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> Satire > Die Mondsteindiät
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Bücher Satire
Buch Leseprobe Die Mondsteindiät, Dirk Christofczik
Dirk Christofczik

Die Mondsteindiät



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Langsam löste sich Karl aus seiner Erstarrung und bewegte sich Richtung Haustür. Der Sand knirschte unter seinen Sneakers. Vor der Tür hielt er inne, drehte sich um und starrte auf den Mondstein, der auf dem geschmückten Telefonhocker stand. Jacko saß davor auf dem Boden, den Blick auf den Meteoriten gerichtet, so wie er es seit dem Neujahrsmorgen tat. Karl sog die duftende Luft in seine Lungen, dann öffnete er die Haustür. »Willkommen im Hause des Mondsteins!«, begrüßte Karl die Frau geheimnisvoll. Dabei fiel es ihm ausgesprochen schwer ernst zu bleiben. Nicht nur weil der Spruch sich anhörte, als wäre er ein esoterischer Wunderheiler, sondern vor allen Dingen, weil die Frau einen dünnen Damenbart unter ihrer Nase trug, indem weißer Puderzucker klebte. Es sah aus, als hätte sie gerade eben noch eine Linie Kokain auf dem Armaturenbrett ihres Mercedes geschnupft. »Tach, ich bin Erika Ballmann.« Karl nickte langsam, dann trat er zur Seite und bedeutete seiner Kundin mit einem galanten Armschwung einzutreten. »Treten Sie ein, werte Dame!« Erika Ballmann bedachte ihn mit einem skeptischen Blick. Karl ermahnte sich, nicht zu dick aufzutragen. Er war gespannt, ob sie ihm den ganzen Schwachsinn wirklich abkaufen würde. Erika Ballmann schritt über die Schwelle, blieb stehen und schaute auf den Boden. »Sand?« »Ja!«, sagte Karl, nachdem er die Haustür geschlossen hatte. »Eine imitierte Mondlandschaft, um genau zu sein. So kann der Stein seine volle Kraft entfalten.« »Ach, so sieht’s aufm Mond aus?« »Ähm, ja so ungefähr!« »Isser Datt?«, fragte Erika Ballmann und zeigte auf den Meteoriten. »Ja, das ist das gute Stück!« Karls Kundin machte ein paar Schritte nach vorne und blieb kurz vor dem Hocker mit dem Mondstein stehen. Einen Moment musterte sie den Stein. Karl trat neben sie und beobachtete die Frau von der Seite. Der Zucker in ihrem Damenbart glitzerte, ihre Gesichtshaut war gerötet und glänzte wie eine Speckschwarte. »Und warum hockt die Töle da?« »Keine Angst! Jacko ist alt und fast blind.« »Hab keine Angst, bin nur allergisch gegen die Viecher.« Jacko drehte den Kopf und schaute sein Herrchen an. Karl stutzte, denn die Augen des Jack-Russel-Terriers zeigten kaum mehr eine Spur von der üblichen grauen Trübung, die vom Grauen Star herrührte. Karl überlegte einen Moment, dann wandte er sich wieder seiner Kundin zu. »Riechen Sie den exotischen Duft, der von dem Mondstein herrührt? Die Aromen der Galaxien vereinen sich zu einem ätherischen Duft, dadurch kann der Stein seine außerordentliche Kraft entwickeln.« »Nein!«, sagte Erika Ballmann. »Wie nein?« »Hab Schnupfen, ich riech nix. Watt soll ich jetzt machen, damit ich dünn werd?« Karl spürte ein Kribbeln in seiner Magengegend. Jetzt kam der große Moment. »Zunächst würde ich Sie bitten, den vereinbarten Unkostenbeitrag für die Session zu entrichten.« Sein Herz trommelte ein Schlagzeugsolo. Würde sie wirklich zahlen?


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