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Science Fiction
Buch Leseprobe Alkatar, Anja Fahrner
Anja Fahrner

Alkatar


Katharsis

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Alvan ritt mit seiner Gruppe weiter, mitten in den stummen Hass, der sein Inneres versengen wollte. Die- se Gefühle waren es, die ihn zu etwas Besonderem machten, ihn manchmal um den Verstand zu bringen drohten. Er war der einzige Telepath auf dem Planeten – und der Einzige, der das Portal zur Erde aktivieren konnte. Die Technik reagierte auf sein Erbgut und verweigerte sich jedem anderen Lebewesen.


Die Menge bedrängte die Soldaten, stieß Pfiffe und empörte Laute aus. Der Ruf »Gloria den Menschen! Jetzt!« wurde zu einem ohrenbetäubenden Angriff.


Langsam ritten sie weiter.


Alvans Sinne waren aufs Äußerste geschärft. Angespannt spürte er den unzähligen Lebewesen nach, ihrer hasserfüllten Spannung, versuchte potenzielle Angreifer herauszufiltern. Doch er fühlte nur eine vereinte Ladung Hass, die ihn an einen brodelnden Kessel voll stinkendem Teer erinnerte. »Schneller«, befahl er mit rauer Stimme und verstärkte den Druck seiner Schenkel an den Flanken seines Tieres. Er wollte so rasch wie möglich ins festungsähnliche Rathaus, wo seine Männer und seine Familie sicher waren. Wie oft hatte er vorgeschlagen, Istaria und Lara zur friedlichen Erde zu bringen, aber seine Frau weigerte sich, ihn zu verlassen. Wenn er nicht bei ihr war, wurde sie von heftigen Angstattacken heimgesucht. Noch immer verfolgten sie die grauenhaften Bilder des Aufstandes vor zwölf Jahren.


Ein feines Surren durchdrang den Tumult. Alvans Unterbewusstsein kannte dieses Geräusch und reagierte instinktiv, rascher als ein Mensch dazu imstande gewesen wäre. Er duckte sich. Im selben Moment spürte er einen Luftzug und vernahm dieses widerliche Geräusch dicht an seinem Kopf. Ein Anschlag auf mich! Noch bevor er den Gedanken zu Ende bringen konnte, hörte er einen dumpfen Aufschlag neben sich, einen erstickten Aufschrei. Lara!


Sie sank neben ihm in sich zusammen, drohte von ihrem Karnup zu rutschen. Ein Pfeil war in ihre Brust eingedrungen.


»Runter und zu mir«, brüllte er seiner Tochter Istaria zu. Gleichzeitig nahm er mentalen Kontakt zu ihr auf,obwohl er wusste, dass sie das verabscheute. Er blockierte ihren Schrecken, überrollte ihre Abwehr und zwang sie unter seine Kontrolle, während er von seinem Karnup absprang, um Lara auf seine Arme zu nehmen. Nur am Rande registrierte er, wie ihn Darkon mit seinen Männern abschirmte, wie er Befehle bellte. Inmitten der Krieger und Tiere rannte er los, dicht hinter sich seine Tochter, die ihm keuchend folgte. Warum habe ich mich geduckt? Ich bin als Geleitschutz ausgebildet und hätte sie mit meinem Körper schützen müssen!, schrie sein Verstand, als er Laras schwindende Lebensenergie spürte, ihm ihr warmes Blut über die Arme lief. Ihr Geist war wie ein ersterbendes Feuer.


Entrüstete Schreie brandeten durch die Menge, ein wütender Ausruf der Wallnas. Es erinnerte ihn an eine Rotte tobsüchtiger Tiere, die ohne Rücksicht auf das eigene oder fremde Wohl alles angriffen, was ihnen in den Weg geriet. Waffen klirrten. Es hörte sich an wie Krieg.


Die Gruppe erreichte das Rathaus, passierten das riesige Tor, das sich hinter ihnen mit einem endgültigen Laut schloss und die tobende Wut des Volkes aussperrte.


Helfende Hände streckten sich Alvan entgegen, der Armeefeldscher stürmte auf ihn zu, brüllte Befehle. Bald war Lara von hektischer Betriebsamkeit umhüllt. Alvan stand hilflos daneben, konnte nichts tun, außer sich auf ihr Inneres zu konzentrieren, auf den stechenden Schmerz in ihrer Brust, ihre angstvolle Erregung, ihre steigende Todesangst. Seine Tochter stand neben ihm, genauso hilflos wie er, mit geballten Fäusten und Tränen in den Augen. Als er sie in seine Arme nehmen wollte, stieß sie ihn heftig von sich. Er unterdrückte seine Enttäuschung, zwang sich zur Ruhe, nahm einen Teil von Laras Schmerz auf sich, sandte ihr Wärme und seine Liebe.


Ihre Blicke trafen sich, ein letzter Abschied, ein kaum wahrnehmbares Lächeln.


Er fühlte den Frieden, der seine Frau durchdrang. Verzückt breitete sie die Arme aus, als begrüße sie einen imaginären, lang vermissten Freund. Dann sank sie kraftlos zusammen, ihre Augen erloschen.


Der Arzt schüttelte resigniert den Kopf und schloss ihre Lider.


Alvan wandte sich ab, um seinen Schmerz zu verbergen, die Trauer, die sein Herz zu einem schwarzen schmerzenden Klumpen machen wollte.


Istarias herzzerreißendes Weinen durchbrach die Stille des Todes.


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