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Reiseberichte
Buch Leseprobe Ein Jakobsweg II, Karl-Josef Schäfer, Wolfgang Welter
Karl-Josef Schäfer, Wolfgang Welter

Ein Jakobsweg II



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Vorwort



 Liebe Leser! Es hat uns viel Freude gemacht, diesen Pilger- und Wanderführer für Sie zu erstellen. Sie werden merken, die Faszination Jakobsweg kann auch Sie ergreifen. Und Sie brauchen nicht an einem Stück die rund 2200 km von der Mosel bis nach Santiago de Compostela zu pilgern. Die Faszination des Pilgerweges wird Sie schnell auch binnen 8 Tagen, wie in diesem Führer, oder auch ‚nur' beim Wochenendpilgern erfassen.  Es gibt so viele Jakobswege wie es Jakobspilger gibt. Wir möchten Sie mit diesem Vorschlag ein Stück weit begleiten und Ihnen einen praktischen Ratgeber für Ihren Mosel-Camino an die Hand geben. Wir freuen uns, wenn Sie uns Rückmeldung geben und bitten um Ihre Mithilfe durch Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen und Aktualisierungen. Für jeden Hinweis, den wir verarbeiten können, bedanken wir uns beim Einsender mit einer kleinen Überraschung. Die Aktualisierungen und Updates können Sie kostenlos im Internet unter www.xschaefer.de abrufen. Ultreia und Buen Camino wünschen Ihnen  Ihre Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter    



Einleitung



 Jakobus d. Ä.Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Jesus gab laut Markusevangelium 3,17 den beiden Brüdern wegen ihres Eifers den Beinamen ‚Boanerges' (‚Donnersöhne'). Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 enthauptet wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln (Apostelgeschichte 12,1f.). In Spanien ist die Überlieferung verbreitet , dass Jakobus dort gleich nach der Himmelfahrt Christi gepredigt und Jünger geworben habe mit der Prophezeiung, dass er nach seinem Tod dort Unzählige bekehren werde. Das Grab soll vergessen worden sein, bis sich Jakobus dem Eremiten Pelayo auf dem sog. ‚Sternenfeld', spanisch ‚Compostela', offenbarte. 813 wurde dort mit dem Bau eines Wallfahrtzentrums begonnen; am 25. Juli 816 - daher der Gedenktag - wurden Jakobus' Reliquien in der neuen Kirche beigesetzt. Die ‚Entdeckung' des Grabes fiel in eine Zeit, in der sich die nordspanische Kirche mit ihrem Bischof Theodemir gegen die westgotische Kirche von Toledo profilieren wollte. Dieser legte den Grundstein für die Jakobskirche; aus diesem Ort entwickelte sich Santiago de Compostela, das bald zu einem Eckpfeiler des mittelalterlichen Europas wurde. Im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens von den arabischen Besatzern, fiel Jakobus eine neue Rolle zu: Er galt jetzt als Santiago ‚Matamorus', als berittener Schlachtenhelfer und ‚Maurentöter'. In der Schlacht von Clavigo 844 überwand Jakobus demnach, als apokalyptischer Schimmelreiter auf dem Pferd voranstürmend, mit den Seinigen die Mauren. Dabei ist gar nicht mal sicher, ob diese Schlacht überhaupt stattgefunden hat. Er soll auch schon in die Schlachten Karls des Großen eingegriffen haben. Kein Wunder , dass Jakobus Schutzpatron der Spanier wurde. Außerdem ist er aber auch u. a.  Schutz­patron der Krieger, der Arbeiter, der Lastenträger, der Hutmacher, der Wachszieher, der Kettenschmiede, der Apotheker und Drogisten sowie - natürlich -  der Pilger und Wallfahrer.



Jakobus-Pilgerschaft gestern und heute



 Neben Jerusalem und Rom gehörte Santiago de Compostela zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten des Mittelalters. Aus ganz Europa machten sich die Pilger auf den Weg zum Grab des heiligen Jakobus d. Ä.  Die volkstümliche Verehrung des Apostels war weit verbreitet, Altäre und Kirchen gerne diesem Heiligen geweiht. In Deutschland und im Ostseeraum hatte die Hanse entscheidenden Anteil an der Verbreitung der Jakobusverehrung. Zunächst waren es Geistliche und Adlige, die sich auf den Weg machten, später auch die ‚einfachen'  Leute. Dabei waren es, wegen der Beschwerlichkeit der langen Reise, in erster Linie Männer, die eine Pilgerfahrt antraten. Aber auch einige Frauen ließen ihr Heim hinter sich und pilgerten lange Monate bis nach Santiago de Compostela. Der Landweg wurde zu Fuß oder auf dem Pferd zurückgelegt; manche wählten den Seeweg oder kombinierten beides. Seit dem 11. Jh. entwickelte sich besonders in Frankreich und Spanien, wo die Hauptpilgerströme zusammenliefen, entlang des Weges eine regelrechte Infrastruktur zur Versorgung der Pilger.  Motive für die Pilgerfahrt waren vielschichtig: Heiligenverehrung, religiöse Heilssuche, Buß- und Strafpilgerschaft, Delegationspilgerfahrten aufgrund von Testamenten. Häufig vermischten sich materielle mit spirituellen Motiven. Reformation und Aufklärung ab dem 16. Jh. waren die Gründe für einen starken Rückgang der Pilgerzahlen. In den letzten 15 Jahren erlebt die Erzbruderschaft des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela eine Renaissance der Pilgerschaften. Besonders in den Heiligen Jahren, wenn der Jakobustag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt,  pilgern tausende Menschen, Junge und Alte, Reich und Arm, Gesunde und Kranke, Katholiken, Protestanten, ja, selbst Atheisten zu Fuß oder per Fahrrad nach Santiago de Compostela. Sie erleben die Pilgerschaft als Bereicherung und Impuls für ihr Leben. Während für die einen das Apostelgrab das Ziel ihrer Wallfahrt ist, stellt für andere die Jakobus-Pilgerschaft eher ein Sinnbild der Lebenspilgerschaft dar. Die Erfahrungen der Pilger mit anderen, mit sich selbst und mit Gott sind dabei vielfältig und zahlreich. 


Geschichte



 Die Geschichte des Jakobsweges ist nahezu 1000 Jahre alt. Seit nachgewiesenermaßen 1047 pilgern Menschen aus ganz Europa hin zum Apostelgrab des heiligen Jakobus d. Ä. nach Santiago de Compostela, neben Jerusalem und Rom das dritte Hauptpilgerziel im Mittelalter.  Nach dem arabischen Einfall auf der Iberischen Halbinsel im 8. Jh. entstand die Legende, dass der Apostel Jakobus d. Ä. die Halbinsel missioniert habe. Die Auffindung des Apostelgrabes spätestens um 840 unterstützte die Legendenbildung, die Verehrung war aber zunächst regional begrenzt. Seit etwa 930 sind Pilger aus Asturien und dem Bodenseeraum nachgewiesen. Unter dem Einfluss der von Cluny ausgehenden Klosterreform bildete sich eine der wichtigsten europäischen Pilgerschaften. Die Kathedrale in Santiago de Compostela wurde Anfang des 11. Jh. erbaut. Aus ganz Europa, selbst aus dem skandinavischen Raum, pilgerten nun Menschen zum Apostelgrab. In den letzten Jahren erlebt der Jakobsweg eine Wiedergeburt. Im Jahr 2006 haben 100377 Pilger die begehrte Urkunde, die Compostela, in der spanischen Kathedrale erhalten. Ob unser Mosel-Camino, den wir hier vorstellen, auch wirklich historisch belegt werden könnte, lassen wir dahingestellt sein. Sicherlich werden die Pilger des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit die Beispiele der Volksfrömmigkeit in den Nähe ihres Weges aufgesucht haben. Und die von uns genannten Wallfahrtsorte und Kirchen haben alle durchaus schon existiert. Auch die Dörfer und Städte waren in der einen oder anderen Ausprägung  meist schon existent und wurden zweifellos von Pilgern zur Versorgung genutzt. Die Auswüchse, die der Tourismus derzeit mit einem Ausweisen von sog. Jakobswegen betreibt, sehen wir durchaus kritisch. Im Raum Eifel-Mosel-Hunsrück gibt es z. Z. viele solcher Bestrebungen. So ist seit dem 01.08.2007 im Internet (www.vordereifel.de) zu lesen: „In den letzten Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. Obwohl Belege für die Existenz von Jakobsbruderschaften im Gebiet des Landkreises Mayen-Koblenz fehlen, lassen sich Jakobuspatrozinien, -altäre, -statuen, -darstellungen sowie -stiftungen nachweisen. Aus den vorstehenden Gründen sowie aufgrund einer Initiative der St. Matthias-Bruderschaft Mayen ist die Idee entstanden, auch im Gebiet des Landkreises Mayen-Koblenz einen Jakobsweg anzulegen." Dies hat also mit der Geschichte der Jakobswege nicht mehr viel zu tun - was eigentlich nicht schlimm ist, denn der Pilgerweg beginnt nicht an einer Wegmarkierung oder einem Tor, sondern gleich vor der  eigenen Hautür. Dass man sich aber den Anschein des ‚Historischen' gibt, um auch auf der derzeitigen Jakobsweg-Euphorie mitschwimmen zu können und ein paar Jakobsweg-Touristen anzulocken, das stellt die gesamte Pilgerschaft dann doch wieder in Frage. 


Pilgerschaft



 Die heutige Literatur unterscheidet zwischen Pilgerfahrt und Wallfahrt. Während die Wallfahrt ein Ziel hat, nämlich einen Ort, an dem die göttliche Kraft besonders stark, in welcher Form auch immer, präsent sein soll, so ist bei der Pilgerfahrt der Weg das Ziel. Das Pilgern wird zum Selbstzweck, Ziel ist es, sich selbst zu finden. Und manchmal auch einen neuen Zugang zur Religiosität, zu Gott. Häufig wird die Pilgerreise auch mit dem lebenslangen Pilgerweg des Christen verglichen. Wenn sich nun ein Gläubiger auf den Pilgerweg machte, ordnete er zunächst seine Angelegenheiten, bezahlte seine Schulden und machte ein Testament. Dann bat er den Pfarrer seiner Heimatgemeinde um den Pilgersegen und um ein Beglaubigungsschreiben, das ihn als Pilger ausweisen sollte. Pilger auf dem Weg standen unter dem Schutz strenger Gesetze. Vielen entsagten auch schon im Vorfeld allen materiellen Dingen, so dass es sich für Wegelagerer und Diebe nicht lohnte, die Pilger zu überfallen. Am Weg, besonders in Frankreich und Spanien, bildeten sich Hospitäler und Klöster, die den Pilgern Unterkunft, Schutz und manchmal, bei Bedarf,  auch ein Krankenlager boten. In Deutschland dienten häufig die bestehenden Klöster diesem Zweck. Nicht alle Pilger sind von dieser mühseligen und gefährlichen Pilgerreise wieder nach Hause zurückgekehrt. Auch heute noch fühlen sich viele Pilger den alten Traditionen der Bescheidenheit und Selbstbeschränkung verpflichtet. So machen sich manche Pilger mit wenigen hundert Euro auf den Weg aus Deutschland heraus nach Santiago de Compostela. Andere versuchen es wieder völlig ohne finanzielle Mittel. Selbstverständlich ist das möglich - die Regel sollte es jedoch nicht werden. Die Hilfsbereitschaft  und Gastfreundschaft der Menschen am Weg wird so doch auf eine harte Probe gestellt. Und das Verständnis für einen gänzlich ohne finanzielle Mittel ausgestatteten Pilger ist in unseren Breiten eher gering. Beschränken Sie Ihr Tagesbudget lieber auf einen festgesetzten geringen Betrag, mit dem Sie auskommen wollen und können. Mittlerweile bieten die großen Kirchen, aber auch kommerzielle Anbieter, geführte Pilgerwanderungen, teilweise auch als Fastenwanderung, an.  Viele Pilger werden von zwei Aspekten besonders fasziniert. Einmal die Langsamkeit, die Besinnlichkeit, die Muße, Dinge zu entdecken und Gedanken verfolgen zu können. Zum anderen geht es bei der Pilgerschaft um den Weg, der festgelegte Endpunkt eigentlich zweitrangig. Es handelt sich auch nicht um einen Rundwanderweg, der uns wieder zurück zum Ausgangspunkt führen würde. Jeder Tag ist neu, jeder Weg ist anders, es gibt Höhen und Tiefen. Und so ist die Pilgerschaft auch eine Lebenserfahrung. Im Leben sind wir bestrebt, uns weiterzuentwickeln und kehren nur selten zum Ausgangspunkt zurück. Einen Sinn - oder wie immer Sie es nennen mögen - suchen und finden: dies drückt das Motto einer Pilgerreise aus: Der Weg ist das Ziel! 


Pilgerzeichen



 In früheren Zeiten waren die Pilger in Europa an drei Attributen leicht zu erkennen: Dem Hut, dem Stab und der Kalebasse, einer Art Trinkflasche. Auf alten Darstellungen können Sie häufig den typischen Pilgerstab erkennen, ein Stock, ca. 15 cm länger als die Körpergröße, mit einer oder zwei kugelartigen Verdickungen am oberen Ende. Heute sind die Pilgerattribute häufig durch Teleskopstöcke, Outdoor-Hut und eine Feldflasche ersetzt. Wenn der historische Pilger in Santiago de Compostela angekommen war, besorgte er sich für die Heimreise die obere Schale einer Jakobsmuschel. Diese sollte ihn auf dem Heimweg und auch danach beschützen und war nützlich, um Wasser aus einem Brunnen zu schöpfen. Der scharfe Rand diente auch schon mal als Messerersatz. Mit der Jakobsmuschel drückte der Pilger auch aus, dass er wahrhaftig am Apostelgrab gewesen war. Daher stammt heute noch der Ausdruck „der wahre Jakob".  Vielfach wird die Jakobsmuschel heute - als Erkennungszeichen der Pilger - bereits auf dem Weg nach Santiago de Compostela getragen.


Jakobusbruderschaften und Pilgerpass



 Die Jakobusgesellschaften in Deutschland bemühen sich in Zusammenarbeit mit der Erzbruderschaft in Santiago de Compostela um die Betreuung der Pilger. In den Satzungen sind auch häufig die Erforschung der historischen Jakobswege und die Aufbereitung für den modernen Pilger vorgesehen. Ein Pilgerpass, wie er von allen Jakobusgesellschaften für den spanischen Weg nach Santiago de Compostela ausgestellt wird, ist für Deutschland nicht wirklich nötig. In der Kathedrale von Santiago de Compostela wird dem Pilger dann eine Pilgerurkunde ausgestellt, wenn die letzten 100 km zu Fuß oder die letzten 200 km per Fahrrad oder Pferd zurückgelegt wurden. Natürlich erhalten Sie auch in Deutschland in Pfarrämtern und an verschiedenen anderen Stellen - oft originelle - Stempel, die es sich lohnt zu sammeln und die sicher eine schöne Erinnerung an das Pilgern auf dem Mosel-Camino darstellen. Im Anhang unseres Büchleins finden Sie eine dafür vorbereitete Seite. Ein Pilgerpass ist gegen eine Bearbeitungsgebühr von 5 Euro zzgl. Porto z. B. bei der Sankt-Jakobus-Bruderschaft in Trier zu bestellen. Bitte senden Sie Ihre persönlichen Angaben (Name, Anschrift, Nummer des Personalausweises oder Reisepasses) mit derzeit Euro 6,25 in Briefmarken an die St. Jakobusbruderschaft Trier e. V., Krahnenufer 19, 54290 Trier.


Literaturtipps



 Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg ... Meine Reise auf dem Jakobsweg (Malik-Verlag; ISBN: 978-3890293127; auch als Hörbuch erhältlich)  - Hape Kerkeling, aus der Kirche ausgetretener Komiker, Königin-Beatrix- und Horst-Schlämmer-Parodist, Schauspieler und Moderator, und der Jakobsweg, einer der wichtigsten Pilgerpfade überhaupt -- passt das zusammen? Auf den ersten Blick nicht wirklich. Kerkeling hat selbst seine Zweifel, als er sich in den Pyrenäen mit seinem elf Kilo schweren Rucksack Kehre für Kehre in Richtung fernes Santiago de Compostela dahinschleppt. Doch im Lauf der rund 800 Kilometer langen Tour schwinden die Zweifel, sowohl beim Autor als auch beim Leser. Die beiden passen, und wie. Der Jakobsweg ist seit knapp tausend Jahren Gegenstand unzähliger Aufzeichnungen und Bücher; gerade in den vergangenen Jahren gab es eine wahre Flut zu diesem Thema. Und doch ist Ich bin dann mal weg erfrischend anders, was an der ganz und gar typisch Kerkeling'schen Art und Weise liegt, seine rund sechs Wochen lange Tour amüsant und beschwingt, aber dennoch ergreifend und sehr persönlich wiederzugeben. Seine ungekünstelten Tagebucheinträge machen Mut, dass auch ausgewiesene Couch Potatos die durchaus vorhandenen Strapazen der Wanderung zu meistern vermögen. Strapazen lauern übrigens auch in Gestalt wenig komfortabler Unterkünfte, manch ungenießbar scheinender Mahlzeit und aufdringlicher Weggefährten. Kerkeling nimmt alle Hürden und dabei kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt die Dinge und Menschen, wie sie sind. Demzufolge fungiert das 320 Seiten starke und mit einigen netten Fotos angereicherte Buch als ausgezeichneter und sehr detaillierter Reiseführer - wenngleich sich im Vergleich zum Jahr 2001, in dem dieser Trip stattfand, sicherlich einiges geändert haben dürfte. Wichtiger noch ist aber die Funktion als vom Jakobsweg losgelöster spiritueller Ratgeber. Das Gute daran: Das Buch will gar kein spiritueller Ratgeber sein. Missionarischer Eifer, arrogante Besserwisserei, nervige Erleuchtungseskapaden? Fehlanzeige. Und doch geht es viel um Gott, Religion, Wiedergeburt (ein Thema, das die Boulevardpresse dankbar aufgriff) und die zentrale Frage „Wer bin ich?". Seine Gedanken bringt Kerkeling in den sog. „Erkenntnissen des Tages" auf den Punkt. Kostprobe vom 3. Juli: „Manchmal ist es das Vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein!" Z. B., als untrainierter Wanderer sechs Wochen lang zu wandern.Ulrich Hagemeyer: Das Ziel ist der Weg. Auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela (Kreuz-Verlag; ISBN: 978-3783122053). Das Wichtigste zuerst: Dieser Bildband ist nicht nur etwas für Pilger oder solche, die es werden wollen, sondern für jeden, der ein Faible für gut gemachte, informative Bildbände mit professionellen Fotografien hat. Wenn Sie zur ersten Gruppe gehören, werden Ihnen die zuweilen salbungsvollen oder pseudoromantischen Texte etwas sagen, wenn Sie eher zur zweiten Gruppe neigen, nehmen Sie einfach nur die historischen, kultur-, kunst- und architekturgeschichtlichen Informationen und genießen Sie Stimmung, Landschaft und Monumente.  Der Pilgerweg zum heiligen Jakobus besteht seit dem 9. Jh., als Bischof Godeschalk in Le Puy en Velay erstmals zum Grab des Apostels aufbrach. In den Zeiten von Reformation und Aufklärung nahm der Strom ab, doch seit geraumer Zeit hat Santiago als Pilgerziel ebenso wieder an Attraktivität gewonnen wie andere Pilgerorte auch und wie die steigende Zahl der Publikationen belegt. Das Ziel ist der Weg folgt den einzelnen Stationen, liefert Wegbeschreibungen und Eindrücke, schildert Hintergründe, zu beachtende Besonderheiten für Pilger vor Ort und ist vor allem ein persönlicher Erfahrungsbericht, in dem sich mancher Pilger wieder erkennen wird. Wie gesagt, wen die Pilgerkomponente weniger anspricht, sollte sich trotzdem diesen wunderschönen Bildband, der den Leser in traumhafte, geradezu verwunschene Gegenden und zu monumentalen Schätzen und Kleinoden führt, nicht entgehen lassen.  Klaus Herbers: Jakobsweg. Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt (Beck-Verlag; ISBN: 978-3406535949). Der Pilgerweg nach Santiago de Compostela erfreut sich weit über den Kreis frommer Pilger hinaus zunehmender Beliebtheit. Herbers beschreibt anschaulich, wie der Jakobuskult seit dem 8. Jh. im Westen Spaniens entstand und zum Bollwerk gegen das muslimische Spanien wurde. Er erläutert die historische Funktion der Jakobswege als ‚Kulturstraßen Europas' - und stellt ihre wichtigsten Stationen vor. Andreas Drouve: Geheimnisse am Jakobsweg. Wundersame Legenden und mysteriöse Geschichten (Tyrolia-Verlag; ISBN: 978-3702225049). Das Buch ist eine Überraschung, und zwar eine sehr positive. Denn liest man den Titel, so liegt die Schlussfolgerung, dass es sich hierbei um einen frömmelnd-missionarischen Pilgerführer handelt, nahe. Doch weit gefehlt. Das Buch ist sehr gut zur Vorbereitung und Begleitung für alle geeignet, die sich auf den Weg nach Santiago de Compostela zum (angeblichen) Grab des heiligen Jakobus machen wollen, denn es bietet - und das gehört zur Überraschung - handfeste Reiseinformationen inklusive Lage und Anfahrtsweg, Öffnungszeiten, Geschichte sowie besonderer Tipps für die unterschiedlichen Routen und einzelnen Stationen.  Bevor die Reise beginnt, gibt es eine kurze Einführung zum Ursprung des Jakobuskultes, die angenehm kritisch und ironisch Fakten und Fiktionen erläutert. Für die erste Etappe stehen zwei Reisewege zur Auswahl, der ‚Aragonesische Weg' (Monasterio de Leyre-Burgui-Obanos) und der ‚Französische Weg' (Roncesvalles-Pamplona-Monjardin). Weiter geht es dann auf einer Route durch die Rioja, Kastilien-Leon nach Galizien. Dieser Einteilung folgen auch die Kapitel des Buches. Die zweite Überraschung bieten die Geschichten und Legenden über die teilweise so gar nicht edlen und verehrungswürdigen Figuren, ihre Taten und Erlebnisse. Sie sind geprägt durch die rauhen Zeiten des Mittelalters, die maurische Herrschaft und die Reconquista (Roncesvalles, Nájera; Burgos), von Banditen (Pamplona) und unerfüllter Liebe (Burgui).  Die Begebenheiten von Mönchen und Äbten, Pilgern, Heiligen und ihren erlebten oder begangenen Wundern sind natürlich in der Überzahl, v. a. je näher der Reisende/Lesende dem Ziel Santiago kommt. Bemerkenswert ist, mit wieviel Gespür für die Feinheiten der problematischen, da hagiografischen Überlieferung sie wiedergegeben werden. Historisches und Fiktion sind so weit möglich sauber getrennt (Info-Kästen mit Sachinformationen). Witz und Ironie ebenso wie Lakonik kennzeichnen den Schreibstil. Geheimnisse am Jakobsweg ist nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern bietet auch eine Reise durch die Kulturgeschichte Europas, die zu lesen sich in jedem Fall lohnt, auch wenn man nicht vorhat, auf den Pilgerspuren zu wandeln. Ulrich Gast: Jakobsweg - ein Weg nicht nur für Gscheitles. Bericht einer Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg. (Zwiebelzwerg-Verlag; ISBN: 978-3931123901). Statt einer Inhaltsangabe hier einmal eine Leser-Rezension:  „Durch die Lesermeinungen neugierig geworden, habe ich mir das Buch auf gut Glück schenken lassen. Ich bin angenehm überrascht. Die Stärke dieses Buches liegt in der Authentizität der Wallfahrt eines Auszeit Nehmenden, eines heimatverbundenen, doch weltoffenen, unbekümmert frohgemuten und unverzagten Mannes aus dem Volke, der sich ohne Training und ohne Spanischkenntnisse, nur mit seinem Gottvertrauen, alleine auf den Weg macht. Gleich am ersten Tag wird er um seine Videoausrüstung und seine Sonnenbrille beraubt und auch unterwegs erlebt er allerlei Unerwartetes, wodurch die Pilgerreise immer mehr zu einem Weg zu sich selbst wird - mit allen Strapazen und schönen Erlebnissen. Stimmungsvoll und spannend, vielschichtig und menschlich sind die Schilderungen hiervon; ein konflikt- und abwechslungsreicher Gang einer faszinierenden Selbstfindung; im Unspektakulären interessant und famos. Das Volkstümliche dabei, das ab und zu herzhaft schwäbisch Derbe, findet sich des Öfteren auch im Stilistischen  - so im Gebrauch des im Süddeutschen statt des Genitivs oft üblichen, grammatikalisch als umgangssprachlich tolerierten Dativs. Ich hatte das Gefühl, der Autor sitze mir lässig gegenüber und plaudere schelmisch leger von seiner Wallfahrt; ein ‚Schwank vom Jakobsweg' und als solcher eine lesenswerte Rarität unter den Jakobsbüchern; köstlich amüsant und informativ. Dieses Buch zeugt nicht von Dummheit, sondern vom Streben nach dem etwas anderen Glück, das verdient sein will. Ein Pilgerbuch, das zu kaufen sich lohnt. Ich würde es mir sofort kaufen, hätte ich es nicht schon." Tim Moore: Zwei Esel auf dem Jakobsweg (Covadonga-Verlag, ISBN: 978-3931123901). Noch mal eine Rezension: „Fast hätte ich dieses Buch nicht gekauft. Ich habe mir die Rezensionen angeschaut und gedacht: Mensch, witzig wäre es schon, aber wenn es so schlecht übersetzt ist, dann ärgerst du dich bestimmt.

Doch zum Glück habe ich es trotzdem gekauft. Von einer schlechten Übersetzung kann hier überhaupt nicht die Rede sein. Im gesamten Buch sind mir vielleicht 10 Wörter oder Sätze aufgefallen, bei denen ich gedacht habe: 'Häh? Was?' Alles andere ist sehr gut übersetzt, so gut sogar, dass das Britische an der Erzählweise nicht durch die Übersetzung verloren geht.

Wer Kerkeling gelesen hat, der sollte unbedingt auch dieses Buch lesen. Man erkennt zwar oft die Namen der Städte und Landschaften wieder, sie werden hier aber vollkommen anders mit einem gänzlich unterschiedlichen Blickwinkel beschrieben.

Tim Moore ist herrlich unreligiös und respektlos, ganz im Gegenteil zu Kerkeling.

Ein klasse Buch. Ich weiß jetzt schon, dass ich es sicher noch mehrmals lesen werde." (Quellen der Inhaltsangaben und Rezensionen: http://www.amazon.de/) Gisela Atteln: Taschenbuch Mosel (DuMont Reiseführer, ISBN 978-3770163038). Informativ und rucksackkompatibel. Das Buch basiert auf dem von Reinhold Schommers (+) 2001 verfassten Vorläuferbuch gleichen Namens (ISBN 978-3770137411), das man gelegentlich für weniger Geld im modernen Antiquariat erwerben kann. 


Interessante Internetseiten und Adressen



 www.jakobus-info.de ... - eine der umfangreichsten deutschsprachigen Internetseiten zum Thema Jakobsweg www.jakobus-info.de/jakobuspilger/germany.htm ... - beschreibt die Wege der Pilger in Deutschland 

www.kath.de/quodlibe/santiago/santiago.htm ... - die Internetseiten der katholischen Kirche zur Santiago-Pilgerreise www.zentrum-verkuendigung.de/179.0.html ... - die evangelische Kirche zum Thema Pilgern www.sjb-trier.de ... - St. Jakobusbruderschaft Trier e. V., ein gelungenes Beispiel mit vielen wichtigen und interessanten Informationen 

www.janoskertesz.de/Jakobsweg/Buchinhalt.html ... - leider ist das Buch von Janos Kertesz vergriffen, aber sein spannender  Reisebericht (Viermillionen Schritte bis zum Ende der Welt) ist im Internet nachzulesen de.wikipedia.org/wiki/Jakobsweg ... - und das sagt die Internet-Enzyklopädie zum Jakobsweg Hunsrückverein e.V., - Geschäftsstelle -, 55756 Herrstein, Telefon   06785-79152, Fax  06785-79120, E-Mail k.goerg [at] vg-herrstein.de, www.hunsrueckverein.de Eifelverein e. V., Hauptgeschäftsstelle, Stürtzstraße 2 - 6, 52349 Düren, Telefon 02421-13121, Fax  02421-13764, E-Mail post [at] eifelverein.de, www.eifelverein.de  


Informationen



An- und Rückfahrt zum Mosel-Camino



 Mit dem Auto erreichen Sie Koblenz über die Autobahnen A3, A48 und A61. Von der A3 kommend, fahren Sie am Dernbacher Dreieck auf die A48 in Richtung Koblenz. Von der A61 kommend, gilt dies für das Autobahnkreuz Koblenz. Abfahrt Koblenz-Zentrum. Wenn Sie weiter nach Stolzenfels fahren wollen, orientieren Sie sich bitte an der Beschilderung zur B9 Richtung Rhens. In Stolzenfels haben Sie die Möglichkeit, Ihr Auto auf der Straße abzustellen. Sicherer ist es natürlich, wenn Sie in einem Parkhaus oder einer Tiefgarage parken. Das ist aber nicht ganz billig, so berechnet die Tiefgarage am Hauptbahnhof z. B. für 2 Wochen 75 Euro (Stand August 2007). Vom Hbf kommen Sie einfach und in wenigen Minuten mit dem öffentlichen Personennahverkehr nach Stolzenfels zum Einstieg in den Mosel-Camino. Es ist die Buslinie 650, Richtung Boppard. Der Koblenzer Hbf ist aus vielen Richtungen gut per Bahn zu erreichen. Direktverbindungen gibt es mit ICE, IC, RE und RB. Von dort geht es mit dem Bus weiter nach Stolzenfels. 


Ausrüstung



 Für einen Pilgerweg oder eine mehrtägige Wanderung benötigen Sie keine besondere oder umfangreiche Ausrüstung. Denken Sie daran, dass stets Weniger Mehr bedeutet. Jedes Gramm im Rucksack macht sich spätestens bei der letzten Steigung der Tagesetappe unangenehm bemerkbar. Das Gesamtgewicht Ihres Rucksackes sollte 10% Ihres Körpergewichtes nicht übersteigen, besonders dann nicht, wenn Sie noch relativ unerfahren im Wandern sind. Für erfahrene Wanderer stellen häufig 12 kg Gesamtgewicht die Obergrenze dar. In den Rucksack gehören folgende Gegenstände: 



  • Regencape oder -poncho (gute Erfahrungen haben wir mit den Bundeswehr-Ponchos gemacht, die für unter 10 Euro im Internet angeboten werden, jedoch relativ schwer sind)

  • Regenhose

  • T-Shirt aus Mikrofaser (schnell trocknend)

  • Unterwäsche aus Mikrofaser (schnell trocknend)

  • Lange Freizeithose aus Mikrofaser (schnelltrocknend); ideal ist eine Zipp-Hose, bei der die Hosenbeine abgetrennt werden können

  • Outdoor-Hut mit breiter Krempe oder Baseball-Kappe (Kälte-, Regen- und Sonnenschutz)

  • Halstuch (als Sonnenschutz für den Nacken und Schweißtuch)

  • Leichter Pulli

  • Wanderstrümpfe

  • Sandalen (zum Wechseln am Abend und wasserfest für die Dusche)

  • Mikrofaser-Handtuch (schnelltrocknend)

  • Taschenlampe (mit LED ist ausreichend und leicht)

  • Waschmittel in der Tube

  • 1 Stück Wäscheleine

  • 10 Sicherheitsnadeln (auch als Wäscheklammern zu benutzen)

  • Medikamente (Pflaster, Verband, Schmerztabletten)

  • Kosmetik (Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, Deo, Sonnencreme, Zahnbürste - alles in max. 50 ml Gebinden)

  • 1 Tube Hirschtalg (bewährte Hautcreme, um Blasen zu vermeiden) 



  • Trinkbecher, Gabel, Löffel

  • Notizbuch und Stift (für Aufzeichnungen der Erlebnisse)

  • Wanderkarte; 1:50000 oder 1:100000 ist in der Regel ausreichend

  • Windjacke



Am Körper tragen Sie noch: Wanderstrümpfe ·  Knöchelhohe Wanderschuhe · Zipp-Hose




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