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> Reise > Einmal Sahara und zurück
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Reiseberichte
Buch Leseprobe Einmal Sahara und zurück, Natascha Fröschl
Natascha Fröschl

Einmal Sahara und zurück



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Leseprobe


 



Weiter geht es über Rumpelpisten, wir treffen ein paar wilde Kamele, eine Karawane, ein algerisches Militärfahrzeug. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. 40 km nach der Grenze stoßen wir auf eine Gruppe Schwarzafrikaner. Es stellt sich heraus, dass es nigerianische Flüchtlinge sind, die von Schleppern mitten in der Wüste ausgesetzt wurden. Die Männer sind verzweifelt, reden wild durcheinander. Kein Wasser, kein Schatten, nichts zu essen. Ihre wenigen Habseligkeiten haben sie in Plastiksäcke gepackt. Einige von ihnen haben Badeschlappen an den Füßen. Wir versorgen sie mit dem Nötigsten, müssen ihnen leider mitteilen, dass sie nicht - wie sie glauben - in Libyen, dem gelobten Land, sondern in Algerien sind. Sie wollen zu Fuß nach Libyen. Wir beschreiben ihnen den Weg nach Ghat, der libyschen Grenzstadt und machen uns dann auf die Suche nach ihren Freunden, die angeblich ein Stück weiter warten sollen. Nach ein paar hundert Metern sehen wir die zweite Gruppe und fahren auf sie zu. Die Männer sind abseits der Piste, wir müssen ein Stück bergauf fahren, der Untergrund wird weicher, und wir bleiben hoffnungslos im Sand stecken.


...


Ein paar Stunden später finden wir einen wunderschönen Nächtigungsplatz in einem Oued, einem breiten Tal. Das Tal ist zwar ausgetrocknet, aber einige Bäume, dornige Büsche und sogar ein paar Blumen wachsen hier. Das Oued ist gesäumt von Felswänden, die beidseits hoch aufragen. Pia behübscht unseren Bus mit einigen Wüstenblumen. Als die Dämmerung hereinbricht, wird es wie immer schlagartig kühler. Der Sternenhimmel ist wieder einmal grandios, die Milchstraße macht ihrem Namen alle Ehre.


...


In der Früh haben wir wie immer Besuch. Ein Ziegenhirte kommt mit zwei Kindern auf einen Schluck Wasser, ein bisschen Brot und ein Aspirin vorbei... Weder er noch seine Kinder haben je zuvor eine Puppe gesehen und sind schockiert, wie sorglos Pia ihr „Baby" behandelt. Als ihnen klar wird, dass es sich nicht um ein echtes Kind handelt, können sie sich vor Lachen kaum halten.


...


Adrian fährt Motorrad, ich Auto, und wir schaffen es tatsächlich einen ganzen Tag lang nicht einzusanden, obwohl die Piste streckenweise extrem sandig ist. Wenn es möglich ist, umfahren wir die klitzekleinen Dörfer, die auf der Strecke liegen. Manchmal müssen wir jedoch durchfahren. Erst sehen wir ein paar Ziegen, die vom Lärm unseres Busses aufgeschreckt, auf die Hüttenzulaufen. Dann kommen etliche Kinder gelaufen, die uns zuwinken. Wir versuchen gleichzeitig zurückzuwinken, nicht zu bremsen, damit wir nicht im tiefen Sand mitten im Dorf stecken bleiben und dabei niemanden zu überfahren.


...


Mauretanien macht mich trübsinnig. Ich habe Babyfüße in meinen Rippen und sehne mich nach Marokko. Die Hitze ist unerträglich. Zum ersten Mal auf dieser Reise komme ich mit den Bewohnern eines Landes nicht klar. Die Mauren sind ein eigenartiges Volk; haben weder mit Schwarzafrika noch mit den Bewohnern des Maghreb auch nur das Geringste gemeinsam. Dieser islamische Staat ist ausgesprochen männlich dominiert, die herrschende Klasse der hellhäutigen, großgewachsenen Mauren trägt Gewänder in diversen Blautönen. Die Sklaverei ist offiziell zwar seit Jahrzehnten abgeschafft, aber laut unserem Reiseführer (in Buchform) haben viele schwarzafrikanische Mauretanier, die einen großen Prozentsatz der Bevölkerung ausmachen, noch immer keine Selbständigkeit. Haben weder Besitz noch Bankkonto, kein Anrecht auf einen Reisepass, sind oft abhängig von den Großgrundbesitzern, deren Land sie bestellen.



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