schwebte ihnen entgegen, eine Stablampe, ein paar Trinkbecher. Toma schob sie zur Seite, betrat die im Bau befindliche Empfangshalle. Dunkelheit, Baugerüste wie zerrissene Spinnweben, einsam und vereist.


»Wir untersuchen zuerst die Mannschaftsräume, dann den Waffenraum«, hörte Halona Tomas Stimme in ihrem Implantat. Sie stapften zwischen den Gerüsten hindurch, schoben Werkzeuge zur Seite, einen Konstruktionsroboter, der wie eine überdimensionierte Gliederpuppe aus dem Weg glitt. Die Mannschaftsquartiere waren leer, der Waffenraum wie ausgeplündert, die Messe ausgefüllt mit Speisen und Getränken, erstarrte unförmige Klumpen neben Besteck und Geschirr. »Jetzt bleibt nur noch die Konstruktionshalle.« Toma schritt zum Tor, öffnete es mit Hilfe von vier ihrer Männer. Ein dunkler Durchlass wie ein gähnender Schlund tat sich auf, Lichtkegel, die sich durch das Unbekannte tasteten. Weißliche Formen, rote Tropfen.


»Diese Monster«, flüsterte jemand kaum hörbar.


»Wie können sie nur so die Waffenruhe brechen?«, presste Toma wütend hervor. »Sichert die Räume!«, befahl sie. »Kümmere dich um die sterblichen Überreste!«, wandte sie sich an Halona.


Wie automatisch sandte Halona die Befehlsbestätigung. Sie näherte sich dem Gewirr aus Armen und Beinen, Blut- und Gewebefetzen. Das sind Laurasier, Mütter und Väter, Freunde, Angehörige des Interplanetaren Bundes. Jetzt sind sie zu kopflosen Torsos geworden. Jedes Haar ihres Körpers schien sich aufzurichten. Nur ein Volk nahm Köpfe als Trophäen. Ich werde über Gewebeanalysen ihre Identität feststellen müssen, zwang sie sich zu ihrer Aufgabe. Ich muss den Hinterbliebenen eine Sterbenachricht zukommen lassen. Wie fühlte es sich an, einen Vertrauten zu beerdigen, dem der wesentlichste Teil seiner Persönlichkeit fehlte?


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