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Reiseberichte
Buch Leseprobe Tanzende Säulen, Rainer Schulz
Rainer Schulz

Tanzende Säulen


Auf dem Jakobsweg zwischen Conques & Moissac

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Ausschnitt:


 


DER WEG


 


Breit und selbstgefällig zog sich der kalkweiße Weg den Hügel hinauf. Es schien geradezu, als weidete er sich an sich selbst, an der Noblesse seiner ebenmäßigen Gestalt, am vornehmen Blass seiner Farbgebung, am edlen Schwung seines Verlaufs.


Ihm zur Linken neigten sich tief, wie zu einer verehrungsvollen Verbeugung, Geäst und Blätterwerk alter Eichen, während zur Rechten die Armee einer stramm und gerade stehenden Maispflanzung eine Parade unbedingten Gehorsams abgab. Pflanze um Pflanze, Glied um Glied, Reihe um Reihe, waren sie überaus diszipliniert bis zum Horizont aufgestellt. Sie hätten ein nahezu perfektes Bild abgegeben, wäre da nicht inmitten ihrer selbst dieses Zwillingspaar arrogant herumlungernder und augenscheinlich noch eher junger Eichenwüchslinge gewesen, diese wiederum achtlos unterwandert durch einen lahm herumhängenden, mit fahlgelben Blüten mühsam dekorierten Busch.


Schritt man den stolzen Weg hinauf bis zu seinem höchsten Punkt und blickte zurück, stellte sich die Lage neu dar: Nun wirkte der Weg kleinlaut und kraftlos und kippte schwächlich den Hügel hinab. Über diesem armseligen Etwas triumphierten rechthaberisch die starken, hochgewachsenen Eichen mit vorlaut um sich schlagendem Geäst, und neben dem Weg lauerte bedrohlich das Heer der Maissoldaten, wie bereit zum Angriff.


Alle Noblesse war dahin, und das vormals hell aufstrahlende Kalkweiß sah nun aus wie verschüttetes, alt und grau gewordenes Mehl. An seinem unteren Ende schließlich verschlangen Mais und Eichen den Weg, die ersteren gezeichnet von fahlgelber Verachtung, die letzteren erfüllt von gallgrünem Hohn, und er verschwand im Nichts.


 


...Fortsetzung: Im Buch!


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