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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Schmuck filzen, Sylvia Ehrenstein
Sylvia Ehrenstein

Schmuck filzen



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Inhaltsverzeichnis



Einleitung              2

Material für das Nadelfilzen      2

Das kleine Einmaleins der Wolle       3

Möglichkeiten der Wollverarbeitung     4

Filzen von Perlen für Ketten      5

Variante zur runden Perle: der Zylinder   8

Tipps für die Kettengestaltung       9

Anfertigung eines Fingerringes      11

Allgemeine Tipps          12

Entstehung eines Bären          13

Bären-Tipps:      17

Filzen eines Schafes mit Locken      18

Beispiele: gefilzter Schmuck          21



Einleitung




Filzen ist ein Handwerk und die älteste Form, Wolle zu verarbeiten. Heute ist es eine kreative Kunst, therapeutisch wertvoll und ein kostengünstiges Hobby.



Es gibt verschiedene Arten, Wolle zu filzen: das klassische Nassfilzen, das Walken und das Nadelfilzen. Ich möchte in diesem Buch schwerpunktmäßig das Nadelfilzen vorstellen, weil es ohne großen Aufwand und ohne größere Schmutzentwicklung an jedem Ort möglich und schnell erlernbar ist. Außerdem gibt es über das Nassfilzen bereits sehr gute Fachpublikationen und ergänzende Kurse.



Das Trockenfilzen ist geeignet, um Schmuck und 3D-Objekte anzufertigen: Ketten, Ringe oder Filzfiguren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Große Teile und hohle Objekte wie z.B. Hüte, Taschen oder Teppiche sollten nass gefilzt und gewalkt werden.



Material für das Nadelfilzen



Wolle: Zum Filzen sind Tierfasern geeignet, Pflanzenfasern nicht. Die Fasern sollten möglichst lang, weich und fein sein. Die am häufigsten verwendeten Fasern sind Schafwolle, Kamelhaar und Angorawolle. Ich empfehle zum Filzen Merinowolle in Kammzug bzw. die so genannte Märchenwolle.



Eine Unterlage aus Schaumstoff, ca. 20x20x10 cm. Für kleinere Filzobjekte ist ein Haushaltsschwamm ausreichend.



Filznadeln (spezielle Nadeln mit Widerhaken) in drei Stärken: grob, mittel und fein. Filznadeln immer trocken lagern. Achtung: Die Nadeln sind sehr spitz und scharf, es besteht erhöhte Verletzungsgefahr!



Für empfindliche Finger kann aus einem Korken ein Nadelgriff angefertigt werden, das schont die Finger. Dabei muss mit einer Stricknadel oder einer spitzen Schere für die Nadeln im Korken vorgebohrt werden. Anschließend vorsichtig die Nadel in das entsprechende Loch einführen. Der Korken schließt sich fest an die Nadel und hält diese.



Das kleine Einmaleins der Wolle





Die Wollfaser hat zahlreiche Schuppen, die sich unter Druck verhaken, sie verfilzen. Stark vergrößert sieht die Faser wie ein Tannenzapfen aus. Die Fasern schlingen sich ineinander und verbinden sich. Dieses Prinzip wird beim Nadelfilzen genutzt: Die Nadeln erfassen bei jedem Stich Fasern mit ihren Widerhaken und führen diese in das Innere und durch das Werkstück. Bei Drehungen des Werkstückes während des Nadelstechens werden die Fasern von allen Richtungen kreuz und quer verschlungen.



Durch jahrelange Züchtungen sind Wollqualität und -quantität verbessert worden. Die beste Wolle tragen die Merinoschafe. Im Allgemeinen werden die Schafe einmal jährlich geschoren, dabei verliert ein besseres wollproduzierendes Schaf ca. 4,5 kg Wolle, auch Vlies genannt. Dieses Vlies hat unterschiedliche Faserlängen, Feinheiten und Strukturen, abhängig davon, von welchen Körperteilen das Vlies stammt. Die Wolle der Schulter und Flanke sind hochwertiger als die vom übrigen Körper.



Nach der Schafschur werden die Wollfasern nach Länge, Gleichmäßigkeit und Feinheit sortiert. Anschließend wird die Wolle von Wollfett, Lanolin, getrocknetem Schweiß und anderen Verunreinigungen gereinigt.



Um aus dem Wollhaufen eine dünne gleichmäßige Schicht zu bekommen, läuft die Rohwolle über eine mit biegsamen Drahtzähnen versehene Rolle, das so genannte Vorgespinst.



Es gibt zwei unterschiedliche Verfahren für die weitere Wollverarbeitung: das Kammgarnspinn- und das Streichgarnspinnverfahren. Für Streichgarne wird das Gespinst in weiche, dünne Stränge aufgeteilt, und die Fasern werden erst gekrempelt und danach versponnen. Bei den Kammgarnen werden die kurzen Fasern herausgekämmt, und der dicke Strang wird mehrmals mit Maschinen verdichtet, bis ein glatter kompakter Strang aus langen Fasern entsteht. Dieser kann anschließend versponnen werden. Die Kammwolle hat lange, die Streichwolle kurze Fasern.



Der bekannteste Streichgarnstoff mit kurzen Fasern ist der dicke und raue Tweed, der bedeutendste glatte Kammgarnstoff mit langen Fasern ist der Gabardine.



Wolle hat einige sehr gute Eigenschaften. Sie wärmt, weil in den Zwischenräumen der Fasern sich die Luft erwärmt. Wolle ist feuchtigkeitsausgleichend: Ohne dass sie sich nass anfühlt, kann sie ca. 30-35 Prozent ihres eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Wolle ist durch die Schuppenkonstruktion elastisch. Außerdem ist sie schwer entflammbar und heilend, weil Giftstoffe gebunden und neutralisiert werden.



Heute ist Australien weltweit führender Produzent von Rohwolle. Etwa 30 Prozent der Weltproduktion stammen von australischen Schafen.



 Möglichkeiten der Wollverarbeitung





Wolle als Kammgarn kann direkt gefilzt werden. Entweder wird mit Nadeln trocken gefilzt oder nass gefilzt mit warmem Wasser, Seife und Rubbelbrett.



Für die gebräuchlichsten Wollverarbeitungsmöglichkeiten wie z.B. Stricken, Sticken, Häkeln, Knüpfen oder Weben muss die Wolle zu einem Faden gesponnen werden. Zuerst werden die natürlichen Fasern durch Mischen und Kämmen vorbereitet. Die einfachste und wohl älteste Methode, Wolle zu verspinnen, ist die mit einer Handspindel (Spinnrocken). Dabei handelt es sich um einen angespitzten Stab, der durch Rotation einen Faden dreht. Ein komfortableres Gerät ist das Spinnrad. Die Spindel ist mit einem großen Schwungrad verbunden und wird mit einem Fußpedal angetrieben. Das Flügelspinnrad bereitete den Weg für die industrielle Spinnerei.



Bereits 1764 wurden Spinnmaschinen erfunden: Feinspinn-, Drossel- oder Walzzieh- und Muldespinnmaschine. Mit der Feinspinnmaschine können mehrere Garne gleichzeitig gesponnen werden. Die Drossel- oder Walzziehmaschine hat, wie der Name schon vermuten lässt, Walzen, mit denen die Wolle gezogen wird. Bei der Muldespinnmaschine befindet sich die Spindel in einem beweglichen Rahmen, der die Spannung reduziert. Dadurch sind feinere Garne spinnbar.



Sehr schön sind gefärbte Textilien. Die Wolle kann in jeder Phase, vor oder nach dem Verspinnen, eingefärbt werden. Es gibt natürliche und synthetische Farbstoffe. Die Naturfarben werden überwiegend aus Pflanzen gewonnen.



Tipps für die Kettengestaltung (nur eine Auswahl, mehr Tipps im Buch!)





a) Achtung, Allergiker: Wenn die Haut auf Wolle mit Jucken reagiert, sollte die Kette länger sein und die Filzperlen nur ca. 1/3 der Kette belegen (siehe Beispielketten), damit die Filzperlen auf der Kleidung liegen und kein Hautkontakt entsteht. Oder die Kette nur mit Rollkragenpullover tragen.



b) Für eine Kette können die Perlen auf einen dünnen Edelstahldraht, einem Lederband oder ein sehr reißfestes textiles Garn aufgefädelt werden. Für Armbänder empfehle ich dünne Gummibänder, weil es ohne Verschluss gut aussieht und das Anlegen sehr komfortabel ist.



c) Die Wirkung der matten Filzperlen wird betont, wenn zwischen den Filzperlen Perlen aus anderen Materialien angeordnet werden, siehe Beispielketten. Es gibt z.B. Holz- oder Glasperlen in sehr vielen Farben, Größen und Ausführungen; matt, glänzend, mit Glitzereinschlüssen und unterschiedlichen Formen.



d) Besonders designte Ketten entstehen, wenn die Filzperlen auf dünnen, reißfesten Edelstahlfäden aufgefädelt werden.



e) Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In Fachgeschäften für Bastelbedarf oder Schmuckgestaltung gibt es ein reichhaltiges Angebot, aber auch in der Natur findet sich viel Zubehör, z.B. Lochsteine, Muscheln, Holz, Tannenzapfen usw.




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