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Bücher Satire
Buch Leseprobe KNAPP DENKBAR – APHODIKTISCHES, jürgen Wilbert
jürgen Wilbert

KNAPP DENKBAR – APHODIKTISCHES


Denkanzettelungen. Illustrationen von Zygmunt

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Liebe Leserin, lieber Leser,


 


falls Sie diese Zeile lesen, haben Sie schon Ihr außergewöhnliches Interesse für eine Randgattung der Literatur unter Beweis gestellt. Die Aphoristik fristet im offiziellen Literaturbetrieb leider nur ein Schattendasein. Für manche sind sie gar Quälgeister oder Spielverderber – auf jeden Fall scheiden sich an ihnen die Geister, nicht nur die kleinen – und das schon seit Jahrhunderten. Dessen ungeachtet hat der Aphorismus immer wieder unter Beweis gestellt, dass zu ihm „der längste Atem gehört“ (Karl Kraus). Und mit Ihrem Leseinteresse, mit ihrer „Vorliebe für das Hintergründige“ leisten Sie sozusagen einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz der Aphorismen in der Gegenwart.


Seit 2004 gibt es in Hattingen an der Ruhr die bundesweiten, inzwischen internationalen Aphoristikertreffen. Sie finden alle zwei Jahre statt und dienen dem fachlich-kollegialen Austausch der Autoren/Autorinnen, die sich dieser Gattung „verschrieben“ haben. Darüber hinaus möchten sie Werbung für die „kleine literarische Form“ betreiben. Seit 2005 wird im Stadtmuseum Hattingen das Deutsche Aphorismus- Archiv aufgebaut. Wenn Sie mehr über die Ziele und Aktivitäten des Archivs und des Fördervereins DAphA wissen möchten, dann schauen Sie auf unsere Internetseite www.dapha.de.


Das Ihnen vorliegende Büchlein möchte ebenfalls einen Beitrag zur Würdigung der Gattung des Aphorismus leisten. In einer Zeit der maßlosen Informationsschwemme und einer schon aus Zeitgründen mangelhaften Informationsverarbeitung können Aphorismen durchaus hilfreiche Dienste erbringen – ganz im Sinne einer zeitökonomischen, „widerwärtigen“ Aufklärung zwischen den Zeilen.


Dazu finden Sie Denkanstößiges im Kapitel 4 „Segnungen des Zeitgeistes“. Wer besonderen Spaß an Wortspielen hat, sei auf Kapitel 3 verwiesen. In ihm geht es ums „Spiel mit Worten zum Ernst der Lage“. Dabei steht der Aphoristiker in der Gefahr, mit viel Worttümelei seine Sinnsuche zu überspielen, d.h. zu verfehlen. Die thematische Gruppierung bietet auch Freunden philosophischer Sinnfragen im Kapitel 1 „Über die Fälligkeit des Sinns“ ebenso etwas wie denen, die sich mehr für Fragen der zwischenmenschlichen Beziehungen oder Verstrickungen interessieren. Letztere seien auf die 2. Rubrik „Ehe wem Ehe gebührt“ verwiesen. Das Kapitel 5 wendet sich insbesondere an die politisch Unverdrossenen, die sich von der „Qual der Wahllosigkeit“ und der „Parolisierung der Umwelt“ immer noch nicht entmutigen lassen wollen.


Dem polnischen Künstler Zygmunt Januszewski möchte ich für die Fortsetzung unseres Dialogs danken, der 2005 mit der Zusammenarbeit am „Hirnbissigen“ begonnen hat. Nun hat er wieder treffsicher „denkbar weite“ Illustrationen beigesteuert


Den speziell an Gattungsfragen Interessierten sei das Kapitel 6 „Trefferquote des Aphorismus“ ans Herz bzw. Hirn gelegt. Auch der Verfasser dieses Büchleins konnte es nicht lassen, sich „ohne Not“ Gedanken darüber zu machen, was das eigentlich ist: ein Aphorismus. Er hat seine Gedanken dann auch noch in Worte gekleidet, um sie in der Öffentlichkeit auszuführen. Ob sie dort – sprachlich wie stilistisch – eine gute Figur abgeben, das entscheiden nun Sie beim Lesen.


Jürgen Wilbert


 


(S. 9 ff) Über die Fälligkeit des Sinns:


Sinnfällig – Gibt es ein Verfallsdatum für Sinn?


 


Die Menschen kommen und gehen – nur nicht zur Vernunft.


 


Viele der herkömmlichen Sinnbilder sind längst zu Witzfiguren verkommen


 


Die Aussage: „Das steht doch außer Frage“ ist mehr als fraglich.


 


In großspuriger Gesellschaft kommst du nur noch zur Besinnung, wenn du aus dem Tritt geraten bist.


 


Der Götzendienst unserer Tage heißt: dem Sankt Tinnitus huldigen.


 


Des Menschen Wille ist zugleich sein größter Widersacher.


 


Absehbar Wenn Du Gedanken zielsicher übertragen willst, dann übergehe den Empfänger.


 


Von wegen Meinungsfreiheit: Manche müssen zur eigenen Meinung erst gezwungen werden.


 


(S. 17 ff)  Ehe wm Ehe gebührt:


Die gelungene Ehe: eine Verkettung glücklicher Umstände.


 


So manche panische Eheschließung ist der Weisheit letzter Torschluss.


 


Gleich und gleich gefällt sich gern.


 


Manche sind eben nur erheiratet.


 


Wer sich selbst nicht über den Weg traut, sollte sich auch nicht trauen lassen.


 


Je länger du jemanden auf Händen trägst, desto mehr trittst du auf der Stelle.


 


Es gibt auch so etwas wie Liebe auf den erstbesten Blick.


 


Lichtblicke können auch ins Auge gehen.


 


Die Grenzen zwischen Erotik und Sexualität sind beileibe fließend.


 


Schachweisheit: Dauert eine Hängepartie zu lang, setzt du die Liebe aufs Spiel.


 


Aus dem Nachwort von Friedemann Spicker ( S. 65 ff)


Der trommelnde Botschafter:


Jürgen Wilbert wurde 1945 in Düsseldorf geboren und machte kaum dreißig Jahre später seinen Doktor in Bonn. So sachlich muss das einsetzen, was in der Überschrift noch so unbestimmt verheißungsvoll klang. Abwarten! Manchmal gibt es ja auch nach dem Doktor noch Entwicklung. Unter anderem versteht er mit dieser akademischen Grundlage etwas von Englisch und Politikwissenschaft, hauptsächlich von Pädagogik. Ganz hauptsächlich versteht er allerdings etwas von dem, was die Uni nicht lehrt. Auf den Doktor folgt der ordentliche Assistent in Bonn, und als er sich nicht länger als Universitätslehrer sieht, der hauptberufliche „Andragoge“, sprich „Erwachsenenbildner“. Dann wäre da noch eine Karriere bis zum „Fachbereichsleiter Weiterbildung und Kultur“ in Hattingen an der Ruhr.


Bereits als Schüler wurde er durch Selbststudium mit und nach Stanislaw Jerzy Lec zum Aphorismusenthusiasten. Wenn er auch das glücklicherweise noch mit so manchem anderen teilt, dann ist er einzig in dem, was über die Jahre folgt und was ihn zum Botschafter werden lässt: Botschafter des Aphorismus, akkreditiert durch kein Land, sondern durch Leidenschaft und Leistung.


Was macht einen Botschafter aus, was muss er können? Zunächst einmal muss er etwas nicht können: davon lassen. Dann muss er nicht nur lesen und sammeln, sondern auch Ideen und die nötige Tatkraft haben, um die hochgeschätzte kleine Gattung aktiv zu vertreten. Dazu muss er etwas Unlernbares können: Leute zusammmenbringen, Geld „zusammentrommeln“, so heißt ja wohl das entsprechende Bild. Botschafter Wilbert stellt 2004 das erste deutsche Aphoristikertreffen auf die Beine, in Hattingen. Keine Eintagsfliege. Und so wie es sich entwickelt hat: mit dem nötigen Förderverein, mit dem angeschlossenen Aphorismus-Archiv, mit den vielen jährlichen Veranstaltungen, mit den zahlreichen Publikationen, und vielem mehr, mit den literarischen Wettbewerben, mit der überregionalen Würdigung, die nicht ausgeblieben ist: wie sie sich oder – besser gesagt – er sie weiter entwickelt hat, bleibt das auch keine „Viertagsfliege“. „Viertagsfliege“? Das vierte Treffen im Zweijahresrhythmus findet turnusgemäß wieder im November 2010 statt. Diese Idee hat sich also ganz schön gemausert, würde einer sagen, der es mit literarischen Bildern nicht so eng hält. Wer mehr darüber erfahren möchte, klicke nach im Internet: www.dapha.de und www.aphoristikertreffen.de.


Was zeichnet den Botschafter noch aus? Literarische Vorträge oder Streifzüge, wie er sie gerne nennt, zusammenstellen und so präsentieren, dass die Leute nicht nur wiederkommen, sondern auch infiziert werden. Ein Referent? Viel zu trocken. Ein Vortragskünstler? Wohl etwas zu dick. Bleiben wir doch beim Botschafter, beim Repräsentanten, aber einem, der die formelle Repräsentativität meidet, und, weil Musik für ihn unbedingt dazu gehört, nebenher auch die entsprechende „Szene“ kennt und Musiker engagiert. Als „Musiker“ auch ein „Maler“, wenn wir die Sprache ernst nehmen, ihr also beim Spielen zusehen, denn was hat er da nicht alles auf der Palette? Wenn Sie hören wollen, aphoristisch pointiert, wie „Der Mensch nach dem Glück sucht“ oder seinen „ungesunden Menschenverstand“ einschaltet, was er „Von der Liebe und anderen Liebhabereien“ hält, wie er „im Spiegel französischer und spanischer Aphoristiker“ aussieht oder „Vom Sprichwort zum Aphorismus“ kommt, wenn Sie einen vergnüglichen Einstieg in Autoren wie Wilhelm Busch, Mark Twain oder Lec suchen… – nur hereinspaziert: www.aphoristiker.de...


 


 


 


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