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> Satire > Gedanken-Übertragung.
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Gedanken-Übertragung., Kamburg, P./Spicker, F./Wilbert, J. (Hrs
Kamburg, P./Spicker, F./Wilbert, J. (Hrs

Gedanken-Übertragung.


Aphorismen - Fachbeiträge - Illustrationen,

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Facetten der aphoristischen Gedanken-Übertragung


Zur Einführung


 


Was kann beim Aphorismus nicht alles Gedanken-


Übertragung sein: Wie kommt der Aphorismus


von einer Sprache in die andere? Was gewinnt,


was verliert er dabei? Wie und wieso


kommt der Gedanke zu (s)einem Bild und umgekehrt?


Wie und warum werden viele Zitate,


Sprichwörter und Redewendungen in den


Aphorismus übertragen und abgewandelt? Wie


ist das europäische Netz der kleinen Gattung


seit den Tagen eines La Rochefoucauld im 18.


Jahrhundert bis in unsere Gegenwart geknüpft?


Verständlich genug, dass sich das Deutsche


Aphorismus-Archiv im Jahre 2010 solch vielfältigen


Gedanken-Übertragungen widmete. Im


Vorfeld des 4. Internationalen Aphoristikertreffens


2009 schrieben die Herausgeber, die


zugleich für ihre Institutionen


Stadtmuseum und


Förderverein DAphA Hattingen


Veranstalter der Tagung


sind, einen Aphorismenwettbewerb


zu diesem Thema aus, an dem


361 Autoren teilnahmen.1 Diese Resonanz zeigte


uns bereits das starke Interesse an der Thematik,


die auch als Leitthema für das Aphoristikertreffen


2010 gewählt worden war. Vor allem


Fragen des Übersetzens, des Übertragens von


Aphorismen standen damit auf der Agenda des


Aphoristikertreffens im für die Ruhrregion so bedeutsamen


Kulturhauptstadtjahr 2010. Wie


schon in der Einleitung zum Wettbewerbsbändchen


angemerkt wurde, ist auch im Hinblick auf


die Gewinnung von Teilnehmern für dieses Treffen


eine Übertragung, mit anderen Worten eine


Ansteckung im positiven Sinne gelungen. Denn


es haben sich wieder an die vierzig Aphoristiker/


innen bzw. Freunde dieser Literaturgattung


infizieren lassen und sind zum Teil von weither


- so u.a. aus der Schweiz, aus Luxemburg, Polen


und Finnland - der Einladung zum kollegialen


fachlichen Austausch in die Ruhrstadt Hattingen


gefolgt.


Im vorliegenden Band findet der Leser alle Fachvorträge


der Tagung.2 Er ist erweitert um ursprünglich


italienisch bzw. polnisch verfasste


Aufsätze von Werner Helmich und Stefan Kaszyñski,


die die Diskussion um die Übersetzung


von Aphorismen auf dem Treffen wesentlich bereicherten


und die hier erstmals in deutscher


Sprache vorliegen. Wie in den Bänden zu den


Treffen 2004, 2006 und 2008 sind des weiteren


jeweils drei Aphorismen der Tagungsteilnehmer/


innen zum Themenkranz „Gedanken-Übertragung"


abgedruckt, ferner drei kurze Praxisberichte


über die Planung und den Verlauf der


Lesungen an Hattinger Schulen. Dank der Förderung


durch die LWL-Kulturstiftung (Landschaftsverband


Westfalen-Lippe) kann somit


wieder ein aspektreiches


Kompendium über den Umgang


mit Aphorismen - in


Theorie und Praxis - vorgelegt


werden.


Wer hätte 2004 beim ersten Treffen schon gedacht


oder gar gewettet, dass es eine vierte


Auflage dieses europaweit einzigartigen Literaturforums


geben würde? Dass es sich in der


Tat durch dieses Alleinstellungsmerkmal auszeichnet,


konnte 2008 bei der ersten Internationalen


Aphorismus-Konferenz in London bestätigt


werden.


In ihrer Begrüßungsrede stellte die Hattinger


Bürgermeisterin Dr. Dagmar Goch am 4. November


2010 fest, dass dank des Engagements des


Fördervereins Deutsches Aphorismus-Archiv


(DAphA) in den letzten Jahren in Hattingen etwas


gewachsen ist, was im Literaturgeschehen


nicht mehr so leicht wegzudenken ist. Geradezu


undenkbar aber sei das für die Anhänger und


der" an der Ruhr sprechen, dass es mit dem


Deutschen Aphorismus-Archiv, dem stetig


wachsenden Förderverein und den alle zwei


Jahre stattfindenden Aphoristikertreffen gebe.3


Auch dieses Mal sind fast zwei Drittel der Teilnehmenden


‚Wiederholungstäter' oder - um im


Weiterbildungsjargon zu sprechen - bereits


Stammteilnehmer. Erfreulicherweise haben sich


aber auch neue Freunde dieser Gattung - aktive


wie passive, also nicht nur von der schreibenden


Zunft - vom aphoristischen Ruf der Veranstalter


anlocken lassen, um ein facettenreiches


Tagungsprogramm inkl. der attraktiven


wortkabarettistischen Publikumsveranstaltungen


mitzuerleben. Damit hat die ‚Strahlkraft' dieses


speziellen Literaturforums auch bei der vierten


Auflage nicht nachgelassen - ganz im Sinne


der Begriffsbestimmung Martin Kessels:


„Der echte Aphorismus trifft ins Zentrum und


strahlt von dort aus." Ein Tagungsteilnehmer


fasste seinen Gesamteindruck in diese Worte:


„Hat die Aphoristik wieder einen Schritt weiter


gebracht!"4




U


nd damit es auch nach 2010 weiter gehen



kann, hat das Veranstalter- und Herausgeber-


Trio bereits unmittelbar nach Ende dieses Treffens


im Rahmen der Rückschau mit der Planung


des nächsten Treffens, das traditionell in der


ersten Novemberwoche 2012 stattfinden wird,


begonnen. Eines zeichnet sich dabei jedenfalls


schon ab: Auf Grund des überaus starken Interesses


am Workshopthema „Wertung von


Aphorismen" steht den Verantwortlichen jetzt


schon ein mögliches Leitthema für das 5. Treffen


2012 vor Augen, und zwar der gesamte Fragenkomplex


rund um „Aphorismen und Werte".


Dabei ziehen sie Zuversicht auch aus dem gattungsreflektierenden


Aphorismus von Karl


Kraus: „Der längste Atem gehört zum Aphorismus."


 


Petra Kamburg


Friedemann Spicker


Jürgen Wilbert


 


Aphorismen der Teilnehmer.


 


WILFRIED BESSER


Gedanken sind frei, bis man sie in Worte fasst.


 


Weil die nackte Wahrheit sich schämt,


traut sie sich so selten über unsere Lippen.


 


Gedankenübertragung ist wie Stille Post:


Man kann nie sicher sein, was beim Empfänger ankommt.


 


EVA BLUME


Gedanken kommen rezeptfrei und bleiben doch verschreibungspflichtig:


Niederschrift mit Nebenwirkungen.


 


Ideensterne am Schweif gefasst bilden unser Gedankenzelt.


 


Manche Missverständnisse werden hinfällig,


wenn Gedanken auf Umwegen kommen.


 


HORST A. BRUDER


Gedankenübertragung: Unsichtbare Diktatur des Verstandes;


sichtbare Demokratie der Vernunft.


 


Wer glaubt, die Gedanken anderer lesen zu können,


sollte bei sich selbst beginnen.


 


Gedankenlosigkeit ist die Grundlage bester Ideen


 


BENEDIKTA BUDDEBERG


Auch Undenkbares ist bereits gedacht.


 


Vorurteile sind die Haken, die sich mit den Ösen schlechter Erfahrungen


zusammentun und das Denken für neue Gedanken verschließen.


 


Was du mir sagst, hätte ich mir auch denken können.


Aber hätte ich es auch gedacht, wenn du es nicht gesagt hättest?


 


ALEXANDER EILERS


Man reflektiert nur, was einem einleuchtet.


 


Meine Phantasie blüht euch noch.


 


Wer ein Geheimnis bewahren will, darf es nicht verschweigen.


 


SAMI FEIRING


Es ist zwar schon alles gesagt,


aber noch nicht gehört worden.


 


Die lautesten Ausrufezeichen sind die verdächtigsten Fragezeichen.


 


Wenn Worte nicht genügen,


kann nur das Schweigen die Wahrheit ausdrücken.


 


TOBIAS GRÜTERICH


Manches versucht man nur deshalb zu verstehen,


damit es nicht mehr so viel bedeutet.


 


Wie viel muss man lesen, um nur noch absichtlich zu zitieren?


 


Tücke der Bildung:


Man weiß nie vorher, zu welchen Meinungen sie uns zwingt.


 


HANS NORBERT JANOWSKI


Nur wer die Wahrheit kennt, kann lügen.


 


Es muss etwas fehlen, damit das Leben einen Sinn hat.


 


Modern Times: Wir vergiften uns, aber wir leben davon.


 


REINER KLÜTING


Mancher Gedanke gelangt erst durch Übersetzungsfehler


ans rettende Sinnufer.


 


Gedankenklärung stößt selten bis zum Verstehenshorizont durch.


 


Gedankenübertragung muss sich literarisch entblößen,


um philosophisch infektiös zu sein.


 


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