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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Trockenzeit, Heike Burmester
Heike Burmester

Trockenzeit


Nüchtern betrachtet

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"Frühkindliche Entwicklungsstörungen" konnte ich lesen und fragte, was genau damit gemeint wäre. Denn ich konnte mich nicht daran erinnern, dass ich in den letzten zehn Minuten von meiner Kindheit gesprochen hatte. Frau Psychologin zeigte sich erstaunt, über so viel Eigeninteresse, und antwortete: "Machen sie sich keine Gedanken darum. Meine Notizen dienen lediglich meiner weiteren Arbeit mit ihnen." Verstanden hatte ich mal wieder überhaupt nichts und fragte mich, woran sich Frau Doktor orientieren wolle, wenn sie sich doch überhaupt kein Bild über meine Kindheit machen konnte. Ich dachte darüber nach, ob ich vielleicht im Gespräch mit ihr die falschen Worte benutzt hatte, z.B. dass ich anstatt Hunger "hamham" gesagt haben könnte.Auch habe ich während des Gespräches nicht am Daumen gelutscht oder mir am Po gespielt. (....) Es ist absurd, eine Therapie bei einem fünfzigjährigen Menschen, der dreißig harte Arbeitsjahre hinter sich gebracht hat, zu beginnen, indem man ihm ein emotionales Alter von zehn Jahren unterstellt und ihn überflüssiger Weise auch noch so behandelt. Wie soll der Beginn der Therapie aussehen? Vielleicht so: "Hat denn der kleine Horst (50 Jahre alt) von der falschen Brause getrunken, weiß er denn noch nicht, dass man sich weißes Pulver nicht einfach so in die Nase stecken soll?" (....) Gezeigt wurden in diesem Beitrag sterile Räume, auf deren Fußböden sich Matten befanden. Auf diesem Matten könne der Süchtige dann, nach setzen seines "Drucks" noch ein wenig ruhen. Ich frage: "Ein Tässchen Tee dazu, mit Keks oder ohne, Sahne oder nicht?" - "Und wenn sie dann noch einen Wunsch haben, brauchen sie nur zu klingeln." - Vielleicht könnte man, unter anderem, auch die Kriminalitätsrate in verschiedenen Städten minimieren, indem "Überfallbanken" geschaffen werden, in denen sich Menschen unbegrenzt bedienen können, die gerade einmal den "Drang" verspüren eine Bank ausrauben zu müssen. Oder wir bestimmen "Vergewaltigungsfrauen". Diese könnten dann einfach angesprungen werden, sollte gerade einmal kein Geld für das Bordell zur Verfügung stehen oder die Gattin unpässlich sein. Auch "Raubomas" wären vielleicht eine Idee; die nächste Rente kommt bestimmt. Wem also schadet das alles, wenn wir uns nur dem "Druck", unserer Krankheit und Störung hingeben können? (....) Bekamen wir Geschenke, hatten wir dankbar zu sein und uns zu freuen, starb ein Mensch in unserer Umgebung, hatten wir traurig zu sein - und wehe, wir erfüllten diese emotionalen Zustände nicht, dann waren wir undankbar und unerzogen. Wie oft haben wir (auch heute noch) glücklich gelächelt über ein Geschenk, das wir uns weder wünschten, noch sonst irgendwie hätten gebrauchen können. Bei mir waren es Käthe Kruse Puppen, die mir als Kind Angst machten, weil sie so einen starren, toten Blick hatten und fürchterlich nach Gummi rochen. Ich hätte lieber einen Teddy gehabt, mit dem man kuscheln konnte, wenn man sich einsam fühlte. Aber nein, juhu, es gab ´ne Käthe Kruse Puppe, wie schön. Und wie traurig mussten wir sein, wenn irgendeine Tante "von uns ging", die wir nur von Fotos und Kurzbesuchen kannten, bei denen uns in die Wangen gekniffen wurde und selbige abgeschlabbert wurden. Angewiderte Gesichter unsererseits wurden mit bösen Blicken der Verwandtschaft bestaft und mit Kommentaren wie, "Aber Kleines, die Tante meint es doch nur gut mit dir. Gib ihr auch ein Küsschen, dann freut sie sich." begleitet. Das war dann meistens der Gipfel der Überforderung an mich und ich rannte heulend, einerseits vor irgendeiner Tante oder vor einer Käthe Kruse Puppe davon. Wir waren also ungezogen, wenn wir ehrlich waren. Wir wurden nie gefragt, was wir wirklich empfanden. Unsere Empfindungen wurden uns befohlen und wir führten den Befehl aus, programmiert, wie wir eben waren. (....) Weiterhin ist anzuzweifeln, ob der Patient nach Absetzen der Ersatzdroge in der Lage ist, drogenfrei zu bleiben; denn er hat es während seiner "Rehabilitationsphase" nie erlebt, tatsächlich drogenfrei und somit nicht manipuliert zu sein. Natürlich, behandelt werden die Symptome, der Körper wird stabilisiert. Doch wie lange wird es dauern, bis die Seele eines kranken Körpers in ihm zusammenbricht? (....) Narzissmus...., man gehe hier in der Analyse bitte zurück in Muttis Bauch, ist ebenso eine an den Haaren herbei gezogene Ursache, wie die Diagnose Schizophrenie, die immer dann gestellt wird, wenn professionellen Diagnosestellern Grenzen aufgezeigt werden. D.h., können keine genauen Diagnosen gestellt werden, wird etwas, vom Laien Unwiderlegbares hervorgeholt und die liebe Seele hat ihre Ruh. (....) "Wie schnell ist es doch vergangen, das Jahr. Und ihr habt die ganze Zeit nichts anderes getan, als auf ein Neues zu warten, um alles besser zu machen."

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