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> Satire > Ich, Rex Guido I.
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Ich, Rex Guido I., Jens Petersen
Jens Petersen

Ich, Rex Guido I.


Vizekönig von Deutschland

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Aber ich will mich nicht auch noch in das Ressort von Frau von der Leyen einmischen. Es reicht schon, wenn ich dem Brüderle und dem Rösler gute Tipps gebe. Das ist auch etwas ganz anderes, das sind ja meine Leute, seit Monaten auf Guidohorsam gedrillt. Nur dem Niebel würde ich manchmal wünschen, auf einem Trampelpfad irgendwo in einem subtropischen Regenwald in seine Machete zu stolpern. Gewollt oder nicht gewollt, jetzt ist er eben Entwicklungshilfeminister. Da hilft kein Jammern, wenn ich im Kabinett am frühen Morgen sein Gesicht sehe, meine Fresse. So viel könnte ich gar nicht frühstücken, was ich k…. muss, aber lassen wir das. Immerhin durfte ich im Zuge dieses diplomatischen Wikileaks-Desasters auch ein bisschen klammheimliche Freude erleben, bezeichneten die Amis doch den Niebel als eine „sonderbare Wahl“! Obwohl – eigentlich habe ich ihn ja ausgewählt. Danach mussten wir natürlich ein Bauernopfer bringen. Getroffen hat es dann ja bekanntlich meinen seinerzeitigen Büroleiter Helmut Metzner. Egal, alles in allem sind wir letztendlich doch ein Spitzenteam, smart, eloquent, ergebnisorientiert. FDP eben! Ich habe jetzt einen perfekten Medientrainer an meiner Seite, Sky du Mont. Wie der Mann im Werbefernsehen in eine Alkoholpraline beißt, so muss man auch als Vizekanzler über den Bildschirm kommen. Politisch allerdings muss er noch dazulernen, da bin ich ihm über. Er hatte sich ja seinerzeit in dieser Hamburger Volksabstimmung rund um die sechsjährige Grundschule engagiert. Ist ja sein gutes Recht als Bürger mit einem adligen Namen. Dann allerdings wurde er in so einer Talkshow damit konfrontiert, dass diese Bewegung ja von eher Besserverdienenden initiiert und gesteuert worden war. Das wollte er nicht so stehen lassen: „In Blankenese“, also einem Viertel überwiegend wohlhabender Menschen, „hat nur eine Minderheit die Gesamtschule abgelehnt. Aber in Wilhelmsburg – wenn ich da vor einem Laden stehe, wo die Leute, äh, Nägel kaufen – die Menschen dort haben noch ein gesundes Verhältnis zur Demokratie.“ Das hätte ich natürlich weitaus eloquenter abgewickelt, schließlich sind doch die Blankeneser ohnehin eher meine Klientel, während Wilhelmsburg mit seinen Nagelverkäufern ja wohl eine Gegend für die Sozis oder die Linke ist. Aber ich schweife ab. Sechs Jahre habe ich mich mit dem Jurastudium beschäftigt, war dabei eher Popper als Punker, danach hat mich mein Vater mit seiner Kanzlei weitere drei Jahre durchgefüttert. Tja, und dann waren da nur noch die FDP und mein Deutschland. So ist es mir also im Verlaufe meines Lebens ohne großen Aufwand gelungen, nacheinander meinen Eltern, der Friedrich-Naumann-Stfitung, der FDP und nun meinem Heimatland auf der Tasche zu liegen. Wer derlei geleistet hat, der darf doch wohl mit Fug und Recht von Leistung reden und diese von jedem einfordern. Meine Leistung jedenfalls hat sich schon jetzt gelohnt!


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