Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Satire > Spruchreif!?
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Bücher Satire
Buch Leseprobe Spruchreif!?, Gerhard Uhlenbruck
Gerhard Uhlenbruck

Spruchreif!?


Einschlägige Geistesblitze

Bewertung:
(287)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
3151
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
in jeder Buchhandlung und beim Verlag
Drucken Empfehlen

Vorwort


Motto: Was ich weiß, das macht mich heiß - es aufzuschreiben,
denn was man schreibt, das bleibt - hoffentlich.


 


Dieses Büchlein beinhaltet Aufzeichnungen und Notizen in Form
von Gedanken, Sprüchen und aphoristischen Assoziationen, die bei
der Führung eines Tagebuchs im Laufe der letzten Jahre angefallen bzw.
mir eingefallen sind: Menschliche Erfahrungsheilkunde verpackt und
komprimiert in Spruchweisheiten, die nicht zuletzt auch dem Autor
als therapeutisch wirksame Lebensregeln dienten, um mit den nicht
immer zu verstehenden Gegebenheiten des Lebens fertig zu werden,
oder um zwischenmenschliche Probleme nachdenklich zu verarbeiten.
Für den Immunologen versteht es sich in diesen Zusammenhängen,
dass es sich dabei nur um mentale Abwehr-Reaktionen oder auch um
Sensibilisierungen bis hin zu allergischer Empfindlichkeit handeln
kann. Aber es gibt natürlich viel mehr Kompatibles, Passendes und
Zutreffendes, mit dem man sich identifizieren konnte, beispielsweise
bei Themen wie Krankheit und Gesundheit, Glück und Unglück,
Sport und Leistung, Liebe und Sehnsüchte, Stress und Neid, um nur
einige Polaritäten und Gegensätze zu erwähnen, gegen deren Folgen
man nicht immer resistent gewesen ist.


Wie aber kommt man nun dazu, als Wissenschaftler und Arzt, Hochschullehrer und wissenschaftlicher Buchautor, sich auf so ein a priori fremdes Terrain zu begeben? Ein Anlass derartige Schreibhefte anzulegen, war eine nach dem Staatsexamen aufgetretene schicksalhafte Erkrankung, erst als Tuberkulose, dann als Sarkoidose diagnostiziert, eine seltene chronisch-entzündliche Krankheit, deren bekanntester Patient der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard war. So startete der Beginn meiner Laufbahn als Arzt zunächst einmal in einer Reha-Klinik als Patient, d.h. ich lernte meinen Beruf sozusagen von der Pike auf. Dort, in der als Gefängnis empfundenen Kaserne Krankenhaus gab es nur einen Wunsch: Überleben, gesund werden und dann nichts wie raus! Und so entwickelte ich Selbsthilfe-Strategien, motiviert von dem Wunsch nach äußerer Freiheit und nach innerer Befreiung von den bedrückenden Beschwerden. Zu diesem Zweck „erfand“ ich die „Therapie der kleinen Schritte“, d.h. eine Art Trab- und Lauftraining (jeden Tag ein paar Schritte mehr) für den Körper, sowie die Lebens-philosophische Kleinkunst, Sätze über den Sinn meines Inder- Welt-seins zu formulieren für den Geist. Beide Überlebenstechniken habe ich im Verlaufe meines Lebens beibehalten, was zu beachteten Erfolgen auf dem Gebiet des Sports und der Sportwissenschaft (1), aber auch zu einer Anerkennung auf dem literarischen Gebiet geführt hat (2,3).


Auf diese Weise entstand eine Art Immunabwehr, die einen „laufend und schreibend“ immun gemacht hat gegenüber dem, was einem im Leben nicht gepasst hat und was nicht zu einem gepasst hat. Dennoch war man nicht immer körperlich und geistig fit, d.h. gut angepasst und gesund, um die Aufgaben und Ziele, die man sich gesetzt hatte, erfolgreich bewältigen zu können, denn man hat oft seine Ziele nicht erreicht, falsch gehandelt, und Fehlentscheidungen getroffen, oder auch ganz einfach versagt als Mensch und als Meister seines Fachs. Deshalb kommen Menschliches und Zwischenmenschliches, Gesundes und Krankmachendes, Witz und Widersinniges, Tragik und Trauer, Lust und Frust, Komisches und Karneval, Klüngel und Kommerz u.a.m. in diesen kurzen Texten nicht zu kurz.


So kann man meinen Gedankengängen folgen wie in einer Art Seelenwanderung, sich über gelegentliche aphoristische Zuspitzungen freuen, und sich einige Lebensregeln mit Humor zu Gemüte führen. Diese Sätze sind aus dem Alltagsleben gegriffen und daher nicht geordnet, sondern bieten in bunter Folge schwarz auf weiß immer wieder verschiedene Variationen der mich bewegenden Themen an, oft an Sprichwörtern festgemacht oder sprachlich an Redensarten orientiert. Dahinter steckt auch eine Möglichkeit der Hinterlassenschaft, denn wenn man das Leben hinter sich gelassen hat, möchte man etwas hinterlassen (siehe Motto). Die Wiederkehr einander ähnlicher Sinnsätze, immer wieder unter anderen Aspekten, liefert eine Art Grundmelodie, welche die Töne der Thematik mal mehr oder weniger untermalt und begleitet, sodass sie einem durch den Kopf gehen und zum Nach-Denken, ähnlich einem Nach-Summen anregen.


Nicht nur mein aufrichtiger Dank, sondern auch meine respektvolle Bewunderung gilt dem Verleger Herrn Dr. N. Brockmeyer, der Mut und Mühe nicht gescheut hat, dieses Buch herauszubringen. Ich hoffe und wünsche, dass es sich für den Verlag sein Engagement auszahlt, und damit auch für die Leser Gewinn bringt. Ganz besonders bin ich einem großartigen Freund in tiefempfundener Dankbarkeit verbunden, Prof. Dr. Wolfgang Mieder von der Universität in Burlington, Vermont (USA), weil er, immer wohlwollend mich ermunternd und kritisch korrigierend, mein Schreiben seit Jahren mit seinen Kommentaren und mich oft zitierend begleitet hat. Motivierende Rückendeckung verdanke ich auch dem Aphoristik-Sprachwissenschaftler Dr. Friedemann Spicker und dem Aphoristiker Dr. Jürgen Wilbert, beide vom Vorstand des Fördervereins Deutsches Aphorismus-Archiv in Hattingen, die sich besonders verdienstvoll für die Renaissance dieser Literaturgattung immer wieder eingesetzt haben, und damit auch mir eine Plattform der Präsentation geboten haben.


 


Literatur:


Alexander Weber, Wolfgang W. Schüler: Warum Cooper Aerobics erfand: 11 große Theoretiker der Lauf-Gesundheit. LAS Verlag, Regensburg, (2005)


Wolfgang Mieder: „Auf Herz und Nieren prüfen“: Phraseologische Aphorismen von Gerhard Uhlenbruck, Ralf Reglin Verlag, Köln (2007)


Jürgen Wilbert, Herausgeber: „Aus meinen Fehlern werden andere klug“ Festschrift zum 80. Geburtstag von Gerhard Uhlenbruck, Universitätsverlag Dr. Norbert Brockmeyer, Bochum (2009)


Köln, im Februar 2011                                                                         Gerhard Uhlenbruck


 


Selbstwertgefühl: Die meisten Menschen wollen den Anschein erwecken, dass sie anscheinend aufgeweckt sind.


 


Ein Mensch, der den Verstand verliert, gewinnt dafür an menschlichem Verständnis.


 


Selbstgefällig schmeichelt uns, was den Anderen an uns gefällt.


 


Die meisten Menschen sind rechtschaffen: Sie schaffen sich zu Unrecht auf Kosten anderer ihr Recht.


 


Wer nur für seinen Lohn lebt, dessen Leben lohnt sich nicht für ihn.


 


Mit Humor kann man sogar die Schokoladenseiten des Lebens durch den Kakao ziehen.


 


Liebe: Das höchste Gefühl ist auch gleichzeitig tiefste Empfindung.


 


Wenn man etwas durch einen Aphorismus auf einen Nenner bringt, dann bleibt unter dem Strich das, was zählt.


 


Mit trockenem Humor kann man anderen das Wasser abgraben, sodass sie kein Oberwasser bekommen.


 


Das Fieber einer leidenschaftlichen Liebe endet nicht selten in einem Abschüttelfrost.


 


Klüngel in Köln bedeutet, dass man durch ein abgekartetes Spiel ein As werden kann.


 


Verschiedene Standpunkte bedeuten verschiedene Blickwinkel mit unterschiedlichen Gesichtspunkten: Meinungsverschiedenheiten.


 


Jeder Erfolg beinhaltet den Wunsch, ihn noch steigern zu müssen, denn ein Erfolgserlebnis ist viel zu schön, um es nicht noch einmal erleben zu wollen.


 


Der Erfolgszwang kann sich auch zwingend aus dem Steigerungsdrang und dem Wiederholungszwang ergeben.


 


Angeberei beruht meist auf den Angaben, welche andere uns vorgeben und denen wir gerne noch etwas zugeben.


 


Die Zeit, die man verloren hat, die bringt kein Finderlohn zurück!


 


Bei dem Prinzip der Neidvermeidung ist es untersagt, zu viel über sich zu sagen.


 


Lebensstil: Wenn ich dran bin mich zu bessern, dann bin ich besser dran und gut drauf.


 


Reformen: Man schlachtet lieber einige heilige Kühe als das goldene Kalb!


 


Ökologie: Weil man früher so wenig nachgedacht hat, muss man heute so viel vordenken!


 


In dem Wort Verantwortung steckt das Wort Antwort: Und die gibt uns unser Gewissen!


 


Als Aphoristiker trägt man sich mit dem Gedanken, seine Gedanken vorzutragen und zur Sprache zu bringen.


 


Was die Menschen schier unerträglich macht: Die Gier nach Erträgen!


 


In der Liebe wird das eigene Selbstwertgefühl besonders gesteigert, wenn die allgemeine Wertschätzung des Anderen besonders hoch ist.


 


Wenn man mit seinen Gedanken auf der richtigen Fährte ist, möchte man keinen Gefährten bei sich haben.


 


Kreative Gedankengänge: Wenn man auf der richtigen Spur ist, sollte man spuren, um etwas aufzuspüren und dann spurten, damit einem keiner nachspürt.


 


Kreativität heißt auch, dass man das scheinbar Undenkbare auf denkbaren Umwegen denken lernt.


 


Liebe macht blind, weil man sich dann auch blind vertraut.


 


Weil die Liebe blind macht, rennt man offenen Auges in sein Unglück.


 


Die Liebe macht blind, weil man in Bezug auf den Anderen beide Augen zudrückt.


 


Wenn einer gestorben ist, drückt man beide Augen zu - im Hinblick auf sein gelebtes Leben.


 


Ehen werden im Himmel geschlossen, deshalb fällt man danach auch aus allen Wolken.


 


Keine Liebe ist ohne Eigenliebe, kein Hass ohne Selbsthass!


 


Wer nicht schleimt, wird zur Schnecke gemacht und kann sich verkriechen.


 


Schadenfreude ist, wenn das Unglück anderer glücklich macht.


 


Gott Amor hat in der Liebe vor die Zeugungskraft die Überzeugungskraft gesetzt.


 


Wer hörig ist, gehorcht - ohne ganz Ohr zu sein.


 


Profit kennt kein Profil - was die Profiteure anbetrifft


 


Wenn man auf einen Menschen nicht abfährt, sollte man ihm eine Abfuhr erteilen, denn sonst versteht er nur noch Bahnhof.


 


Durch die Schadenfreude anderer wird man klug, was den Schaden etwas begrenzt.


 


Hunde die bellen, beißen nicht: Deshalb gehorchen ihnen auch die Schafe!


 


Das, was nicht in Frage kommt, beantwortet sich in der Regel selbst.


 


Wir nehmen mit Interesse wahr, dass nur der Wahrnehmung unserer eigenen Interessen unser wahres Interesse gilt.


 


Die körperliche Leistungsfähigkeit wird danach bemessen, was man messen kann; die geistige Leistungsfähigkeit ist Ermessenssache.


 


Es gibt coole Menschen, die entwickeln menschliche Wärme nur dann, wenn sie Fieber haben


 


In der Liebe ist der Mann als Eroberer nicht der Sieger: Gesiegt hat die eroberte Frau!


 


Selbsterkenntnis könnte der erste Weg zur Besserung sein, wenn da nicht immer die Eigenliebe im Wege stünde.


 


Heute zählt nicht nur die Leistung, sondern auch die Tatsache, dass man sich etwas leisten kann - oft auch ohne etwas geleistet zu haben.


 


Die meisten Menschen verstehen nicht, dass man sie nicht versteht, doch wenn man ihnen das zu verstehen gibt, verstehen sie es falsch.


 


In dem Wort Behandlung steckt das Wort Hand, und daher gehören zu einer Seelenmassage auch Streicheleinheiten.


 


Der Ruhm steigt leicht zu Kopf, weil der Erfolg dort ein gewisses Vakuum schafft.


 


Manchmal scheint es so, dass wir von Kain und Abel abstammen und nicht von Adam und Eva


 


.Altern: Das dicke Ende im Leben würde man gerne durch eine Diät verschieben.


 


Es sind ausgerechnet Menschen mit einem Vogel, die zu geistigen Höhenflügen neigen.


 


In einer Diktatur wird man von Menschen beherrscht, denen gegenüber man sich beherrschen muss.


 


Jede Zielsetzung setzt voraus, dass man auch startet, wobei man den Startpunkt nicht so weit verlegen sollte, dass man das Ziel nicht mehr im Auge hat.


 


Anatomisch sorgt ein Schleimbeutel für einen reibungslosen Ablauf, ökonomisch sorgt dafür die Bestechungsgeldbörse.


 


Wissenschaftler sind Zweifler: Das Überdachte muss immer wieder in Frage gestellt werden, und die Fragen müssen immer wieder überdacht werden.


 


Wir machen Gebrauch nur von den Menschen, die wir brauchen können.


 


Leute, die Geld wie Heu haben, dreschen nur Phrasen, wenn man sie nach der Herkunft dieser Gelder fragt.


 


Am Abgrund hat man tiefere Einsichten, aber selten ein größeres Echo für seinen Hilferuf.


 


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2020 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 8 secs