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> Satire > Wenn die Filzlaus zweimal juckt
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Wenn die Filzlaus zweimal juckt, Thomas Reich
Thomas Reich

Wenn die Filzlaus zweimal juckt



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Vegan Vögeln

 


Von A. Stängel, Papstanwärter im vatikanischen Garten


 


„Liebe Gemeinde. Ist es nicht Zeit, den Pfad der völlerischen Fleischeslust zu verlassen? Der Sünde ins Gesicht zu blicken und Ätsch-Bätsch, hab dich zu sagen? Besinnen wir uns auf Stangengemüse, das famose Gemüse aus der Hose. Vermag es denn das Auge nicht vielmehr zu erfreuen als der gemeine Penis? Ist denn die Pampelmuse nicht lieblicher als das weibliche Gekröse?


Ich ergehe mich in meinem Lustgarten, hinter dem Haus. Pflanze nur das an, was ich auch ficken würde. Im Frühjahr ziehe ich die Ackerfurche, im Sommer wird das junge Gemüse gevögelt. Ökologischer geht es nicht mehr! Wo alles seine natürliche Zucht und Ordnung hat. Und wenn diese versauten Biester nach Regen schreien, so will ich ihnen eine Natursektdusche verpassen. Überhaupt ist Ammoniak der beste Dünger. Denn wenn die Natur ruft, so verrichte ich auch das große Geschäft im Garten. Natürlich wasche ich das Gemüse, bevor ich es ins Schlafzimmer nehme. Ich bin ja nicht pervers! Wobei Rankpflanzen eine devote Ader in mir zum klingen bringen. Aber wem geht es nicht so?


Wer den besonderen Kitzel zu schätzen weiß, sät Kresse in der Nille aus. Wenn der Fleischstängel sein Köpfchen zur Sonne reckt, prickelt das junge Grün, dass es eine helle Freude ist! Meine liebste Spielart ist mir die Photosynthese.


Wir brauchen kein Fleisch, um der Fleischeslust zu frönen. Wie oft schon stellte ich mir diese Frage, wenn ich auf dem Wochenmarkt wandelte. Und doch scheuchten sie mich mit Schimpf und Schanden nach Hause. Waren es meine Predigten, die sie abstießen? Oder doch der Moment, wo ich mich in heiliger Ekstase pudelnackig in der Auslage wälzte? Ich werde es wohl nie erfahren...


Wenn der Winter naht, brennen meine Lenden. Sollte ich Enthaltsamkeit lernen, nur weil ich die Kartoffeln einlagern muss? Nein, den Pflanzenfreund mit dem grünen Pimmel locken Ausweichquartiere. Kommt mir nicht mit dem jungen Gemüse! Ich bin ein gottesfürchtiger Christ, der die Gesetze des Herrn befolgt. Reif muss es schon sein. Gehen sie doch einfach mal in den Supermarkt, und testen sie die Melonen. Wenn sie beim ersten Anstich nicht zermatschen, sind sie gerade richtig.


Nach all den Skandalen, die die katholische Kirche die letzten Jahre heimsuchten, ist Pflanzenliebe doch endlich einmal eine frohe Botschaft. Echt, man konnte sich ja in kein Internat mehr trauen, ohne mit Steinen beworfen zu werden! Dabei gibt es die Pflanzenliebe, seit Gott den ersten Menschen nach seinem Ebenbilde ausgeformt hat. Zielsicher griff Eva nicht zur Schlange, sondern zum Apfel. Und das soll Sünde sein? Danach kamen die beiden erst richtig auf den Geschmack! Der sexuelle Reiz eines Apfels reichte nicht mehr aus, um sie zu stimulieren. Ein Feigenblatt musst her, welches sich prickelnd an die Scham schmiegte.


Doch auch ein veganes Sexualleben vermag nicht vor Krankheiten zu schützen. Kratzend erinnern wir uns an Blattläuse. Solange es nur keine Wurzelfäule ist! Dann fällt einem nämlich der Stängel ab. Mit Grauen denken wir an die Frankfurter Soße, ein ekelhafter Ausfluss mit Petersilie und Kerbel.


So. Und nun drehen wir einen Obstporno mit drallen Äpfeln und strammen Bananen. Natürlich alles Safer, die Banane bleibt in der Schale. Zum Gruppensex gesellt sich ein gemischter Obstsalat hinzu. Da sind wirklich alle versauten Früchtchen vollzählig versammelt.


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