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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Kettensprengerin, Sarah Okpuzor
Sarah Okpuzor

Kettensprengerin


Trau dich, du selbst zu sein

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Herzlich Willkommen in meinem Leben!


 


Du fragst dich nun, was du eigentlich in meinem Leben, wo du mich vielleicht nicht einmal näher kennst, zu suchen hast? Ganz einfach, du brauchst genau dieses Buch – und deswegen hältst du es in deinen Händen. Oder du bist einfach nur neugierig und erwartest, weil du mich kennst, dich in diesem Buch in meinen Lebensschnipseln wieder zu entdecken.


 


Aus welchem Grund auch immer, du wirst einen wichtigen Grund haben, warum du nun diese Zeilen liest. Und ich möchte dir vorab einmal kurz erklären, wie das Buch aufgebaut ist und was dein Nutzen von diesem Buch am Ende dann sein soll.


 


Das Buch ist aufgegliedert in vier große Bereiche welche in Unterkapitel gegliedert sind. Jedes Unterkapitel ist ein in sich geschlossenes Erlebnis. Zu diesem Erlebnis, das manchmal ziemlich übel, demütigend und erniedrigend ist, möchte ich dir mein persönliches Learning schildern. Mir ist wichtig, direkt jetzt am Anfang zu sagen, dass das, was ich über die Personen aus meinem bisherigen Leben hier berichten werde, keine Hasstirade ist. Ich möchte ehrlich sein, ja – aber dazu gehört auch, dass ich mir mit all der Aufarbeitung der Erlebnisse und meiner Selbstreflexion über die Geschehnisse durchaus bewusst geworden bin, dass zu jeder Situation immer mindestens zwei Beteiligte gehören und ich einfach in meine Eigenverantwortung hätte kommen müssen. Es gab in meinem bisherigen Leben nämlich drei entscheidende Überthemen, die dazu geführt haben, dass ich gar keine andere Wahl hatte als mich mit mir selbst richtig tief auseinander zu setzen und somit auf diese Reise, meine Reise zu mir selbst, und zu meinem echten, authentischen Ich zu gehen! Zum Abschluss erhältst du von mir meine Top Highlights in der Persönlichkeitsentwicklung an die Hand, erfährst wie sie mir geholfen haben, mich zu finden und mit mir ins Reine zu kommen und so auch ein friedvolles Umfeld für mich und meine Familie zu schaffen. Und wie du sie natürlich auch auf dich anwenden kannst!


 


Du wirst auf den folgenden Seiten Dinge lesen, die sich wirklich so zugetragen haben. Selbstverständlich sind dennoch alle weiteren beteiligten Personen mit geänderten Namen versehen und die Handlungsorte abgeändert, um die Privatsphäre der betreffenden Personen zu schützen.


 


Vorab noch eine kurze Info: Im letzten Teil des Buches erläutere ich für dich Tools und Übungen, die weder eine medizinische Versorgung noch einen Arztbesuch bzw. einen Besuch bei einem Psychologen oder Therapeuten ersetzen können.


 


Solltest du im Verlauf der Geschichten merken, dass dich einzelne Situationen zu sehr triggern, leg das Buch weg oder überspring das Kapitel.


 


In diesem Buch geht es in die Tiefe meiner Vergangenheit und Erinnerungen. Diese Erkenntnisse können für dich einen sehr großen Wert darstellen, um dein zukünftiges Leben anzugehen – deinen ersten oder nächsten Schritt in die Richtung deiner Ziele zu wagen!


 


So, und jetzt starten wir aber!


 




Was mich zu der machte, die ich so lange gewesen bin


 


Es gibt äußere Einflüsse, die kannst du nicht ändern. Und weil mich genau das so stark geprägt hat, starte ich mit einem sehr dunklen Teil aus meiner Kindheit. Vermutlich sogar dem dunkelsten, über bisher nur sehr wenige Menschen Bescheid wissen.


 


Vor allem in den ersten sechs bis acht Lebensjahren haben wir gar keine andere Möglichkeit, als uns darauf zu verlassen, dass unsere engsten Bezugspersonen die Verantwortung für uns übernehmen und uns kein äußerlicher Schaden zugefügt wird.


 


Jetzt möchte ich dir erst einmal sagen, dass die nun folgenden Kapitel teilweise einer Trigger Warnung bedürfen. Es wird um das Thema emotionale und psychische Gewalt sowie sexualisierte Gewalt an Kindern gehen.


 


Falls du hier nun weiterliest, sei dir bewusst, dass du es jeder Zeit zur Seite legen kannst, wenn du dich damit nicht mehr gut fühlst. Das Beschriebene ist alles so passiert, zumindest kann ich mich an die Bruchstücke wieder genauso erinnern, nachdem ich sie lange unterdrückt hatte und nicht wahrhaben wollte. Das, was du hier nun liest, ist mit meinem besten Wissen und Gewissen geschrieben worden.


 


Viel Spaß bei den folgenden Kapiteln kann ich dir jetzt nicht so ganz wünschen – ich hoffe nur, dass du dir aus all den Situationen etwas Stärkendes mitnehmen kannst.


 


Ganz viel Liebe für dich!


 


 


Unbeschwerte Kindheit


 


Wichtiger Hinweis: Das folgende Kapitel ist zu meinem eigenen Schutz ohne Orts-, Zeit- und genauer Personenangabe geschrieben. Da der Missbrauch und die psychische Gewalt nie öffentlich gemacht wurden, würde es mir im Falle einer Anklage wegen Verleumdung oder übler Nachrede schier unmöglich gemacht werden, die Geschehnisse zu beweisen. Ich garantiere dir, dass die Erlebnisse, die ich erzähle wirklich passiert sind und ich mein Schweigen endlich brechen möchte.


 


Die Täter*innen haben sich einen Spaß daraus gemacht, mir ihre Genitalien zu zeigen, sich vor mir selbst zu befriedigen, mich nachts im Bett an meinen Genitalien anzufassen und mir zu erzählen, dass all das völlig normal sei und genau so sein sollte. Die Täter*innen waren zum damaligen Zeitpunkt bereits erwachsen und ich mitten in meiner Kindheit, die eigentlich hätte unbeschwert sein sollen.


 


Eines Tages befand ich mich bei den Täter*innen und es geschah ganz plötzlich. Mir wurden von jetzt auf gleich die Genitalien ins Gesicht gehalten und sie befriedigten sich direkt vor mir selbst. Ich war verängstigt und doch auch neugierig. Aber überwiegend sprachlos und angeekelt und wusste nicht, was ich nun tun sollte. Ich wusste nicht einmal was eigentlich gerade passierte, weil ich in einem Alter war, in dem ich noch keinen Schimmer hatte, was man mit sich selbst so tun kann und zu welchem Zweck das überhaupt dient. Mit jemandem darüber sprechen? Das kam mir nicht in den Sinn. 21 Ich war bereits der festen Überzeugung „komisch“ zu sein und mir würde man sowieso nicht glauben. Zumindest war ich durch die gezielte, monatelang vorangegangene Manipulation der Täter*innen felsenfest davon überzeugt, dass ich die war, die nicht normal war! Die Täter*innen köderten mich mit Essen, Eiscreme und auch mit neuen Spielsachen. Genauso trieben sie mich mental aber in den Wahnsinn. Machten sich über mich lustig, mobbten mich und trieben es häufig so weit, dass ich bitterlich anfing zu weinen, wegrannte, mich versteckte und mich erneut mit Essen vollstopfte. Es war ein ständiges Hin- und Her aus Anziehen und Distanz schaffen. „Liebe“ und Abstoßen. Es war miese Manipulation durch Bezugspersonen, denen ich anvertraut worden bin. Eines anderen Tages wartete ich auf meine Mama und die Täter*innen zeigten mir Zeitschriften mit eindeutigen, nicht für Kinder geeigneten Bildern. Sie packten ihre Genitalien aus und begannen erneut, in der Eile, bevor meine Mama kam, sich selbst zu befriedigen. Ich saß dort, eingeschüchtert und ängstlich und hoffte so sehr darauf, dass meine Mama früher als erwartet hereingeschneit kommen würde. Unsicher und voller Beklemmung saß ich wie versteinert da. Ich traute mich nicht, hinzugucken. Wurde aber immer wieder aufgefordert, ich solle ruhig zu sehen. Es wäre wichtig das ich das lerne, ich müsse ja wissen wie das gehe – für später mal. Außerdem sei es schön und bringe Freude. „JA! Aber doch nicht für ein KIND!!“, schrie es in mir aber die Worte konnten nicht raus.


 


Ich traf wieder auf die Täter*innen. Ich saß am Tisch und war, wie ein ganz normales Kind, nur in einem T-Shirt und einer Hose bekleidet. Ich hatte vielleicht schon einen Ansatz von wachsenden Brüsten, wie genau, das weiß ich nicht mehr. Und die Täter*innen kamen von hinten an den Stuhl heran, griffen unter meinen Armen hindurch und umfassten meine Brüste und versuchten sie zu kneten. Ich presste meine Arme so fest ich konnte auf die Unterarme und Handgelenke, doch ich war leider zu schwach. Eine/r der Täter*innen kam zu uns in den Raum, sah das, und ging auf mich los, was ich mir wohl einbilde, so dazusitzen, nur mit einem TShirt bekleidet. Ich war schockiert und mir stiegen Tränen in die Augen. Die Täter*innen ließen lachend von mir ab und beschwichtigten mich, dass ich nur gekitzelt werden sollte. Ich wand mich vom Stuhl und verließ den Raum, um mir einen dicken Pullover anzuziehen, im Sommer! Als ich wenig später, verheult, wieder zurückkam, kamen die Täter*innen auf mich zu, welche bereits auf mich losgegangen waren, und fauchten mich an: „Wieso sitzt du nur so in diesem T-Shirt hier! Du weißt doch ganz genau wie die Täter*innen sind! Zieh dich gefälligst vernünftig an, wenn du hier bist!“ Heulend verließ ich den Ort und stopfte mich heimlich mit Essen und Eiscreme voll.


 


Manchmal kamen die Täter*inne auch nachts in mein Bett und fassten mit ihren Fingern meine Genitalien an. Das war zum Glück nicht allzu häufig der Fall und trotzdem schaudert es mich heute, wenn ich plötzlich daran denke und mir klar wird, dass ich es mir nicht eingebildet habe, wovon ich den Großteil meines Lebens ausging.


 


Warum ich mich nie jemandem anvertraute? Das versuchte ich. Ich erzählte einer Klassenkameradin davon, sie erzählte es auch ihren Eltern und diese verboten ihr den Umgang mit mir. Ich verstand die Welt nicht mehr und wurde nur noch mehr darin bestätigt, dass ich die war, mit der etwas nicht stimmte.


 


Ich versuchte auch anderen Personen davon zu erzählen, sogar sehr verzweifelt, doch wurde es abgetan, Schauermärchen darüber erzählt, dass, wenn das so stimme, die Täter*innen doch dann ins Gefängnis müssten. Dinge, die Kinder in solch schlimmen Situationen auch NICHT hören wollen und dürfen! Es gab rückblickend deutliche Anzeichen, die darauf schließen haben lassen, dass ich sexuellen Missbrauch erlebt habe. Ein Indiz dafür war, dass ich mich häufig in völliger Verzweiflung im Beisein von anderen Personen an Kissen und Sofaecken im Genitalbereich gerieben habe. Mein Verhalten wurde allerdings als peinlich, ekelhaft und unpassend abgetan und ich wurde dafür geschimpft und ziemlich unfreundlich zur Rede gestellt. Ein offenes Ohr, Empathie und das Interesse an der Ursache, hinter meinem außergewöhnlichen Verhalten, fehlten allerdings.


 


Mein großes Glück war, dass sehr aufmerksame Personen in unserem entfernteren Umfeld eine wesentliche Veränderung meiner Persönlichkeit wahrnahmen. Sie drängten 24 darauf, mich bei einem Psychologen vorstellig werden zu lassen. Und ich glaube, ich habe dieser Psychologin zu verdanken, dass ich ohne noch weitreichendere Schäden aus diesem Missbrauch befreit wurde, wenn auch durch eigene Kraft. Die Täter*innen hörten durch Zufall, wie ich versuchte einer nahestehenden Person, nachdem ich durch die Psychologin neuen Mut geschöpft hatte, davon zu berichten. Dies war der erste, richtige Schritt, den es brauchte, um mich selbst zu retten. Den zweiten Schritt erledigte das Schicksal und es gab mehrere Gründe, dass die Täter*innen in meinem Leben nicht mehr präsent waren. Wer weiß, wo ich heute stünde, wenn es nicht diese aufmerksamen Personen und diese einfühlsame Psychologin in meinem Leben gegeben hätte. Durch sie weiß ich, dass ich es geschafft habe, heute da zustehen wo ich stehe und endlich, auch wenn es sehr abgeschwächt und anonymisiert ist, darüber berichten kann.


 


Ich traue mich endlich den Mund aufzumachen.


 


Das Tückische an Missbrauchsfällen oder anderen traumatischen Erlebnissen in der Kindheit ist, dass das menschliche Gehirn verdrängt. Und genau so geschah es auch bei mir. Viele Jahre dachte ich nicht mehr daran. Natürlich kam immer mal wieder der Gedanke nach oben, ich konnte ihn aber nicht so ganz greifen und verdrängte ihn wieder. Ich wollte es auch nicht wahrhaben und tat es als schlechten Traum ab, der sowieso nie stattgefunden habe.


 


Erst als ich die mentale Stärke erlangt hatte, die ich brauchte, lösten sich diese Erinnerungen immer mehr und mehr aus meinem Unterbewusstsein und kamen an die Oberfläche. Sie waren mitunter sehr stark für meine massiven emotionalen Essanfälle verantwortlich, die mich schon fast mein ganzes Leben lang begleiten. Als ich mir selbst Unterstützung an meine Seite nahm, um die Ursache für meine Essstörung aufzudecken, fügten sich die Puzzleteile zu einem Bild zusammen.


 


Nicht ich war abartig und abstoßen – es wurden abartige und abstoßende Dinge mit mir gemacht und deswegen fing ich an zu glauben, ich wäre es auch. Ich fand all das abstoßend und abartig – und doch wurde mir weiß gemacht, ich wäre komisch, weil es doch völlig normal sei.


 


Täter*innen sind manipulativ, nach außen nett und höflich und du siehst es ihnen einfach nicht an, welch krankhafte Vorstellungen und Neigungen sich hinter ihrem Lächeln und ihrer Freundlichkeit verbergen! Sie haben keine Merkmale, an denen du ihre Abartigkeiten erkennst. Es mangelt an Aufklärung der Kinder, immer noch!


 


Wie hat meine Sozialpädagogin im Jugendamt, mit welcher ich wegen meiner Tätigkeit als Tagesbetreuungsperson eng zusammenarbeite, zu mir gesagt, als ich ihr erschüttert von meinen Erinnerungen erzählte, die in mir schliefen und plötzlich ans Licht kamen? „Vielleicht sind Sie auch genau deswegen so ambitioniert und um die Aufklärung der Kinder und die Aufklärung der Eltern bemüht. Als Prävention des Kindesmissbrauchs.“ – Und ja, genau das ist mit einer der Gründe, da bin ich mir heute sicher!


 


 


Mein Learning


 


Sprich mit deinen Kindern. Schenke deinem Kind dein echtes Gehör und glaube ihm. Alles. Liebe es bedingungslos und stelle immer wieder klar, dass dein Kind mit dir über ALLES reden kann und dir NIE etwas Schlimmes passieren wird, nur weil dein Kind sich dir anvertraut. Nimm dein Kind ernst mit seinen Ängsten und Gefühlen. Sprich mit deinem Kind offen über Menschen, die diese Neigungen haben. Mache kein Tabu daraus. Benenne alle Geschlechtsorgane mit dem richtigen Namen. Verniedliche und verheimliche nichts. Spreche über Sexualität wie über Kochen! Es ist normal! Reiche deinem Kind die Hand, wann immer du das Gefühl hast, dein Kind braucht es. Bitte sei achtsam und achte gut auf jede Veränderung die dir bei deinem Kind auffällt. Hast du (noch) keine Kinder? Ist völlig okay – achte so auf die Kinder deiner Freunde, Familie und Nachbarn, als wären es deine eigenen wären. Verbreite diese Botschaft und hilf dabei Missbrauch am Kind zu enttabuisieren.


 


Außerdem habe ich für mich mitgenommen, dass alles immer irgendwie gut wird. Dass ich aus jedem Mist, egal wie sehr er stinkt, etwas Wundervolles erschaffen kann. Und dass Empathie und damit auch Vergebung für mich einer der Schlüssel zu meiner bedingungslosen Selbstannahme waren.


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