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Reiseberichte
Buch Leseprobe Kanada -  , Ricarda Peter
Ricarda Peter

Kanada -


Das Chaos schlägt wieder zu

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Kapitel 1


„Erst wenn der letzte Baum gerodet,


der letzte Fluss vergiftet,


der letzte Fisch gefangen,


werdet ihr feststellen,


dass man Geld nicht essen kann.“


(Indianerweisheit)


 


Im Winter wird es in Saskatoon unfassbare 40 Grad minus. Durch den starken Wind erscheint es einem noch viel kälter. Zudem dauert der eisige Winter 8 Monate. Nun stellt sich einem natürlich die Frage, warum es jemanden - und dann noch zu Beginn der Winterzeit - dorthin zieht. Ich hatte mein Leben kurz zwischengespeichert und wollte etwas Neues ausprobieren. Die Gelegenheit, das Nordlicht zu sehen, konnte ich mir auch nicht entgehen lassen. Zudem hatte mein langjähriger Freund Manu das Angebot erhalten, an der dortigen Universität, seine Diplomarbeit zu absolvieren. Als wir bei strahlendem Sonnenschein und einem leckeren Smoothie im herrlichen Jericho Beach Park in Vancouver saßen, schien es uns eine vortreffliche Idee zu sein. Doch nun, als ich Manu dabei zusehe, wie er unsere wenigen Habseligkeiten in unser Auto verlädt, kommen mir die ersten Zweifel. Seine weiße Haut lässt nichts mehr von der Prozedur erahnen, die er noch vor ein paar Tagen erlitt. Er tankte zu viel Sonne, bekam einen Sonnenbrand mit schlimmen Verbrennungen und ertrug es wie ein Mann. Jammernd. Leidend. Sterbend. Im Anschluss schälte sich seine Haut. Ich erinnere mich an eine Verletzung, die er sich eines Tages beim Kochen zufügte. Ein lauter Schrei hallte aus der Küche nieder und ließ mich aufschrecken. „Was ist passiert?“, fuhr ich hoch. „Scheiße“, kam es von ihm und ich sah wie er seine Hand hoch hielt. „Was ist passiert?“, fragte ich erneut und sah die kleine Schnittwunde im Mittelfinger. „Das ist alles?“, entfuhr es mir wütend, während ich im Schubfach nach dem Pflaster sah. „Pflaster?“, fragte er ungläubig. „Ich brauche kein Pflaster, sondern einen Verband. Und wenn es nicht besser wird, müssen wir ins Krankenhaus fahren und den Arm amputieren lassen.“ „Gleich den ganzen Arm?“ „Wenn einmal der Wurm drin ist...“ „Jetzt setzt du dich erst einmal und ich kümmere mich um das Essen.“ Ich bereitete das Essen weiter zu und sah Manu am PC sitzen und googeln, mit wie viel Blutverlust ein Mensch überleben könne. „Nicht, dass du verblutest“, sagte ich und verkniff mir ein Grinsen. Manu sah mich käseweiß an. „Mir ist auch schon ein bischen schwindelig.“ In der Nacht erwachte ich. Sämtliche Lichter in unserer Wohnung brannten. Ich sah wie er seinen Finger beobachtete. „Was ist los?“, knurrte ich. „Ich kontrolliere, ob sich nicht ein roter Strich entlang meiner Ader bildet.“ Ich sah ihn fragend an. „Na wegen der Blutvergiftung“, fuhr er fort. Am nächsten Tag sah sein Arbeitskollege ihn fingerhochhaltend und völlig übermüdet und fragte: „Was ist denn passiert?“ „Ach, nicht der Rede wert“, entgegnete Manu.


 


Ich war vergleichbar mit einem kleinen Raritätenladen. Einem Laden, der nicht viele Kunden herein lässt, und den nur wenige zu betreten bereit sind, weil er nicht wie andere Läden ist. Ein Laden, der nicht perfekt ist, der gar nicht perfekt sein will, weil ihn das Unperfekte zu etwas Besonderen macht. Ein Laden, der Herzlichkeit und Wärme ausstrahlt, Optimismus und Fröhlichkeit. Bereit für Neuerscheinungen, mit einem festen Grundsatz, dass der nächste Tag noch besser sein werde. Ein Laden, der noch nichts davon spürte, wie das Leben in Saskatoon alles verändern würde.


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