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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Kein Kind auf Zeit, Reinhardt Schmidt
Reinhardt Schmidt

Kein Kind auf Zeit


Das organisierte Unglück einer Pflegefamilie

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Frau Rottmann übernahm die Aufgabe, Anna der Kindsmutter in die Arme zu treiben, damit diese ihre passive Rolle beibehalten konnte. Sie ging dabei mit viel Druck und Zwang für Anna vor. Ihr Ziel war, Anna auf ihre „richtige“ Mama zu fixieren und sie von den Pflegeeltern abzulösen.


 


Sie begann in den Umgängen ab Dezember Frau Loose Anna gegenüber als Mama zu bezeichnen. Dies geschah fernab jeglicher Normalität. Schon bei der Ankunft sagte sie: „Jetzt schau mal, wo die Mama Karin ist.“ Hatte Anna eine Bitte an die Pflegeeltern sagte Frau Rottmann sofort: „das macht die Mama Karin.“ Beim gemeinsamen Spiel spielte Frau Rottmann immer Frau Loose zu und bezog sie mit „Mama“ ein, während sie die Pflegeeltern auch namentlich ignorierte.


 


Die Bezeichnung steigerte sich auch durch die Befehle, die Anna gegeben wurden: „Geh zur Mama“, „Mach das mit der Mama“, „Die Mama Karin geht mit.“


 


Da über die Benennung der Kindsmutter keine Einigung bestand, bezeichnete Frau Klein sie als „Karinmama“, die Pflegeeltern als „Karin“ und Frau Rottmann mit „Mama“ bzw. „Mama Karin“. Es hatte zur Folge, dass Anna weiterhin „Frau Loose“ zu ihr sagte. Es gab eine Begebenheit bei der Anna ihre Mutter wieder einmal mit „Frau Loose“ bezeichnete und Frau Rottmann daraufhin erwiderte: „Jetzt sag halt endlich mal Mama zu ihr.“


 


Bezüglich des im Hilfeplan geforderten Wickelns startete man im Januar den ersten Versuch, dass Frau Loose Anna wickelte. Anna ließ dies beim ersten Mal unter der Bedingung zu, dass die Pflegemutter dabei wäre. Anna bestand bei einem weiteren Mal an diesem Tag darauf, dass Frau Schneider sie wickelt.


 


Abends beim Windelwechseln ergab sich folgender Dialog:


Anna zu Frau Schneider: „Mama, Frau Loose sagt Stinker.“


Frau Schneider: „Karinmama hat dir die Windel gewechselt.“


Anna: „Nein Mama, du machen sollst.“


 


Beim folgenden Umgang holte Frau Klein mit Anna eine Windel bei den Pflegeeltern im Nebenraum, damit Frau Loose Anna ohne sie wickeln konnte. Nach diesem Versuch stellte das Amt dar, dass Anna es ohne Probleme zulassen würde, sich von Frau Loose wickeln zu lassen. Anna aber begann in der Folge zu verheimlichen, wenn sie eine volle Windel hatte. Sie umging damit in den Umgängen gewickelt zu werden, hatte jedoch regelmäßig einen wunden Po.


 


Bereits ab Oktober hatte Frau Loose am Ende des Umgangs einen Kuss von Anna eingefordert. Sie ging dann vor ihr auf die Knie, hielt sie an beiden Armen fest und sagte: „Ich bekomm noch was von dir.“ Teilweise drehte Anna den Kopf weg, was Frau Loose jedoch nicht akzeptierte. Sie beharrte stets auf ihrem Anliegen bis sie einen Kuss erhielt. Anna gab dann immer allen einen Kuss, auch Frau Rottmann und Frau Klein. Die Fachkräfte sahen hierin kein Problem. Erst auf mehrmalige Bitte der Pflegeeltern, die Anna eigentlich dazu erzogen, dass sie niemand küssen muss, wenn sie nicht möchte, erklärten die Fachkräfte Frau Loose, dass sie dies nicht mehr machen solle. Sie begründeten es jedoch nicht pädagogisch, sondern argumentierten, dass die Pflegeeltern es nicht wünschten.


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