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Reiseberichte
Buch Leseprobe Kochen im Campervan, Caro Neuy
Caro Neuy

Kochen im Campervan


Kleiner Ratgeber

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Einleitung


Am einfachsten ist es, mit den Dingen zu beginnen, die du hier auf keinen Fall finden wirst: Glamour, Instagram-Schick und Haute Cuisine. Stattdessen liest du einen kurzen, kompakten Ratgeber rund um alles, was im Zusammenhang mit Essenszubereitung im Campervan wichtig ist. Ungeschönt und realitätsgetestet - denn ich lebe, was ich schreibe: Seit einigen Jahren verbringe ich regelmäßig die Frühjahrs-, Sommer- und/oder Herbstmonate mit dem Lieblingsmensch im Van. Nein, kein selbst gebauter (Gas-, Wasser- und Elektroarbeiten sind meiner Meinung nach nichts für Laien!), sondern ein Citroën-Jumper-Camper von der Stange. Berechtigterweise stellt sich die Frage: Warum überhaupt Kochen? Geht nicht auch Fertigessen oder auswärts? Grundsätzlich ja - allerdings sprechen Gesundheit, Kosten und Flexibilität dagegen. Zu gesundheitlichen Aspekten von Fertignahrung muss ich nicht viel sagen, das ist allgemein bekannt. Bei den Kosten kommt es natürlich auf das jeweilige Budget an, aber aus eigener Perspektive gehe ich nicht davon aus, dass jeder, der einen Van besitzt oder leiht, automatisch steinreich ist. Flexibilität spielt vor allem dann eine Rolle, wenn du in Länder reisen möchtest, in denen - gutes Benehmen vorausgesetzt - das Freistehen, also das Stehen außerhalb eines Campingplatzes erlaubt ist. Das ist wunderbar, die Wahrscheinlichkeit aber groß, dass sich kein Restaurant in der Nähe befindet. Also: Selbst ist die Frau (oder der Mann). Wie immer gilt: Ich schreibe im generischen Maskulinum, beziehe mich jedoch ausdrücklich auf alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten. Ich verkaufe nichts, ich werde von niemandem „gesponsert“ - du wirst also keine Verlinkungen oder Markennamen zu Produkten lesen. Was du brauchst, findest du mit Sicherheit auch so.


Besonderheiten


Kochen im Campervan anstatt in der heimischen Küche bringt eine Reihe von Besonderheiten mit sich:


• sehr wenig Arbeitsfläche


• Gasherd, üblicherweise mit zwei Flammen


• begrenzte Menge Wasser


• problematische Feuchtigkeitsentwicklung


• sehr wenig Stauraum für Nahrung und Küchengeräte


• demzufolge nur einfachste Zubereitungsmethoden


Bei allem, was du zubereitest, musst du die extrem begrenzte Fläche im Hinterkopf behalten. Viele Gerichte brauchen mehr als einen halben Quadratmeter Platz und selbst durch verschiedene Tricks kannst du nur bedingt Zusatzfläche schaffen. Überlege daher bei allen Kochplänen, ob sie raumsparend zubereitet werden können. Schwierig sind unter anderem Rezepte, bei denen viele einzelne Zutaten zwischengelagert werden müssen - beispielsweise geschnittenes Gemüse. Auch Zubereitungen, die Ausrollen wie bei Teig oder Panieren erfordern, eignen sich definitiv nicht für das Kochen im Van. Bilder davon, wie eine platzsparende Zubereitung aussehen kann, findest du im Rezepte-Teil. Zusätzliche Schwierigkeiten: Egal ob freistehend oder Campingplatz, du wirst nicht immer vollkommen gerade Stellplätze bekommen. Zwar kannst du dich auf Auffahrkeile stellen, um die Situation zu verbessern. Doch das reicht nicht immer aus und manchmal kannst oder willst du sie vielleicht nicht nutzen. Das bedeutet auch, dass alles auf deinen Arbeitsflächen rollt und läuft. Du musst also darauf achten, dass du deine Zutaten nicht verschüttest oder sie einfach herunterkugeln - behalte das beim Ablegen (vor allem von Eiern ...) im Kopf und sorge für Barrieren. Bei Pfannkuchen und Co. wird der Teig auf der tieferliegenden Seite automatisch dicker. Von der Arbeitsplatte tropfender Fleischsaft ist besonders unhygienisch, lege daher einige angefeuchtete Küchentücher unter dein Schneidbrett, die ihn aufsaugen. Wenn du auf einer Klapp-Arbeitsfläche schneidest, bedenke, dass sie nur durch eine schmale Stütze gehalten wird und keinen großen Druck aushält (ich halte manchmal mit der Hüfte von unten gegen!) Eine Kleinigkeit zuletzt: Schubladen und Schränke werden normalerweise mittels Druckknöpfen geöffnet und geschlossen - sollen sie geöffnet werden können, steht der Knopf heraus, zum Verschließen wird er hineingedrückt. Auch wenn du weißt, dass du einen Schrank oder eine Schublade noch mehrfach während des Kochens nutzen wirst, verschließe sie immer, sofern es sich nicht um einen Hochschrank / -schublade handelt. Denn an den herausragenden Knöpfen bleibst du bei der Enge gerade in Eile schnell hängen.


Wenn du das Kochen mit einem Gasherd gewöhnt bist, kannst du den folgenden Absatz überspringen. Ansonsten behalte im Kopf, dass Gas Nahrung sehr schnell erhitzt - wesentlich schneller und stärker als übliche Glaskeramikkochfelder. Darauf musst du vor allem beim Anbraten achten (heißt: ständige Aufsicht!), aber auch auf kleinster Stufe kann ein kleiner Topf schnell überkochen - stelle die Platte daher rechtzeitig runter beziehungsweise aus. Zu den Gefahrenaspekten findest du im Kapitel „Sicherheit“ mehr.


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