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Bücher Satire
Buch Leseprobe Wer kotzt der putzt, Thomas Reich
Thomas Reich

Wer kotzt der putzt



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Der Graf von und zu Trunksucht



Das große Fest hatte vor wenigen Minuten begonnen. Alles wartete gespannt auf den Gastgeber, und da kam er die Treppe herunter, der Graf von und zu Trunksucht. Es war wieder einmal soweit: Er begab sich unter die Normalsterblichen. Der Graf breitete die Arme aus und rief:


“Nüchtern kommt mir hier keiner raus!“


Dann lächelte er zufrieden, als der tosende Beifall den Saal erfüllte. Katzen haben bekanntlich 9 Leben, und man munkelte, der Graf habe 9 Lebern. Und wahrlich, er war ein Blaublütiger. Heute hatte er sich ein Faß auf den Rücken geschnallt, das ihn intravenös mit Bier versorgte.
Und er hatte geladen. Nicht nur Spirituosen, nein, auch Gäste. Die prominentesten unter ihnen waren da wohl: Mehmet Atatürk, der Diplomasylant aus der Werbung, Atze die Fratze, der diesjährige Sieger bei „Hackfresse des Jahres“, und zu guter letzt Baronesse Pipi von Schlönz.
Natürlich durften heute Abend die Partyspiele nicht fehlen. Wir entschieden uns für Flaschendrehen. Klingt langweilig, was? Nicht aber, wenn man statt der Flasche einen Buckligen nimmt, ihn wie eine Schildkröte auf den Rücken wirft & dreht. Folgende Spielregeln sind dabei zu beachten: Der, auf den der Kopf zeigt, muß einen Schabrackentanz aufführen. Der, auf den der Hintern zeigt, muß die Titelmelodie von „Gone with the wind“ furzen.
Um Mitternacht riefen wir eine Seance ein. Wir beschworen den großen Weingeist. Und er kam nicht allein. Er brachte gute Freunde mit. Einen großen, kräftigen Rausch nebst seinen Töchtern, ein paar reizenden kleinen Gläsern. Zum Abschluß der Seance gaben wir ein paar Böllerschüsse ab, dass heißt wir ließen die Sektkorken knallen. Und der Sekt hielt, was er versprach. Nicht nur die Korken knallten, nein, auch er selbst knallte auch voll rein. Irgendwann in den frühen Morgenstunden rief der Graf von und zu Trunksucht:
„Leute, tragt mir die Treppe rüber, alleine komm ich nich mehr hin.“


Als er das Geländer in der Hand hatte, und über den starken Seegang geflucht hatte,
verkündete er


„Ich fahr euch jetzt ins nächste Wahllokal.“
Mann, die Fahrt werden wir nie vergessen. Der Graf fuhr Verkehrsinselslalom. Als wir schließlich ankamen, rieb er sich den Bart und sagte:


„Ja, das ist das Lokal meiner Wahl.“
Wir betraten das Wahllokal, und der Graf grölte auch gleich los:


„Die nächste Runde geht auf mich!“


Alle Gäste im Lokal starrten uns verständnislos an. Unser Diplomasylant lallte die ersten Worte, um das Schweigen zu brechen:
„Wirt, fulle er mich eine Urne mit Bier auf.“
„Raus hier. Du willst eine Urne? Kannst du haben!“
Er schlug Atatürk die Urne um die Ohren. Das war der Auftakt zur großen Saalschlacht. Nach einer Viertelstunde fiel das erste Tor. Leider ein Eigentor. Peinlich, peinlich. Doch ein Lichtblick: gelbe Karte für den Wirt. Den Strafstoß führte der Graf von und zu Trunksucht selbst aus. Mit der Wahlkreisabgeordneten. Das nächste Tor war von uns. Das nächste auch. Foul von Baronesse Pipi von Schlönz., verdammt. Elfmeter! Leider war das Lokal nur 10 Meter lang. Egal, der Schuß ging wie ein Bumerang auf unsere Gegner zurück, voll auf die zwölf. Auf die Uhr des Schiedsrichters natürlich. Die Rolex war selbstverständlich hin. Als wir gingen, stand es 10:2 für uns. Dem Rest können sie ja in der Boulevardpresse nachlesen, wenn sie wollen.


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