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Reiseberichte
Buch Leseprobe Beluga geht durchs Nadelöhr, Doris Sutter
Doris Sutter

Beluga geht durchs Nadelöhr



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  Horror in Burgas  Burgas wird unser letzter Hafen in Bulgarien. Hier müssen wir ausklarieren.


Auch hier einchecken anfänglich kein Problem. Über Kanal 16 kontaktieren wir Port control Burgas, werden auf den Hafenkanal 11 umgeleitet und an einen friedlosen Platz am Kai zwischen großen Seeschiffen dirigiert.


In sämtlichen Kapitanerien in Bulgarien, wie auch schon in Rumänien, sind Zettel angeschlagen, dass es verboten ist die Hafenkapitäne zu beschenken oder zu bestechen. Und erstaunlicherweise halten sich alle offiziellen Organe daran. Nicht einmal wurden wir auf Geschenke oder ähnliches angesprochen. Alle Personen mit denen wir Kontakt hatten sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Anscheinend sind die schlimmen Zeiten der alten Regimes tatsächlich überstanden.   


Leider ist doch nichts so einfach wie es ursprünglich ausgesehen hat. Ein Verantwortlicher kommt sofort an Bord, nimmt unsere Papiere mit. Wir sollen sie um 17 Uhr wieder abholen. Den unruhigen Platz hinter dem Frachter müssen wir wieder räumen, weil dieser von einem Schlepper aus dem Hafen gezogen wird. Im Vorhafen ist ein kleiner Seglerhafen. Hier versuchen wir anzulegen. Die kleinen Segler liegen vor Bojen. Wir könnten an einer Mole festmachen, die allerdings unten mehrere Meter hohl ist. Die einströmende Dünung schießt darunter und kommt anschließend mit lautem Fauchen wie ein Geysir 4 m hoch darunter vorgezischt. Wir legen wieder ab, versuchen unser Glück wieder im Handelshafen.


  Auch hier wirft uns der Schwell 1 bis 2 m   am Kai auf und ab. Sogar ein Haltetau reißt uns und die Fender sind schwarz vor lauter Teer, der sich auch am Boot abrollt.  Wir harren aus bis 17.00. Doch unsere Papiere sind nicht fertig. Da explodiert Manfred. Beschwert sich lautstark und verlangt sofort abgefertigt zu werden. Er soll wieder an Bord gehen, die Beamten kämen zu uns. Es dauert auch wirklich nicht lang, bis ein völlig aufgelöster und schwitzender Hafenkapitän an Bord kommt und uns das Certificate of clearance ausstellt. Ein Polizist holt unsere Pässe zum Stempeln. Der Stempelwahnsinn hat Methode. Dann kommen zwei weitere Polizisten und eine Polizistin. Sie wollen nicht an Bord kommen, als sie sehen wie das Boot an der Maurer auf und ab tobt. Mittlerweile ist es 19 Uhr. Wir sollen den Hafen sofort verlassen, wenn wir unsere gestempelten Pässe zurückhaben. Wir weigern uns strickt in die Nacht und aufs Meer hinaus zu fahren. Eine längere Diskussion beginnt. Wir müssen schriftlich bestätigen, dass wir das Boot nicht verlassen, können aber nicht im Handelshafen bleiben, sondern  müssen in den Vorhafen zu den Seglern fahren und unsere Pässe gibt es erst bei der Abfahrt zurück. Die müssen wir aber trotz Ausgehverbot in der Administration 3 km weiter abholen. Wir legen wieder an dem Kai mit den Geysiren an. Das Wasser spritzt bis weit über unsere Persenning. Alle Fenster müssen geschlossen werden.  Im Boot ist eine Luft zum schneiden. Außen hat es bis zum Morgen eine dicke Salzkruste angesetzt. Die Seite zur Mole ist rostrot. Auch hier sind wir dem Schwell ausgesetzt. Beluga fährt Aufzug an der Mauer und alle 2 Minuten donnert ein neuer Geysirausbruch über uns hinweg. Die Nacht ist lang, obwohl Manfred bereits um 5 Uhr aufsteht und unsere Pässe bei der Immigrations-Polizei holt und die Crew-Liste abstempeln lässt. Er lässt den Chef der Hafenpolizei wecken und beschwert sich nochmals über diese Behandlung. Nach einem schnellen abspritzen des Bootes mit Süßwasser, legen wir fluchtartig ab und verlassen dieses gastliche Land und diese überaus gastliche Stadt.


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