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Reiseberichte
Buch Leseprobe Ein Jakobsweg I, Karl-Josef Schäfer
Karl-Josef Schäfer

Ein Jakobsweg I



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Einleitung Pilgern im 21. Jahrhundert Pilgern hat Tradition und Zukunft. Schon in der Antike sind die Menschen an Orte gepilgert, an denen die übernatürlichen Mächte ihre Kraft besonders stark entfalten sollten. Einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der griechischen Welt war der Artemis-Tempel in Ephesos. Aber auch die Germanen kannten schon Waldfahrten zu heiligen Hainen. Zu einer der bedeutendsten Pilgerstätten entwickelte sich Jerusalem als Wallfahrtsort für drei Weltreligionen. In der christlichen Welt zählt neben Jerusalem und Rom das Grab des heiligen Jakobus d. Ä. in Santiago de Compostela als wichtige Wallfahrtsstätte. Längst sind es nicht mehr rein religiöse, spirituelle Gründe, die Menschen dazu bringen, sich für Tage, Wochen oder Monate auf den Weg zu machen. Sehr oft ist ein einschneidendes Erlebnis der Auslöser für eine Pilgerreise. Die Statistiken zeigen, dass ein Großteil der Pilger nach Santiago de Compostela unter 30 und dann wieder über 50 Jahre alt ist. Sich selbst finden, sich selbst ein Stückweit begleiten. Das sind die Hauptgründe für die Pilgerreise. Wer sich heute auf den Weg macht, neue Perspektiven und Sichtweisen zu finden, sucht die Begegnung mit Menschen, mit Kultur, Natur und Brauchtum. Und sucht manchmal auch die Begegnung mit Gott. Geschichte Die Geschichte des Jakobsweges ist lang. Seit nachgewiesenermaßen 1047 pilgern Menschen aus ganz Europa hin zum Apostelgrab des heiligen Jakobus d. Ä. in Santiago de Compostela. Die Pilgerreise nach Santiago entwickelte sich im Mittelalter neben Jerusalem und Rom zum dritten Hauptpilgerziel. Nach dem arabischen Einfall auf der iberischen Halbinsel im 8. Jh. entwickelte sich die Legende, dass der Apostel Jakobus d. Ä. die Halbinsel missioniert habe. Die Auffindung des Apostelgrabes spätestens um 840 unterstützte die Legendenbildung, die Verehrung war aber zunächst regional begrenzt. Seit etwa 930 sind Pilger aus Anturien und dem Bodenseeraum nachgewiesen. Unter dem Einfluss der von Cluny ausgehenden Klosterreform bildete sich eine der wichtigsten europäischen Pilgerschaften. Die Kathedrale in Santiago de Compostela wurde Anfang des 11. Jh. erbaut. Aus ganz Europa, bis aus dem skandinavischen Raum, pilgerten nun Menschen zum Apostelgrab. In den letzten Jahren erlebt der Jakobsweg eine Renaissance. Im Jahr 2006 haben 100.377 Pilger die begehrte Urkunde, die Compostela, in der spanischen Kathedrale erhalten. Pilgerschaft Wenn sich ein Gläubiger auf den Weg nach Santiago de Compostela machte, ordnete er zunächst seine Angelegenheiten, bezahlte seine Schulden und machte ein Testament. Dann bat er den Pfarrer seiner Heimatgemeinde um den Pilgersegen und um ein Beglaubigungsschreiben, das ihn als Pilger ausweisen sollte. Pilger auf dem Weg standen unter dem Schutz strenger Gesetze. Am Weg bildeten sich Hospitäler und Klöster, die den Pilgern Unterkunft, Schutz und manchmal, bei Bedarf, auch ein Krankenlager boten. Nicht alle Pilger sind von dieser mühseligen und gefährlichen Pilgerreise wieder nach Hause zurückgekehrt. Auch heute noch fühlen sich viele Pilger den alten Traditionen der Bescheidenheit und Selbstbeschränkung verpflichtet. So machen sich manche Pilger mit wenigen hundert Euro auf den Weg aus Deutschland nach Santiago de Compostela. Andere versuchen es wieder völlig ohne finanzielle Mittel. Selbstverständlich ist das möglich - die Regel sollte es jedoch nicht werden. Die Hilfsbereitschaft der Menschen am Weg wird so doch auf eine harte Probe gestellt. Die großen Kirchen bieten geführte Pilgerwanderungen, teilweise auch als Fastenwanderung, an. Viele Pilger werden durch zwei Punkte besonders fasziniert. Einmal die Langsamkeit, die Besinnlichkeit, die Muße Dinge zu entdecken und Gedanken zu verfolgen. Zum anderen ist die Pilgerschaft ein Weg mit einem festgelegten Ziel. Es handelt sich nicht um einen Rundwanderweg, der uns wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Jeder Tag ist neu, jeder Weg ist anders, es gibt Höhen und Tiefen. Und so ist die Pilgerschaft auch eine Lebenserfahrung. Im Leben sind wir bestrebt, uns weiterzuentwickeln und kehren nicht zum Ausgangspunkt zurück. Einen Sinn, gleich wie Sie ihn nennen mögen, suchen und finden: das drückt das Motto einer Pilgerreise aus. Der Weg ist das Ziel. Pilgerzeichen In früheren Zeiten waren die Pilger in Europa an drei Attributen leicht zu erkennen: Dem Hut, dem Stab und der Kalebasse, einer Art Trinkflasche. Auf alten Darstellungen können Sie häufig den typischen Pilgerstab erkennen, ein Stock, ca. 15 cm länger als die Körpergröße, mit einer oder zwei kugelartigen Verdickungen am oberen Ende. Heute sind die Pilgerattribute häufig durch Teleskopstöcke, Outdoor-Hut und eine Feldflasche ersetzt. Wenn der historische Pilger in Santiago de Compostela angekommen war, besorgte er sich für die Heimreise die obere Schale einer Jakobsmuschel. Diese sollte ihn auf dem Heimweg und auch danach beschützen und war nützlich, um Wasser aus einem Brunnen zu schöpfen. Der scharfe Rand diente auch schon mal als Messerersatz. Mit der Jakobsmuschel drückte der Pilger auch aus, dass er wahrhaftig am Apostelgrab gewesen war. Daher stammt heute noch der Ausdruck „der wahre Jakob". Als Erkennungszeichen der Pilger wird die Jakobsmuschel heute schon auf dem Weg nach Santiago de Compostela getragen. Jakobusbruderschaften und Pilgerpass Die Jakobusgesellschaften in Deutschland bemühen sich in Zusammenarbeit mit der Erzbruderschaft in Santiago de Compostela um die Betreuung der Pilger. In den Satzungen sind auch häufig die Erforschung der historischen Jakobswege und die Aufbereitung für den modernen Pilger vorgesehen. Ein Pilgerpass, wie er von allen Jakobusgesellschaften für den spanischen Weg nach Santiago de Compostela ausgestellt wird, ist für Deutschland nicht wirklich nötig. In der Kathedrale von Santiago de Compostela wird dem Pilger eine Pilgerurkunde ausgestellt, wenn die letzten 100 km zu Fuß, oder die letzten 200 km per Fahrrad oder Pferd zurückgelegt wurden. Natürlich erhalten Sie auch in Deutschland in Pfarrämtern und an verschiedenen anderen Stellen schöne Stempel, die es sich lohnt zu sammeln und die sicher eine schöne Erinnerung an das Pilgern auf dem Lahn-Camino darstellen. Der Pilgerpass ist zum Preis von 5 Euro zzgl. Porto z. B. bei der Sankt-Jakobus-Bruderschaft in Trier zu bestellen. Bitte senden Sie Ihre persönlichen Angaben (Name, Anschrift, Nummer des Personalausweises oder Reisepasses) mit derzeit Euro 6,25 in Briefmarken an St. Jakobusbruderschaft Trier e.V., Krahnenufer 19, 54290 Trier.

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