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Reiseberichte
Buch Leseprobe Kappadokien, Susanne Oberheu & Michael Wadenpohl
Susanne Oberheu & Michael Wadenpohl

Kappadokien



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Hörprobe:
Mustafapa?a 


Ein kleiner Ort 5 km südlich von Ürgüp gelegen. Besucher aus fremden Ländern treten hier nur in kleinen Gruppen auf und vereinzelt sieht man auch Familien, in einer gänzlich fremden Sprache sprechend, um die Häuser des Ortes ziehen. Dann sind wieder Gäste aus Griechenland angereist, die auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln. Mustafapa?a ist beispielhaft für das Elend der Vertreibung der griechisch-orthodoxen Bevölkerung aus Kappadokien. Über Jahrhunderte lebten Moslems und Christen recht einträchtig neben, aber auch miteinander. Erst der Bevölkerungsaustausch 1923/24, nach Beendigung des griechisch-türkischen Krieges, ließ die Dorfgemeinschaft auseinanderbrechen, bzw. wurde  politisch zerbrochen. Denn auch die muslimischen Bewohner waren von dieser von oben verordneten Aktion nicht begeistert. Abgesehen von der Ungewissheit, wie sich die Neutürken aus Griechenland ins Dorfleben einfügen würden, hatten sich zwischen den Glaubensgemeinschaften viele Geschäftsbeziehungen, Freundschaften und vielleicht auch so manch familiäre Bande ergeben. Es sollen sich dramatische Szenen in diesen Wochen abgespielt haben, von denen die Alten noch lange erzählten.



Dass die Beziehungen nicht ganz abgebrochen sind, zeigt, dass der Ort heute wieder mit seinem alten Namen „Sinasos" um den Tourismus wirbt. Einmal im Jahr wird es dann auch hektisch im Ort. Dann kommt sogar der Patriarch der griechisch-orthodoxen Kirche, der ja immer noch in Istanbul residiert, in den kleinen Ort und hält die Messe in der alten Kirche am Dorfplatz. Einige der Vertriebenen kommen sogar aus den USA, um das Andenken ihrer Ahnen zu bewahren. Unterstützt wird das alles von der jetzigen Bevölkerung und ganz besonders von der Stadtverwaltung, welche die Bedeutung der Geschichte Mustafapa?as voll erkannt zu haben scheint.



Ansonsten ist der Ort sehr ruhig, aber nicht ohne Leben. Wenn nicht gerade Ramasan ist, trifft sich der Grossteil der männlichen Bevölkerung am Hauptplatz, spielt Tavla, trinkt Tee und ist immer zu einem Schwätzchen aufgelegt. Eine Hauptstraße, die den Ort zerschneiden würde, gibt es nicht und die vielen kleinen Täler, die den Ort unterteilen, scheinen das Kommunikationsbedürfnis der Bewohner zu steigern.



Wer offenen Auges durch das Dorf geht, wird einige Unterschiede zur sonstigen Architektur hier in Kappadokien entdecken. Spitzgiebel und sakrale Ornamentik zeugen von der Vergangenheit. So mancher griechischer Schriftzug lässt sich oberhalb der Hauseingänge entdecken, und was manchmal an eine Kirche erinnert, ist in Wahrheit nur ein normales Wohnhaus.



Ein lohnenswerter Abstecher ist die Besichtigung der St. Basilius (Vasilios) Kirche (D), die etwa 2 km nördlich des Ortszentrums, hoch oben am Rande eines Tals liegt. Wann diese Höhlenkirche entstanden sein soll, ist unter den Experten umstritten, ihre Malerei und die Reliefs wurden jedoch erst 1901 aufgetragen. Hier ist nicht der ganze Raum mit Fresken geschmückt worden, sondern die wenigen hervorragenden Malereien heben sich durch die ansonsten weiße Kalkung der Wände besonders hervor.  



Als Ausgangsort für mehrtägige Wanderungen ist Mustafapa?a bestens geeignet. Hier trifft man höchstens auf Einheimische, die ihre Felder oder Gärten bearbeiten - andere Touristen sieht man selten.




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