Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Reise > Camping, Camping... Reise- und andere Berichte
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Reiseberichte
Buch Leseprobe Camping, Camping... Reise- und andere Berichte, Ekkehard Stehr
Ekkehard Stehr

Camping, Camping... Reise- und andere Berichte



Bewertung:
(299)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
3088
Dieses Buch jetzt kaufen bei:
Drucken Empfehlen
… wir sind gerade im Jahr 1992 auf einem kleinen Campingplatz, in der Nähe vom mährischen Znojmo (CZ) …Im Allgemeinen wird ja in der Ferienzeit reichlicher geflirtet, geschmust, geliebt und beim Camping im Besonderen.Da kommt eines Abends ein polnisches Pärchen mit so einem kleinen Fiat 126 und baut ein noch kleineres Zelt auf. Diese Mini-Einmann-Plane scheint ihnen Überdachung genug. Er ist gute 1,85 groß und schlank, sie eine blond gefärbte Schönheit und nicht viel kleiner. Wespentallie, die langen Beine superschlank, fast schon Gehfäden. Zwischen ihren Beinen wuselt ein kleines weißscheckiges Wollknäuel. Ein Zwischending zwischen Spitz und Terrier.
Am nächsten Morgen, die Nachbarschaft sitzt schon einträchtig beim Frühstück vor ihren Campern und Zelten, ein „Guten Morgen“ und die neusten Wettermeldungen werden ausgetauscht, da ratscht mit Schwung der Reißverschluss vom kleinen Zelt auf, das Hündchen fliegt raus und wusch ist der Reißverschluss wieder zu. Nun ist das Leinwandgebilde so klein, dass sich jedwede menschliche Bewegung genauestens an den Stoffbahnen abzeichnet. Dazu noch die interessante Geräuschkulisse!
Der Jiri pfeift zu mir, auf dass ich nichts verpasse, der Opa vom Fahrradverleih rückt seinen Stuhl in die Sonne und setzt die Fernbrille auf, zwei gestandene Frauen kommen vorbei, stoßen sich in die Hüften und gehen kichernd vorbei( Na, deren Männer werden heut Abend nichts zu lachen haben, oder schon früher). Das Knäuel sitzt mit gespitzten Ohren und schräg gehaltenen Köpfchen jaulend vor dem Zelt, tippelt herum und weiß nicht, ist das da drinnen nun Ernst oder Spaß. Nach 10 Minuten ist die gröbste Aktivität vorbei. Der Reißverschluss flutscht wieder auf, die Blondine faltet sich heraus, guckt besinnlich lächelnd und stakst Richtung Sanitär. 5 Minuten später folgt der tüchtige Liebhaber, ebenfalls mit verklärtem Blick, um auch in der Toilette zu verschwinden.
Irgendwie müssen die aber unsere lächelnd-wissenden Blicke und juxende Unterhaltung verstanden haben. Ganz verschämt wird nun das Zeltlein in aller Eile zusammengeknautscht, das Wollkneul fliegt auf die Rücksitzbank, und schon brausen die Drei davon.Schade. Wir winken alle hinterher, wegen uns hätten sie ruhig noch bleiben können.Hier von unserem Mährischen Basislager aus unternehmen wir einige Expeditionen in die österreichische Provinz. In dem Wallfahrtsort Mariazell lassen wir uns auf den dortigen Hausberg, der 1266 Meter hohen Bürgeralpe, mit einer Seilbahn hinaufschweben. Der Almgasthof ist geschlossen, aber die Aussicht von dem gepflegten mit vielen Bänken versehenen Rundweg wunderbar.
Der Fremdenverkehrsverein wirbt mit einer besonders gesunden ozonhaltigen Luft hier oben. Ein paar Jahre später werden wegen dieses Ozons Fahrverbote ausgesprochen.
Noch niemals in unserem Leben haben wir so viele Kruzifixe und katholische Devotionalien gesehen. Der Weg zur Wallfahrtskirche mit der berühmten Opfergrotte, in der es von den hunderten brennenden Kerzen über 30°C warm ist, ist derartig mit Läden und Verkaufsbuden mit Sonnendächern voll gestellt, dass man die dahinter liegenden Häuser nur ahnen kann. Fast ausnahmslos kirchliche Andenken wie Marienbilder aller Größen, Holz- und Blechtafeln mit Kirchenansichten und Bibelsprüchen, bemalte Zinn- und Porzellanteller, tonnenweise Ketten mit großen und kleinen Kreuzen, aus großen und kleinen Holzkugeln, Engelsfiguren Gipsstatuetten, Kirchenmodelle, geheiligte Bildchen, Anstecker und Aufkleber werden angeboten. Wer hier nicht geläutert, von seinen Sünden befreit und für alle Zukunft vor Ungemach geschützt nach Hause fährt ist selber Schuld. Auf dem Dorfplatz übt eine Feuerwehrkapelle in zünftiger Tracht. So vergeht unser Tag mit vielen Eindrücken wie im Flug. Spätnachmittags kommen wir zu unserem Auto auf dem am Ortseingang gelegenen zentralen Parkplatz zurück. „Mutti, geb mal den Autoschlüssel aus deiner Handtasche.“ „Den hab ich nicht, den haste behalten.“ „Hab ich nicht, das mach ich nie.“
Nun hat unser neuer Hyundai die segensreiche Einrichtung einer Zentralverriegelung. Diese kann man auch mit den Türriegeln an der Innenseite der Autotüren aktivieren. Nur sollte man dazu vor dem Türenzuschlagen den Schlüssel aus dem Zündschloss abziehen.
Ach, hätten wir doch wenigstens ein kleines Marienbildchen gekauft ...

Was wir weiter im österreichisch/tschechischen Grenzgebiet erlebten, steht im Kapitel
„Die große weite Welt“

Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2022 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs