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> Satire > Meier. Ein deutscher Geheimagent
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Buch Leseprobe Meier. Ein deutscher Geheimagent, Peter Rieprich
Peter Rieprich

Meier. Ein deutscher Geheimagent



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„Gestatten, Meier, einfach nur Meier.“
Überrascht begutachtete Veronika Maschke das dicke Männlein, das sie hier am Rande des Stadtparks so formvollendet begrüßte. Meier war mit einem rostbraunen, bis über die Knie reichenden Ledermantel bekleidet. Obwohl der Gürtel auf dem äußersten Loch geschlossen war, spannte es doch ziemlich um den Bauch herum. Die Krempe des schwarzen Hutes verbarg das Gesicht, die Augen waren hinter einer Sonnenbrille nicht zu erkennen, und der Rest des pausbäckigen Gesichtes war nahezu vollständig durch einen schwarzen Schnauzbart verdeckt. Sie konnte sich das Lachen kaum verkneifen und dachte an ihr eigenes Spiegelbild, das sie vor einer knappen Stunde im Hotelzimmer kritisch betrachtet hatte. In ihrem rostbraunen, bis über die Knie reichenden Ledermantel machte sie eine gute Figur. Die Krempe des schwarzen Hutes bedeckte ihr Gesicht, die Sonnenbrille ihre Augen. Allerdings quoll unter ihrer Kopfbedeckung eine rote Lockenpracht hervor. Auf den Schnurrbart hatte sie verzichtet. Den Mantel trug sie offen, um ihren Minirock, der kaum breiter als der Gürtel war, und die langen Beine zur Geltung kommen zu lassen. Auch oben herum zeigte sie sich offenherzig. Sie hatte ihr engstes und sehr weit ausgeschnittenes Shirt gewählt, gedachte sie doch – so hatte sie auch ihren Kameramann Pierre instruiert – die Hauptrolle in diesem Film zu spielen. Als erstes Meier-Girl wollte sie in die Geschichte eingehen.
„Soso, Meier, wie originell. Und wo, mein lieber Meier, fangen wir nun an?“
„Am besten sollte ich vielleicht erst einmal einige Erläuterungen zu meiner Tätigkeit als Geheimagent …“
„Nix da, das schminken Sie sich gleich mal wieder ab. Wir sind hier doch nicht beim öffentlich-rechtlichen Bildungsfernsehen. Wir machen nur eins, und zwar Quote. Also bitte keine Statements, keine Erklärungen, Action ist angesagt.“
Meier war etwas aus dem Konzept gebracht, nun musste er wohl improvisieren.
„Gut, kommen wir also direkt zur Sache. Als erstes geht es darum, einen Toten Briefkasten zu entleeren.“
„Ja Herrgott, Meier, wir machen doch keinen Film über die Post. Einen Briefkasten leeren unsere Zuschauer jeden Tag, manche sogar mehrmals täglich. Das wollen die doch nicht auch noch abends im Fernsehen sehen.“
„Aber doch keinen toten. Als Toten Briefkasten bezeichnen wir Geheimagenten Verstecke für chiffrierte Nachrichten. Heute geht es um die Nachricht eines Top-Informanten aus dem islamistischen Milieu zur Kontaktaufnahme.“
„Nun gut, wollen wir das erst einmal so akzeptieren. Zur Not können wir es ja nachher auch rausschneiden.“
„Oder digital nachbearbeiten“, warf Kameramann Pierre ein.
„Nachbearbeiten, das geht natürlich immer, wenn eine Szene nicht richtig rüberkommt. Wo soll den dieser Briefkasten sein?“
„Hier in der Nähe, nicht mal hundert Meter weiter, in einem Baumstumpf.“
„Gut, dann los. Fertig Pierre? Also, Action please!“

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