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Bücher Satire
Buch Leseprobe Bittersüß, Marcus Watolla
Marcus Watolla

Bittersüß


Satirisches Zeug

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Die Unbekannte auf dem Bahnsteig


Hallo? Wer ist denn diese süße Maus da vor mir auf dem Bahnsteig? Sie hat mir den Rücken zugewandt und ist wohl in ihrer eigenen Gedankenwelt versunken. Ihr langes, blondes Haar wallt ihr opulent über die Schultern und glänzt wie Seide. Es ist wie ein Vorhang, der einen Engel umsäuselt.


Ihre Schultern sind schmal, sie ist zierlich und sehr feminin. Ihre Taille ist weiblich, nichts an ihr verrät etwas von Übergewicht. Sie hat genau die richtigen Formen und Kurven.


Mann, ist sie aufregend!


Ihr Hintern ist wohlgeformt. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Gerade einmal so viel, dass es von wohlen Proportionen zeugt. Sie scheint Sport zu treiben. Gymnastik oder so ein Zeug. Das sieht man ihr sofort an.


Ihre Finger sind schmal und sehr sinnlich. Wie sie in der Kälte die Hände aneinanderreibt, so weiblich und grazil. Sie muss vom Himmel gefallen sein, dieses graziöse Geschöpf.


Steht ganz alleine da.


Hat sie keine Freunde?


Oder ist sie menschenscheu?


Vielleicht kennt sie auch nur niemanden, der mit ihr zur Arbeit oder in die Stadt fährt. Dabei ist es doch so gefährlich für eine attraktive Frau, alleine um diese Uhrzeit durch die Gegend zu reisen. An Bahnhöfen kann Schlimmes passieren ...


Na ja.


Vielleicht trägt sie etwas zu derbe Kleidung. Slipper, Jeans, ein langer Mantel. Dabei würde ihr bestimmt ein Kleid gut stehen. Das kann ich mir gut vorstellen. Also, wenn sie meine Freundin wäre, würde sie ganz bestimmt ein Kleid tragen. Aber vielleicht ist es für ein Kleid auch viel zu kalt.


Ob sie wohl in festen Händen ist?


Der Glückliche, der sie die Seine nennen darf.


Ihr Körper lässt ahnen, wie biegsam sie ist. Sie ist bestimmt eine wilde Hexe im Bett. Kennt gewiss viele extravagante Stellungen.


Würde sie gerne mal von vorne sehen ...


Merkwürdig. Tragen Frauen nicht normalerweise ein Handtäschchen? Sie hat dieses typische Utensil gegen eine Plastiktüte von Karstadt ausgetauscht. Kann mir gar nicht vorstellen, dass sie anstatt einer schicken Ledertasche so etwas trägt. Kommt wohl gerade vom Einkaufen. Frauen lieben ja Shopping und würden dafür sterben.


Ich muss sie kennenlernen! Egal wie!


Hab langsam die Nase voll vom Singlesein. Will mal wieder neben einem weiblichen Geschöpf morgens aufwachen, abends kuscheln und vielleicht auch mal wieder romantisch essen gehen. Doch wie soll ich es anstellen?


„Hallo, Süße. Mein Name ist Thomas. Wie heißt du?“


Nein. Zu chauvinistisch. Zu direkt.


„Entschuldigen Sie bitte, aber vermisst Sie der Himmel nicht?“


Nein. Zu schmierig.


Vielleicht ist der freundliche, angenehme Weg der richtige. So nach dem Motto: „Entschuldigen Sie bitte. Aber ich habe Sie hier stehen sehen. Haben Sie vielleicht Lust auf einen Kaffee?“


Verdammter erster Schritt.


Immer müssen wir Männer diesen ersten Schritt gehen. Dabei leben wir doch in einer emanzipierten Gesellschaft und im 21. Jahrhundert. Da könnten doch auch einmal die Frauen uns diesen dämlichen ersten Schritt abnehmen.


Na gut.


Einmal durchatmen.


Dann los.


Langsam gehe ich auf sie zu. Muss mich beeilen, da kommt schon der Zug. Wenn sie erst einmal eingestiegen ist, ist sie weg. Zuerst stelle ich mich neben sie. Merkwürdig. Ich rieche gar kein Parfüm. Normalerweise tragen Frauen doch immer eins ...


Jetzt oder nie.


Ich tippe ihr auf die Schulter.


„Entschuldigen Sie bitte?“


Sie dreht sich herum und – ach du Schreck. Mich sieht ein unrasiertes junges Gesicht an. Ein Kerl!


„Ja bitte?“, fragt er.


„Kann ich mal durch?“, frage ich und stelle peinlicherweise fest, dass fast der gesamte Bahnsteig neben uns frei ist. Ich hätte locker drei Mal an ihm vorbei gekonnt.


Er stutzt.


„Na klar.“


So was kann auch nur mir passieren. Was gibt sich dieser Kerl auch so feminin?


Tunte!


 


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