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Buch Leseprobe Niemand ist eine Insel, Dr. Gudrun Kugler
Dr. Gudrun Kugler

Niemand ist eine Insel


Wie man den Partner fürs Leben findet

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SCHRITT 1: Wissen, wer der richtige ist I


Ich habe mit 27 Jahren geheiratet. Davor machte ich zehn Jahre lang interessante Bekanntschaften. Alle Arten von Männern waren da dabei: der perfekte Familienvater, der exotische Abenteurer, der sensible Künstler und der charmente Selbstdarsteller. Bei jedem dachte ich: Das könnte er sein! Bei jedem stellte sich früher oder später die Gewissheit ein: Nein, das ist er nicht. Meistens wußte ich nicht einmal wieso. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Partnersuchenden. Wie weiß man, wer der richtige ist – ist für sie eine der wichtigsten Fragen. Sie fragen sich dies in Bezug auf aktuelle und zukünftig-erhoffte Bekanntschaften. Aber sie stellen die Frage auch in Bezug auf vergangene: Warum ist diese Beziehung damals in Brüche gegangen? War es richtig, dass ich ihn verlassen habe? Auf einer unserer Winter-Singlefreizeiten ergab sich ein spannendes Gespräch. Warum haben wir den richtigen noch nicht gefunden? Kurt, ein großer junger Mann mit ausgeprägtem sozialen Sinn, lyrischer Natur und vorlauter Klappe, der keine Angst davor hat, andere vor den Kopf zu stoßen, erzählt uns: „Wenn ich eine dringende Frage an Gott habe, werfe ich sie zu ihm in die Höhe“, sagt er und illustriert mit seinen großen Händen die Werfbewegung steil nach oben über seinen Kopf, „und meistens fällt sie einfach wieder auf mich herunter. Aber vor kurzem habe ich die Frage hinaufgeworfen, warum ich die ‚richtige’ noch nicht gefunden habe! Und da habe ich plötzlich verstanden, dass ich mich selbst fragen muss: ‚Hast du denn jemals Ja gesagt?’“ Einfach Ja sagen? Ja, wenn es nun aber nicht die „richtige“ wäre? Jeder kennt das Sprichwort: Für jeden Topf gibt es einen Deckel. Im Topfgeschäft stimmt das vielleicht. Aber schon nicht mehr in meiner Küche. Dort gibt es nur einen einzigen riesigen Deckel, der alle Töpfe bedecken muss, die ganz kleinen und die ganz großen. Zugegeben, sehr praktisch ist das nicht. Aber gekocht wird trotzdem. Ich glaube nicht, dass es einen richtigen, eine richtige gibt! Da wäre es ja sehr unwahrscheinlich, dass genau dieser eine irgendwo in meiner Nähe lebt; oder dass er ins richtige Jahrzehnt hineingeboren wurde! Wenn das stimmen würde, könnten ja auch Witwer keine zweite Ehe eingehen. Der Mythos des „einen richtigen“ geht auf Platon zurück. In seinem „Symposion“ läßt er den Dichter Aristophanes die Entstehung der Geschlechter erklären: Auf der Erde lebten Kugelmenschen, die je vier Hände und Füße und zwei entgegengesetzte Gesichter auf einem Kopf hatten. Sie waren stark und schnell und übermutig – und wurden den Göttern gefährlich. Zur Strafe zerschnitt der Göttervater Zeus jeden von ihnen in zwei Hälften. Seitdem haben beide eine Sehnsucht danach, sich mit dem jeweils anderen Teil wieder zu vereinen. Dieser Sehnsucht wird als Liebe bezeichnet. „Wenn nun dabei einmal der liebende Teil... auf seine wirkliche andere Hälfte trifft, dann werden sie von wunderbarer Freundschaft, Vertraulichkeit und Liebe ergriffen und wollen, um es kurz zu sagen, auch keinen Augenblick von einander lassen.“ Freundschaft, Vertraulichkeit und Liebe, und keinen Augenblick voneinander zu lassen. Das ist so schön, dass wir gerne an die Theorie der einzigen anderen Hälfte glauben wollen. Aber das brauchen wir gar nicht – denn all das können wir auch bei dem haben, den wir zu unserer zweiten Hälfte ernannt haben. Man muss den richtigen nicht finden, liebe Leserinnen und Leser! Man muss sich für einen entscheiden, der dadurch der richtige wird. Die Frage lautet nicht, ob Herbert oder Fritz der richtige ist, sondern ob ich lieber mit dem einem oder dem anderen leben möchte! Für diese Entscheidung muss ich nun aber die „richtigen“ Kriterien anlegen. Für einen früheren Job mußte ich mal nach Indien. Ich traute meinen Ohren nicht: Eine schöne junge Frau mit Handy und E-Mailadresse erzählt mir in einer Diskothek strahlend, dass sie in wenigen Wochen einen ihr unbekannten Mann, ausgesucht von Eltern und Verwandten, heiraten würde. Ehrlich! Das hat sie gesagt! Ich befragte andere junge Ehepaare – und siehe da, arranged marriages scheinen dort zu funktionieren. Ein von seinen Eltern und Verwandten verheirateter Inder sagte: Es hat ein Jahr gedauert, bis ich sie geliebt habe. Dieser Satz fasziniert mich: Die Selbstverständlichkeit und das Mühen im Warten auf diese Liebe. Und dass die Liebe dann gekommen ist, weil sie kommen mußte. Vielleicht liegt darin auch ein Schlüssel für Ehekrisen? Vielleicht haben uns die Inder etwas darin voraus, dass die Ehe für sie nicht Zielhafen oder Himmel auf Erden ist. Sondern eine Lebensweise, als Hilfe für das ohnehin schwierige Leben, das sich doch gemeinsam leichter bewältigen lässt. Eine Lebensweise bei der man für einen anderen Menschen verantwortlich ist, dessen Stärken und Schwächen einfach dazugehören. (löschen: In arranged marriages wird die eigene Entscheidung durch das Vertrauen in die Wahl der Eltern ersetzt. Wenn man es kulturell und familiär nicht anders kennt, geht das wahrscheinlich sogar gut.) Vor einigen Generationen war das „Vorgestellt-werden“ auch bei uns oft in der Verantwortung der Großfamilie. Meine Großmutter war gelernte Verkäuferin. Ihre Tanten stellten sie meinem Großvater vor – der hatte nämlich einen Lebensmittelhandel. Perfekt, oder? Naja, wahrscheinlich nicht einmal auf den ersten Blick. Ob die beiden zusammenpassen, fragte man sich nicht wirklich. Wir haben heute einiges dazugelernt, dafür aber auch anderes wieder vergessen. Die fieberhafte Suche nach dem einen richtigen, der anderen Kugelhälfte, ist ein Produkt eines modernen Missverständnisses von Ehe. Wenn der richtige also der ist, für den man sich entscheidet, worauf muss man dann bei dieser Entscheidung achten? Im Folgenden fasse ich die wichtigsten Kriterien und Entscheidungshilfen zusammen. Einige davon haben die Tanten meiner Großmutter und die Verwandten der schicken Inderin sicherlich bedacht. Andere aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.


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